Autor: bücher.de
Datum: 09.07.2023
Tags: Empfehlung, Unser Buchtipp

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An Tag 7 erzählt Anna Jansson in „Puppenblut“ die erschütternde Geschichte von Mary Billbro, deren rätselhafter Tod vor 50 Jahren nie aufgeklärt wurde – bis Kommissar Kristoffer Bark zu ermitteln beginnt. Wir stellen das Buch vor und präsentieren ein exklusives Interview mit der Autorin.

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„Puppenblut“ von Anna Jansson

Die Logik der Kälte

Mary Billbro war 43 Jahre alt, als sie starb. Ermordet und in den Fluss geworfen, 1967 in Örebro. Zuvor hatte sie ihr gesamtes Erwachsenenleben in Västra Mark verbracht, einer Anstalt für Geistesgestörte, aus der sie immer wieder geflohen war – so auch in diesem kalten Januar. Sie war hier mit 17 eingeliefert worden, unverheiratet schwanger, galt damit als „sexuell unzuverlässig“. Ihr Kind musste sie direkt nach der Geburt zur Adoption freigeben und hörte doch nie auf, sich nach ihm zu sehnen. Eine Frau, die nie ihr eigenes Leben leben durfte und deren gewaltsamer Tod ein Rätsel blieb, das niemand verfolgte. Ein Mensch, dessen Geschichte nie zu Ende erzählt wurde. Bis jetzt.

„Wenn du weiter in Angelegenheiten herumschnüffelst, die dich nichts angehen, dann wirst du sterben.“ Das ist eine der Drohungen, die Eva Kulitz erhält, die Enkelin von Mary Billbro. Über 50 Jahre nach deren Tod will sie das Schicksal ihrer Großmutter ergründen. Wie auch Kristoffer Bark, Ermittler im Dezernat für Gewaltverbrechen und Spezialist für Cold Cases. Er bearbeitet Evas Anzeige, nachdem ihre Katze verstümmelt wurde und eingeschläfert werden musste, und Bark nimmt die Drohungen gegen Eva sehr ernst. Dann wird Evas Handy in einem Busch in Brunns-Park gefunden, und Bark muss erkennen, dass die alte, unselige Vergangenheit von Västra Mark auch in der Gegenwart ihre Opfer fordert …

„Puppenblut“ erzählt die Geschichte des Grauens, das alles Menschliche, Familien wie Institutionen, ergreift, wenn sie von Hass und Gier regiert werden. Gleichzeitig lebt dieser dritte Kommissar-Bark-Krimi vor allem von den Figuren, die sich mit aller Kraft gegen diese Logik der Kälte stemmen. Allen voran natürlich Kristoffer Bark selbst. Und Linn, Evas Tochter. Eva und Linn sind es auch, die ihrer Ahnin Mary Billbro im Buch immer wieder eine Stimme geben, indem sie Auszüge aus Marys Tagebuch lesen. Hauchdünne Papiere, heimlich beschrieben während der dunklen Jahre in Västra Mark.

Anna Jansson im Interview

bücher.de: Warum ist „Puppenblut“ die perfekte Lektüre für diesen Sommer? 

Anna Jansson: Ich hoffe, „Puppenblut“ sorgt für einen Moment der Erholung vom Alltag. Ich habe versucht, in ihm eine Mischung aus Spannung, Wärme, Humor und einer tief empfundenen Liebesgeschichte zu erschaffen. Begleiten Sie mich also in die Nervenheilanstalt von Västra Mark – zu einer Zeit, als der Krieg in Europa am schlimmsten wütete.

bücher.de: Wenn Sie sich festlegen müssten: Welche Figur ist die interessanteste in „Puppenblut“? Und warum?

Anna Jansson: Mary Billbro – sie wurde mit 17 in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, nachdem sie unverheiratet schwanger geworden war. Sie wurde gezwungen, ihr kleines Mädchen zur Adoption freizugeben. Die Frauen in Västra Mark wurden zwangssterilisiert und durften keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Trotzdem gab Mary die Hoffnung niemals auf, ihr Kind wiederzusehen. Ich habe versucht, ihr Schicksal so wirklichkeitsgetreu wie möglich nachzuzeichnen. Es steht stellvertretend für die 400 Frauen, die damals ihres Lebens beraubt wurden.

bücher.de: Wo werden Sie diesen Sommer verbringen? Und werden Sie dort an einem neuen Buch arbeiten? 

Anna Jansson: Diesen Sommer werde ich auf Gotland verbringen, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Dort werde ich für das nächste Buch mit Maria Wern recherchieren, aber ich werde auch etwas schreiben und gute Freunde treffen. Vielleicht sind darunter auch einige, die an den Dreharbeiten zu den neuen Folgen der Maria-Wern-Serie beteiligt waren, die bald ausgestrahlt werden.



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