Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Endlose Seiten
Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 99 Bewertungen
Bewertung vom 17.06.2021
Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 5
Xu, Xianzhe

Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 5


ausgezeichnet

Noch vor kurzem beendete ich den vierten Teil der »Klingen der Wächter«-Reihe von Xu Xianzhe und nun bin ich auch schon mit dem fünften Band fertig. Das Lesen des Comics hat so viel Spaß bereitet, dass die Zeit in null Komma nichts vorbeigeflogen ist. Jetzt heißt es wieder warten, bis die Folgebände erscheinen. Einerseits bin ich darüber etwas traurig, da ich immer ungern auf etwas warte, was mir extrem viel Spaß bereitet. Andererseits wird so das Vergnügen, die Comic-Reihe weiter lesen zu können, etwas hinausgezögert, denn gleichzeitig will ich nicht, dass Daomas Abenteuer dem Ende immer näher rücken.

Der fünfte Band fängt damit an, dass er die Handlung seines Vorgängers aufgreift. Deshalb befinden sich die Figuren immer noch in einer sehr heiklen Situation, in der sie sich am Ende des vierten Bandes befunden haben. Somit gestaltet sich der Einstieg in den fünften Teil als spannend und ereignisreich. Dabei treffen wir zunächst auf die uns bereits bekannten Charaktere, zum Beispiel: der tapfere Pei Xingyan, der Ayuya aus einer sehr misslichen Lage befreien will, Daoma, dem immer wieder jemand in die Quere kommt, was dazu führt, dass er oft an Auseinandersetzungen und Kämpfen beteiligt ist und Heyi Xuan, der es mit einer Prophezeiung etwas zu ernst nimmt. Im Laufe der Handlung kommen aber auch neue Charaktere hinzu.

Es fällt auf, dass viele Figuren in dieser Reihe ständig von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Vielen Charakteren machen die Geschehnisse aus bereits vergangenen Tagen sehr zu schaffen, da sie nicht mit ihnen abgeschlossen haben, aus welchen Gründen auch immer. Im Comic macht der Autor dies zum Beispiel anhand der Rückblenden anschaulich, in denen manche Figuren aus einer anderen Sicht gezeigt werden. Daraus geht hervor, dass sich einige Charaktere sehr verändert haben und sie nicht immer so waren, wie sie jetzt sind. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Vergangenheit als Antrieb für viele Handlungen in der Gegenwart dient.

Das Artwork kann ich wieder nur loben. Das Schwarz-Weiß tut dem Comic überhaupt keinen Abbruch. Ich habe sogar das Gefühl, dadurch, dass der Comic nicht in Farbe ist, hat sich der Autor besonders viel Mühe gegeben, die Zeichnungen dynamisch und lebendig zu gestalten. Außerdem kam es mir dieses Mal so vor, dass ein besonderer Akzent auf die Gesichter der Figuren und die darin enthaltenen Emotionen gesetzt wurde. Es gibt nämlich etliche Panels, die nur den überwältigenden und kraftvollen Gesichtsausdruck einer Figur zeigen.


Fazit

Ich kann die Fortsetzung kaum abwarten und freue mich schon darauf, mit Daoma und Co. wieder auf eine spannende Reise gehen zu können!

Bewertung vom 06.05.2021
Blackbeard. Band 1
Delitte, Jean-Yves

Blackbeard. Band 1


sehr gut

Blackbeard ist einer der berühmtesten Piraten aller Zeiten. Auch wenn seine Lebzeiten (ca. 1680-1718) lange zurückliegen, ist er immer noch präsent, denn es gibt kaum ein Medium, in dem der Seeräuber noch nicht vorgekommen ist. In dem vor kurzem erschienen Comic »Blackbeard 1: Hängt sie höher!« steht der britische Pirat ebenfalls im Mittelpunkt. Szenario und Zeichnungen liefert Jean-Yves Delitte.

Ich wollte den Comic lesen, weil mich das Thema Piraterie schon immer interessiert hat. Dabei habe ich sowohl »Assassin’s Creed IV: Black Flag« gespielt, als auch die Filmreihe »Pirates of the Caribbean« und die Serie »Black Sails« gesehen. »Die Schatzinsel« von Robert Louis Stevenson habe ich schon vor einigen Jahren gelesen. Da ich von Piraten aber immer noch genug habe, habe ich mich sofort auf den Comic »Blackbeard 1: Hängt sie höher!« gestürzt.

In dem Comic geht es allerdings nicht um die Biografie von Blackbeard, wie man es leicht vermuten könnte, weil der Titel und das Cover es suggerieren, sondern um das Abenteuer, in dem Blackbeard eine wichtige Rolle spielt. Erzählt wird dieses Abenteuer von einem Gefangenen in einem Londoner Verlies im Jahr 1721. Den Abschluss findet die Geschichte in »Blackbeard 2: Mein Tod ist süß!«.

Überrascht hat mich, dass Blackbeard „menschlicher“ dargestellt wird, als ich es erwartet habe. Irgendwie dachte ich, dass in dem Comic das Bild eines skrupellosen und kaltherzigen Seeräubers vermittelt wird. In diesem Punkt habe ich mich jedoch getäuscht. Es gibt kurze Momente, in denen Blackbeard die Maske des Gesetzlosen fallen lässt und man merkt, dass er auch nur ein Mensch mit Angst und Sorgen ist. Dies zeigt wiederum, dass es in dem Comic keine strikte Einteilung in „Gut“ und „Böse“ gibt. Jede Figur hat sowohl gute, als auch schlechte Seiten an sich.

Das Artwork greift den Geist der damaligen Zeit sehr gut auf. Dabei wird fast nichts ausgelassen, was mit dem Thema Piraterie irgendwie zu tun hat. Zeichnungen von Schiffen dürfen deshalb ebenfalls nicht fehlen. Dafür nimmt sich Delitte an einigen Stellen besonders viel Platz. Dies kann er gerne tun, denn nur so kommen die prachtvollen und detailreichen Schiff-Zeichnungen besonders gut zur Geltung.

»Blackbeard 1: Hängt sie höher!« wirft viele Fragen auf, die in der Fortsetzung hoffentlich beantwortet werden. Ich freue mich schon darauf, wie die Geschichte weitergehen wird. Ich hoffe auch, dass einige Geheimnisse aus Blackbeards Vergangenheit gelüftet werden. Diesbezüglich wurde einiges kurz angerissen und ich hoffe, dass das eine oder andere Detail noch verraten wird.

Fazit

»Blackbeard 1: Hängt sie höher!« von Jean-Yves Delitte hat mir sehr gefallen! Wenn ich könnte, würde ich sofort mit dem zweiten Band fortfahren.

Bewertung vom 17.09.2020
Off Limits - Wenn ich von dir träume (eBook, ePUB)
Ward, Penelope

Off Limits - Wenn ich von dir träume (eBook, ePUB)


gut

Mittlerweile muss ich in jeden Roman von Penelope Ward hineinschnuppern, da ihre Geschichten stets gefühl- und humorvoll sind. Deshalb konnte ich mir »Off Limits - Wenn ich von dir träume« einfach nicht entgehen lassen. Außerdem hatte mich die Leseprobe neugierig gemacht und ich wollte wissen, wie Heather und Noah zueinander finden werden.

„Glück sollte ohnehin nicht an einen bestimmten Ort gebunden sein. Es sollte etwas sein, das man überallhin mitnehmen kann.“ - Zitat (»Off Limits - Wenn ich von dir träume« von Penelope Ward)

Heather lebt zusammen mit ihrer Mutter am Lake Winnipesaukee, dem größten See von New Hampshire (USA). Den See gibt es wirklich, denn ich habe danach gegoogelt. Hier bekommt die Autorin von mir schon den ersten Pluspunkt, da ich es toll finde, wenn in Romanen nicht alles fiktiv ist. Wenn ihr den See nicht kennt, könnt ihr ihn ebenfalls googeln, denn er ist wirklich wunderschön. Nun schweife ich aber ab. Es geht weiter mit unserer Protagonistin Heather. Diese versucht nämlich mehrere Dinge unter einen Hut zu bringen – ihre Mutter, den Haushalt, das Bootshaus und den Job. Daran sieht man bereits, dass Heather selbstlos und ein herzensguter Mensch ist. Sie stellt ihre Wünsche und Träume ganz hinten an, obwohl sie weiß, dass sie unter der ganzen Last, die auf ihren Schultern ruht, zu zerbrechen droht.

Als Noah für eine Weile das Bootshaus mietet, ist er für Heather eine willkommene Abwechslung. Dass Noah Heather in seinen Bann zieht, liegt aber auch daran, dass er von Anfang an klarmacht, er sei an der jungen Frau nicht interessiert. Doch so ganz überzeugend macht Noah das nicht, denn man merkt sofort, dass zwischen den beiden Protas eine gewisse Anziehungskraft herrscht. Kein Wunder, denn Noah ist super kreativ, nett und hilfsbereit.

Erzählt wird aus Heathers und Noahs Perspektive. Besonders interessant fand ich jedoch Kapitel, die aus Noahs Sicht geschildert wurden, da man ihn hier anders wahrnimmt, als wenn er von Heather beschrieben wird. Gut gelungen fand ich außerdem die Spannung zwischen Noah und Heather, die im ersten Drittel des Buches herrscht. Leider lässt diese Spannung mit dem Voranschreiten der Geschichte nach. Zum einen liegt es daran, dass die beiden Hauptfiguren sich immer näherkommen. Zum anderen nimmt die Geschichte so viel Tempo an, dass die gesamte ruhige Atmosphäre, die bis dahin sorgfältig aufgebaut wurde, zerstört wird. Ich hatte das Gefühl, die Autorin versuchte das Ende mit so vielen Ereignissen vollzustopfen, wie es nur geht. Das fand ich schade, da die Geschichte das überhaupt nicht nötig hat.


Fazit

»Off Limits - Wenn ich von dir träume« von Penelope Ward fängt sehr vielversprechend an. Leider macht das letzte Drittel alles zunichte.

Bewertung vom 10.09.2020
An Bord der Helio-Arx / Lady Mechanika Bd.2
Benitez, Joe

An Bord der Helio-Arx / Lady Mechanika Bd.2


ausgezeichnet

»Lady Mechanika - An Bord der Helio-Arx« ist der zweite Band aus der »Lady Mechanika« -Reihe von Joe Benitez. Band 2. beinhaltet sowohl den Abschluss der Geschichte aus Band 1. als auch die ersten zwei Kapitel der Geschichte in Band 3. Ich wollte die Fortsetzung unbedingt lesen, weil ich den ersten Teil super fand und mittlerweile ein Fan der Reihe bin, obwohl ich noch ganz am Anfang stehe.

Auf dem Cover ist Lady Mechanika in einem roten Anzug zu sehen. Sie ist bewaffnet und an ihrem Outfit sind mechanische Flügel befestigt. Es ist eine Erfindung von Mechanikas Kumpel Lewis, die ein weiteres Mal sein Einfallsreichtum beweist. Selbstverständlich ist Lady Mechanika nicht grundlos auf dem Cover in diesem Anzug zu sehen. Ihr könnt euch sicher sein, dass sie in der Story von den Flügeln Gebrauch machen wird.

Zu Beginn wird ein kurzer Rückblick auf die Geschehnisse in Band 1. geworfen. Dies fand ich sehr hilfreich, obwohl ich den ersten Teil erst vor kurzem gelesen habe. Die Story knüpft nahtlos an den ersten Band an. Wir befinden uns wieder in Mechanika City bei der Präsentation der sogenannten Helio-Arx, einem riesigen Luftschiff. Dieser ist gleichzeitig der Handlungsplatz, denn Lady Mechanika und ihre Begleiter besuchen dort einen Maskenball.

Lady Mechanika konnte mich wieder mit ihrem trockenen Humor und Selbstsicherheit überzeugen. Darüber hinaus sorgte sie für viel Action, indem sie einige Kämpfe austragen musste. Mit am Start ist auch Mechanikas bester Freund Lewis. Dieser erweist sich wieder als enorme Hilfe. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Professor Littleton und seiner Tochter Alexandra, Mr. Gitano, Commander Winter und Lord Blackpool. Darüber hinaus erscheinen neue Figuren, die einige Rätsel aufkommen lassen.

Das Artwork ist tadellos und ich möchte nicht viel dazu sagen, außer, dass es großartig ist. Es hat mir wieder extrem viel Spaß bereitet, die Zeichnungen zu betrachten. Besonders erwähnenswert sind dieses Mal die Outfits vom Maskenball und die Technik. Beide strotzen vor Kreativität und Detailreichtum. Was die Farbpalette angeht, so wird die düstere Atmosphäre von den Tönen Blau, Grau und Violett dominiert, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Geschehnisse in diesem Band hauptsächlich abends stattfinden.

Wie bereits erwähnt wurde, endet der zweite Band nicht einfach so, denn den Leser erwarten noch die ersten zwei Kapitel aus dem dritten Band. Das finde ich äußerst raffiniert, denn so kann man sich schon mal einen Eindruck davon machen, wie die Geschichte um Lady Mechanika weitergeht. Wichtiger ist jedoch, dass man sofort mitgerissen wird und eigentlich nicht anders kann, als sich den Folgeband zu holen.


Fazit

Obwohl ich bereits den ersten Band der Reihe sehr gut fand, konnte »Lady Mechanika 2 - An Bord der Helio-Arx« von Joe Benitez meine Erwartungen noch ein Stück übertreffen. Band 3. muss also nicht lange auf mich warten ;-)

Bewertung vom 04.09.2020
Chinas Geschichte im Comic - China durch seine Geschichte verstehen 04
Liu, Jing

Chinas Geschichte im Comic - China durch seine Geschichte verstehen 04


ausgezeichnet

Wow, so schnell vergeht die Zeit. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich zufällig den ersten Band der »Chinas Geschichte im Comic«-Reihe von Jing Liu entdeckt. Vor kurzem ist nun der vierte Teil erschienen und diesen konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen, denn die Reihe hört einfach nicht auf, mich zu begeistern. Ich freue mich jedes Mal, wenn ein neuer Band veröffentlicht wird und hoffe, dass es weitere Fortsetzungen geben wird, denn es macht einfach eine Menge Spaß, mithilfe von Comics mehr über Geschichte zu erfahren.

„Ich habe nichts zu verlieren und alles zu gewinnen!“ – Zitat (»Chinas Geschichte im Comic – Band 4«, Seite 24)

Der vierte Band deckt die Jahre von 1368 bis 1912 ab. Dabei erfährt man wieder viel Wissenswertes und Interessantes. Unter anderem stehen im Vordergrund sowohl die Ming- als auch die Qing-Dynastie. Darüber hinaus wird Chinas Entwicklung vor dem Hintergrund der Modernisierung aufgezeigt und wie die sich immer mehrende Konflikte mit anderen Ländern ausgetragen wurden.

Genau wie die Vorgänger bietet der vierte Teil der Reihe eine Möglichkeit, die Geschichte sowohl auf Deutsch als auf Chinesisch zu lesen. Wer also der chinesischen Sprache mächtig ist, wird hier seinen Spaß haben. Besonders hilfreich fand ich die Übersicht über die drei vorigen Bände. So konnte ich mir das Geschehene in Erinnerung rufen, ohne die drei Bücher nochmal zur Hand zu nehmen. In Bezug auf Zeichnungen behaupte ich, dass der Autor sich treu geblieben ist. Das Artwork ist wieder informativ und übersichtlich gestaltet. Die Niedlichkeit der Figuren ist wieder kaum zu übertreffen, obwohl sie oft ein Bestandteil sehr trauriger Erzählung sind.


Fazit

Band 4 liefert wieder einen guten Überblick über wichtige Meilensteine der chinesischen Geschichte. Ich liebe diese Reihe und hoffe, dass es einen fünften Teil geben wird.

Bewertung vom 02.09.2020
Hate Notes
Keeland, Vi;Ward, Penelope

Hate Notes


ausgezeichnet

Mittlerweile freue ich mich auf die gemeinsamen Bücher von Vi Keeland und Penelope Ward wie ein Kind, wenn es seine Geschenke auspackt. Es ist also kein Wunder, dass ich mich über das neue Buch des Autorenduos sofort hergemacht habe, kurz nachdem es erschienen ist. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

In »Hate Notes« geht es um Charlotte Darling, die ein neues Kapitel in ihrem Leben beginnt. Nachdem es für sie eine Weile nicht so gut gelaufen ist, beschließt die Blondine sich zusammenzureißen und neu anzufangen. Und genau deswegen mochte ich Charlotte wirklich sehr. Sie ist immer optimistisch und versucht, in jeder Lebenssituation das Positive zu sehen, auch wenn es manchmal wirklich schwer ist. Ich habe beim Lesen oft vergessen, dass Charlotte eine Buchfigur ist, weil sie dermaßen energiegeladen ist, dass ich das Gefühl hatte, es würde um eine Person gehen, die es wirklich gibt. Die Dynamik, die Charlotte an den Leser weitergibt, ist wirklich einmalig.

Reed Eastwood ließ mich ebenfalls nicht kalt. Und ich bezweifle, dass es überhaupt möglich ist, dass er jemanden kaltlassen kann. Ich gebe zu, manchmal kann Reed unfreundlich und arrogant sein. Aber man merkt schnell, dass das alles nur eine Fassade ist, weil er sich schützen will, da er in der Vergangenheit eine große Enttäuschung hinnehmen musste. Doch sobald Reed etwas „auftaut“, ist er einer der liebevollsten und sorgsamsten Menschen, die es gibt.

Dass »Hate Notes« eine der schönsten Liebesgeschichten ist, die ich je gelesen habe, liegt vor allem an der Chemie zwischen den beiden Protas. Man spürt die Energie zwischen Charlotte und Reed und weiß sofort, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die beiden übereinander herfallen. Doch bis es so weit ist, wird man Zeuge vieler Neckereien und Auseinandersetzungen zwischen den beiden, denn Reed gibt sich wirklich Mühe, um auf Charlottes Avancen nicht einzugehen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Charlotte und Reed erzählt. Wie man bereits gemerkt hat, hat mich der Schreibstil sofort mitgerissen. Dass ich am Ende maßlos von »Hate Notes« begeistert war, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich keine allzu großen Erwartungen an das Buch hatte. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Buch viel mehr als nur eine Liebesgeschichte bietet. Es zeigt, dass man seine Entscheidungen zwar sorgfältig abwägen muss, aber nicht zögern darf, wenn es darauf ankommt, da man sonst die Chance seines Lebens verpassen könnte.


Fazit

Wieso ich weiß, dass »Hate Notes« von Vi Keeland und Penelope Ward ein perfekter Liebesroman ist? Weil es ein Liebesroman ist, der es geschafft hat, mich wieder für das Genre zu begeistern und zum Nachdenken gebracht hat. Außerdem habe ich das Buch in einem Rutsch ausgelesen. Also, wenn das keine Kriterien für einen perfekten Liebesroman sind, dann verstehe ich die Welt nicht mehr ;-)

Bewertung vom 13.08.2020
Das Geheimnis der mechanischen Leiche / Lady Mechanika Bd.1
Benitez, Joe

Das Geheimnis der mechanischen Leiche / Lady Mechanika Bd.1


ausgezeichnet

»Das Geheimnis der mechanischen Leiche« ist der erste Teil der »Lady Mechanika«-Reihe von Joe Benitez. In Deutschland ist der Steampunk-Comic erstmals im Jahr 2017 beim Splitter Verlag erschienen. Die Handlung spielt sich in der fiktiven Stadt ‚Mechnanika City‘ im Jahr 1878 ab. Im Mittelpunkt steht die halb menschlich, halb mechanische Lady Mechanika, die mehr über ihre Vergangenheit herausfinden will, da ihr diesbezüglich jegliche Erinnerung fehlt.

Das Cover vermittelt bereits einen guten ersten Eindruck von Lady Mechanika. Sie posiert selbstbewusst und ist bis auf die Zähne bewaffnet. Sie schaut so, als ob ihr keiner etwas anhaben kann. Bereits der Anfang der Story bestätigt diesen Eindruck, denn Lady Mechanika wird in einen Kampf verwickelt und zeigt, dass man sich mit ihr besser nicht anlegen sollte. Kein Wunder, denn sie verfügt über übermenschliche Kräfte und hat eine Art „Star-Status“ in ihrer Stadt, da jeder schon mal von ihr gehört hat. Was mir an Lady Mechanika gefallen hat, ist, dass sie sowohl selbstsicher als auch zurückhaltend ist. Sie ist alles andere als schüchtern und kann für sich einstehen. Sehr gelungen finde ich zudem das Geheimnis um ihre Vergangenheit und ich freue mich schon darauf, in Zukunft mehr über die junge Frau herauszufinden.

Obwohl unsere Lady lieber auf eigene Faust ermittelt, wird sie von ihrem lustigen Freund Lewis unterstützt. Dieser ist sowohl eine nette Abwechslung als auch Ergänzung zu der Protagonistin, da er locker und redselig ist. Außer Lewis gibt es weitere interessante Figuren, die erwähnenswert sind. So gibt es zum Beispiel eine Clique von Zirkusartisten, die der Story eine magische Atmosphäre verleihen. Zudem sei hier noch Commander Winter genannt, die Lady Mechanika ständig auf Trab hält. Die beiden haben nämlich noch ein „Hühnchen miteinander zu rupfen“, was der Geschichte zusätzliche Spannung verleiht.

Die herrschende Atmosphäre in »Das Geheimnis der mechanischen Leiche« konnte mich sofort packen. Ich fand den Mix aus der düsteren viktorianischen Zeit und der geheimnisvollen Fantastik so aufregend, dass ich den Comic in einem Rutsch gelesen habe. Das Artwork hat aber auch seinen Teil dazu beigetragen, da es einfach großartig ist. Besonders die kreativen Outfits der Protagonistin zeigen, dass Joe Benitez mit viel Liebe zum Detail gearbeitet hat. Insgesamt muss ich sagen, dass nicht nur die Kleidung bei mir pure Begeisterung auslöste. Die Gesichtsausdrücke der Figuren, die Action und die Gespräche versetzten mich ebenfalls in Euphorie.


Fazit

Ich bin maßlos begeistert von »Das Geheimnis der mechanischen Leiche« und freue mich schon riesig auf die Fortsetzung. Ich empfehle diesen Comic sowohl Steampunk-Liebhabern, als auch Comiclesern, die offen für Neues sind.

Bewertung vom 06.08.2020
Der Rebell / All Saints High Bd.2
Shen, L. J.

Der Rebell / All Saints High Bd.2


ausgezeichnet

»Der Rebell« ist der zweite Band der »All Saints High«-Reihe von L. J. Shen. Dieses Mal geht es um Knight und Luna. Wer die »Sinners-of-Saints«-Reihe bereits gelesen hat, kann sich vermutlich noch daran erinnern, dass Knight der Sohn von Dean und Rosie Cole ist und Luna die Tochter von Trent und Edie Rexroth. Da die Eltern von Knight und Luna befreundet sind, kennen sich die beiden Protas seit ihrer Kindheit. Als Teenager merken Knight und Luna jedoch, dass zwischen ihnen mehr als nur Freundschaft ist und ab da nimmt die Geschichte ihren Lauf an.

„Träume sind nur Realität in der Warteschleife“ – Zitat (Pos. 449, »Der Rebell« von L. J. Shen)

Der Buchtitel könnte Knight nicht passender beschreiben, denn er ist wirklich ein Rebell. Er macht was er will und nimmt dabei auf niemanden Rücksicht. Na ja, auf fast niemanden, denn er liebt seine Mutter Rosie über alles und versucht, so gut er eben kann, es ihr recht zu machen. Alle anderen stoßen bei Knight auf taube Ohren, denn er macht meistens nur das, was nur er für richtig hält. Diejenigen, die ihn nicht gut kennen, nehmen Knight deshalb als Draufgänger und „Bad Boy“ wahr. Es gibt nur wenige Personen, die wirklich wissen, wie es um Knight wirklich steht. Er hat unzählige Probleme, die er mit sich herumschleppt. Dabei versucht Knight sie entweder zu verdrängen oder allein zu lösen, weshalb er unter ihrer Last irgendwann zu zerbrechen droht.

Im Vergleich zu Knight ist Luna sehr zurückhaltend und hat einen engen Freundeskreis. Sie steht nicht gern im Mittelpunkt und bevorzugt es, in Ruhe gelassen zu werden. Zumindest gilt dies für die erste Hälfte des Buches. Irgendwann merkt Luna nämlich, dass sie ihre Komfortzone verlassen muss und traut sich Dinge, die sie vorher nicht gemacht hätte. Aus diesem Grund kann man bei ihr im Laufe der Geschichte eine rasante Entwicklung beobachten.

Knights und Lunas Geschichte ist jedoch nicht die einzige, die im Vordergrund steht. Knights Eltern Dean und Rosie sind ebenfalls wichtige Figuren in dem Buch. Die beiden konnten mich bereits in »Twisted Love« überzeugen, weshalb ich mich gefreut habe, dass sie in »Der Rebell« vorkamen, auch wenn das Schicksal es dieses Mal mit ihnen nicht gut meint. Aus meiner Sicht haben Dean und Rosie die Story besonders und einzigartig gemacht. Sie waren auch der Grund dafür, dass ich ein paar Mal Tränen den Augen hatte.


Fazit

Nach »Twisted Love« ist »Der Rebell« mein zweites Lieblingsbuch von L. J. Shen. Es handelt von Trauer, Hoffnungen und Neuanfängen. Darüber hinaus zeigt das Buch, dass die Zeit wertvoll und begrenzt ist.

Bewertung vom 29.07.2020
Batman: Damned
Azzarello, Brian;Bermejo, Lee

Batman: Damned


sehr gut

„Der Joker ist tot.“ – Spätestens diese sensationelle Nachricht verleitet jeden dazu, den ersten Teil der »Batman: Damned«-Trilogie zu lesen, sollte man nicht bereits von dem unheimlichen Cover fasziniert sein. Ich meine, schaut es euch an. Ist es Batman, der wie Joker lächelt oder ist es Joker, der in Batmans Anzug geschlüpft ist? Man weiß es nicht. Der Comic schafft es auf jeden Fall Interesse zu wecken und Aufmerksamkeit zu erlangen. Noch bevor man den Klappentext gelesen hat, stellt man sich bereits Fragen über Fragen. Das Album-Format kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn die Dicke des Comics (sechzig Seiten) verrät, dass das Vergnügen von kurzer Dauer sein wird.

»Batman: Damned 1« erschien unter dem sogenannten ‚Black Label‘ beim Panini Verlag. Falls ihr die Bezeichnung ‚Black Label‘ das erste Mal hört – hierbei handelt es sich um Comics, die drastischer und düsterer sind, als die, die sich sonst im Umlauf befinden bzw. die den Comiclesern bereits seit langem präsentiert werden. Und das stimmt, denn bereits auf den ersten Seiten von »Batman: Damned 1« wird ganz deutlich, dass die Story von Gewalt und Blut durchtränkt ist. Es ist eine Geschichte, die man so noch nicht kennt, die aber von Anfang an packt und nicht mehr loslässt, denn man wird in die Geschehnisse „hinein geschleudert“ und weiß zunächst nicht, was überhaupt los ist, da alles ziemlich schnell geht. An dieser Stelle werden die sechzig Seiten nochmal deutlich, denn es kam mir so vor, als ob die Geschichte bereits vorbei war, bevor sie richtig anfangen konnte. Es wurden zwar viele Fragen aufgeworfen und Spannung aufgebaut, doch bevor es richtig „losging“, war der Comic bereits zu Ende. Deshalb habe ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.

Toll fand ich, dass neben Batman andere interessante Figuren ins Licht gerückt werden. Allen voran sei hier John Constantine genannt, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Komischerweise erinnerte er mich mit seinem Trenchcoat an Columbo, auch wenn sich die beiden äußerlich nicht ähnlich sehen. Angenehm überrascht war ich, dass die Magierin Zatanna mit von der Partie ist, denn sie hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, als ich sie das erste Mal in der Serie »Smallville« gesehen habe. Darüber hinaus begegnet man Deadman, einem Geist, der von Menschen Besitz ergreifen kann.

Der Autor Brian Azzarello scheint seiner Fantasie freien Lauf gelassen zu haben, denn Batman muss nicht nur einiges einstecken, sondern sich auch mit dem Übernatürlichen befassen. Dazu kommt das Rätsel um Jokers Tod und einige Erinnerungen, die Batman keine Ruhe lassen. Die gespenstischen und unheimlichen Illustrationen von Lee Bermejo ergänzen den Storyteil perfekt. Einige von ihnen würde ich mir sogar als Poster aufhängen. Die bedrohliche und düstere Atmosphäre konnte ich ebenfalls vollkommen nachempfinden.


Fazit

»Batman: Damned 1« von Brian Azzarello und Lee Bermejo ist ein superinteressanter und sehenswerter Comic, der sich sowohl für Batman-Liebhaber, als auch für Comic-Einsteiger eignet. Allerdings habe ich mir mehr Seiten gewünscht, da die Geschichte es meiner Meinung nach nicht schafft, sich vollkommen zu entfalten.

Bewertung vom 10.07.2020
Im Sturm der Echos / Die Spiegelreisende Bd.4
Dabos, Christelle

Im Sturm der Echos / Die Spiegelreisende Bd.4


gut

Nach vier Bänden, die insgesamt etwas mehr als zweitausend Seiten umfassen, sind Ophelia und Co. am Ende ihrer Reise angelangt. Christelle Dabos zieht mit »Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos« einen Schlussstrich und es ist auch gut so, denn hätte es einen fünften Teil gegeben, wäre mein Vorstellungsvermögen wahrscheinlich explodiert. Dazu später mehr, denn zuerst möchte ich das gelungene Cover würdigen. Darauf ist wieder eine Arche zu sehen, was mich maßlos begeistert, denn ich finde, dass dieses Motiv am besten passt. Auch die rote Farbe ist mehr als angebracht, da ihr in diesem Teil eine Bedeutung zukommt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies wirklich so gewollt war oder eher ein Zufall ist.

In Anbetracht dessen, dass die Veröffentlichung des dritten Bandes mittlerweile mindestens ein halbes Jahr zurückliegt, gibt es zu Beginn des Buches eine kurze, aber dennoch hilfreiche Zusammenfassung über wichtige Geschehnisse, die man sich in Erinnerung rufen sollte, um mit der Reihe fortfahren zu können. Darüber hinaus gibt es Beschreibungen der wichtigen Figuren, was ebenfalls nicht verkehrt ist. Jedes Kapitel verfügt über eine Überschrift.

Die Geschichte geht auf der Arche Babel weiter und knüpft unmittelbar an seinen Vorgänger an. Dabei spielt ein großer Teil der Handlung in dem sogenannten ‚Beobachtungsinstitut für Abweichungen‘ ab. Dort muss sich Ophelia verschiedenen Herausforderungen stellen, die noch schlimmer zu sein scheinen, als alles, was sie bisher durchmachen musste. Doch unsere Protagonistin bleibt stark und lässt sich nicht unterkriegen. Thorn kommt ebenfalls oft zum Vorschein, was mich freute, da ich gern noch mehr über ihn erfahren hätte.

„Denn Krieg ist, wenn man aufhört, sich zu verstehen.“ – Zitat (»Die Spiegelreisende - Band 4 - Im Sturm der Echos« von Christelle Dabos, Seite 334)

Genau wie in den vorigen Teilen auch, haben Ophelia und Thron keine ruhige Minute, die sie miteinander verbringen können, ohne, dass etwas passiert. Und dieses Mal passiert sogar so einiges. Vieles davon hat mich verwirrt und ich wusste manchmal nicht, um was es überhaupt geht. Das Problem ist, dass das große Rätsel um „Gott“ und den „Anderen“ zusätzlich verkompliziert wurde, indem weitere komplexe Sachverhalte hinzukamen. Anstatt es im letzten Band ein bisschen ruhiger angehen zu lassen, hat die Autorin das Ganze unnötig kompliziert gemacht.

Es gibt sowohl neue als auch alte Figuren. Wobei ich finde, dass viele von den bereits bekannten Charakteren vernachlässigt wurden. Zum Teil kann ich es nachvollziehen, da nach vier Bänden die Anzahl der Figuren enorm zugenommen hat und es irgendwann einfach unmöglich ist, alle „unterzubringen“. Schade fand ich nur, dass man nicht erfährt, wie es für manche von ihnen am Ende ausgegangen ist. Zusammenfassend muss ich jedoch gestehen, dass »Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos« auch so abgedreht genug war, ohne dass zusätzlich auf das Schicksal jeder einzelnen Figur eingegangen werden musste. Dabos hat sich wirklich Mühe gegeben, die Geschichte undurchschaubar zu gestalten.



Fazit

Also, was soll ich sagen. Irgendwie habe ich mir den Abschluss der Reihe anders vorgestellt. Ich weiß zwar nicht wie genau, aber der vierte Band hat mich unzufrieden zurückgelassen. Meiner Meinung nach ist »Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos« der schwächste Band der Reihe. Dennoch empfehle ich sie weiter und ich kann es mir vorstellen, sie zu rereaden.