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BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
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Kampf dem gläsernen Menschen

Der Bestsellerautor Marc Elsberg nimmt es in seinem neuen Thriller "ZERO" mit den dunklen Machenschaften der digitalen Revolution auf.

Cynthia Bonsant ist nicht unbedingt das, was man einen Techniknerd nennt. Sie ist Journalistin bei der "London Daily", sie kann einen Computer bedienen und nutzt das Internet für ihre Arbeit. Aber wenn es um die Vertiefungen, Verstrickungen und Vernetzungen der digitalen Welt geht, muss die Heldin in "ZERO", dem neuen Thriller des österreichischen Bestsellerautors Marc Elsberg, passen.

Dem Hacker ZERO gelingt es, eine Kameradrohne bei einem Besuch des US-Präsidenten in Stellung zu bringen und so dessen Rede live ins Internet zu übertragen. Cynthia wird daraufhin von ihrem Chefredakteur beauftragt, mehr über diesen geheimnisvollen Hacker in Erfahrung zu bringen. Bei ihren Recherchen kommt sie schließlich auch mit der IT-Firma "Freemee" in Kontakt. Diese betreibt eine Internetplattform, auf der User ihre persönlichen Vorlieben, Fähigkeiten und Interessen kundtun können - und alle User werden in einem Ranking bewertet. Durch das Nutzen bestimmter werbefinanzierter Apps können diese persönlichen Daten, der aktuelle Rankingplatz, aufgewertet werden, indem man in bestimmte angesagte Clubs geht, indem man einen teuren Friseur besucht, seine Sprachfähigkeiten bei einem ausgesuchten Sprachkurs verbessert oder indem man in einem Luxushotel übernachtet. "Freemee" entfacht so einen Wettkampf, bei dem der User immer mehr persönliche Daten preisgibt. Mithilfe einer Datenbrille sind die Nutzer rund um die Uhr in der Lage, ihre Daten via Internet weiterzugeben, zu analysieren und zu verbessern.

"Freemee" - User-Daten als Munition für Manipulation

"Freemee" - ein Name, in dem sich bereits die zynischen Absichten des Unternehmens verbergen - gelangt so in den Besitz einer Unmenge von Daten, welche die Firma in …mehr
Autorenporträt
Elsberg, MarcMarc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg sowie Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard«. Heute lebt und arbeitet er in Wien. Mit seinen internationalen Bestsellern BLACKOUT, ZERO und HELIX etablierte er sich auch als Meister des Science-Thrillers. BLACKOUT und ZERO wurden von »Bild der Wissenschaft« als Wissensbuch des Jahres in der Rubrik Unterhaltung ausgezeichnet und machten ihn zu einem gefragten Gesprächspartner von Politik und Wirtschaft.
Als "Blackout" als Hardcover erschien, wurde es schnell ein Bestseller. Haben Sie mit so einem Erfolg gerechnet?

Marc Elsberg: Der Großteil des Manuskripts war fertig und lag bei den Verlagen auf den Tischen, als Fukushima explodierte. Als danach die Energiewende begann, wusste ich, dass "Blackout" eine Chance hat, von mehr als einer Handvoll Menschen gelesen zu werden. Inzwischen ist das Buch auch in Japan, den Niederlanden und Italien erschienen. Weitere Übersetzungen sind in Arbeit.

Würden Sie "Blackout" als Thriller bezeichnen?

Marc Elsberg: "Blackout" ist in erster Linie Thriller, aber auch Krimi, Gesellschaftsroman, ein wenig Dystopie, sogar etwas Utopie. Vom Thriller kommt die Eskalation, vom Krimi die Suche nach dem Täter, vom Gesellschaftsroman kommen die Einzelschicksale im großen Bild, von der Dystopie kommt das Untergangsszenario und von der Utopie die Hoffnung, dass vernünftige Menschen gemeinsam Gutes erreichen können.

Die Geschichte liest sich beklemmend und erschreckend: Ein kompletter Stromausfall legt Europa lahm. Wer dahinter steckt, weiß niemand und niemand kann das Netz so schnell wieder zum Laufen bringen. Wie realistisch ist dieses Szenario?

Marc Elsberg: Meldungen über Angriffe auf die Energiesysteme und andere Infrastrukturen tauchen immer häufiger in den Medien auf. Die zunehmende Vernetzung unserer Gesellschaft im Allgemeinen und der Ausbau der Energienetze zum "intelligenten Stromnetz" im Speziellen machen solche Angriffe - ob von Terroristen, Kriminellen oder Staaten - zunehmend wahrscheinlicher und vor allem wirkungsvoller.

In "Blackout" wird schnell klar, wie abhängig wir von Energie sind. Selbst die Toilettenspülung läuft ohne Strom nicht mehr, es kommt kein Wasser aus der Leitung, die Supermärkte mit ihren elektronischen Kassen und automatischen Türen kollabieren und Geld aus dem Automaten oder Benzin aus der Zapfsäule gibt es nicht mehr. Kleinigkeiten im Vergleich zu dem Problem der ausfallenden Kühlung für Atomkraftwerke. Es ist ein Wahnsinnstrip, auf den Sie uns da in "Blackout" schicken. Wann hatten Sie die erste Idee zu dem Buch und wie hat sich das Ganze weiterentwickelt?

Marc Elsberg: Ursprünglich wollte ich darüber schreiben, wie die zunehmende Vernetzung der Welt inzwischen jeden Teil unseres täglichen Lebens beeinflusst - ein ziemlich umfangreiches Thema. Die meisten von uns wissen heute zwar, dass ein Auto im Just-in-time-Verfahren mit Teilen von Hunderten Zulieferern aus der ganzen Welt gebaut wird. Und dass nichts mehr geht, wenn diese Kette irgendwo unterbrochen wird. Aber auch mir wurde erst während der Recherchen bewusst, dass heute jeder Supermarkt, jedes Krankenhaus, jede Tankstelle und die meisten Kuhställe genauso funktionieren. Ohne Strom und Informationstechnologie kann man die fünfhundert Kühe in einem modernen Milchproduktionsstall nicht mehr melken. Das wollte ich die Figuren im Buch erlebenlassen.

Neben den vielen alltäglichen Schrecken beunruhigt vor allem auch, wie schnell das "Recht des Stärkeren" gilt, wenn es um die Beschaffung von Lebensmitteln, Benzin oder Medikamenten geht. Wie schnell kippt die Stimmung in "Blackout" in diese Richtung?

Marc Elsberg: Ich werde jetzt nicht alles verraten, nur so viel: Ich bin ein optimistischer Mensch, der nicht glaubt, dass nach zwei Stunden am ganzen Kontinent Armageddon ausbricht. Manche Leute meinen hingegen, ich sei zu optimistisch. Aber auch handelnde Personen in "Blackout" erleben sehr bald unerfreuliche Situationen. Wenn die Speisekammern einmal leer, die Supermärkte ausgeräumt sind und das Geld aus dem Portemonnaie verbraucht ist ...

"Blackout" wurde auch als Wissensbuch des Jahres in der Kategorie Unterhaltung gewählt. Der Preis geht an Autoren, die Themen aus Wissenschaft und Forschung besonders kompetent, verständlich und unterhaltsam präsentieren. Wie lange brauchten Sie für die Recherche zu "Blackout" und wie kamen Sie an all die Informationen?

Marc Elsberg: Ich bin ja kein Techniker, musste mir also erst einmal sehr viel Grundwissen aneignen; durch Lesen, vor allem aber durch zahllose Gespräche mit Experten aus verschiedenen Bereichen. Die Leute sprachen alle sehr gern mit mir, häufig hatte ich das Gefühl, sie freuten sich, dass ihnen endlich einmal jemand zuhört. Dazu kamen natürlich die Recherchen über die Folgen. Das dauerte inklusive Schreiben etwa vier Jahre.

Zufällig wurde gleichzeitig zu meinen Recherchen im Auftrag des Deutschen Bundestages die erste wissenschaftliche Studie zum Thema erstellt. Leider wurde sie erst präsentiert, als mein Manuskript praktisch fertig war. Trotzdem liebe ich sie, denn ich konnte meine Recherchen daran überprüfen. Und wenn heute jemand meint, die Schilderungen in "Blackout" seien absurd oder falsch, kann ich auf die Studie verweisen, die zu denselben Ergebnissen kam wie ich.

Als Leser ertappt man sich unweigerlich dabei, sich zu fragen, wie viele Vorräte an Lebensmitteln und Wasser man selbst für so einen Notfall hätte. Hat sich Ihr "Vorratsverhalten" durch die Recherche zum Buch verändert?

Marc Elsberg: Zu Hause habe ich, was das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in seiner Broschüre "Für den Notfall vorgesorgt" empfiehlt - übrigens wesentlich weniger und einfacher aufzubewahren, als man annehmen möchte. Aber ich bunkere nicht für Monate Lebensmittel und Wasser - und schon gar nicht die Waffen und Munition, die ich im Ernstfall bräuchte, um solche Vorräte zu verteidigen, so wie es mancher im Buch durchaus tut.

Was empfehlen Sie als Vorsorge für Stromausfälle: Was sollte man immer vorrätig haben und woran sollte man noch denken?

Marc Elsberg: Materielle Vorsorge: Siehe vorige Antwort. Sonstiges: ein gutes soziales Netzwerk (und damit meine ich nicht Facebook!) im eigenen geografischen Umfeld, auf das man sich im Ernstfall verlassen kann.

Ihr Held, der italienische Informatiker Piero Manzano, vermutet einen Hackerangriff und versucht, diese Info den Behörden mitzuteilen. Was für ein Typ ist Piero?

Marc Elsberg: Piero ist ein Mensch wie du und ich, der sich zusätzlich gut mit Computern und IT auskennt. Eigentlich will er sich nicht groß hervortun, aber im Lauf der Geschichte treibt ihn sein Verantwortungsgefühl immer tiefer in Schwierigkeiten. Dass er auch seine Fehler und Schwächen hat, macht die Sache natürlich nicht immer einfacher.

Sie lassen "Blackout" in verschiedenen Städten und Regionen spielen und erzählen sowohl von unterschiedlichsten Leben und Schicksalen als auch von der Arbeit hinter den Kulissen in den Behörden und Energiekonzernen. Eigentlich sind alle mit der Situation überfordert. Sie als Autor von "Blackout" sind mittlerweile Krisenexperte. Haben Sie schon Angebote von "ganz oben" als Krisenberater bekommen?

Marc Elsberg: Das war für mich wahrscheinlich die überraschendste Reaktion auf "Blackout" - dass ich als Thrillerautor zu Vorträgen und Diskussionen mit Fachleuten eingeladen werde, wie z. B. zum Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, in die Bundesnetzagentur, zur Diskussion mit dem IT-Direktor des Innenministeriums auf die CeBIT, zu einem Sicherheitstreffen der Ostsee-Anrainerstaaten nach Danzig und zahlreichen anderen Organisationen, Verbänden, politischen Stellen und Unternehmen. Die Terminplanung geht schon bis 2014.

Schätzen Sie als Leser auch gute Thriller?

Marc Elsberg: Thriller lese ich, wenn sie nicht nur spannend sind, sondern mir auch etwas Neues über die Welt erzählen und erklären. Das sind eher Wissenschafts-, Gesellschafts- oder Politthriller. Das reichte in der Vergangenheit von Eric Ambler über Michael Crichton und manches von Andreas Eschbach oder Frank Schätzings "Schwarm" bis zu hartem Stoff wie Don Winslows "Tage der Toten" oder - eigentlich absurder Ausreißer - Max Brooks' Zombie-Apokalypse "World War Z" (dabei interessieren mich Zombies gar nicht!).

Auch wenn Sie als Kolumnist Schreiberfahrung hatten - das Schreiben eines Buches unterscheidet sich doch sehr vom journalistischen Schreiben. Wie leicht oder schwer fiel Ihnen das Schreiben von "Blackout"? Wer war Ihr erster Leser?

Marc Elsberg: Erste Leserin war meine Frau.

Meine Schreiberfahrung stammt aus zwanzig Jahren Werbung texten und vier vor "Blackout" (unter anderem Namen) erschienenen Büchern (und einigen - zu Recht - nicht verlegten).

"Blackout" zu schreiben, fiel mir so leicht oder schwer, wie das Schreiben eines Buches fällt. In manchen Phasen fliegen die Finger über die Tasten, in anderen Zeiten starre ich tagelang den leeren Bildschirm an und zweifle, ob ich jemals fertig werde. Beides gehört für mich dazu. Insgesamt ist es eine der fantastischsten Erfahrungen, die ich kenne.

Sie waren Kolumnist bei "Der Standard" und Kreativdirektor für Werbung. Wie sieht Ihr berufliches Leben nach "Blackout" aus? Gibt es neue Buchpläne und wenn ja, woran arbeiten Sie aktuell? Wann wird das Buch erscheinen?

Marc Elsberg: Tatsächlich erlaube ich mir seit "Blackout", mich fast ausschließlich dem Schreiben und meiner Vortragstätigkeit zu widmen. Das nächste Buch ist in Arbeit.

Interview: Literaturtest