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Dark Web
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In der Parallelwelt des Internets

"Es gibt eine Menge Dinge, die wir gerne machen würden, aber leider nicht tun können, weil sie illegal sind. Weil es Gesetze gibt, die sie verbieten. Wir sollten ein paar Orte haben, wo wir sicher sind. Wo wir tun können, was wir wollen." Erfolgsautor Veit Etzold hat dieses Zitat von Google-Gründer Larry Page aus dem Jahr 2013 seinem neuen Thriller vorangestellt, zeigt es doch, wie gefährlich solche Gedanken sind. Denn so ein Ort, an dem alles möglich scheint, ist das Dark Web, die dunkle Seite des Internets. Mitten in diese Parallelwelt ohne Gesetze führt Etzold die Leser in seinem neuen Thriller "Dark Web", der im Februar 2017 im Droemer Knaur Verlag erscheint.

Eine Cyberermittlerin, ein Daytrader und eine neue Suchmaschine stehen im Zentrum dieser atemberaubenden Geschichte über Cyberkriminalität. "Holos" heißt die Wundermaschine, sie ist das "neue große Ding", von dem nun überall die Rede ist. Endlich hat Europa und vor allem Deutschland sein eigenes "Google". Und während die Öffentlichkeit den vermeintlich segensreichen Internetriesen feiert, fragt sich Jasmin Walters, Ermittlerin bei Nemesis, einer Behörde, die zwischen BND und BKA angesiedelt ist, wie eine so große Firma entstehen kann, ohne dass es eine nennenswerte Entwicklungshistorie gibt. Bald findet sie heraus, dass Holos im Dark Web operiert.

Da die Geschäfte an der Börse mehr als nur schlecht laufen, lässt sich Daytrader Oliver Winter von einem ehemaligen Kollegen überreden, über das Dark Web Drogen zu verkaufen. In kürzester Zeit ziehen die beiden eine Handelsplattform auf, die so erfolgreich ist, dass sogar die Russenmafia auf sie aufmerksam wird. Die will nun mit den beiden Gründern ins Geschäft kommen, doch es soll nicht mehr nur um Drogen oder Waffen gehen, sondern auch um Menschen. Verzweifelt fragt sich Oliver, wie er nur in diese Geschichte hineingeraten konnte. Im Dark Web kreuzen sich nun die Wege von …mehr
Autorenporträt
Veit M. Etzold wurde 1973 in Bremen geboren und lebt heute in Berlin. Das M. in seinem Namen steht für Marius und korrekt müsste der Name auch mit Titel geschrieben werden: Dr. Veit M. Etzold. Denn der studierte Anglist, Kunstgeschichtler und Medienwissenschaftler hat 2005 zum Film "Matrix" promoviert. Daneben hat er noch General Management studiert; die Studentenzeit verbrachte er in Oldenburg, London und Barcelona. Er selbst sieht sich "als Wanderer zwischen den Welten", weil er als Geisteswissenschaftler nie in den dafür klassischen Bereichen gearbeitet hat; ihn zog es in die Wirtschaft, und er war u. a. für Banken, in der Unternehmensberatung und in der Managementausbildung tätig. Für Etzold ist es eben spannend, "sich verschiedene Konzepte anzusehen". Dieses "Zwischen-zwei-Welten-Sein" findet sich auch in seinem Debütthriller "Das große Tier", in dem er den "Blick hinter die Kulissen des globalen Kapitalismus" wagt und rund um die Finanzkrise eine Verschwörungsgeschichte spinnt. Sein Debüt brachte ihm Vergleiche mit Dan Brown ein - das ehrt natürlich, doch Etzold will "mehr Relevanz" als Brown in seine Bücher bringen, Themen ansprechen, die alle betreffen. 2012 erschien sein zweites Buch, "Final Cut".
Das meint die buecher.de-Redaktion: Etzold greift in seinen Büchern Themen wie die Finanzkrise oder die Welt der Castingshows auf und entwickelt daraus Thriller, die überzeugen.

Interview mit Veit Etzold



In Ihrem neuen Thriller beschäftigen Sie sich - wie der Titel schon ankündigt - mit dem "Dark Web", der dunklen Parallelwelt des Internets und der Cyberkriminalität. Wie sind Sie zu dem Thema gekommen?

Veit Etzold
: Ich hatte schon öfter vom Dark Web gehört, aber 2013 dann ernsthaft mit den Recherchen begonnen. Die Idee einer Internetwelt, wo alles möglich ist, auch die dunklen Seiten, ist ja schon per se der perfekte Thrillerstoff.

Und wie haben Sie recherchiert? Waren Sie selbst in dieser Parallelwelt unterwegs? Welche Erfahrungen haben Sie da gemacht?

Veit Etzold
: Ja, war ich. Sowohl allein als auch mit professioneller Begleitung. Es ist ja nicht illegal, ins Dark Web zu gehen. Es sind halt nur eine Menge Seiten dort illegal und die sollte man auch nicht betreten. Es gibt dort Dinge, die sind ähnlichwie im Internet. Andere, wie Seiten, auf denen es Waffen zu kaufen gibt, sind erschreckend und einiges ist fast schon wieder komisch. Dass zum Beispiel Drogenplattformen ähnliche Bewertungssysteme haben wie Amazon etwa, wo es auch Kundenhilfe gibt, wie zum Beispiel "Kunden, die Droge A bestellt haben, bestellten auch B . . ."

In Ihrem Buch gibt es Ermittler, Hacker, Start-up-Gründer, die Russenmafia, die Silicon-Valley-Crew und viele andere - das Personenverzeichnis listet mehr als 40 Figuren auf, der Leser verliert dennoch nie den Überblick. Welche Figuren standen am Anfang? Und wie haben Sie die Handlung entwickelt?

Veit Etzold
: Als Erstes standen Oliver und die Russenmafia. Dann kamen die Ermittler und der russische Geheimdienst. Dann die Start-ups und alle anderen. Das Beste ist, immer klein anzufangen und dann die Kreise zu erweitern. Wenn ein klarerFokus bleibt, wird es auch nicht unübersichtlich.

Sie haben einmal gesagt, als Thrillerautor müsse man etwas paranoid sein und immer mit dem Schlimmsten rechnen. Inwieweit trifft das auf "Dark Web" zu?

Veit Etzold: Naja, ein Ort, der völlig anonym ist und wo sich die dunkelsten Seiten des Menschen austoben können, ist ja nichts Angenehmes. Wobei das Dark Web auch gute Seiten hat. Es gibt allerdings einige Teile des Dark Webs, die so schrecklich sind, dass man sie kaum beschreiben kann. Auch wenn ich das im Thriller versuche. Ihr dürft also gespannt sein.

Ihr neuer Thriller ist wahrlich nichts für zartbesaitete Leser: Im Dark Web gibt es auch sogenannte Dolls zu kaufen, Frauen, die durch Amputationen zu reinen Objekten werden. Haben Sie gezögert, diese harte Geschichte zu erzählen?

Veit Etzold: Ja, ein bisschen schon. Wir haben das dann etwas weniger grafisch gemacht, aber es ist immer noch ziemlich erschreckend. Meine Frau, die Rechtsmedizinerin ist, sagte, so etwas Schlimmes habe sie noch nie gelesen. Ob es diese Puppen wirklich gibt? Wer weiß. Ich denke, alles, wofür Menschen zu zahlen bereit sind, das gibt es. Leider.

Ob Schuldenkriseoder Entwicklung des Internets: Ihr Roman liest sich stellenweise auch wie ein Kommentar zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Wie wichtig ist ein Aktualitätsbezug für Ihr Schreiben?

Veit Etzold: Ein Thriller ist umso beklemmender, je realer er ist. Und in Europa läuft derzeit einiges aus dem Ruder. Warum sollte also nicht ein ausländischer Geheimdienst oder die Russenmafia diese Tatsache für seine bzw. ihre Zwecke ausnutzen? Man muss sich als Thrillerautor die Realität anschauen und sie ein wenig überdrehen, aber die Menschen da abholen, wo sie sind. Dann hat man, hoffe ich jedenfalls, einen guten Thrillerplot.

Sie haben internationales Management studiert und für große Beratungsunternehmen gearbeitet. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Veit Etzold: Ich hatte 2006, da war ich noch bei der Boston Consulting Group, die Idee gehabt, einen Thriller zu schreiben. "So ähnlich wie Dan Brown . . .", dachte ich damals. Dann habe ich mir ein Buch gekauft mit dem Titel "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" - das gibt es wirklich - und das einfach abgearbeitet. Offenbarwar das eine gute Strategie.

Und wie viel fließt von Ihrer Arbeit als Berater in Ihre Bücher mit ein?

Veit Etzold: Schon einiges. Einige wirtschaftliche Verstrickungen und globalpolitische Zusammenhänge würde ich ohne meine Beratungserfahrung nicht wissen. Oder sievielleicht nicht so authentisch aufschreiben können. Es macht ja einen Unterschied, ob man die globale Welt aus erster Erfahrung oder nur aus der Zeitung kennt.

"Wie würden Sie "Dark Web" - im Vergleich zu Ihren bisherigen Thrillern - in Ihre Arbeit als Autor einordnen?

Veit Etzold: Meiner Ansicht nach ist es eines der besten Bücher von mir. Und auch eines der rechercheintensivsten, auch wenn das viel Spaß gemacht hat. Wer psychische Spannung sucht, Intrigen, Verschwörungen, Hightech und Cybercrime, der ist hier genau richtig.

Sie sind Autor vonsechs Spiegel-Bestsellern, die in sieben Sprachen übersetzt wurden. Haben Sie ein Erfolgsrezept?

Veit Etzold: Ich schreibe das, was ich selbst gern lesen würde und versuche, niemals langweilig zu sein. Bei der Themenauswahl gilt: Wenn ich zu einem Thema etwas höre, wo ich denke "Wow, das ist ja krass!", ist das meistens etwas, was den Lesern auch gefällt. Durch diesen Test muss also erst einmal jede Idee durch. Erst dann wird geschrieben.