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Bewertungen

Insgesamt 93 Bewertungen
Bewertung vom 13.08.2020
Das Geheimnis der mechanischen Leiche / Lady Mechanika Bd.1
Benitez, Joe

Das Geheimnis der mechanischen Leiche / Lady Mechanika Bd.1


ausgezeichnet

»Das Geheimnis der mechanischen Leiche« ist der erste Teil der »Lady Mechanika«-Reihe von Joe Benitez. In Deutschland ist der Steampunk-Comic erstmals im Jahr 2017 beim Splitter Verlag erschienen. Die Handlung spielt sich in der fiktiven Stadt ‚Mechnanika City‘ im Jahr 1878 ab. Im Mittelpunkt steht die halb menschlich, halb mechanische Lady Mechanika, die mehr über ihre Vergangenheit herausfinden will, da ihr diesbezüglich jegliche Erinnerung fehlt.

Das Cover vermittelt bereits einen guten ersten Eindruck von Lady Mechanika. Sie posiert selbstbewusst und ist bis auf die Zähne bewaffnet. Sie schaut so, als ob ihr keiner etwas anhaben kann. Bereits der Anfang der Story bestätigt diesen Eindruck, denn Lady Mechanika wird in einen Kampf verwickelt und zeigt, dass man sich mit ihr besser nicht anlegen sollte. Kein Wunder, denn sie verfügt über übermenschliche Kräfte und hat eine Art „Star-Status“ in ihrer Stadt, da jeder schon mal von ihr gehört hat. Was mir an Lady Mechanika gefallen hat, ist, dass sie sowohl selbstsicher als auch zurückhaltend ist. Sie ist alles andere als schüchtern und kann für sich einstehen. Sehr gelungen finde ich zudem das Geheimnis um ihre Vergangenheit und ich freue mich schon darauf, in Zukunft mehr über die junge Frau herauszufinden.

Obwohl unsere Lady lieber auf eigene Faust ermittelt, wird sie von ihrem lustigen Freund Lewis unterstützt. Dieser ist sowohl eine nette Abwechslung als auch Ergänzung zu der Protagonistin, da er locker und redselig ist. Außer Lewis gibt es weitere interessante Figuren, die erwähnenswert sind. So gibt es zum Beispiel eine Clique von Zirkusartisten, die der Story eine magische Atmosphäre verleihen. Zudem sei hier noch Commander Winter genannt, die Lady Mechanika ständig auf Trab hält. Die beiden haben nämlich noch ein „Hühnchen miteinander zu rupfen“, was der Geschichte zusätzliche Spannung verleiht.

Die herrschende Atmosphäre in »Das Geheimnis der mechanischen Leiche« konnte mich sofort packen. Ich fand den Mix aus der düsteren viktorianischen Zeit und der geheimnisvollen Fantastik so aufregend, dass ich den Comic in einem Rutsch gelesen habe. Das Artwork hat aber auch seinen Teil dazu beigetragen, da es einfach großartig ist. Besonders die kreativen Outfits der Protagonistin zeigen, dass Joe Benitez mit viel Liebe zum Detail gearbeitet hat. Insgesamt muss ich sagen, dass nicht nur die Kleidung bei mir pure Begeisterung auslöste. Die Gesichtsausdrücke der Figuren, die Action und die Gespräche versetzten mich ebenfalls in Euphorie.


Fazit

Ich bin maßlos begeistert von »Das Geheimnis der mechanischen Leiche« und freue mich schon riesig auf die Fortsetzung. Ich empfehle diesen Comic sowohl Steampunk-Liebhabern, als auch Comiclesern, die offen für Neues sind.

Bewertung vom 06.08.2020
Der Rebell / All Saints High Bd.2
Shen, L. J.

Der Rebell / All Saints High Bd.2


ausgezeichnet

»Der Rebell« ist der zweite Band der »All Saints High«-Reihe von L. J. Shen. Dieses Mal geht es um Knight und Luna. Wer die »Sinners-of-Saints«-Reihe bereits gelesen hat, kann sich vermutlich noch daran erinnern, dass Knight der Sohn von Dean und Rosie Cole ist und Luna die Tochter von Trent und Edie Rexroth. Da die Eltern von Knight und Luna befreundet sind, kennen sich die beiden Protas seit ihrer Kindheit. Als Teenager merken Knight und Luna jedoch, dass zwischen ihnen mehr als nur Freundschaft ist und ab da nimmt die Geschichte ihren Lauf an.

„Träume sind nur Realität in der Warteschleife“ – Zitat (Pos. 449, »Der Rebell« von L. J. Shen)

Der Buchtitel könnte Knight nicht passender beschreiben, denn er ist wirklich ein Rebell. Er macht was er will und nimmt dabei auf niemanden Rücksicht. Na ja, auf fast niemanden, denn er liebt seine Mutter Rosie über alles und versucht, so gut er eben kann, es ihr recht zu machen. Alle anderen stoßen bei Knight auf taube Ohren, denn er macht meistens nur das, was nur er für richtig hält. Diejenigen, die ihn nicht gut kennen, nehmen Knight deshalb als Draufgänger und „Bad Boy“ wahr. Es gibt nur wenige Personen, die wirklich wissen, wie es um Knight wirklich steht. Er hat unzählige Probleme, die er mit sich herumschleppt. Dabei versucht Knight sie entweder zu verdrängen oder allein zu lösen, weshalb er unter ihrer Last irgendwann zu zerbrechen droht.

Im Vergleich zu Knight ist Luna sehr zurückhaltend und hat einen engen Freundeskreis. Sie steht nicht gern im Mittelpunkt und bevorzugt es, in Ruhe gelassen zu werden. Zumindest gilt dies für die erste Hälfte des Buches. Irgendwann merkt Luna nämlich, dass sie ihre Komfortzone verlassen muss und traut sich Dinge, die sie vorher nicht gemacht hätte. Aus diesem Grund kann man bei ihr im Laufe der Geschichte eine rasante Entwicklung beobachten.

Knights und Lunas Geschichte ist jedoch nicht die einzige, die im Vordergrund steht. Knights Eltern Dean und Rosie sind ebenfalls wichtige Figuren in dem Buch. Die beiden konnten mich bereits in »Twisted Love« überzeugen, weshalb ich mich gefreut habe, dass sie in »Der Rebell« vorkamen, auch wenn das Schicksal es dieses Mal mit ihnen nicht gut meint. Aus meiner Sicht haben Dean und Rosie die Story besonders und einzigartig gemacht. Sie waren auch der Grund dafür, dass ich ein paar Mal Tränen den Augen hatte.


Fazit

Nach »Twisted Love« ist »Der Rebell« mein zweites Lieblingsbuch von L. J. Shen. Es handelt von Trauer, Hoffnungen und Neuanfängen. Darüber hinaus zeigt das Buch, dass die Zeit wertvoll und begrenzt ist.

Bewertung vom 29.07.2020
Batman: Damned
Azzarello, Brian; Bermejo, Lee

Batman: Damned


sehr gut

„Der Joker ist tot.“ – Spätestens diese sensationelle Nachricht verleitet jeden dazu, den ersten Teil der »Batman: Damned«-Trilogie zu lesen, sollte man nicht bereits von dem unheimlichen Cover fasziniert sein. Ich meine, schaut es euch an. Ist es Batman, der wie Joker lächelt oder ist es Joker, der in Batmans Anzug geschlüpft ist? Man weiß es nicht. Der Comic schafft es auf jeden Fall Interesse zu wecken und Aufmerksamkeit zu erlangen. Noch bevor man den Klappentext gelesen hat, stellt man sich bereits Fragen über Fragen. Das Album-Format kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn die Dicke des Comics (sechzig Seiten) verrät, dass das Vergnügen von kurzer Dauer sein wird.

»Batman: Damned 1« erschien unter dem sogenannten ‚Black Label‘ beim Panini Verlag. Falls ihr die Bezeichnung ‚Black Label‘ das erste Mal hört – hierbei handelt es sich um Comics, die drastischer und düsterer sind, als die, die sich sonst im Umlauf befinden bzw. die den Comiclesern bereits seit langem präsentiert werden. Und das stimmt, denn bereits auf den ersten Seiten von »Batman: Damned 1« wird ganz deutlich, dass die Story von Gewalt und Blut durchtränkt ist. Es ist eine Geschichte, die man so noch nicht kennt, die aber von Anfang an packt und nicht mehr loslässt, denn man wird in die Geschehnisse „hinein geschleudert“ und weiß zunächst nicht, was überhaupt los ist, da alles ziemlich schnell geht. An dieser Stelle werden die sechzig Seiten nochmal deutlich, denn es kam mir so vor, als ob die Geschichte bereits vorbei war, bevor sie richtig anfangen konnte. Es wurden zwar viele Fragen aufgeworfen und Spannung aufgebaut, doch bevor es richtig „losging“, war der Comic bereits zu Ende. Deshalb habe ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.

Toll fand ich, dass neben Batman andere interessante Figuren ins Licht gerückt werden. Allen voran sei hier John Constantine genannt, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Komischerweise erinnerte er mich mit seinem Trenchcoat an Columbo, auch wenn sich die beiden äußerlich nicht ähnlich sehen. Angenehm überrascht war ich, dass die Magierin Zatanna mit von der Partie ist, denn sie hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, als ich sie das erste Mal in der Serie »Smallville« gesehen habe. Darüber hinaus begegnet man Deadman, einem Geist, der von Menschen Besitz ergreifen kann.

Der Autor Brian Azzarello scheint seiner Fantasie freien Lauf gelassen zu haben, denn Batman muss nicht nur einiges einstecken, sondern sich auch mit dem Übernatürlichen befassen. Dazu kommt das Rätsel um Jokers Tod und einige Erinnerungen, die Batman keine Ruhe lassen. Die gespenstischen und unheimlichen Illustrationen von Lee Bermejo ergänzen den Storyteil perfekt. Einige von ihnen würde ich mir sogar als Poster aufhängen. Die bedrohliche und düstere Atmosphäre konnte ich ebenfalls vollkommen nachempfinden.


Fazit

»Batman: Damned 1« von Brian Azzarello und Lee Bermejo ist ein superinteressanter und sehenswerter Comic, der sich sowohl für Batman-Liebhaber, als auch für Comic-Einsteiger eignet. Allerdings habe ich mir mehr Seiten gewünscht, da die Geschichte es meiner Meinung nach nicht schafft, sich vollkommen zu entfalten.

Bewertung vom 10.07.2020
Im Sturm der Echos / Die Spiegelreisende Bd.4
Dabos, Christelle

Im Sturm der Echos / Die Spiegelreisende Bd.4


gut

Nach vier Bänden, die insgesamt etwas mehr als zweitausend Seiten umfassen, sind Ophelia und Co. am Ende ihrer Reise angelangt. Christelle Dabos zieht mit »Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos« einen Schlussstrich und es ist auch gut so, denn hätte es einen fünften Teil gegeben, wäre mein Vorstellungsvermögen wahrscheinlich explodiert. Dazu später mehr, denn zuerst möchte ich das gelungene Cover würdigen. Darauf ist wieder eine Arche zu sehen, was mich maßlos begeistert, denn ich finde, dass dieses Motiv am besten passt. Auch die rote Farbe ist mehr als angebracht, da ihr in diesem Teil eine Bedeutung zukommt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies wirklich so gewollt war oder eher ein Zufall ist.

In Anbetracht dessen, dass die Veröffentlichung des dritten Bandes mittlerweile mindestens ein halbes Jahr zurückliegt, gibt es zu Beginn des Buches eine kurze, aber dennoch hilfreiche Zusammenfassung über wichtige Geschehnisse, die man sich in Erinnerung rufen sollte, um mit der Reihe fortfahren zu können. Darüber hinaus gibt es Beschreibungen der wichtigen Figuren, was ebenfalls nicht verkehrt ist. Jedes Kapitel verfügt über eine Überschrift.

Die Geschichte geht auf der Arche Babel weiter und knüpft unmittelbar an seinen Vorgänger an. Dabei spielt ein großer Teil der Handlung in dem sogenannten ‚Beobachtungsinstitut für Abweichungen‘ ab. Dort muss sich Ophelia verschiedenen Herausforderungen stellen, die noch schlimmer zu sein scheinen, als alles, was sie bisher durchmachen musste. Doch unsere Protagonistin bleibt stark und lässt sich nicht unterkriegen. Thorn kommt ebenfalls oft zum Vorschein, was mich freute, da ich gern noch mehr über ihn erfahren hätte.

„Denn Krieg ist, wenn man aufhört, sich zu verstehen.“ – Zitat (»Die Spiegelreisende - Band 4 - Im Sturm der Echos« von Christelle Dabos, Seite 334)

Genau wie in den vorigen Teilen auch, haben Ophelia und Thron keine ruhige Minute, die sie miteinander verbringen können, ohne, dass etwas passiert. Und dieses Mal passiert sogar so einiges. Vieles davon hat mich verwirrt und ich wusste manchmal nicht, um was es überhaupt geht. Das Problem ist, dass das große Rätsel um „Gott“ und den „Anderen“ zusätzlich verkompliziert wurde, indem weitere komplexe Sachverhalte hinzukamen. Anstatt es im letzten Band ein bisschen ruhiger angehen zu lassen, hat die Autorin das Ganze unnötig kompliziert gemacht.

Es gibt sowohl neue als auch alte Figuren. Wobei ich finde, dass viele von den bereits bekannten Charakteren vernachlässigt wurden. Zum Teil kann ich es nachvollziehen, da nach vier Bänden die Anzahl der Figuren enorm zugenommen hat und es irgendwann einfach unmöglich ist, alle „unterzubringen“. Schade fand ich nur, dass man nicht erfährt, wie es für manche von ihnen am Ende ausgegangen ist. Zusammenfassend muss ich jedoch gestehen, dass »Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos« auch so abgedreht genug war, ohne dass zusätzlich auf das Schicksal jeder einzelnen Figur eingegangen werden musste. Dabos hat sich wirklich Mühe gegeben, die Geschichte undurchschaubar zu gestalten.



Fazit

Also, was soll ich sagen. Irgendwie habe ich mir den Abschluss der Reihe anders vorgestellt. Ich weiß zwar nicht wie genau, aber der vierte Band hat mich unzufrieden zurückgelassen. Meiner Meinung nach ist »Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos« der schwächste Band der Reihe. Dennoch empfehle ich sie weiter und ich kann es mir vorstellen, sie zu rereaden.

Bewertung vom 02.07.2020
Sonnenstein 02
Sejic, Stjepan

Sonnenstein 02


ausgezeichnet

Im zweiten Band der leidenschaftlichen und humorvollen »Sonnenstein«-Reihe von Stjepan Sejic heizen Ally und Lisa wieder ordentlich ein. Die beiden Frauen kommen sich dieses Mal nicht nur näher, sondern lernen sich immer mehr kennen. Dabei kommt das eine oder andere Geheimnis ans Licht, was dafür sorgt, dass die Beziehung von Ally und Lisa auf die Probe gestellt wird.

Die Gestaltung des Covers sieht fast genauso aus, wie beim Teil 1. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass jetzt nur Ally zu sehen ist. Zurecht, wie ich finde, denn meiner Meinung nach, steht Ally dieses Mal im Zentrum der Geschichte. So erfährt man einige interessante Dinge aus ihrer Vergangenheit, beispielsweise wie sie zu BDSM gekommen ist. Lisa ist ebenfalls mit am Start, denn schließlich sind die beiden Frauen nicht mehr voneinander zu trennen. Sowohl für Lisa als auch für die Leser_innen wird es dies Mal richtig spannend, da die rothaarige Protagonistin viele neue Erfahrungen sammeln wird. Und manche von ihnen sind ganz schön prickelnd ;-)

Darüber hinaus gibt es einen neuen Handlungsort, nämlich den BDSM-Club Crimson. Und glaubt mir, dort gibt es so Einiges zu sehen. Frischen Wind bringen außerdem neue Figuren. Sie mischen Allys Clique etwas auf und sorgen für einige komische Situationen. Doch trotz einiger neuer Elemente gibt es viel Bekanntes. Dazu gehört beispielsweise das großartige Artwork. Ich persönlich blieb wieder an jeder Zeichnung hängen und habe jedes noch so kleine Detail betrachtet. An dieser Stelle möchte ich wieder die super coolen Outfits hervorheben. Diese sind zweifelsohne ein Beweis dafür, dass die Kreativität von Stjepan Sejic keine Grenzen kennt. Also, zumindest mir würde so etwas Tolles niemals einfallen.


Fazit

Es hat mir extrem viel Spaß bereitet, den zweiten Band der »Sonnenstein«-Reihe von Stjepan Sejic zu lesen. Ich freue mich auf Band 3!

Bewertung vom 24.05.2020
Einfach gesund kochen
Bernardi, Rita

Einfach gesund kochen


ausgezeichnet

Da ich mich in letzter Zeit ausführlich mit dem Thema gesunde Ernährung beschäftige, konnte ich mir das neue Buch von Rita Bernardi nicht entgehen lassen. »Einfach gesund kochen - Vollwertige Rezepte mit Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten« hat mich direkt angesprochen, vor allem, weil ich ein großer Fan von Hülsenfrüchten bin.

Bernardis Kochbuch gliedert sich in mehrere Kapitel. Die Autorin startet mit einem Vorwort und erklärt, worauf sich Leser_innen gefasst machen können. Außerdem zählt sie Punkte auf, die sie bei der Erstellung der Rezepte berücksichtigt hat. Danach folgen einige praktische Anleitungen, die den Umgang mit den Rezepten erleichtern sollen. Besonders interessant fand ich hier einige Lebensmittelbezeichnungen, die in Südtirol verwendet werden. Im Anschluss folgen einige Basics zum Getreide, was ich sehr informativ fand. Darauffolgend geht es um getrocknete Bohnensorten, Obst und Gemüse.

Nach dem Glossar geht es endlich mit den Rezepten los. Den Anfang machen zahlreiche Salate. Hierbei hat die Autorin die Auswahl sehr breit aufgestellt. Von Tomaten- über Quinoa- bis hin zu Spinatsalat – ich bin mir sicher, hier wird jede_r fündig. Besonders hilfreich fand ich Tipps, wie man bestimmte Zutaten ersetzen kann, falls man diese gerade nicht zur Hand hat oder aus welchem Grund auch immer ersetzen will. Nach dem umfangreichen Salaten-Kapitel folgen Rezepte zu Suppen und anderen Gemüsegerichten. Das Schlusslicht bildet das Register, welches eine Übersicht liefert und ein schnelles Auffinden bestimmter Stichpunkte ermöglicht.

Ein Rezept belegt immer eine Doppelseite. Auf der einer Seite befindet sich das Rezept, auf der anderen die jeweilige Abbildung. Auf den Bildern wird das Essen sehr appetitlich in Szene gesetzt, auch wenn der Bildaufbau sehr minimalistisch gehalten wird. Die Rezepte an sich sind wiederum leicht verständlich und unkompliziert erklärt. Zutaten und die Vorgehensweise bei der Zubereitung sind immer angegeben. Die Zubereitungszeit dagegen nicht, was ich aber nicht schlimm finde.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass »Einfach gesund kochen« von Rita Bernardi eine Bereicherung für diejenigen ist, die auf gesunde Ernährung achten und mehr mit Hülsenfrüchten experimentieren wollen. Bernardi konnte mich nicht nur mit ihren Rezepten inspirieren, sondern hat mich auch auf ihre anderen Bücher neugierig gemacht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.05.2020
Vampir & Vorurteil / Argeneau Bd.29
Sands, Lynsay

Vampir & Vorurteil / Argeneau Bd.29


sehr gut

»Vampir & Vorurteil« ist der neunundzwanzigste Band der Argeneau-Serie von Lynsay Sands. Ich bin erst dieses Jahr auf die Reihe aufmerksam geworden und lese nicht in chronologischer Folge, sondern schaue mir zuerst den Klappentext der bereits erschienen Teile an und entscheide spontan, welche Geschichte mich mitreißen könnte. Es passt daher ganz gut, dass jeder Band in sich abgeschlossen ist und unabhängig voneinander gelesen werden kann. Nachdem ich aber bereits vier Bücher aus dieser Reihe gelesen habe, ist mir ein Muster aufgefallen, das stets auf eine leicht abgeänderte Art und Weise jedes Mal wiederholt wird, nämlich die Liebesgeschichte eines Vampirs bzw. Unsterblichen. »Vampir & Vorurteil« bildet hier ebenfalls keine Ausnahme. Im Zentrum steht deshalb der Vampir Santo Notte und die Frau, die für ihn bestimmt ist, Petronella Stone.

Santo kannte ich bereits aus den anderen Teilen der Reihe (wiederkehrende Figuren sind übrigens ein weiteres Markenzeichen der Reihe) und fand ihn sympathisch, auch wenn er stets etwas ruhig im Vergleich zu seinem Umfeld war. Diese Charaktereigenschaft behält er auch in »Vampir & Vorurteil« bei, weshalb er sich manchmal selbst im Weg steht. Da Santo oft sehr wortkarg ist, besonders dann, wenn es darum geht, seine Gefühle auszudrücken, tut er sich zunächst etwas schwer, Petronella von sich zu überzeugen. Nichtsdestotrotz kann man sich auf Santo immer verlassen und er ist immer da, wenn Hilfe gebraucht wird. Petronella ist dagegen offener und redseliger. Sie ist eine taffe Frau, da sie durchsetzungsfähig ist. Ihre Schwester und ihr Neffe stehen für Petronella an erster Stelle und es gibt nichts, was sie für ihre Liebsten nicht tun würde. Aus meiner Sicht haben die beiden Protas sehr gut miteinander harmoniert, da „die Chemie“ zwischen ihnen deutlich spürbar war.

Da sich die Welt aber nicht nur um Santo und Petro dreht und um der Geschichte etwas Abwechslung zu verleihen, begegnet man zahlreichen Nebenfiguren. Wie bereits kurz erwähnt, kommen bereits bekannte Figuren ebenfalls wieder vor. Bei manchen von ihnen habe ich mittlerweile das Gefühl, dass sie zum festen Bestandteil der Reihe geworden sind und die Leserschaft noch einige Bände verfolgen werden. Ich weiß nur nicht, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Positiv fand ich, dass die Handlung nicht eintönig ist. Sie ist ein Mix aus Romantik, Humor und Phantasie. Dabei wird auf Themen wie Liebe, Freundschaft, Verrat, Mord und Gewalt eingegangen. Darüber hinaus gefällt es mir, wie es Lynsay Sands gelingt, unrealistische Vorgänge (z.B.: Existenz von Unsterblichen) so darzustellen, dass man sich durchaus vorstellen kann, diese könnten sich in der Realität genauso ereignen.


Fazit

»Vampir & Vorurteil« wird nicht der letzte Band der Argeneau-Serie von Lynsay Sands sein, den ich gelesen habe. Ich freue mich schon auf die Teile, die ich noch nicht kenne und die, die noch in Zukunft erscheinen werden. Ich empfehle das Buch allen die, romantische und unterhaltsame Geschichten mit Vampiren mögen. Seid aber gewarnt, dass es an manchen Stellen richtig grausam zugeht.

Bewertung vom 30.04.2020
Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 3
Xu, Xianzhe

Biaoren - Die Klingen der Wächter - Band 3


ausgezeichnet

In »Die Klingen der Wächter – Band 3« von Xianzhe Xu geht die Geschichte vom Kopfgeldjäger Daoma und seinen Wegbegleitern nahtlos weiter. Daher empfehle ich, die ersten beiden Bände der gleichnamigen Reihe unbedingt zu lesen. Da es in jedem Band recht viel passiert, könnte man sich ansonsten etwas verloren vorkommen. Auf dem Cover ist wieder eine der Hauptfiguren zu sehen, wie es auch bei den letzten beiden Teilen der Fall war. Die rote Hintergrundfarbe wurde jedoch beibehalten. In meinen Augen steht das Rot für das viele Blut, welches bisher vergossen wurde und für die unglaubliche Dynamik, die die Reihe auszeichnet.

„Was ist richtig, was ist falsch?“ – Zitat (»Die Klingen der Wächter – Band 3« von Xianzhe Xu, Seite 109)

Die Anzahl der Figuren, die ständig neu dazu stoßen, steigt immer weiter an. Dennoch wird es nicht so unübersichtlich, dass man die Hauptfiguren aus den Augen verliert. Die Hauptcharaktere stehen auch weiterhin im Vordergrund, auch wenn Daoma aus meiner Sicht immer weiter in den Hintergrund gerückt wird. Hört sich paradox an, ist aber wirklich so. Toll finde ich, dass keine Figur der anderen gleicht. Sie unterscheiden sich sowohl im Aussehen als auch in ihren Weltansichten. Auf diese Weise gelingt es dem Autor eine sehr bunte Mischung aus interessanten Charakteren zu präsentieren.

Erzähltechnisch wird das Geschehen dieses Mal in zwei Handlungsstränge gesplittet. Der eine begleitet Daoma und seine Begleiter_innen, der andere zeigt eine Figur, die eine philosophische Rolle in der Geschichte übernimmt. Zwischendurch gibt es Rückblenden, die uns einen bereits bekannten Charakter näher vorstellen. Das Erzähltempo ist sehr dynamisch und es gibt ständig Action. Die letztere besteht allerdings hauptsächlich aus Kämpfen oder Auseinandersetzungen, die zu einem Kampf führen. Nichtsdestotrotz gibt es viele Stellen, an denen die Spannung ins Unermessliche zu steigen scheint. Am Ende wird so Einiges offengelassen, sodass die Leserschaft angespornt wird, die Reihe weiterzulesen. Ich persönlich fand aber die Skizzen des Autors zu den Hauptfiguren am Ende des Comics besonders eindrucksvoll, da ich mich selbst für das Zeichnen interessiere. Außerdem erhascht man damit einen klitzekleinen Einblick hinter die Kulissen.


Fazit

Ich finde die Reihe nach wie vor super und brauche unbedingt Band 4!

Bewertung vom 14.04.2020
Die Prinzessin / All Saints High Bd.1
Shen, L. J.

Die Prinzessin / All Saints High Bd.1


sehr gut

»All Saints High - Die Prinzessin« ist der erste Teil der »All Saints High«-Reihe von L. J. Shen. Da ich Shens »Sinners of Saint«-Reihe bereits sehr mochte, wollte ich mir die Geschichte von Melodys und Jamies Tochter Daria ebenfalls nicht entgehen lassen. Doch bevor ich auf den Inhalt eingehe, wollte ich ganz kurz auf das schöne Cover aufmerksam machen und sagen, dass es mir sehr gut gefällt.

»Ich gebe zu, dass ich eine zimperliche Prinzessin bin.« - Zitat (»All Saints High - Die Prinzessin« von L. J. Shen)

Fangen wir nun mit Daria an. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich entscheiden konnte, ob ich sie mag oder nicht. Besonders in der ersten Hälfte des Buches war sie mir ziemlich unsympathisch, denn sie kann ganz schön zickig sein. Kaum läuft etwas nicht so, wie Daria es sich vorstellt, dann sollte man ihr lieber nicht in die Quere kommen. Also, eine richtige Prinzessin eben. Klar, es gibt Gründe für ihr Verhalten und die kann man bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehen, aber manchmal geht die Protagonistin meiner Meinung nach doch etwas zu weit. Penn dagegen war mir bereits von Anfang an sehr sympathisch. Er ist hart im Nehmen und lässt sich nichts sagen. Natürlich trifft er ebenfalls das eine oder andere Mal eine falsche Entscheidung, aber er bleibt sich immer treu.

»Du bist nur dann einsam, wenn du nicht selbst für dich da bist.« - Zitat (»All Saints High - Die Prinzessin« von L. J. Shen)

„Drama, Baby“ – so würde ich das Buch »All Saints High - Die Prinzessin« beschreiben. Aus meiner Sicht passt dieser Ausdruck, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn die Autorin nutzt jede Gelegenheit, um eine Figur zum emotionalen Ausbruch zu bringen. Das führt wiederum dazu, dass manchmal eine Situation völlig unerwartet eskaliert und man als Leser_in einfach überrumpelt wird. Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass es für Einige etwas zu viel Drama ist. Aber das Spiel mit den Gefühlen ist nun mal ein wichtiges Werkzeug der Autorin und man kann dagegen nichts machen.

Eine der Stärken der Geschichte liegt in den zahlreichen Nebenfiguren. Diese sind derart vielfältig und genau herausgearbeitet, dass man das Gefühl bekommt, diese Menschen gibt es wirklich. Jede_r von ihnen hat eigene Sorgen und Probleme und verblasst damit nicht zum Requisit, wie es oft bei Nebenfiguren der Fall ist. Sehr gefreut hat mich vor allem, dass es ein Wiedersehen mit einigen Figuren aus der »Sinners of Saint«-Reihe gibt. Aber es gibt auch viele neue Charaktere, die mich sehr neugierig gemacht haben und auf deren Geschichten ich mich jetzt schon freue. Dabei handelt es sich um den unnahbaren Vaughn, den selbstbewussten Knight und die zurückhaltende Luna. Ich habe so das Gefühl, dass jede_r von ihnen eine aufregende Story liefern kann.


Fazit

Insgesamt ist »All Saints High - Die Prinzessin« ein gelungener Auftakt. Obwohl ich etwas gebraucht habe, bis ich mit Daria warm geworden bin, kann ich das Buch allen empfehlen, die New Adult mit einer ordentlichen Portion Drama mögen. Ich freue mich schon auf Band 2.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.04.2020
Sonnenstein (Sunstone)
Sejic, Stjepan

Sonnenstein (Sunstone)


ausgezeichnet

Sobald das Wort BDSM fällt, dürften heutzutage die meisten an die »Fifty Shades of Grey«-Filme denken. Ich sage euch, vergesst die Filme und alles, was ihr durch sie über BDSM zu erfahren geglaubt habt und gebt Stjepan Sejic und seinem Comic »Sonnenstein« eine Chance, denn er wird euch eine ganz andere Sicht auf die Dinge eröffnen als Christian und Anastasia. Dies fängt bereits mit den beiden Protagonistinnen an, denn in »Sonnenstein« stehen die beiden Frauen Lisa und Ally im Vordergrund. Sie lernen sich im Internet kennen, um gemeinsam ihre Leidenschaft zu BDSM auszuleben. Im ersten Band begleitet die Leserschaft die Beiden bei diesem ungewöhnlichen, aber sehr spannenden Abenteuer.

Lisa ist verträumt und hoffnungsvoll romantisch. Auf den ersten Blick scheint sie schüchtern zu sein, da sie etwas zurückhaltend ist. Doch sobald man Lisa besser kennenlernt, sieht man, dass sie sehr leidenschaftlich und gefühlvoll sein kann. Richtig aufblühen kann sie jedoch mit jemanden wie Ally. Also jemanden, der etwas energiegeladener ist und Lisa sagt, wo es lang geht. Im Vergleich zu Lisa ist Ally tatsächlich etwas durchsetzungsfähiger. Die Temperamente der beiden Frauen spiegeln sich auch in ihren BDSM-Spielen wider. Während Ally perfekt als Mistress ist, fühlt sich Lisa in der devoten Rolle wohl. Dies ist auch an ihrem Halsband zu erkennen, welches ein Symbol der Unterwerfung ist.

»Sonnenstein« handelt jedoch nicht nur von der BDSM-Beziehung der beiden Frauen. Freundschaft, Liebe und alltäglichen Probleme und Sorgen einer Frau kommen ebenfalls nicht zu kurz. Ich möchte an dieser Stelle in Erinnerung rufen, dass der Autor ein Mann ist. Und das soll jetzt nicht negativ klingen. Im Gegenteil, ich fand es nämlich bemerkenswert, wie gut ein Mann aus weiblicher Sicht schreiben kann. Beim Lesen ist mir nicht ein einziges Mal aufgefallen, dass der Autor männlich ist, da die weiblichen Gedanken und Gefühle sehr authentisch zum Ausdruck gebracht werden. Gerahmt wird die Handlung vom großartigen Humor und einer ordentlichen Prise Erotik. Sex wird zwar nie explizit dargestellt, aber es gibt vielmals nackte Haut zu sehen.

Das Artwork besteht größtenteils aus den verschiedenen Tönen der Farben Rot, Braun, Gelb und Orange. Dies sorgt für eine einladende und warme Atmosphäre. Der Zeichenstil von Stjepan Sejic ist einfach klasse! Es macht unglaublich viel Spaß den Comic nicht nur zu lesen, sondern auch zu betrachten. Die Gesichtsausdrücke und Emotionen der Figuren sind durchdacht und perfekt zum Ausdruck gebracht. Die detailreichen Outfits und die ungewöhnliche BDSM-Ausrüstung können sich ebenfalls sehen lassen. Toll fand ich auch, dass manche Sprechblasen passend zur jeweiligen Szene gestaltet wurden. Lobenswert ist darüber hinaus auch das Hardcover des Albencomics. Leider passt der Comic nicht in eine Handtasche, aber die Größe bringt mit sich den Vorteil, dass die Zeichnungen ohne Mühe betrachtet werden können. Außerdem schützt das Hardcover die Blätter vor Knicken und man braucht keine Angst zu haben, den Comic anzufassen, wie es zum Beispiel bei den Soft-Covern der Fall ist. Am Ende des Comics gibt es eine kleine Überraschung für die Leser_innen. »Sonnenstein« enthält nämlich einige Skizzen und Making-Of's und man bekommt so die Möglichkeit, nicht nur den Autor kennenzulernen, sondern auch hinter die Kulissen zu blicken.


Fazit

Mit dem Auftakt der »Sonnenstein«-Reihe zeigt Stjepan Sejic, dass Comiczeichner_innen auch gute Geschichtenerzähler_innen sein können. Ich empfehle den Comic allen, die außergewöhnliche Liebesgeschichten mögen und nichts gegen nackte Haut einzuwenden haben.