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Benutzername: Endlose Seiten


Bewertungen

Insgesamt 57 Bewertungen
Bewertung vom 16.03.2019
Jane Eyre
Brontë, Charlotte

Jane Eyre


ausgezeichnet

Der Klassiker 'Jane Eyre' von der britischen Autorin Charlotte Brontë erschien zum ersten Mal im Jahr 1847 und ist immer noch einer der berühmtesten viktorianischen Gouvernantenromane. Im Mittelpunkt steht die junge Frau Jane Eyre, die sich in Mr. Rochester verliebt. Das Problem dabei ist, dass Rochester nicht nur Janes Arbeitgeber ist, sondern auch deutlich älter als sie ist. Hinzu kommt ein großes Geheimnis, das alles zerstören könnte.

Die Handlung spielt in England. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Jane Eyre. Die Geschichte ist in zwei Abschnitte gegliedert. In dem ersten Abschnitt geht es um Janes Kindheit und wie sie in einem Internat landet. Im zweiten Teil ist die 18-jährige Jane als Gouvernante bei Mr. Rochester tätig. Die Schmuckausgabe von 'Jane Eyre' aus dem Coppenrath Verlag enthält viele liebvoll gestaltete Illustrationen von Marjolein Bastin. Zudem ist das Buch mit zehn wunderschönen Extras ausgestattet, die das Lesen aus meiner Sicht lebendig gestalten.

„Wir sind geboren, um zu kämpfen und zu leiden.“ – Zitat (‚Jane Eyre‘, Seite 334)

Janes Kindheit war alles andere als leicht und angenehm. Als ihre Tante von Jane überfordert ist, schickt sie das Mädchen in das Lowood Internat. Auch wenn dort Armut herrscht und das Leben nicht einfach ist, ist es die prägendste Zeit in Janes Leben. Dort lernt sie nicht nur, was wahre Freundschaft und Güte ist, sondern sie eignet sich ein enormes Wissen an. Was Liebe ist, erfährt Jane aber erst, als sie nach Thornfield Hall kommt, wo sie als Erzieherin arbeitet. Ich mochte Jane unheimlich gern, da sie sehr intelligent und einfühlsam ist. Besonders faszinierend fand ich, dass sie trotz ihres jungen Alters sehr weise ist.

Edward Fairfax Rochester ist ein wohlhabender Mann, den nur noch wenig beeindrucken kann. Im Gegensatz zu Jane ist Rochester viel in der Welt gereist und hatte einige Beziehungen, die jedoch unglücklich ausgegangen sind. Genau wie jeder andere Mensch hat Rochester sowohl gute als auch weniger gute Charaktereigenschaften. Zu Letzteren gehören sein Sarkasmus und seine Launenhaftigkeit, die das Ergebnis einiger bitterer Enttäuschungen sind. Rochester ist aber auch jemand, der ein großes Maß an Verantwortungsgefühl besitzt. Ich mochte ihn, weil er nichts für Oberflächlichkeit übrig hat und er eine sehr interessante Persönlichkeit besitzt.

Obwohl der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist, habe ich mich schnell mitreißen lassen. Brontë erzählt sehr detailliert. Dies wirkt aber alles andere als langweilig oder ermüdend. Ich habe jedes Wort genossen und war traurig, als die Geschichte zu Ende ging. Die zahlreichen Fragen, die erst am Ende beantwortet werden, sorgen für eine anhaltende Spannung. Die Atmosphäre ist düster und melancholisch. Manche Situationen haben sogar etwas Unheimliches und Mysteriöses an sich.

Besonders eindrucksvoll war für mich die Darstellung der Geschlechterrollen und sozialer Klassen. Der Unterschied von Arm und Reich war zu damaliger Zeit ein besonders wichtiges Thema. Einkommensschwache Menschen fanden keine Beachtung. Anhand ihrer Protagonistin zeigt die Autorin, dass arme alleinstehende Frauen es aber doppelt so schwer hatten. Sie mussten mit vielen Vorurteilen und Ungerechtigkeiten fertig werden. Aus diesem Grund wird Jane zum Beispiel von Rochesters Freunden von oben herab behandelt oder überhaupt nicht beachtet. Brontës Buch erinnerte mich daran, dass trotz der fortgeschrittenen Emanzipation, heutzutage es immer noch Länder gibt, in denen Frauen wenig Rechte haben.


Fazit

‚Jane Eyre‘ gehört zu meinen Lieblingsbücher und ich empfehle jedem, es zu lesen! Die tiefgründige Geschichte regt zum Nachdenken an und schärft den Blick für die wichtigen Dinge im Leben.

Bewertung vom 12.03.2019
Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1
Dabos, Christelle

Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1


sehr gut

'Die Spiegelreisende - Die Verlobten des Winters' ist der erste Band der ‚Spiegelreisenden‘-Saga von Christelle Dabos. Und darum geht’s: Nachdem die Welt in Stücke zerbrochen ist, sind viele Archen entstanden, die von den Menschen bewohnt werden. Auf der Arche namens Anima lebt Ophelia, die ganz besondere Fähigkeiten besitzt. Die junge Dame kann nämlich nicht nur durch Spiegel reisen, sondern auch Gegenstände "lesen". Die Handlung setzt ein, als Ophelias ruhiges Leben sich unerwartet ändert, da sie einen Unbekannten heiraten und dazu ihre Heimat verlassen soll. Weil ich vorher nichts Vergleichbares gelesen habe, stand für mich schnell fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Das Cover gefällt mir gut, da darauf eine Arche zu sehen ist und man sie sich als LeserIn deshalb besser vorstellen kann.

Ophelia ist eine zurückhaltende und tollpatschige Person. Sie steht nicht gern im Mittelpunkt und tut alles dafür, unscheinbar zu sein. Zum großen Bedauern ihrer modebewussten Mutter ist Ophelia ihr Äußeres egal. Auf ein Kleidungsstück verzichtet Ophelia jedoch nie und das ist ihr geliebter Schal, hinter dem sie sich gelegentlich versteckt, was ich irgendwie süß fand. Allgemein fand ich es witzig, dass je mehr Ophelia versucht hatte, keine Aufmerksamkeit auf sich zu sehen, ihr genau das Gegenteil gelang. Obwohl es der Protagonistin nicht klar ist, fasziniert sie jeden, der ihr begegnet. Kritisieren muss ich allerdings, dass sie sich vieles gefallen lässt. Ich habe mir oft gewünscht, sie hätte mehr Rückgrat gezeigt.

Thorn ist Ophelias Verlobter und ein sehr verschlossener Mensch. Er verschwendet keine Zeit mit unnötigem Geplänkel und sagt allgemein eigentlich nur das Nötigste. Ophelia stellt hier für ihn leider ebenfalls keine Ausnahme dar. Besonders zu Beginn behandelt er sie sogar wie Luft. Das Meiste konnte Ophelia über Thron von seiner Tante Berenilde erfahren, die deutlich aufgeschlossener ist als ihr Neffe. Thorn und der Rest seiner Verwandtschaft leben auf der Arche Pol. Wie der Name es bereits erahnen lässt, bewegen sich dort die Temperaturen eher im unteren Bereich. Die meisten Bewohner der Arche bzw. die, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt, sind kalt und grausam. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sie statt eines Herzens einen Eiszapfen haben.

Das Buch konnte mich von Anfang an fesseln, auch wenn ich zunächst einige Seiten gebraucht habe, bis ich mich in Dabos‘ Universum zurechtgefunden habe. Besonders faszinierend fand ich die verschiedenen magischen Kräfte der Figuren und die Idee, dass die Erde in viele Archen zerbrochen ist. In Sachen Intrigen und Verschwörungen wird es ebenfalls nicht langweilig, da die verschiedenen Familienklans hier genügend Stoff liefern. Der Schreibstil gestaltet das Lesen sehr erlebnisreich, sodass ich das Gefühl hatte, das Geschehen durch Ophelias Augen zu sehen. An Spannung hat es mir nicht gefehlt. Selbst die ruhigen Momente konnten mich packen. Am Ende wurden einige Rätsel gelöst und neue erschaffen, weshalb ich mich sehr auf die Fortsetzung freue.


Fazit

‚Die Spiegelreisende - Die Verlobten des Winters‘ ist ein gelungener Auftakt, der mich bereits süchtig nach der ‚Spiegelreisenden‘-Saga gemacht hat. Ich bin gespannt, ob die Protagonistin im zweiten Band etwas selbstbewusster wird und welche Überraschungen die Leserschaft noch erwarten.

Bewertung vom 07.03.2019
ENDGAME Buch 2
Warren, Skye

ENDGAME Buch 2


ausgezeichnet

‚ENDGAME - Buch 2: Der Springer‘ ist der zweite Teil der ‚ENDGAME-Trilogie‘ von der US-Bestsellerautorin Skye Warren. Da ich den ersten Band sehr spannend fand und mich Averys und Gabriels Geschichte nicht mehr losgelassen hat, musste ich die Reihe weiterlesen. Der Umschlag in Festa-Lederoptik ist wieder ein Hingucker. Besonders toll finde ich die Idee, dass jedes Cover der Trilogie einen roten Akzent hat, der die Vorderansicht nochmal „aufpeppt“. Im Fall von Band zwei sind es die roten High Heels, die dem schwarz-weißen Bild ein gewisses Extra verleihen.

Nachdem es für Avery James im ersten Band bergab gegangen war, hoffte ich, dass sie dieses Mal endlich ein paar Erfolgserlebnisse haben wird. Weit gefehlt. Das Leben hält zwar noch einige Überraschungen für sie parat, diese sind aber überwiegend negativ. Und als ob das nicht genug wäre, wird Avery zusätzlich mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert. Auch wenn seit den Ereignissen im ersten Band nicht viel Zeit vergangen ist, hat sich Avery dennoch ein bisschen verändert. Sie ist nicht mehr so naiv, wie am Anfang der Geschichte und ist deutlich risikofreudiger geworden.

Doch mit Gabriel Miller kann Avery immer noch nicht mithalten. In puncto Unberechenbarkeit und Skrupellosigkeit können ihm nur die Wenigsten das Wasser reichen. Bei Gabriel hatte ich dieses Mal sogar das Gefühl, dass er grausamer geworden ist. Sein Verhalten gegenüber Avery hat mich besonders traurig gestimmt und sorgte dafür, dass ich nicht schlau aus ihm wurde. Einerseits zeigt er sich fürsorglich und man merkt, dass ihm an Avery etwas liegt. Es gibt aber auch Situationen, in denen er Avery richtig mies behandelt, was wiederum dazu führt, dass ich mir unsicher bin, welche Absichten er bezüglich Avery verfolgt. Fakt ist, dass Gabriel es geschafft hat, mich komplett zu verwirren.

Die Atmosphäre war wieder düster und sehr aufgeladen. Der Schreibstil war dermaßen fesselnd und die Handlung so spannend, dass ich die über 200 Seiten einfach verschlungen habe. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich noch etwas zurückhält. Wenn es nach mir ginge, hätte Warren ruhig einige Seiten mehr schreiben und etwas mehr Action hinzufügen können.

Fazit

‚ENDGAME - Buch 2: Der Springer‘ von Skye Warren ist genauso unberechenbar wie die beiden Protagonisten Avery und Gabriel. Ich freue mich auf den dritten Band und bin gespannt, wie alles ausgehen wird.

Bewertung vom 01.03.2019
Dieses wilde, wilde Lied / Monsters of Verity Bd.1
Schwab, Victoria

Dieses wilde, wilde Lied / Monsters of Verity Bd.1


ausgezeichnet

‚Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied‘ ist der erste Band aus der neuen Urban Fantasy-Reihe von Autorin Victoria Schwab. Im Vordergrund stehen Kate und August, die Seite an Seite mit unterschiedlichen Monstern in der düsteren Stadt Verity City leben. Aus meiner Sicht spiegelt das Cover die unheimliche Atmosphäre wider und passt daher perfekt zum Inhalt.

Kate Harker ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie ist taffer als der eine oder andere Junge, da ihre rebellische Ader sehr stark ausgeprägt ist. Kate tut immer nur das, was sie will und lässt sich von niemanden und nichts aufhalten. Dass die Protagonistin in den letzten fünf Jahren sechs Schulen gewechselt hat, beweist noch einmal, wie starrköpfig und eigensinnig sie sein kann. Da Kate vor einigen Jahren ihre Mutter verloren hat, ist ihr die Anerkennung ihres Vaters umso wichtiger. Aus diesem Grund macht Kate sogar Sachen, die sie eigentlich nicht gerne macht. Ich mochte Kate, weil sie eine der stärksten Protagonistinnen ist, die mir bisher begegnet sind. Kate weiß nicht nur, was sie will, sondern auch wie sie es sich holt.

August Flynn ist ebenfalls kein gewöhnlicher Junge. Er hütet ein gefährliches Geheimnis, das nicht nur ihm, sondern der ganzen Stadt zum Verhängnis werden kann. Augusts Familie ist daher sehr bemüht, ihn zu hüten und keinem Risiko auszusetzen, was dazu führt, dass August sich isoliert fühlt. Das Einzige, was August den Tag retten und ihm helfen kann, ist die Musik. Augusts Geige ist seit längerem sein treuer Begleiter und ist viel mehr als nur ein Musikinstrument. Besonders interessant fand ich Augusts inneren Kampf. Seine Bemühungen „normal“ zu sein, waren sehr fesselnd.

Sehr gut gefallen hat mir Schwabs Darstellung von Gut und Böse. Die Autorin zeigt, dass niemand nur gut oder nur böse/schlecht ist, was aus meiner Sicht eine ziemlich naive Vorstellung wäre. Jede Figur trägt sowohl Licht und Schatten in sich. Der Unterschied besteht lediglich darin, wer welcher Seite mehr nachgibt. Der mitreißende Schreibstil versetze mich bereits nach wenigen Sätzen in die grausame Welt von V-City und lässt mich immer noch nicht los. Erfrischend fand ich den Aufbau des Romans und die Idee, dass Monster aus Menschen entstehen.


Fazit

‚Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied‘ hat mich zum Nachdenken gebracht. Die verschiedenen Monster offenbaren auf erschreckende Weise die dunklen Seiten der menschlichen Natur, sodass mir beim Lesen ein kalter Schauer über den Rücken lief. Ich freue mich auf die Fortsetzung und darauf, erneut in die Welt von ‚Monsters of Verity‘ einzutauchen.

Bewertung vom 26.02.2019
Scherbenbilder
Coniglio, Melina

Scherbenbilder


sehr gut

‚Scherbenbilder‘ ist der Auftaktband der ‚All about love‘-Reihe von Melina Coniglio. Im Mittelpunkt stehen die drei Jugendlichen Aiko, Kai und Mamoru, die sich im Laufe der Handlung verschiedenen Problemen stellen müssen. Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil ich den Klappentext interessant fand. Auf dem Cover sind die drei Protagonisten illustriert. Außerdem wird ein Bezug auf den Titel genommen, was mir gut gefallen hat.

Als ich mit dem Lesen angefangen habe, ist mir schnell aufgefallen, dass die drei Protagonisten viel seelischen Ballast mit sich herumtragen. Jeder von ihnen hat Probleme und sie wissen noch nicht genau, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Aiko ist ein sehr zurückgezogenes Mädchen, das erst im kleinen Personenkreis richtig aufblühen kann. Dass sie Menschen mit Skepsis begegnet, ist aber nicht verwunderlich, da sie von ihren Mitschülern bereits enttäuscht wurde. Neue Leute kennenzulernen fällt Aiko deshalb alles andere als leicht. Dies fand ich sehr schade, da sie ein sehr nettes Mädchen ist.

Auch Kai hat sein Päckchen zu tragen. Er ist zwar viel offener als Aiko und kann einiges wegstecken, dennoch muss er ebenfalls mit einigen Vorurteilen kämpfen. Besonders gut gefallen hat mir an Kai, dass er sehr loyal ist und ihm seine Freunde wichtig sind. Er ist manchmal so aufrichtig, dass ihn diese Charaktereigenschaft in unangenehme Situationen bringt.

Mamoru ist der Dritte im Bunde. Er ist die Lässigkeit in Person und scheint alles locker zu nehmen. Zumindest versucht er diese Fassade aufrechtzuerhalten. Was in Mamoru in Wirklichkeit vorgeht, bekommen nur wenige zu sehen. Aus meiner Sicht braucht er dringend Unterstützung, da er an seinen Gefühlen zugrunde gehen kann.

Extrem gestört haben mich die vielen Wortwiederholungen, die meinen Lesefluss unterbrochen haben. Gefallen haben mir dagegen die Kernthemen, nämlich das Erwachsenwerden und der Umgang mit eigenen Gefühlen. Da die Figuren viele Hindernisse überwinden müssen, bleibt der Autorin viel Freiraum für die Charakterentwicklung der drei Protas. Dass dies nicht im ersten Teil umgesetzt werden konnte, kann ich vollkommen nachvollziehen und hoffe, dass in der Fortsetzung Aiko, Kai und Mamoru aus ihren Fehlern lernen werden.

Fazit
In ‚Scherbenbilder‘ richten die drei Protagonisten einiges an, was sie in der Fortsetzung hoffentlich wieder gut machen werden. Ich freue mich schon auf ‚Scherbenwelten‘.

Bewertung vom 21.02.2019
I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich
Leuchtenberg, Cleo

I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich


ausgezeichnet

In dem Jugendbuch ‚I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich‘ von Cleo Leuchtenberg geht es um Lilly, die die weibliche Hauptrolle in einem Hollywood-Film synchronisieren soll. Auch wenn der Job für sie einen Karrieresprung bedeutet, hat Lilly Schwierigkeiten damit, sich mit ihrem Synchronpartner Ben anzufreunden. Kein Wunder, denn dieser setzt alles daran, sich gegenüber Lilly unfreundlich zu benehmen. Irgendwann erkennt Lilly, dass hinter Bens Verhalten mehr steckt. Ich wollte Leuchtenbergs Buch lesen, da ich noch nie ein Buch gelesen habe, in dem ein_e Synchronsprecher_in im Mittelpunkt steht.

Lilly und ihre Eltern ziehen oft um, weshalb sie in der Welt schon viel herumgekommen sind. Zurzeit hat sich die Familie in Berlin niedergelassen, wo die Protagonistin ihren Traum, Schauspielerin zu werden, verfolgt. Um sich vollständig auf den Job als Synchronsprecherin konzentrieren zu können, nimmt Lilly sogar eine Auszeit von der Schule. Unterstützt wird die 17-jährige von ihren Eltern, die immer für sie da sind. Was Beziehungen angeht, hat die Jugendliche bisher leider kein Glück, was sie ab und zu traurig macht. Ich mochte Lilly sehr, da sie für ihr junges Alter sehr erwachsen und verantwortungsbewusst ist. Außerdem ist sie zielstrebig und ich hatte nichts an ihr auszusetzen.

Etwas anders ging es mir dagegen mit Lillys Synchronpartner Ben, der ein ziemlicher Chaot ist, was grundsätzlich nicht schlimm ist. Genervt hat mich, dass er sich ab und zu wie eine Drama-Queen verhält. Es ist nicht so, dass ich sein Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Das Leben hatte Ben bisher einige Stolpersteine in den Weg gelegt, weshalb ich oft verstehen konnte, wenn der Zynismus mit ihm durchging. Doch es gab einige Situationen, in denen er sich wirklich unmöglich verhalten hat.

Sehr gut gelungen ist dem Autorinnenduo die Figurenkonstellation. Die unterschiedlichen Nebenfiguren machen die Geschichte um Lilly und Ben lebendig. ‚I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich‘ hat mich positiv überrascht, da ich mit kitschigen Szenen gerechnet habe. Was ich stattdessen bekommen habe, war eine Geschichte mit viel Tiefgang und Emotionen. Man taucht in das Leben eines Synchronsprechers ein und hat beim Lesen das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Am besten hat mir jedoch die Protagonistin gefallen, die kein verträumtes Mädchen ist, sondern mit beiden Beinen im Leben steht.


Fazit

‚I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich‘ ist ein spannender Roman, in dem die beiden Protagonisten merken, dass das Leben eigene Pläne hat, egal wie sehr man sich etwas anderes wünscht. Wer schon immer mehr über den Alltag eines Synchronsprechers aus der Sicht eines Teenagers erfahren wollte, sollte das Buch unbedingt lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, da mich die Geschichte fesseln konnte.

Bewertung vom 17.02.2019
Saligia
Oppermann, Swantje

Saligia


ausgezeichnet

Als ich das Cover von 'Saligia - Spiel der Todsünden' gesehen habe, war es Liebe auf den ersten Blick. Die Illustration hat mich sofort neugierig gemacht. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, war es endgültig um mich geschehen und ich musste das Buch so schnell es geht, lesen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Keira, die eine sogenannte Saligia ist, da sie eine der sieben Todsünden verkörpert.

Außer Keira gibt es noch andere Saligia, die dieselbe oder eine andere Todsünde verkörpern. Zusammen mit der Protagonistin begegnet die Leserschaft im Laufe der Handlung deshalb verschiedenen Figuren, die von Hochmut, Habgier, Lust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit getrieben werden. Zu diesen Charakteren zählen zum Beispiel Keiras Mitbewohnerinnen Avery (Habgier), Scarlett (Lust), Gray (Hochmut), Brooke (Neid) und Claudia (Trägheit). Diese bunte Mischung sorgt oft für Spannungen, die ich sehr gern mitverfolgt habe.

Die Spannung wird von Anfang bis Ende aufrechterhalten, weshalb ich das Buch innerhalb weniger Stunden beendet habe. Was es mit den Todsünden auf sich hat, wird während der Handlung erklärt, sodass man als Leser_in keine Vorkenntnisse auf diesem Gebiet braucht. Der Schreibstil ist fesselnd und ich habe mir gewünscht, das Buch hätte mehr Seiten. Die Idee der Autorin, Todsünden als übernatürliche Kraft zu benutzen, fand ich erfrischend und neu, da ich etwas Ähnliches bisher noch nicht gelesen habe.

Fazit
‚Saligia - Spiel der Todsünden‘ überzeugt mit einer starken Protagonistin und spannender Handlung. Das Buch ist für diejenigen geeignet, die perfekte Superhelden satthaben und es etwas düster mögen. Ich hoffe, die Autorin wird bald eine Fortsetzung veröffentlichen, da Einiges ungeklärt blieb.

Bewertung vom 15.02.2019
Zwei Versprechen / All in Bd.2
Scott, Emma

Zwei Versprechen / All in Bd.2


sehr gut

‚All In - Zwei Versprechen‘ ist der Abschlussband der ‚Full-Tilt-Dilogie‘ von Autorin Emma Scott. In dem Nachfolger von ‚All In - Tausend Augenblicke‘ geht es um Kacey, die nach einem schweren Schicksalsschlag zu zerbrechen droht. Doch alles ändert sich, als ausgerechnet der unnahbare Theo ihr zeigt, dass sie nicht aufgeben soll. Da ich den ersten Teil der Dilogie sehr gut fand, war es für mich selbstverständlich, dass ich den zweiten Teil lesen werde.

Im Gegensatz zum ersten Band spielt die Handlung dieses Mal nicht nur in Las Vegas, sondern auch in New Orleans. Kacey ist leider in ihre alten Verhaltensmuster zurückgefallen, was ich dennoch nachvollziehen konnte. Trotzdem hat es mich traurig gemacht, sie dabei zu begleiten, wie sie sich selbst Stück für Stück zugrunde richtet, da sie sonst sehr lebhaft und aufgeweckt ist. Das Singen ist aber immer noch Kaceys große Leidenschaft und war noch nie so wichtig für sie, wie in diesem Lebensabschnitt. Durch das Schreiben von Songtexten hat Kacey eine Möglichkeit gefunden, das Geschehene zu verarbeiten und ihre Emotionen auszudrücken. Das hat sie sogar dermaßen überzeugend gemacht, dass sie mich beim Lesen sehr berührt hat.

Theo geht es zwar auch nicht besser, aber er lässt sich seinen Schmerz nicht ansehen, was typisch für ihn ist. Er denkt zuerst immer an die Anderen und nur selten an sich selbst. Der Tätowierer lässt seinen Vater immer noch auf sich herumhacken, was der Beweis für Theos unglaubliche Geduld ist. Da, wo bei mir schon längst der Kragen geplatzt wäre, bleibt Theo ruhig und gelassen, obwohl er berechtigte Gründe hätte, sich aufzuregen. Da Theo in diesem Teil der Dilogie eine Hauptfigur ist, lernt man ihn besser kennen. Im Auftaktband hat er auf mich einen düsteren Eindruck gemacht. Jetzt hat er mir ganz andere Seiten gezeigt, die mich angenehm überrascht haben.

Die erste Hälfte des Buches ist sehr emotionsgeladen und gefühlvoll. Die Autorin gelingt es vor allem, traurige Gefühle sehr gut herüberzubringen. Der Schreibstil lässt die Leserschaft mitfühlen und die emotionalen Hochs und Tiefs der Figuren durchleben. Leider übertreibt Emma Scott es irgendwann mit dem Drama, weshalb das Ende sehr übertrieben wirkte. Dies fand ich schade, da der Anfang wirklich gut war. Aus meiner Sicht ist den Figuren genug Schlimmes widerfahren, weshalb ein etwas anderer Ausgang der Geschichte besser gepasst hätte.


Fazit

Da mich der Schluss nicht 100%ig überzeugen konnte, hat mir der Vorgänger von ‚All In - Zwei Versprechen‘ etwas besser gefallen. Die Figuren waren aber wieder on Top und werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich bin gespannt, welche Geschichten uns von Emma Scott noch erwarten.

Bewertung vom 14.02.2019
Das Sketchnote Handbuch
Rohde, Mike

Das Sketchnote Handbuch


ausgezeichnet

Als Studentin bin ich es mittlerweile gewöhnt, wöchentlich mehrere Seiten Notizen zu produzieren. Am liebsten würde ich jedes Wort aufschreiben, das der Prof sagt, um sich an alles genau erinnern zu können. So kommt es nicht selten vor, dass meine Mitschriebe mich verwirren, weil sie unübersichtlich und unstrukturiert sind. Deshalb begab ich mich auf die Suche nach einer Methode, die Klarheit und Struktur in meine Notizen bringt. Dabei bin ich auf das Buch ‚Das Sketchnote Handbuch‘ von Mike Rohde gestoßen, der auf einige Jahre als Sketchnoter zurückblicken kann. Erschienen ist das Buch im mitp-Verlag, welcher sich auf die Bereiche IT & Web, Business & Marketing und Fotografie & Grafik spezialisiert hat.

‚Das Sketchnote Handbuch‘ besteht aus sieben Kapiteln. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine kurze Zusammenfassung, die die Kernaussagen nochmal verdeutlicht. Neben Mike Rohde kommen zwischendurch andere Sketchnoter zu Wort, die sich selbst und ihren Sketchnote-Style vorstellen. Dies sorgt für eine nette Abwechslung und zeigt, dass es mehrere Arten gibt, Sketchnotes anzufertigen.

“Sketchnotes sind visuelle Notizen, die aus einer Mischung aus Handschrift, Zeichnungen, Handgezeichneter Typografie, Formen und grafischen Elementen wie Pfeilen, Kästen & Linien bestehen.” – Zitat (‚Das Sketchnote Handbuch‘ von Mike Rohde, Seite 2)

Im ersten Kapitel werden die Grundlagen abgedeckt. Der Autor erklärt, was Sketchnotes sind und versucht, die Angst vor dem weißen Blatt zu nehmen. Im zweiten Kapitel werden Vorteile von Sketchnotes vorgestellt und welchen Nutzen man aus ihnen ziehen kann. Im dritten Kapitel steht das Zuhören im Mittelpunkt. Richtiges Zuhören ist nämlich viel wichtiger als künstlerische Begabung beim Erstellen von Sketchnotes, weshalb der Autor diesem Thema auch ein eigenes Kapitel widmet. Im Anschluss geht es um den Prozess. Sprich: die Vorbereitung, den Ablauf und die Nachbereitung von Sketchnotes. Natürlich können Sketchnotes spontan irgendwo hingekritzelt werden. Aber der Autor beweist, dass es effizienter ist, wenn man sich vorab einige Gedanken macht.

Womit wir schon beim fünften Kapitel angekommen sind, denn hier geht es um die verschiedenen Sketchnote-Typen. Dabei sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Man kann Sketchnotes linear, radial, vertikal oder modular anfertigen. Man kann sich aber auch für die Pfad-, Säulen- oder Popcorn-Form entscheiden. Es bleibt einem selbst überlassen, wofür man sich entscheidet. Im vorletzten Kapitel werden die zwei Sketchnotes-Ansätze vorgestellt. Im siebten und letzten Kapitel geht es um Sketchnote-Fähigkeiten und -Techniken.

‚Das Sketchnote Handbuch‘ beinhaltet zahlreiche Illustrationen, die für mich sehr inspirierend waren. Gestaltet ist das Buch in den Farben Orange, Schwarz, Grau und Weiß. Mike Rohde gibt viele Tipps, die von jedem umgesetzt werden können. Man muss kein Maler oder künstlerisch begabt sein, um Sketchnotes zu erstellen. Man kann seiner Kreativität einfach freien Lauf lassen. Irritiert haben mich aber einige Sätze/Texte in Großbuchstaben. Wahrscheinlich wollte der Autor auf diese Weise seine Botschaft nochmal deutlich machen oder sicher gehen, dass seine Aussagen der Leserschaft in Erinnerung bleiben. Etwas kleinere Schrift wäre meiner Meinung nach ausreichend gewesen und würde zudem Platz sparen.

Fazit

‚Das Sketchnote Handbuch‘ von Mike Rohde enthält viele hilfreiche Tipps. Der Autor erklärt aber nicht einfach nur, sondern animiert zum Handeln, weshalb ich das Buch auch als eine Art Motivationsbuch sehe. Ich werde mich in Zukunft mehr mit Sketchnotes beschäftigen und versuchen, Rohdes Tipps zu beherzigen.

Bewertung vom 12.02.2019
Triumph / Dream Maker Bd.3
Carlan, Audrey

Triumph / Dream Maker Bd.3


gut

‚Dream Maker – Triumph‘ ist der dritte Band aus der Reihe ‚The Dream Maker‘ von Audrey Carlan. Seine Aufträge führen Parker dieses Mal nach London, Berlin und Washington D.C.. Da er beruflich viel unterwegs ist, versucht Parker jede freie Minute mit seinen Freunden und Familie zu genießen, was gar nicht mal so leicht ist. Ich wollte den dritten Band lesen, weil ich die beiden Vorgänger gelesen habe und wissen wollte, wie es mit Parker & Co. weitergeht.

Parker Ellis alias Dream Maker hat sich im Verlauf der Reihe etwas verändert. Einige Ereignisse führten dazu, dass er seine Einstellung gegenüber Beziehungen und Liebe geändert hat. Mittlerweile weiß er sein Glück mit Sky zu schätzen und nutzt jeden Augenblick, in dem sie zusammen sind, um sie anzuhimmeln. Und glaubt mir, ich übertreibe nicht, wenn ich das Wort „anhimmeln“ benutze. Er betet seine Freundin regelrecht an. Ich verstehe es wirklich, wenn man verliebt ist, aber irgendwann wird es einfach zu viel des Guten. Parkers Schwärmereien waren leider nicht das Einzige, was mir auf den Keks ging. Jedes Mal, wenn er sein bestes Stück „Biest“ genannt hat, ließ mich nur genervt die Augen verdrehen.

Was Sky angeht, so ist sie meiner Meinung nach immer noch „die Alte“. Sie ist zwar bis über beide Ohren in Parker verliebt, aber im Vergleich zu ihrem Auserwählten, lässt sich ihre Schwärmerei noch ertragen. Allgemein fand ich Sky in diesem Teil der Reihe viel angenehmer als Parker, weshalb ich mir mehr Kapitel aus ihrer Sicht gewünscht habe.

Gefallen hat mir, dass man einige Nebenfiguren besser kennengelernt hat. Wendy und Mick rücken immer mehr in den Mittelpunkt, was aber nicht verwunderlich ist, da sie mittlerweile zu Parkers Clique gehören. Bogart ‚Bo‘ Montgomery, der Love Maker, flirtet wieder mit allem, was zwei Beine hat und genießt sein Single Leben. Royce ‚Roy‘ Sterling, der Money Maker, muss sich dagegen seiner Vergangenheit stellen. Es erscheinen aber auch neue Charaktere. Man lernt endlich Parkers Bruder Paul kennen, bei dem ich schon befürchtet habe, dass er nie auftauchen wird.

Auch wenn einige Spannungen zwischen den Figuren etwas Dynamik in die Geschichte bringen, geht es an manchen Stellen sehr schleppend voran. Parkers Job wird immer mehr von seinem Privatleben dominiert und ich hatte das Gefühl, dass seine Aufträge dadurch immer mehr in den Hintergrund rücken. Ich hoffe, im letzten Band wird sich das etwas ändern.


Fazit

Aus meiner Sicht ist ‚Dream Maker – Triumph‘ bisher der schwächste Band der Reihe. Ich werde dennoch den Abschlussband lesen, da ich wissen will, wie alles enden wird.