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Bewertungen

Insgesamt 67 Bewertungen
Bewertung vom 16.10.2019
Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2
Dabos, Christelle

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2


ausgezeichnet

'Die Spiegelreisende - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast' von Christelle Dabos gehört zu den Büchern, deren Erscheinung ich sehnsüchtig erwartet habe. Als ich Anfang dieses Jahrs den ersten Band der Spiegelreisenden-Saga gelesen habe, war ich sehr von dem World-Building beeindruckt, sodass es für mich klar war, dass ich die folgenden Bände ebenfalls lesen werde. Das Cover finde ich mehr als gelungen, denn es weißt wieder einen Bezug zum Inhalt auf.

Protagonistin Ophelia legt in diesem Band eine enorme Entwicklung zurück. Sie ist zwar immer noch sehr tollpatschig, aber sie ist viel mutiger geworden. Außerdem setzt sie sich mehr durch. Dies geht vor allem darauf zurück, dass sie dieses Mal öfter auf sich allein gestellt ist. In Anbetracht dessen, dass die Reihe weitere Bände beinhaltet, habe ich anfangs erwartet, dass Ophelias Entwicklung noch auf sich warten lassen wird. Jetzt weiß ich, dass ich mich diesbezüglich getäuscht habe – zum Glück! Die junge Animistin reist dieses Mal leider deutlich weniger durch Spiegel, wie ich es erhofft habe, da ich diese Gabe richtig cool finde. Dafür hat Ophelia die Chance, ihre andere Fähigkeit zu trainieren, nämlich diverse Gegenstände zu „lesen“. Ophelias Schal ist weiterhin ein treuer Freund und Begleiter, der sich für seine Besitzerin immer einsetzt.

Ophelias Verlobter Thorn ist dagegen immer noch kalt und berechnend geblieben. Eine kleine Veränderung hat sich bei ihm dennoch getan (welche das genau ist, müsst ihr herausfinden, indem ihr das Buch lest). Im Vergleich zum ersten Band der Spiegelreisenden-Saga steht Thron dieses Mal mehr im Mittelpunkt, was ich gut fand, da man ihn besser kennenlernt und deshalb mehr Verständnis für seine Art und Weise hat. Jemand, dem man leider nur sehr wenig begegnet ist, ist Archibald, der so ziemlich das Gegenteil von Thron ist. Während der erste stets ernst und in sich gekehrt ist, ist der letztere immer locker drauf und für ein Späßchen zu haben. Ich hoffe, dass Archibald im dritten Band präsenter sein wird. Die Handlung ist stets ereignisreich und spannend. Es entstand nie eine langatmige oder vergleichbare Atmosphäre. Ich wurde immer bestens unterhalten und durfte einige Überraschungen erleben. Ich bin gespannt, wie Dabos die Geschehnisse noch toppen wird.


Fazit

In meinen Augen hat der zweite Band der ersten deutlich überholt. Sowohl Dramaturgie, Figuren als auch Spannungserzeugung waren on top. Ich kann November 2019 nicht erwarten, denn da wird endlich der dritte Band der Spiegelreisenden-Saga erscheinen.

Bewertung vom 13.09.2019
Sinn und Sinnlichkeit
Austen, Jane

Sinn und Sinnlichkeit


ausgezeichnet

Es war noch nicht lange her, da habe ich euch bereits zwei wunderschöne Schmuckausgaben aus dem Coppenrath-Verlag vorgestellt. Nun folgt die dritte Ausgabe und zu meiner großen Freude ist es 'Sinn und Sinnlichkeit' von Jane Austen. Da Austen zu meinen Lieblingsautorinnen gehört und ich alle ihre Werke bereits gelesen habe, konnte ich es kaum erwarten, eine weitere Schmuckausgabe von ihr in meine Sammlung hinzuzufügen.

Die Illustrationen von Marjolein Bastin haben mir wieder viel Freude beim Lesen bereitet. Die zehn aufwendig gestalteten Extras wie beispielsweise Briefe und ein Londoner Stadtplan von 1802 haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte um die beiden Schwestern Elinor und Marianne ganz neu erleben konnte. Hochprägung und Goldfolie lassen das Hardcover sehr hochwertig erscheinen und man bekommt Lust, die Bücher irgendwohin zu stellen, wo sie jede/r sehen kann.

Die Geschichte spielt in England im frühen 19. Jahrhundert. Im Zentrum des Geschehens stehen vor allem die zwei Schwestern Elinor und Marianne Dashwood. Als ihr Vater verstirbt, müssen Elinor, Marianne, ihre kleine Schwester Margaret und ihre Mutter umziehen, da ihr altes zu Hause an ihren Stiefbruder vererbt wurde. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Leben eine Wendung, die niemand von ihnen erwartet hätte. Elinor und Marianne verlieben sich und erfahren, wie kompliziert die Liebe sein kann.

Von den beiden Schwestern hat mir am besten Elinor gefallen, da sie im Gegensatz zu Marianne sich stets unter Kontrolle hat. Sie macht sich zuerst über alles Gedanken und beschließt erst dann zu handeln. Marianne ist dagegen impulsiv und folgt ihren Gefühlen. Auch wenn die beiden sich unterscheiden, so haben sie dennoch Gemeinsamkeiten. Beide passen aufeinander auf und die Familie steht bei ihnen an erster Stelle. Sowohl die Handlung als auch die Figuren erinnern mich stark an die aus ‚Stolz und Vorurteil‘. Es gibt viele Parallelen, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Es ist aber kein Minuspunkt, sondern etwas, womit ich durchaus leben kann, da ich Austens Geschichten liebe.


Fazit

‚Sinn und Sinnlichkeit‘ empfehle ich allen Klassiker- und Jane Austen-Fans. Die Schmuckausgabe macht extrem viel Spaß!

Bewertung vom 06.09.2019
Perfectly Broken
Stankewitz, Sarah

Perfectly Broken


weniger gut

Bereits der Titel 'Perfectly Broken' hört sich nach viel Herzschmerz an. Tatsächlich hält das neue Buch von Sarah Stankewitz das, was es verspricht. Die Geschichte um Brooklyn und Chase ist voller Trauer, Kummer und Drama. Ich wollte das Buch lesen, da ich etwas für traurige Liebesgeschichten übrig habe und der Klappentext sich genau danach angehört hat. Leider stellte sich heraus, dass 'Perfectly Broken' eins der kitschigsten Bücher ist, das ich jemals gelesen habe.

Protagonistin Brooklyn kam mir wie der Inbegriff von Wi­der­sprüch­lich­keit vor. Einerseits kann sie ihre große Liebe nicht vergessen, andererseits fühlt sie sich zu ihrem neuen Nachbarn hingezogen. Mit dieser Zerrissenheit hat die Gute nicht nur sich selbst, sondern auch mich verrückt gemacht. Das ewige Hin und Her von Brooklyn hat mich manchmal in den Wahnsinn getrieben. Ich konnte ihr Verhalten in vielen Situationen überhaupt nicht nachvollziehen und fragte mich oft, was sie bezwecken wollte. Chase war etwas weniger anstrengend, auch wenn es mir nicht immer zusagte, wie er mit seiner Ex umgegangen ist. Positiv fand ich, dass er sehr hilfsbereit ist.

Der Einstieg konnte mich ein bisschen fesseln, das Ende dagegen überhaupt nicht. Hinzu kommt, dass mir sehr früh klar wurde, wie die Geschichte abgeschlossen wird, was meine Leselust noch mehr dämpfte. Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass der Schreibstil überhaupt nicht mein Fall ist. Mit dem Voranschreiten der Handlung wurden sowohl die Beschreibungen als auch die Dialoge immer kitschiger. Mir ist durchaus klar, dass es einige Konventionen des Liebesromans zu beachten gibt, aber ich bin mir sicher, dass es auf eine andere Art und Weise ebenfalls gehen könnte. Die zahlreichen Bücher, die ich in diesem Genre bereits gelesen habe, dienen mir als Beweis.


Fazit

Diejenigen, die vor Kitsch nicht zurückschrecken und eine super leichte Kost für zwischendurch suchen, sind bei 'Perfectly Broken' genau richtig. Alle anderen, so wie ich, werden enttäuscht sein.

Bewertung vom 04.09.2019
Midnight Blue
Shen, L. J.

Midnight Blue


gut

Meine literarische Bekanntschaft durfte ich mit L. J. Shen machen, als ich den ersten Teil ihrer ‚Sinners of Saint‘-Reihe gelesen habe. Damals war ich auf Anhieb von der bittersüßen Beziehung zwischen den beiden Protagonisten begeistert, weshalb ich nach und nach die ganze Reihe verschlungen habe. Es war also nicht verwunderlich, dass ich auf das neue Buch der Autorin sehr gespannt war. Trotz einiger Ähnlichkeiten zu Shens bereits erschienen Büchern konnte ‚Midnight Blue‘ mich dennoch nicht richtig packen.

“Wahre Bedeutungen liegen immer im Verborgenen.” – Zitat (Seite 201)

Der erste Aspekt, der mich nicht zufrieden stellen konnte, war der Protagonist Alex (Alexander) Winslow. Dieser erschien mir wie ein kleines bockiges Kind, das zu viel verhätschelt wurde. Obwohl der 27-jährige ein erfolgreicher Sänger und Leadman der Gruppe ‚Man Meets Moon‘ ist, hat er ständig schlechte Laune. Da er gutaussehend und reich ist, ist er es gewohnt, dass ihm jede/r zu Füßen fällt und er alles bekommt, was er will. Außerdem erfüllt er jedes schlechte Klischee eines Rockstars: er nimmt Drogen, hat jedes Mal ein anderes Betthäschen, ist alkoholabhängig und wurde von Menschen, die ihm einst nahestanden, hängen gelassen.

Wer hätte es gedacht, Alex‘ Retterin ist ein armes Mädchen, das immer noch an das Gute in ihm glaubt. Auch wenn Indie (Indigo) Bellamy zunächst dazu gezwungen ist, ihre Zeit mit Alex zu verbringen, erkennt sie, dass hinter seinem Verhalten mehr steckt. Somit liegt eine typische „reicher Typ und armes Mädchen“-Konstellation vor. Und wenn man einige Bücher aus dem gleichen Genre gelesen hat, ist es leicht zu erraten, was dieses „mehr“ ist.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten. Der Schreibstil ist malerisch und der Autorin gelingt es, die Gefühle der Figuren herüberzubringen. Was der Autorin ebenfalls gelungen ist, mich mit dem Wort ‚blau‘ zu nerven. Von „eisblaue Haare“, „azurblauer Cadillac“, „saphirblaue Augen“ bis zu „blauer Dutt“, „das Blaue vom Himmel“ und “blaugepunktetes Kleid” war gefühlt jede erdenkliche Kombination dabei. Meine Vermutung ist, dass Shen so einen Bezug zu dem Titel herstellen wollte. Ich muss zugeben, dies hat sie erreicht, auch wenn auf eine penetrante Art und Weise. Das Ende ist vollgestopft mit verschiedenen Ereignissen, sodass im letzten Drittel des Buches mehr passiert, als in den zweidrittel zuvor. Umgekehrt wäre es aus meiner Sicht deutlich besser gewesen.


Fazit

Meiner Meinung nach ist ‚Midnight Blue‘ vor allem für die Fans von L. J. Shen geeignet. Wobei mir ihre „Sinners of Saint“ – Reihe deutlich besser gefallen hat.

Bewertung vom 24.07.2019
Marvel 1602 (eBook, PDF)
Gaiman, N.

Marvel 1602 (eBook, PDF)


ausgezeichnet

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, welchen Anzug Spider-Man tragen würde, wenn er Anfang des 17. Jahrhunderts leben würde? Auf den ersten Blick mag diese Vorstellung etwas absurd erscheinen, denn man kann sich die freundliche Spinne von nebenan nur schwer ohne seinen rot-blauen Anzug vorstellen. Und genau hier knüpfen die zwei Kreativköpfe Neil Gaiman und Andy Kubert an und zeigen die uns bereits bekannten Marvel-Figuren aus einer anderen Perspektive. In ‚Marvel 1602‘ spielt die Handlung im Jahr 1602, als in England noch Elisabeth die Erste herrschte.

Im Mittelpunkt stehen Sir Nicholas Fury, Stephen Strange, Peter Parquagh, Natasha, Graf Otto von Doom und viele mehr. Manche von ihnen erkennt man sofort, andere wiederum einige Seiten später. Dies ist vor allem auf die andere Epoche und den damit einhergehenden Lebens- und Kleidungsstil zurückzuführen. Zumindest mir war nicht sofort klar, welchen Superhelden ich vor mir habe. Vom Offensichtlichen (z.B.: Kleidung) mal abgesehen, ist mir aufgefallen, dass die Superhelden mehr Zeit damit verbringen, irgendwohin zu reisen als Menschen zu retten, wie man es aus den Filmen gewöhnt ist. Ich bewerte es nicht als negativ, sondern fand diese Tatsache einfach sehr interessant.

Die Atmosphäre fand ich sehr toll, da sie unheimlich und düster ist. In der Geschichte lauert an jeder Ecke die Gefahr und man macht sich Sorgen um die Figuren. Dadurch fiebert man mit und wünscht sich, dass am Ende alles gut wird. Die verschiedenen Handlungsstränge erschienen mir zunächst als etwas ungewöhnlich. Doch ich habe umsonst befürchtet, dass das Ganze in einem unerklärlichen Wirrwarr endet, denn die Handlungsstränge werden zum Schluss von dem Autor doch noch zusammengeführt.

Wenn ich diesen Comic mit einem Wort beschreiben würde, dann wäre es „spannend“. Es gibt Wendungen, die man nicht kommen sieht und Überraschungen, die mich staunen ließen. Besonders gut fand ich die vielen Details, die aber nur dann auffallen, wenn man den Comic sehr aufmerksam liest. Der Zeichenstil unterscheidet sich von dem, den ich vorher in meinen gelesenen Comics gesehen habe. Auch wenn ich dies als untypisch empfand, war ich für diese Abwechslung dennoch dankbar, da sie das Feeling des 17. Jahrhunderts perfekt herüberbringt.


Fazit

‚Marvel 1602‘ von Neil Gaiman ist mehr als nur ein Comic. Es ist ein Meisterwerk, das in jedem guten Regal eines Comic-Fans stehen sollte.

Bewertung vom 19.05.2019
Lustvolles Erwachen / Lotus House Bd.1
Carlan, Audrey

Lustvolles Erwachen / Lotus House Bd.1


weniger gut

Willkommen im ‚Lotus-House‘, einem kalifornischen Yogacenter, in dem nicht nur Yoga praktiziert wird. Für diejenigen, die Carlans Werke bereits kennen, dürfte es aber kein Geheimnis sein, dass die Frau nichts gegen eine ordentliche Portion Erotik in ihren Büchern hat. Auch ‚Lotus House - Lustvolles Erwachen‘ bildet hier keine Ausnahme. Die Autorin lässt die beiden Protagonisten es ganz schön krachen, sodass alles andere viel zu kurz kommt, weshalb ich schon nach wenigen Seiten nicht begeistert von dem Auftaktband war.

Fangen wir zunächst einmal mit der Protagonistin an. Genevieve Harper hat für ihre beiden Geschwister die Verantwortung übernommen und muss deshalb zwei Jobs gleichzeitig nachgehen. Die 24-jährige arbeitet als Yoga-Lehrerin und schneidet Haare in ihrer Garage. Sie träumt davon, irgendwann ihre angefangene Ausbildung zur Haar-Stylistin zu beenden, welche sie vor einigen Jahren aufgeben musste. Soweit so gut. Die zuverlässige Genevieve kam mir am Anfang wie eine vernünftige junge Frau vor, weshalb sie schnell bei mir Sympathiepunkte sammeln konnte. Alles änderte sich jedoch, als sie Trent begegnete und ihre wichtigste Sorge war, dass sie seiner nicht würdig ist, weil er in ihren Augen etwas Besseres ist.

„Typen wie du wollen nicht dauerhaft an jemanden wie mich gebunden sein. Arm. Zwei Kids an der Backe. Ein Riesenhaus, das ständig Arbeit macht.“ - Zitat (Genevieve, Seite 238)

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, das mich oft dazu brachte, genervt die Augen zu verdrehen. Wann begreifen die Frauen in Liebesromanen endlich, dass arm sein und für Kinder sorgen zu müssen nicht verwerflich ist? Wieso müssen sie sich selbst schlecht machen, sobald ein attraktiver Junggeselle auf der Bildfläche auftaucht? Ich ahne, dass es leider noch eine Weile dauern wird.

Den Rest gab mir jedoch der Protagonist. Den 27-jährigen Baseballspieler Trent Fox konnte ich nur solange ertragen, bis er seinen Mund aufmacht und man das Gefühl bekommt, es mit einem pubertierenden Jungen zu tun. Keine gut aussehende Frau wird von Trents lüsternen Gedanken und seinen kitschigen und einfallslosen Kosenamen verschont. Wobei „Zuckerkirsche“ exklusiv nur für Genevieve reserviert ist. Und wie reagiert die weibliche Bevölkerung? Mister Trent sei verziehen, schließlich ist er ein sexy Typ.

Der Schreibstil machte mir sehr zu schaffen. Explizite Szenen werden alles andere als prickelnd oder elegant beschrieben. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch gelesen habe, indem die vulgäre Ausdrucksweise dermaßen alles verderben konnte. Die Umgangssprache war ebenfalls keine Hilfe. Benutzt jemand heutzutage noch Wörter wie „obercool“ und „Alter“? Vielleicht bin ich aber mit meinen 27 Jahren schon zu alt für Carlans Bücher. Vielleicht hatte die Autorin aber Angst, ihre Protagonisten könnten langweilig wirken und schmückte sie deshalb mit dem Gegenteil von Eloquenz aus. Na ja, ich werde es wohl nie erfahren. Lobenswert ist dagegen die Begeisterung der Autorin für das Yoga und dass sie ihre Inspiration in die gesamte Reihe hat einfließen lassen. Positiv fand ich außerdem die kurzen Erklärungen, die am Anfang jedes Kapitels zu finden sind, sodass ich etwas über Yoga erfahren habe.


Fazit

Das wunderschöne Cover lockt mit Versprechen, die von dem Inhalt nicht erfüllt werden. Da mich bereits Carlans ‚Dream Maker‘ nicht überzeugen konnte, brach mich ‚Lotus House - Lustvolles Erwachen‘ endgültig zu dem Entschluss, mir eine Pause von Carlans Büchern zu nehmen.

Bewertung vom 15.05.2019
Nemesis / C.J. Townsend Bd.4
Hoffman, Jilliane

Nemesis / C.J. Townsend Bd.4


ausgezeichnet

‚Nemesis‘ ist bereits der vierte Band aus der ‚C.-J.-Townsend‘-Reihe von Jilliane Hoffman. Die Handlung spielt in Miami (Florida, USA), wo Staatsanwältin C.J. Townsend versucht, mit allen Mitteln für Gerechtigkeit zu sorgen. Dieses Mal ist C.J. einem Club auf der Spur, der im Rahmen eines abartigen Spiels junge Frauen tötet. Aufmerksam wurde ich auf Hoffmans Buch durch das Cover. Als ich den schwarzen Panther gesehen habe, musste ich sofort wissen, um was es in dem Buch, das den geheimnisvollen Titel ‚Nemesis‘ trägt, geht. Übrigens, in der griechischen Mythologie ist Nemesis der Name einer Rachegöttin, womit hier der Titel sehr gut zu dem Buchinhalt passt.

Als ich den spannenden Klappentext überflogen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen, auch wenn mir die vorigen drei Teile der Reihe unbekannt sind. Allerdings muss ich gestehen, dass ich sowieso jemand bin, der kein Problem damit hat, mitten in einer Reihe einzusteigen, weshalb mich dieser Aspekt nicht besonders gestört hat. Apropos Einstieg, dank des tollen Schreibstils der Autorin, fiel es mir sehr leicht, in C.J.‘s Welt sofort einzutauchen. Ohne die Vorgeschichte zu kennen, konnte ich mir problemlos einen Überblick über die Geschichte verschaffen. Als besonders hilfreich haben sich dabei die kurzen Zusammenfassungen der früheren Geschehnisse erwiesen, die die Autorin an einigen Stellen einfließen lässt.

In ihrem Thriller hinterfragt Hoffman das juristische System und stellt Selbstjustiz, als legitim hin, solange sie im Sinne der Gerechtigkeit geschieht. Aus meiner Sicht ist diese Darstellung problematisch und ein sehr heikles Thema, sie bringt jedoch Würze in die Geschichte. Darüber hinaus wird ein kritischer Blick auf die Wahrnehmung von reichen und bekannten Personen geworfen. Besonders gefallen hat mir die Botschaft, dass Menschen, die in Öffentlichkeit stehen, nicht unterschätzt werden sollten, nur weil sie nach außen ein gutes Image abgeben.

„(…) wenn niemand Vergeltung übte, würde die Welt im Chaos versinken.“ - Zitat (Nemesis, Seite 159)

Protagonistin Chloe Joanna Larson oder einfach C.J., wie sie von den meisten genannt wird, hat sich im Laufe ihrer Karriere als Staatsanwältin einen gewissen Ruf erarbeitet. Sie gilt als jemand, der auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Dies hat sie mehrmals bewiesen, indem sie knallhart ihre Ziele verfolgt und alles dafür tut, damit die Gerechtigkeit siegt. Wobei sich über die Bedeutung von Gerechtigkeit streiten lässt, aber das lasse ich an dieser Stelle lieber sein. Fakt ist, dass C.J. auf der Seite der Schwachen und Gebrochenen steht, obwohl sie selbst viel Schlimmes erlebt hat. Die 48-jährige musste einiges einstecken, sodass ich mich manchmal gefragt habe, was sie dazu antreibt, weiterzumachen und nicht zusammenzubrechen. Allgemein geht es für viele Frauen in ‚Nemesis‘ nicht gut aus, sodass ich noch kurz darauf hinweisen möchte, dass das Buch nicht für schwache Nerven geeignet ist.


Fazit

‚Nemesis‘ gelingt es, verschiedene Facetten von Macht und Schwäche darzustellen. Welche Macht haben Männer über Frauen? Über wie viel Macht verfügen Reiche? Haben Frauen überhaupt irgendeine Art von Macht? Unter dem Strich zeigt das Buch, dass Macht, ein unendliches Tauziehen ist, das täglich in allen Lebensbereichen stattfindet.

Bewertung vom 03.05.2019
Meghan
Morton, Andrew

Meghan


sehr gut

Kennt ihr die US-amerikanische Anwaltsserie ‚Suits‘? Wenn ja, dann ist euch dort bestimmt die smarte und gutaussehende Rachel Zane aufgefallen. Diese wurde von der heutigen Herzogin von Sussex gespielt und genau um sie geht es in dem Buch ‚Meghan. Von Hollywood in den Buckingham-Palast. Ein modernes Märchen.‘ von Andrew Morton. Der Celebrity-Experte, der bereits ein Buch über Prinzessin Diana veröffentlicht hat, widmet seine Aufmerksamkeit nun dem ereignisreichen Leben der ehemaligen Schauspielerin Meghan Markle. Ich wollte das Buch lesen, da ich früher gerne die Serie ‚Suits‘ geschaut habe und ich erfahren wollte, welche Person hinter der Figur Rachel Zane steckt.

Wie es für eine Biografie üblich ist, geht auch Morton mit seiner Schilderung chronologisch vor. Zu Beginn geht es um Meghans Eltern und die Geschichte ihrer Familie. Anschließend stehen Meghans Geburt und ihre Kindheit im sonnigen Kalifornien im Vordergrund. Dabei erfährt man, dass Meghan schon von klein auf gerne im Mittelpunkt stand und es gewohnt war, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie war ein sehr aufgewecktes Kind und sagte immer geradeheraus ihre Meinung. Mit dem voranschreitenden Alter wurde Meghan klar, dass sie ein Star sein will.

Durch ihren Vater wusste Meghan, wie schwer das Showbusiness sein kann und dass viele Träume in Hollywood nie erfüllt werden, weshalb Meghan erst ein Studium beendete, bevor sie sich ihrer schauspielerischen Karriere widmete. Natürlich geht Morton auch auf ‚Suits‘ ein, schließlich brach die Serie Meghan weltweite Bekanntheit und hat für immer ihr Leben verändert. Während der Dreharbeiten lernte die damals zukünftige Herzogin Prinz Harry kennen. Die Leserschaft erfährt, dass es nicht leicht für Harry und Meghan war, sich regelmäßig zu sehen, da sie am Anfang ihrer Beziehung auf zwei verschiedenen Kontinenten lebten.

Besonders interessant fand ich die verschiedenen Fotos von Meghan und ihrer Familie und Freunden. Sehr überraschend fand ich, dass Meghan bereits eine zweijährige Ehe mit einem Filmproduzenten hinter sich hat. Ich habe Mortons Buch innerhalb weniger Stunden gelesen, da ich seinen Schreibstil mitreißend fand. Vielleicht lag es aber auch an Meghans interessantem Leben und der Tatsache, dass sie alles erreicht, was sie sich vornimmt. Von dem Autor wird Meghan in ein positives Licht gerückt, sodass sie eine Vorbildfunktion einnimmt. Mir hat eine etwas kritischere Sicht gefehlt.


Fazit

Allein schon die Tatsache, dass Meghan es geschafft hat, als geschiedene Frau mit teils afroamerikanischen Wurzeln in die britische Königsfamilie einzuheiraten, macht für mich ihre Biografie lesenswert. Aber ich empfehle das Buch auch allen, die sich einfach für Meghans Leben oder die britischen Royals interessieren. Falls ihr außergewöhnliche Menschen mögt, ist das Buch ‚Meghan. Von Hollywood in den Buckingham-Palast. Ein modernes Märchen.‘ genau richtig für euch.

Bewertung vom 08.04.2019
Sadie
Summers, Courtney

Sadie


sehr gut

Stellt euch folgendes Szenario vor: Eure Schwester wird getötet und ihr Mörder läuft immer noch irgendwo frei herum. Ihr kennt den Mörder, habt aber keine Beweise. Würdet ihr nach ihm suchen oder sich darauf verlassen, dass die Polizei ihn findet? In dem Jugendbuch ‚Sadie‘ von Courtney Summers passiert die gerade beschriebene Tragödie der 19-jährigen Sadie. Daraufhin schwört sie sich, den Mörder ihrer kleinen Schwester zu finden, koste es, was es wolle.

Das rote Cover in Verbindung mit dem Satz „Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren.“ strahlt etwas Bedrohliches und Aggressives aus. Die Idee mit der ausgestanzten Titelschrift gefällt mir gut, da mir bis jetzt etwas Ähnliches nicht untergekommen ist. Die Frau könnte Sadie sein, da ihr Blick genauso entschlossenen ist.

„In die Sterne sehen bedeutet in die Vergangenheit sehen.“ – Zitat (‚Sadie‘, Seite 272)

Das Leben von Sadie Hunter ist alles andere als einfach. Anstatt ein Teenager zu sein, musste sie früh auf sich selbst und ihre kleine Schwester Mattie aufpassen. Für Sadies Mutter sind andere Sachen wichtiger als eigene Kinder, weshalb Sadie früh gelernt hat, selbstständig und verantwortungsvoll zu sein. Ich mochte Sadie, da sie eine entschlossene und mutige Person ist, der das Schicksal sehr übel mitgespielt hat.

Der Journalist West McCray widmet Sadie nicht nur einen True-Crime-Podcast, sondern ermittelt auf eigene Faust im Sadies Fall. Man erfährt wenig Persönliches über ihn. Fakt ist, dass West Gerechtigkeit wichtig ist und er Menschen helfen will, da er sonst nicht nach Sadie suchen würde.

Erzählt wird aus zwei Perspektiven, die etwas gewöhnungsbedürftig aufgebaut sind. Die erste Perspektive erzählt aus der Sicht von West McCray anhand seines Podcasts mit dem Titel ‚The Girls‘. Die zweite Perspektive ist die von Sadie. Auch wenn diese ungewöhnliche Erzählweise bei mir für einen etwas holprigen Anfang sorgte, fand ich die Idee, die Geschichte auf diese Art aufzubauen, gut. Die Kapitel sind kurz, weshalb man sehr schnell vorankommt. Die behandelten Themen gingen mir sehr nahe, sodass ich manchmal Gänsehaut hatte. Das Ende hat mich allerdings etwas enttäuscht, da ich einen anderen Ausgang der Geschichte erwartet habe.


Fazit

Sadies Geschichte geht unter die Haut. Das Buch zeigt auf eine erschreckende Art und Weise, dass man nirgendwo sicher ist.

Bewertung vom 28.03.2019
Scherbenwelten
Coniglio, Melina

Scherbenwelten


sehr gut

Achtung: Spoiler, da Teil 2. einer Reihe!

‚Scherbenwelten: All about love 2‘ ist der Abschlussband der ‚All about love‘-Dilogie von Melina Coniglio. Die Handlung setzt nach mehr als fünf Jahren seit den Ereignissen im ersten Band an, als Aiko aus dem Ausland zurückkehrt. Es gibt jedoch Rückblenden, die wichtige Vorfälle wiedergeben. Der Handlungsort ist wieder Ohanami (Japan), die Heimatstadt von Aiko, Kai und Mamoru.

Aiko hat mich sehr beeindruckt. Das ehemals schüchterne Mädchen hatte den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen und ist für einige Jahre in die USA gegangen. Ich hätte mich nie getraut, sowas durchzuziehen. Deshalb Respekt dafür an dieser Stelle! Außerdem setzt Aiko noch einen drauf, in dem sie erfolgreich ihr Studium in Psychologie abschließt, um eine Praxis in ihrer Heimatstadt aufzumachen, da sie unbedingt Menschen helfen will. Leider gibt es noch eine andere Seite der Medaille, denn da sind noch ihre Gefühle für Mamoru, die Aiko keine Ruhe bereiten. Dies liefert jedoch zusätzlichen Zündstoff und sorgt für Spannung.

Sehr gefreut hat mich, dass Mamoru sich endlich zusammengerissen hat. Ich hatte schon befürchtet, dass es mit ihm nicht gut ausgehen wird. Er hat eine Ausbildung abgeschlossen und einen Job gefunden, der ihm Spaß bereitet. Über Aiko ist Mamoru aber genauso wenig hinweg wie sie über ihn. Mamorus Cousine Mila ist ebenfalls mit von der Partie, allerdings taucht sie seltener als im ersten Teil auf. Sie nimmt Mamoru immer noch in Schutz, was verständlich ist, da die beiden sich sehr nahestehen.

Kai ist immer noch derselbe charmante Typ, der er vorher war und versucht, sich von niemanden unterkriegen zu lassen. Ich mag seine positive Einstellung und dass er jederzeit für seine Freunde da ist. Frischen Wind bringen in die Geschichte der 21-jährige Shinichi und der 18-jährige Satoshi. Shinichi verdreht Aiko ganz schön den Kopf und verbirgt einige düstere Geheimnisse. Shinichi arbeitet in Aikos Praxis als Praktikant und ist gerade dabei herauszufinden, was er wirklich will.

Der Schreibstil hat mir besser gefallen als in ‚Scherbenbilder‘, da dieses Mal deutlich weniger Wortwiederholungen vorhanden waren. Allerdings haben die Rückblenden manchmal für Verwirrung gesorgt. Die Figuren haben sich weiterentwickelt, obwohl sie es nicht leicht hatten. Die Atmosphäre ist mindestens genauso schmerzhaft, emotional und dramatisch wie im ersten Band.


Fazit

‚Scherbenwelten - All about love 2‘ ist ein gelungener Abschluss. Ich empfehle die Dilogie jedem, der emotionsgeladene Geschichten mag. Aiko, Kai und Mamoru werden mir für immer im Gedächtnis bleiben.