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Das Spiel des Poeten / Commissario Montalbano Bd.16
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Tödliche Rätsel für Commissario Montalbano

Was für ein Auftakt! In "Das Spiel des Poeten" lässt es Andrea Camilleri krachen. Die Geschwister Gregorio und Caterina Palmisano - uralt und religiöse Fanatiker - haben schon lange keinen Kontakt mehr zur Gemeinde. Früher besuchten sie noch die Gottesdienste, aber auch das ist ewig her. Und nun hängt da ein Transparent zwischen den Balkonen ihres Hauses. Der Aufschrift "Ihr Sünder, tut Buße" folgt nach einer Woche "Ihr Sünder, wir werden euch bestrafen" und eine weitere Woche später "Ihr werdet eure Sünden mit dem Leben bezahlen". Meinen die das ernst oder sind sie jetzt völlig übergeschnappt? Und dann geht es auch schon los: Die zwei Alten fangen an, auf Passanten zu schießen. Einsatz für Commissario Montalbano ...

Salvo Montalbano und das Horrorhaus: Die Sache geht ihm an die Nieren ...

Salvo Montalbano schafft es irgendwie, zusammen mit seinem Team, die Kontrolle über Gregorio und Caterina zu bekommen. Beide bieten ein Bild wie aus einem Horrorfilm und auch die Räume des Hauses lehren das Gruseln. Ein Zimmer mutet wie ein Wald an - allerdings ein Wald aus lauter Kreuzen. Und als Montalbano ein Bett inspizieren will, in dem scheinbar eine Tote liegt, faucht ihn Gregorio an: "Wage es ja nicht, dich der Braut zu nähern, die Gott mir gegeben hat!" Unter der Decke: eine lädierte Gummipuppe, mehrmals geflickt und mit nur einem Auge. Caterina verflucht indes Salvo Montalbano und auch sie kann einem Angst machen mit ihrem löchrigen Nachthemd, den vergilbten Haaren und dem einzigen langen Zahn, der noch aus ihrem Mund ragt. Salvo geht dieser Einsatz an die Nieren. Er spürt, dass er mit dem Alter - er ist mittlerweile 57 - nicht dickfelliger, sondern dünnhäutiger geworden ist. "Er sieht die Dinge nicht nur, er nimmt auch ihre Aura wahr, als würde ein feiner Wasserdampf von ihnen aufsteigen und ..." Ja, Montalbano lässt sich mitreißen und erschüttern …mehr
Autorenporträt
Andrea Camilleri wurde am 6. September 1925 in Porto Empedocle geboren, einem sizilianischen Küstenstädtchen. Schon im Alter von 17 Jahren begann er, als Drehbuchautor und Regisseur zu arbeiten. Ein Verdienst Camilleris ist es, Werke bedeutender Dramatiker wie Beckett oder Ionesco erstmals auf italienische Bühnen gebracht zu haben. Lange Jahre unterrichtete er an einer Filmschule in Rom. Später wurde er Professor an der Accademia Nazionale d'Arte Drammatica "Silvio d'Amico", wo er 20 Jahre lang unterrichtete. Camilleri ist verheiratet, hat drei Kinder und mehrere Enkel. Seine schriftstellerische Karriere begann er mit Gedichten, Erzählungen und historischen Romanen, die vor allem in Sizilien angesiedelt waren. Erst mit den Geschichten um Commissario Montalbano gelang Camilleri der Durchbruch, zunächst beim italienischen Publikum, dann auch international. 1995 erschien in Deutschland der erste von bislang zehn Montalbano-Krimis, "Die Form des Wassers". Und wer einmal einen anderen Camilleri kennenlernen möchte, nämlich den scharfen Beobachter des Lebens in seinem Heimatland, kann zu dem Band "Italienische Verhältnisse" greifen, einer Sammlung von Beobachtungen, Satiren und Polemiken.

Das meint die buecher.de-Redaktion: Neben Umberto Eco ist Andrea Camilleri nicht nur der bekannteste zeitgenössische Autor Italiens, er ist auch der geistreichste und vielseitigste.
Ermittlersteckbrief Commissario Salvo Montalbano

Andrea Camilleri ist 89 Jahre alt und bekannt als Dramatiker und Schriftsteller. Seinen internationalen Durchbruch aber schaffte er mit den Kriminalromanen um Commissario Salvo Montalbano erst 1994 - da war Camilleri immerhin schon deutlich über 60 ... Den Namen Montalbano hat Camilleri seinem Commissario übrigens in Gedenken an den spanischen Journalisten, Lyriker und Autor Manuel Vázquez Montalbán gegeben. Er ist 2003 gestorben und auch er wurde erst mit seinen Kriminalromanen um den Privatdetektiv Pepe Carvalho international bekannt.

Montalbano liebt die sizilianische Küche, die Literatur und unkonventionelle Ermittlungsmethoden

Aber nun zu Salvo Montalbano ... dem sizilianischen Ermittler mit Leidenschaft für die regionale Küche, für Literatur, unkonventionelle Ermittlungsmethoden und einer tiefen Abneigung gegen die Mafia und die Mächtigen - was in Sizilien oft genug fast deckungsgleich zu sein scheint. Mittlerweile kämpft Salvo, auch schon 57 Jahre, mit seinem Alter und diversen Zipperlein. Und die Frage, ob er wirklich der geborene "Bulle" ist, ist auch noch nicht hinreichend beantwortet. Aber er hat eben ausgezeichnete Instinkte und so sehen Vorgesetzte wie Kollegen meist über seine Launen hinweg. Montalbano will sich in den Täter hineinversetzen, er will verstehen, was diesen antreibt.

Eigenbrötler in Fernbeziehung - Salvo und die Frauen ...

Ja, er ist ein Eigenbrötler und vermutlich gar nicht so unglücklich über die Freiheit, die ihm die Fernbeziehung zu Livia Burlando gewährt. Livia lebt in Genua, er in dem Küstenstädtchen Vigàta - einer fiktiven Stadt in Sizilien. Und da gibt es noch zwei Frauen in Montalbanos Leben, mindestens: eine davon ist die famose Köchin Adelina, Montalbanos "Perle"; die andere heißt Ingrid und ist für Salvo so etwas wie Freundin, Vertraute und - wenn es darauf ankommt - auch Komplizin. Der Umgang der beiden ist sehr vertraut und mancher könnte sie für ein Liebespaar halten - was immer mal wieder Eifersuchtsattacken bei Livia auslöst ... Ingrid ist schließlich sehr attraktiv.

Caponata und Schwertfischröllchen und Whiskey ... der stillt die Sehnsucht

Aber was soll Montalbano machen? - Er hat eben eine Vorliebe für schöne Frauen und natürlich lange Mittagspausen mit köstlichem Essen. Dafür besucht er meist die Trattoria von "Enzo" und verputzt diverse Antipasti, Schwertfischröllchen oder Spaghetti alle vongole veraci. Salvo hat einen gesegneten Appetit und ist das, was man einen stattlichen Mann nennen würde: groß und kräftig. Damit er nicht noch üppiger wird, bricht er oft nach dem Essen zu einem ausgedehnten Verdauungsspaziergang auf der Mole bis zum Leuchtturm auf - dort raucht er genüsslich eine Zigarette und macht Rast auf dem Felsen. Ja, das Leben kann wirklich schön sein und Salvo Montalbano weiß es auch zu leben. Den anbrechenden Tag genießt er "wie eine süße Konfitüre" mit einem morgendlichen Espresso auf seiner Veranda mit Blick auf das Meer, den Strand und den Himmel. Zum abendlichen Genuss gehören zum Beispiel Rotbarben in Tomatensauce, eine Caponata und Wein. Danach Lektüre, ein Roman von Georges Simenon vielleicht, und Whiskey ... der stillt die Sehnsucht nach Livia und die Melancholie über die Welt, wie sie eben ist: korrupt, gierig und brutal.