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Benutzername: 
wampy
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Issum

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Insgesamt 344 Bewertungen
Bewertung vom 28.06.2022
Tod am Nussbaum: Waldviertel-Krimi (eBook, ePUB)
Macho, Lore

Tod am Nussbaum: Waldviertel-Krimi (eBook, ePUB)


sehr gut

Wahrlich nicht bierernst, aber sehr unterhaltsam

Buchmeinung zu Lore Macho – Tod am Nussbaum

„Tod am Nussbaum“ ist ein Kriminalroman von Lore Macho, der 2016 im Federfrei Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Lore Macho wurde in Wien geboren. 1974 absolvierte sie die Sommerakademie für Malerei in Sirmione und ist seit dieser Zeit als freischaffende Malerin tätig.

Klappentext:
In Klein Schiessling herrscht Aufregung. Das frisch vermählte Paar Marie und Franz Oberer finden den Gemeinderat Huberbauer am Tag ihrer Hochzeit auf dem Nussbaum erhängt. Kaum beginnt die Polizei mit ihren Ermittlungen, wird der nächste Gemeinderat in der Kirche mit einem Hirschfänger erstochen. Die Einwohner sind überzeugt: ein Politikermörder geht um. Wieder ermitteln der cholerische Inspektor Julius Schreiner und der besonnene Sepp Tauber - zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Meine Meinung:
Ist dieses Buch eine Kriminalkomödie oder gar eine Groteske oder eine Parodie? Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn es gibt Anzeichen für jede diese Formen. Die Figuren sind ziemlich krass gezeichnet, seien es der cholerische Julius Schreiner oder sein Chef, der gerne mit den Füßen auf dem Tisch nachdenkt und dem sein Ruhe wichtig ist. Auch die Dorfbewohner schweigen Fremden gegenüber beharrlich, tratschen aber intern heftig. Dabei weiß man natürlich nicht, welcher Wahrheitsgehalt enthalten ist. Klischees werden reichlich bedient, Spannung kommt meist in kleinen Dosen und doch ist die Geschichte sehr unterhaltsam. Am Ende gibt es eine nachvollziehbare Lösung, aber das ist eher ein Nebenprodukt. Sandra Weber, Sepp Tauber und seine junge Kollegin ermitteln so gut es halt geht. Nicht nur die Erzählperspektive wechselt häufig, sondern auch die Erzählform springt zwischen Ich-Erzählung und klassischem Erzähler. So ist der Leser allzeit auf dem Stand der Ermittler und ihre Gedanken sind manchmal schon speziell.

Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Buch mit viel Atmosphäre, skurrilen, aber meist liebenswerten Figuren und mit viel Humor. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Gerne empfehle ich diese Geschichte den Freunden von Kriminalkomödien.

Bewertung vom 18.06.2022
Koks im Kiel
Ulrich, Axel

Koks im Kiel


gut

Konnte mich nicht wie der Vorgänger begeistern

Buchmeinung zu Axel Ulrich – Koks im Kiel

„Koks im Kiel“ ist ein Kriminalroman von Axel Ulrich, der 2022 bei Oertel und Spörer erschienen ist.

Zum Autor:
Axel Ulrich hat in den ersten Jahren seiner beruflichen Laufbahn als Wirtschaftsjournalist und Unternehmensberater gearbeitet und sich 1982 in der IT-Branche selbstständig gemacht. Eigentlich wollte er nur einmal ein Buch schreiben, um zu sehen, ob er das kann. Dieser Versuch hat ihn dann gepackt und er konnte nicht mehr aufhören.

Inhalt:
Franz Walzers ehemaliger Partner André hat eine Rennjacht gekauft und bei der Überführung nach Europa einen unter Wasser treibenden Container gerammt. Kokainpäckchen treiben an die Oberfläche und Franz Walzer wird zu Hilfe gerufen. Er sammelt Informationen und zusammen mit den beiden befreundeten Ex-Fremdenlegionären schnürt er ein Paket, mit dem alle Seiten leben können. Die Dinge nehmen aber nicht den erhofften Verlauf. Franz Walzer muss um Leib und Leben und um seinen Schwiegersohn in spe bangen.

Meine Meinung:
Wie schon bei „Drecksgeschäft“ kennt Franz Walzer keine Berührungsängste und der Autor lässt seiner Fantasie freien Lauf. Vieles ist nicht realistisch, aber es ist durchaus spannend erzählt. Franz Walzer zieht diesmal die Fäden eher im Hintergrund und überlässt die Action den Spezialisten. Manchmal glaubte ich an eine Parodie auf Agentenromane, die mit durchaus glaubhaft wirkenden Storyelementen durchsetzt war. Es gibt einige Nebenhandlungen, einen Stuttgarter Drogenbaron und eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird. In den Charakterisierungen sind selten Grautöne zu finden und am Ende siegen natürlich die Guten.
Dieser Roman konnte mich weit weniger überzeugen wie sein Vorgänger, weil es auf mich wie eine Neuauflage wirkte – zwar unterhaltsam und spannend, aber irgendwie schon vorhersehbar. Als Bonus gibt es Wissenswertes aus der Welt der Rennjachtensegler.

Fazit:
Dieser Kriminalroman ist eher ein Abenteuerroman mit ziemlich überzogener Handlung, der durchaus spannend und unterhaltsam daherkommt. Deshalb bewerte ich das Buch mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

Bewertung vom 18.06.2022
Akte Nordsee - Am dunklen Wasser (eBook, ePUB)
Almstädt, Eva

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein Serienauftakt, der Lust auf mehr macht

Buchmeinung zu Eva Almstädt – Akte Nordsee - Am dunklen Wasser

„Akte Nordsee - Am dunklen Wasser“ ist ein Kriminalroman von Eva Almstädt, der 2022 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Eva Almstädt, 1965 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Seit 2001 ist sie freie Autorin. Eva Almstädt lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einem kleinen Ort zwischen Hamburg und Lübeck

Inhalt:
Die Anwältin Fentje Jacobsen wohnt und arbeitet auf dem Bauernhof ihrer Großeltern in Nordfriesland. Neben ihrer Anwaltstätigkeit in ihrer kleinen Kanzlei unterstützt sie ihre Eltern bei den Schafen. Eines Morgens findet sie auf der Schafweide einen jungen Mann ohne Erinnerung. Als dieser des Mordes an seiner Freundin beschuldigt wird, übernimmt sie seine Verteidigung. Auch der Journalist Niklas John ermittelt in diesem Fall, weil er eine gute Story in der Saure-Gurken-Zeit wittert. Sie treffen aufeinander und agieren nun gemeinsam trotz unterschiedlicher Ziele und fehlendem gegenseitigen Vertrauen.

Meine Meinung:
Fentje Jacobsen hat es in ihrer Kanzlei mit kleinen Rechtsstreitigkeiten zu tun und ist täglich mehrere Stunden auf dem Bauernhof der Großeltern beschäftigt. Zu ihrem ersten Mordfall kommt sie eher zufällig und anfänglich wirkt sie ein wenig überfordert. Sie bekommt Unterstützung vom Journalisten Niklas John, der gute Kontakte zur Polizei und zur Staatsanwaltschaft pflegt. Beide Figuren haben ihren eigenen Kopf und ihre eigenen Ziele. Sie glauben aber, dass eine Zusammenarbeit beiden Seiten nützt. Niklas John wirkt kompetent, aber auch ein wenig überheblich. Seine Sympathiewerte halten sich zu Beginn in Grenzen. Fentje wirkt sympathisch und bodenständig. Beide haben ihre Geheimnisse, von denen einige im Laufe der Geschichte offenbart werden. Beide betonen, dass sie sich nur fallbedingt zusammenraufen, aber ein romantischer Touch durchzieht das ganze Buch.
Die Handlung ist komplex aufgebaut und bietet einige Überraschungen. Die Auflösung ist nachvollziehbar und beantwortet fast alle Fragen.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven geschildert und legt auch die Gedanken des jeweiligen Protagonisten offen. Dies bringt Atmosphäre und Glaubwürdigkeit in die Geschichte. Eine ordentliche Portion Humor lockert die Handlung immer wieder auf, gerade wenn Fentje und Niklas sich gemeinsam in die Ermittlungen stürzen. Der Schreibstil ist packend und angenehm lesbar. Auf der Spannungsseite ist zeitweise noch Luft nach oben. Dies ist aber auch dem Grundkonstrukt mit Anwältin und Journalist geschuldet.

Fazit:
Mir hat dieser Serienauftakt sowohl in Handlung, Erzählstil als auch komplexe Figurenzeichnung sehr gut gefallen. Weil ich aber noch Verbesserungspotential sehe, bewerte ich das Werk mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für die Freunde eher ruhiger und atmosphärischer Krimis aus.

Bewertung vom 11.06.2022
Das Sterben auf Neuwerk
Heymann, Dieter

Das Sterben auf Neuwerk


weniger gut

Fehlende Grautöne und das unprofessionelle Verhalten der beiden Hauptfiguren trübten mein Lesevergnügen

Buchmeinung zu Dieter Heymann – Das Sterben auf Neuwerk

„Das Sterben auf Neuwerk“ ist ein Kriminalroman von Dieter Heymann, der 2022 bei BoD – Books on Demand erschienen ist.

Zum Autor:
Dieter Heymann wurde 1968 in Spelle (Kreis Emsland) geboren und wuchs in Rheine auf, wo er auch heute lebt. Nach dem Abitur kam er in die öffentliche Verwaltung, in der er noch immer tätig ist. Neben Schwimmen und Radfahren liest er gerne Spannendes und engagiert sich als Vereinsvorsitzender in der Vorstandsarbeit seines Schützenvereins. Auf Neuwerk ist er mittlerweile Stammgast. Schon bei seinem ersten Besuch auf der Insel kam ihm der Gedanke, den Ort in der Nordsee für einen Kriminalroman zu nutzen.

Klappentext:
Die untereinander völlig zerstrittenen Nachkommen des angesehenen Hamburger Bankiers Ludwig Godeffroy kommen nach dessen Tod auf der Insel Neuwerk zusammen, um das Familienoberhaupt dort zu bestatten und im Anschluss daran über das Testament des Verstorbenen in Kenntnis gesetzt zu werden. Doch nach einem gemeinsamen Abendessen der Familie mit ihrem Notar stürzt eines der Geschwister urplötzlich zu Boden und verstirbt kurz darauf. Der aufgrund dieses Vorfalls eiligst herbeigerufene Doktor Nolden vermutet eine Vergiftung als Todesursache. Am nächsten Tag gelingt es dem mit den Ermittlungen beauftragten Hamburger Hauptkommissar Richard Bruns gerade noch rechtzeitig vor einem angekündigten Unwetter auf die Insel zu gelangen, um gemeinsam mit dem Mediziner und dem Wasserschutzpolizisten Kluge die Morduntersuchung einzuleiten. Schon bald muss sich das Trio mit schier unglaublichen Vorgängen aus der Vergangenheit der Godeffroys auseinandersetzen. In den Tagen darauf kommt es zu weiteren Morden an Angehörigen der Familie. Sind die Gründe für die Taten in den Streitereien der Nachkommen um das Erbe des Vaters zu suchen oder führt ein Außenstehender einen Rachefeldzug gegen die Bankiersdynastie?

Meine Meinung:
Der Einstieg in dieses Buch fiel mir leicht und die beiden Hauptfiguren Karin Wöhrle, geb. Godeffroy, und Richard Bruns, Hauptkommissar aus Hamburg, wirken beide sympathisch. Die Handlung ist komplex und stimmig. Der Erzählstil ist geprägt von mehreren Perspektiven, gibt auch Auskunft über die Gedanken dieser Person und ist leicht verdaulich. Also alles prima? Leider nein, denn die Figuren sind fast nur schwarz-weiß gezeichnet, Das Verhältnis der beiden Hauptfiguren und ihr Verhalten zueinander sind für eine Anwältin und einen Kommissar während der Ermittlungen einfach nur ärgerlich. Die Überführung des Täters stand zudem auf wackligen Beinen, obwohl sie inhaltlich nachvollziehbar war. Positiv war die atmosphärische Schilderung der Besonderheiten Neuwerks, bei der die Liebe des Autors zur Insel spürbar wurde. Auch der Wechsel zwischen ruhigen und handlungsreichen Szenen hat mir gefallen, die auch nach den Morden für die nötige Entspannung sorgten. Es ist also Potential vorhanden.

Fazit:
Ein Kriminalroman mit Stärken und Schwächen, die eine bessere Bewertung verhindert haben. Deshalb gibt es von mir nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

Bewertung vom 10.06.2022
Der Pesthof
Albrecht Sommerfeldt

Der Pesthof


ausgezeichnet

Faszinierende Erzählung über Leben und Sterben auf einem Pesthof in Hamburg

Buchmeinung zu Albrecht Sommerfeldt – Der Pesthof

„Der Pesthof“ ist ein historischer Kriminalroman von Albrecht Sommerfeldt, der 2022 independently published wurde.

Zum Autor:
Albrecht Sommerfeldt wurde 1974 in Hamburg geboren, die auch bis heute seine Heimat geblieben ist. Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete er als Berater und Manager in der IT-Branche. Schon früh begann er unter verschiedenen Pseudonymen im Bereich der Phantastik zu schreiben. Geschichtsbegeisterung und seine Liebe zur Stadt Hamburg führten ihn schließlich 2020 zu seinem ersten historischen Kriminalroman „Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“.

Zum Inhalt:
Hamburg 1619
Der Hamburger Kaufmann Merten Overdiek leidet an Lepra, auch wenn man es ihm nicht ansieht. Er musste deshalb auf den Pesthof ziehen, eine Einrichtung für Schwerkranke aller Art. Nach einem mysteriösen Todesfall beginnt er zu ermitteln und nach einem weiteren Todesfall erhält er Unterstützung von der Pflegefrau Maria.

Meine Meinung:
Die Hauptfigur Merten Overdiek ist ein weitgereister und weltoffener Kaufmann. Er geht sehenden Auges durchs Leben und hat kaum Berührungsängste. Die Kombination von Pesthof und Tollhaus nutzt der Autor zur Beschreibung der Zustände im Gesundheitswesen und der nur ansatzweise vorhandenen sozialen Sicherungssysteme. Merten kann sich einen gewissen Luxus leisten, aber insbesondere im Tollhaus herrschen unsägliche Zustände. Einer der Insassen schreit seine Fantasien zur Entwicklung des dreißigjährigen Krieges und dem entstehenden Leid heraus. So ist der historische Rahmen deutlich abgebildet. Merten wirkt sympathisch und hat sich mit seiner Krankheit abgefunden, auch wenn er kaum körperliche Beeinträchtigungen verspürt. Als nach den Todesfällen keine offiziellen Ermittlungen eingeleitet werden, wird Merten aktiv. Er führt Gespräche mit anderen Insassen und Mitarbeitern und sein Verdacht verstärkt sich. Während Mertens Ermittlungen bekommt der Leser einen ungeschminkten Einblick auf das alltägliche Leben in dieser Zeit. Aber auch hier gibt es romantische Beziehungen. Der Kriminalfall kommt langsam in Fahrt und das Tempo erhöht sich kontinuierlich, bis sich die Ereignisse gegen Ende nahezu überschlagen. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Die Charakterisierung der meisten Figuren ist knapp aber hinreichend, einzig Merten wird sehr detailliert mit etlichen Grautönen gezeichnet.
Der Erzählstil ist meist sachlich kühl und so wirken die historischen Beschreibungen sehr realistisch. Dies wird durch wechselnde Perspektiven unterstützt, aber meist werden die Geschehnisse aus der Sicht Mertens beschrieben. Bei gefährlichen Situationen wird es gefühlsbetonter und intensiver. Der Spannungsbogen steht erst zum Ende hin im Mittelpunkt, aber für mich hatten die Nebenhandlungen einen starken Reiz.

Fazit:
Dieser historische Kriminalroman überzeugt vor allem durch die authentische Beschreibung der historischen und alltäglichen Zustände. Ohne zu langweilen sind unglaublich viele Informationen enthalten. Darunter leidet ein wenig die Spannung im Kriminalfall, der erst spät auf Touren kommt.
Trotzdem bewerte ich das Buch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten), weil mich das Buch zu jeder Zeit in seinen Bann gezogen hat. Selbstverständlich spreche ich eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 07.06.2022
Todeslied / Kira Lund Bd.2 (eBook, ePUB)
Neumann, H. Dieter

Todeslied / Kira Lund Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Mit den Möglichkeiten einer Reporterin

Buchmeinung zu H. Dieter Neumann – Todeslied

„Todeslied“ ist ein Kriminalroman von H. Dieter Neumann, der 2022 bei Piper erschienen ist.

Zum Autor:
H. Dieter Neumann, Jahrgang 1949, war Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. wurde der Diplom-Finanzökonom (BI) Vertriebsleiter und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und schließlich Vorstand einer Dienstleistungsgenossenschaft. Danach erfüllte er sich seinen Lebenstraum, indem er einige Semester Neuere Deutsche Literatur studierte und sich ganz aufs Schreiben verlegte. Als passionierter Segler ist Neumann oft und gern auf dem Wasser. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsende Töchter und lebt in der Nähe von Flensburg auf dem Land.

Klappentext:
Bei der Generalprobe für den Auftritt eines bekannten norddeutschen Kammerchors in Dänemark wird die Solosopranistin vermisst und bleibt verschwunden. Zwei Wochen später entdecken Urlauber ihre Leiche.
Die gemeinsamen Ermittlungen von deutscher und dänischer Kripo ergeben, dass mehrere Personen ein Mordmotiv gehabt haben, nicht zuletzt auch der Ehemann des Opfers. Kira Lund bricht einen Urlaubs-Segeltörn ab, um für ihren Sender über den Fall zu berichten. Wenig später begeht ein Sänger des Kammerchors Suizid, und es wird klar, dass die tote Sopranistin ein dunkles Geheimnis gehütet hat. Als Kira schließlich kurz davor steht, es zu lüften, gerät sie jedoch selbst in höchste Gefahr.

Meine Meinung:
Die Journalistin Kira Lund ist die Protagonistin dieses Romans und verfolgt für ihre Lokalredaktion die Ermittlungen im Fall der toten Sopranistin eines norddeutschen Kammerchors. Die Tote ist zudem Erbin eines Gutshofes gewesen, auf dem eine populäre Fernsehserie spielt. Schnell sind die ersten Verdächtigen gefunden, ihr Ehemann und ein Chormitglied. Durch Kiras Freundschaft zur Kommissarin Helene Christ ist der Leser etwas mehr auf dem Stand der polizeilichen Ermittlungen als Kira selbst. Der junge dänische Journalist sucht Kiras Nähe, fällt aber durch seine reißerischen Artikel unangenehm auf. Kiras Kollege Tim Scholler erweist sich als famoser Informationssammler und ist der Polizei meist ein Stück voraus. Bald zeigt sich, das Nick Klapproth der Schlüssel für den Fall sein könnte.
Der Autor wechselt häufig die Perspektive, auch wenn die Geschichte meist aus der Sicht Kira Lunds erzählt wird. Es gibt immer wieder ruhige Phasen, in denen der Fall in den Hintergrund tritt. Trotzdem sind diese Szenen relevant, da sie helfen die handelnden Personen zu verstehen. Zudem liefern sie viel Atmosphäre, eine ordentliche Prise Humor und die notwendige Entspannung nach Szenen mit harten Inhalten. Zum Ende hin zieht das Tempo deutlich an und es gibt einen spannenden Showdown mit einigen Überraschungen. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar.

Fazit:
Auch der zweite Fall für Kira Lund hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn die Spannung oft überschaubar bleibt. Glaubwürdige Charaktere und ein ausgeklügelter Plot um die sympathische Hauptfigur sind die Stärken des Buchs. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine Leseempfehlung für die Freunde eher leiser Kriminalliteratur.

Bewertung vom 31.05.2022
Das zweite Geheimnis / Die Spionin Bd.2
Müller, Titus

Das zweite Geheimnis / Die Spionin Bd.2


ausgezeichnet

Mehr als nur ein Spionageroman

Buchmeinung zu Titus Müller – Das zweite Geheimnis

„Das zweite Geheimnis“ ist ein Kriminalroman von Titus Müller, der 2022 im Heyne Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Spionin-Trilogie.

Zum Autor:
Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, schreibt Romane und Sachbücher. Er ist Mitglied des PEN-Clubs und wurde u. a. mit dem C.-S.-Lewis-Preis, dem Sir-Walter-Scott-Preis und dem Homer-Preis ausgezeichnet. Seine große Spionin-Trilogie erzählt die Geschichte einer mutigen Frau – und drei Jahrzehnte deutsch-deutscher Geschichte.

Klappentext:
Zwölf Jahre nach dem Mauerbau führt Ria Nachtmann ein weitgehend angepasstes Leben in Ostberlin. Niemand würde vermuten, dass sie einst als Spionin für den Bundesnachrichtendienst aktiv war. Nur eines hat die Jahre überdauert: ihre Liebe zu Jens, einem westdeutschen Journalisten. Doch Verbindungen mit dem Klassenfeind sind streng verboten. Als Ria ein geheimes Treffen arrangiert, wird sie bereits beobachtet. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt ...

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr berührt, weil es deutsche Geschichte lebendig werden lässt. Die Hauptfigur Ria Nachtmann arbeitet für Dr. Schalck , den Devisenbeschaffer der DDR. Ihre Tochter Annie hat sie gleich nach der Geburt zu Pflegeeltern abgegeben und hat nur sehr wenig Kontakt zu ihr. Als ihr Schwager Henning Nowak bei einem Fluchtversuch als Grenzsoldat schwer verletzt wird, gerät sie in den Fokus der Staatssicherheit. Oberleutnant Marga Dierks setzt sich auf Rias Fährte und ist entschlossen, Ria zu überführen.
Die Figuren Ria Nachtmann, Henning Nowak und Marga Dierks handeln jeweils in der Überzeugung, das Richtige zu tun. Meist wird die Geschichte aus einer dieser drei Perspektiven erzählt und durch die Gedankengänge dieser Figuren gewinnt die Geschichte an Authentizität. Historische Begebenheiten wie die Weltfestspiele der Jugend oder die Enttarnung des Spions Günter Guillaume im direkten Umfeld des Kanzlers Willy Brandt werden in die Handlung integriert. Ganz besonders gefallen hat mir die Figur Ria Nachtmann, deren Handeln mich immer wieder überraschen konnte. Gerade in Momenten der Gefahr läuft sie zur Höchstform auf. Mit aller Ruhe trifft sie unkonventionelle Entscheidungen und rettet Leben. Bei Henning Nowak hat mich sein unglaublicher Wille und sein Durchhaltevermögen beeindruckt. Marga Dierks, Rias Verfolgerin, ist zu allem entschlossen und einige psychopathische Züge lassen sie noch gefährlicher werden.
Der Roman hat mich von Anfang bis Ende mitgenommen. Der Wechsel zwischen ruhigen Erzählsituationen mit Szenen aus dem normalen Leben und Szenen, in denen die Gefahr spürbar ist.

Fazit:
Diese Mischung aus Spionageroman, historischen Elementen und Beschreibung ganz alltäglicher Begebenheiten hat mich ungemein gefesselt. Deshalb bewerte ich das Buch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 30.05.2022
Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12 (MP3-Download)
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Launige Unterhaltung, die zudem Denkanstöße liefert

Buchmeinung zu Volker Klüpfel und Michael Kobr – Affenhitze

„Affenhitze“ ist ein Kriminalroman von Volker Klüpfel und Michael Kobr, der 2022 bei Ullstein erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch ist 2022 bei HörbucHHamburg erschienen. Es wird von Martin Umbach und den beiden Autoren vorgetragen. Dies ist bereits der zwölfte Fall für den Allgäuer Kommissar.

Zum Autor:
Volker Klüpfel und Michael Kobr kennen sich schon länger, als sie sich nicht kennen: seit ihrer gemeinsamen Schulzeit im Allgäu-Gymnasium in Kempten. Nach dem Studium wurde Klüpfel Journalist, Kobr Realschullehrer. Inzwischen sind sie beide Vollzeit-Autoren und vor allem durch die Krimis mit Kommissar Kluftinger bekannt.

Sprecher:
Neben Martin Umbach können auch die beiden Autoren als Sprecher überzeugen.

Inhalt:
Dr. Brunner, der Entdecker des Urzeitaffen „Udo“, wird bei einer Feierstunde auf dem Ausgrabungsgelände aufgefunden. Kluftinger, derzeit Interim-Polizeipräsident, nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf. Verdächtige gibt es zuhauf und auch im privaten Umfeld macht Kluftinger eine Reihe von Baustellen auf. Dazu macht allen Beteiligten die Affenhitze zu schaffen.

Meine Meinung:
Auch in diesem Fall stehen die Mordermittlungen lange Zeit nicht im Mittelpunkt. Es gibt viele Nebenschauplätze, die die ganze Aufmerksamkeit des Kommissars beanspruchen. Allen voran die sozialen Netzwerke, ein Flohmarkt, seine Drohnenflugstunden und natürlich die Tagesmutter seiner Enkelin, die sein Misstrauen erregt hat. All dies wird humorvoll beschrieben und Kluftinger hangelt sich von einem Fettnäpfchen zum nächsten. Seine Gedanken sind manchmal etwas krude, aber sein Selbstvertrauen ist ungebrochen. Die Autoren senden viele Spitzen in diverse Richtungen, die meist nur auf den ersten Blick amüsant wirken, aber oft einen ernsten Kern in sich tragen. Schließlich rücken die Ermittlungen in den Mittelpunkt und zusammen mit seinem Team wird eine überraschende und doch saubere Lösung präsentiert.
Meine Lachmuskeln wurden erheblich strapaziert, aber es gab auch viele Denkanstöße und jede Menge regionales Flair.

Fazit:
Mich hat dieses Buch mit seiner gelungenen Mischung aus Kriminalfall, Humor und Denkanstößen blendend unterhalten. Deshalb bewerte ich das Werk mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Hörempfehlung aus.

Bewertung vom 29.05.2022
Net ganz bacha (eBook, ePUB)
Vögl, Ulrike

Net ganz bacha (eBook, ePUB)


sehr gut

Sympathische Ermittler und Augsburger Flair sorgen für angenehme Unterhaltung

Buchmeinung zu Ulrike Vögl – Net ganz bacha

„Net ganz bacha“ ist ein Kriminalroman von Ulrike Vögl, der 2022 im dp Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Uli Vögl wurde 1976 in Augsburg geboren und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Fuggerstadt. Wann immer ihr es möglich ist, verbringt sie viel Zeit in der Natur und bewirtschaftet einen eigenen kleinen Krautgarten. Ihre Leidenschaft für das Schreiben teilt sie mit ihrer Zwillingsschwester, mit der sie gemeinsam den Historienroman Keltensonne geschrieben hat.

Klappentext:
Was ist los in der sonst so ruhigen Fuggerstadt? Ein Toter im Riesenrad, Aufruhr im Augsburger Stadtmarkt und gleich darauf noch eine Leiche! Helena und Franzi haben alle Hände voll zu tun. Als auch noch die nationale Presse Wind von der Sache bekommt, wird es ungemütlich für die beiden Kommissarinnen. Der Druck wächst und irgendwie scheint alles aus dem Lot zu laufen. Als wäre das alles nicht schon genug, hat Helena auch noch Liebeskummer …

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in mancher Hinsicht positiv überrascht. Die beiden Kommissarinnen Franziska Danner, gebürtige Augsburgerin, und Helena Hansen, Zugereiste aus Hamburg, verstehen sich gut und sind ein eingespieltes Team. In diesem Fall haben sie es mit mehreren Toten und mit organisierter Kriminalität zu tun. Franzi spricht viel Dialekt während Helena hochdeutsch redet. Auch private Themen werden immer wieder angesprochen. Beide Frauen wirken sympathisch und der Dialekt und die bekannten Schauplätze bringen Augsburger Flair zur Geltung. Zuerst geht es im Mordfall nicht recht voran, weil der Ermordete unter falscher Identität in Augsburg gelebt hat. Erst das Wissen eines hinzugezogenen italienischen Kommissars bringt die Ermittlungen voran und das Erzähltempo zieht deutlich an. Die Autorin meistert den Spagat zwischen freundlichen Ermittlern und knallharten Verbrechen gut. Viel Humor hilft die ein oder andere Grausamkeit zu verkraften. Die Auflösung ist nachvollziehbar und vollständig und nach dem soliden Showdown gibt es das erwartete Happy-End.

Fazit:
Dieser Cozykrimi mit netten Figuren und ordentlich Augsburger Flair hat mich sehr gut unterhalten und mir angenehme Lesestunden beschert. Deshalb bewerte ich das Werk mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 27.05.2022
Mörder Pointen
Lukas, Leo

Mörder Pointen


ausgezeichnet

Ein Ermittlertrio der besonderen Art gibt sein Bestes

Buchmeinung zu Leo Lukas – Mörder Pointen

„Mörder Pointen“ ist ein Kriminalroman von Leo Lukas, der 2022 im Carl Ueberreuter Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Leo Lukas, geboren in der Steiermark, arbeitete als Lokalreporter, Kulturkritiker und Kolumnist, u. a. bei der „Kleinen Zeitung“. Er hat die österreichische Kabarettszene maßgeblich beeinflusst, ist aber auch einer der meistgelesenen deutschsprachigen SF-Autoren („Perry Rhodan“). Zahlreiche Preise, darunter „Salzburger Stier“, Österreichischer Kabarettpreis „Karl“ und „Goldenes Buch“ (für „Jörgi, der Drachentöter“ mit Gerhard Haderer, bei Ueberreuter).

Klappentext:
Jemand tötet Kabarettisten. In schöner Regelmäßigkeit. Peter „Pez“ Szily, mäßig erfolgreicher Komiker und Teilzeit-Detektiv wider Willen, fühlt sich gleich doppelt bedroht. Er glaubt zu wissen, wer der Serienmörder ist. Aber auch Chefinspektorin Karin Fux hegt einen Verdacht. Ein neuer Fall für Pez und den Bravo führt das ungleiche Ermittler-Duo hinter die Kulissen des Showgeschäfts. Wo viele ums nackte Überleben raufen, manche zu unsauberen Mitteln greifen – und dabei noch ganz andere Kreise stören. Was hat es mit dem Mega-Freizeitzentrum auf sich, in dem alle drei Mordopfer aufgetreten sind? Was will der Ortskaiser vertuschen? Die Spur der Immobilien-Spekulation reicht bis in die Vorzimmer der Macht …

Meine Meinung:
Schon der Prolog macht deutlich, das es ein besonderes Buch ist. Die Kontaktaufnahme zwischen Pez und dem Killer Bravo ist unglaublich amüsant. Danach beginnen die achtzehn Kapitel immer mit einer Ballempfehlung für eine Miniaturgolfbahn, einem mehr oder weniger gelungenem Witz und einer Information zu Pointen. Die beiden Hauptfiguren Pez und Bravo bemühen sich mit oder manchmal auch gegen Kommissarin Fux um die Klärung mehrerer Morde. Meist treten Pez oder Bravo als Ich-Erzähler auf und offenbaren Erstaunliches aus ihrer Gefühlswelt. Der Profikiller Bravo leidet ein wenig unter Verfolgungswahn und zieht sich immer wieder zurück. Trotz seines Berufes wirkt er sympathisch und er mag den Pez. Der Pez agiert meist ein wenig chaotisch und wird als Insider von der Kommissarin und dem Bravo genutzt. Es gibt einige Anspielungen auf die österreichische Kabarettistenszene und selbstverständlich bekommen auch Politiker und Baulöwen ihr Fett weg. Das Buch ist in lockerer Art mit vielen Spitzen geschrieben und sollte nicht zu schnell gelesen werden, denn, zumindest bei mir, brauchte es manchmal einen zweiten Gedanken. Zum Ende hin treten die Mordermittlungen deutlich in den Vordergrund und es gibt einen spannenden Showdown, bei dem Pez und der Bravo um ihr Leben fürchten müssen. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Manche Szenen sind ein wenig überzogen, aber es passt trotzdem.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Kriminalroman in Stil, Inhalt und Figurenzeichnung, der mich meist ausgezeichnet unterhalten hat. Deshalb bewerte ich das Buch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.