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Nordlicht - Die Tote am Strand / Boisen & Nyborg Bd.1
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Anette Hinrichs: Nordlicht - Die Tote am Strand (Boisen & Nyborg ermitteln, Band 1)

Sommerferienzeit an der dänischen Ostsee, nahe der Grenze zu Deutschland. Wer hier Urlaub macht, freut sich schon, wenn die Temperaturen die 20-Grad-Marke überschreiten. Auch in dieser Jahreszeit gehören graue Tage ebenso zur Dünenlandschaft wie das dichte Schilf. An einem solchen Tag - mit kräftigem Seewind, Regenschauern und Donnergrollen - beginnt Anette Hinrichs neuer Kriminalroman. Im Küstenort Kollund lassen zwei Jungs ihre Drohnen kreisen und stoßen dabei auf eine Leiche am Wasser. Die junge Frau trägt nichts bei sich als ein paar Euros und Kronen sowie eine Rückfahrkarte von Flensburg nach Padborg. War sie also eine Deutsche? Was hat sie am Vorabend bei dem elenden Wetter am Strand gesucht? Die Spuren führen in beide Länder - und zu zwei Namen. Hinter der Identität der schwedischen Studentin Laura Jensen verbarg sich die Dänin Liva Jørgensen, für deren Mord ein Serientäter bereits vor zwölf Jahren verurteilt wurde. Welch ein fataler Irrtum! Wie es scheint, sind alle Beteiligten aus dem damaligen Leben des Mädchens auch in die jüngsten Ereignisse verstrickt. Und alle tragen alte Geheimnisse mit sich herum ...

Nach ihren vier erfolgreichen Hamburgkrimis um Kommissarin Malin Brodersen startet die norddeutsche Autorin mit "Die Tote am Strand" die Reihe "Nordlicht". Im Ermittlerduo Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg, das gemeinsam dänisch-deutsche Fälle übernimmt, bringt Anette Hinrichs zwei gegensätzliche Figuren zusammen: Die zielstrebige, beherrschte Vibeke tritt als Leiterin der Flensburger Mordkommission in die Fußstapfen ihres Vaters; es ist ihr erster Fall in der neuen Position. Der Däne Rasmus ist bei aller unverblümten Direktheit ein verschlossener Typ, der in einem alten VW-Bus haust und gern sowohl gewisse private als auch berufliche Episoden aus seinem Gedächtnis streichen würde. Dass sie gemeinsam die Ermittlungen …mehr
Autorenporträt
Anette Hinrichs wurde 1970 in Hamburg geboren. Nach Fachabitur und kaufmännischer Ausbildung am Hamburger Flughafen folgten berufliche Stationen bei einer Reederei, im Bereich Banken und Einzelhandel. Heute lebt sie als freie Autorin mit ihrer Familie im Raum München. Anette Hinrichs ist Mitglied im Autorenverband Das Syndikat und bei den Mörderischen Schwestern.
Interview mit Anette Hinrichs zu "Nordlicht - Die Tote am Strand"

Frau Hinrichs, nach vier Kriminalromanen mit Malin Brodersen starten Sie nun eine zweite Spannungsreihe. Wollen Sie Ihrer Heimatstadt Hamburg - nach Ihrem Umzug nach Bayern - nun auch literarisch den Rücken kehren?


Nein. Ich bin meiner Heimatstadt noch immer stark verbunden und reise häufig dorthin, um Familie und Freunde zu besuchen und um meine Sehnsucht nach dem Norden zu stillen. Auch literarisch wird Hamburg als Nebenschauplatz in meiner neuen Krimireihe vertreten sein. Für mich ist es noch immer die schönste Stadt der Welt.

Dennoch: Könnten Sie sich vorstellen, auch Krimis in Ihrer Wahlheimat, im Raum München, anzusiedeln?

Ehrlich gesagt, nein. München ist eine sehr schöne Stadt und bietet eine reizvolle Umgebung, trotzdem fühle ich mich auch nach vielen Jahren noch immer nichtrichtig angekommen. Ich bin und bleibe ein Nordlicht.

"Nordlicht", so heißt auch Ihre neue Krimireihe. Darin ermittelt ein deutsch-dänisches Duo. Auch die Schauplätze wechseln zwischen beiden Ländern. Wie haben Sie die Geografie des Falls zusammengestellt?

Grundsätzlich habe ich mich am deutsch-dänischen Grenzgebiet und dem Sitz der zuständigen Polizeibehörden orientiert. Darüber hinaus wähle ich Schauplätze, an denen ich selbst gewesen bin. Es ist mir wichtig, die Orte nicht nur visuell, sondern mit all ihren Eigenschaften und Besonderheiten auf dem Papier einzufangen. Deshalb versuche ich auch immer, in Kontakt mit den Menschen zu kommen, die dort leben.

Was war der Ausgangspunkt, der Sie auf die Idee zu "Die Tote am Strand" brachte?

Es war eine Zeitungsnotiz, in der davon berichtet wurde, dass ein vermeintliches Mordopfer nach 31 Jahren durch einen Zufall lebendig gefunden wurde. Die Frage, warum ein Mensch plötzlich verschwindet, hat mich nicht mehr losgelassen, deshalb habe ich den Faden weitergesponnen. Als ich dann zum ersten Mal am Strand von Kollund in Südjütland war, entstanden die ersten Bilder zu "Nordlicht" in meinem Kopf.

Ihr Krimi greift das Motiv der falschen Identität auf. Welche Identität würden Sie gern eine Zeit lang annehmen?

Ich würde gerne in die Rolle einer Geheimagentin schlüpfen.

Von Miss Marple, durch die Sie mit 13 Jahren zum Krimifan wurden, bis zu Ihrem Vorbild HenningMankell: Was hält Sie bis heute an Krimis gefangen?

Das Genre fasziniert mich. Das Rätselraten um Motive und Hintergründe, die dunklen Geheimnisse und die seelischen Abgründe der Menschen, und unter welchen Umständen diese zutage treten. Ein Krimi ist wie ein Puzzlespiel. Lauter Einzelteile, die erst zusammengesetzt werden müssen; und der Schwierigkeitsgrad schwankt je nach Anzahl der Beteiligten, Spuren und Besonderheiten. Jeder Fall ist anders. Bei einem gut konstruierten Plot bleibt die Spannung, bis das letzte entscheidende Puzzleteil gefunden wird. Erst dann wird das Gesamtbildsichtbar.

Aufwendige TV-Serien sind inzwischen häufig wie gute Romane gestrickt. Können Sie auch von Serien als Krimiautorin dazulernen?

Die Techniken des Drehbuchschreibens können für Romanautoren sehr hilfreich sein, da hier die Struktur und die Konzentration auf das Wesentliche im Vordergrund stehen. Wer also eine TV-Serie aufmerksam verfolgt, kann dabei viel über Dramaturgie lernen. Ich bin seit Jahren ein großer Fan von TV-Krimiserien mit länderübergreifenden Sondereinheiten, und aus dieser Vorliebe ist die Idee zu meinem deutsch-dänischen Ermittlerteam Boisen und Nyborg entstanden.

Interview: Literaturtest, 2019