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Eine junge Frau sitzt in ihrer Wohnung und blickt auf die kleinen Dramen, die sich in ihrer Nachbarschaft abspielen. Nur ihr eigenes Leben steht still. Nachdem der Bürgerkrieg in ihrer syrischen Heimat ausbrach, ist die Journalistin dem Versprechen von Sicherheit gefolgt und nach Europa geflüchtet. Betäubt von den Kriegstraumata verstummt sie. Aber sie beginnt, zu schreiben - über ihr Zuhause, die Flucht und die Einsamkeit im britischen Exil. Bis sie sich durch rassistische Übergriffe und fremdenfeindliche Aktionen immer mehr dazu gedrängt sieht, öffentlich Stellung zu beziehen - und zw...
Eine junge Frau sitzt in ihrer Wohnung und blickt auf die kleinen Dramen, die sich in ihrer Nachbarschaft abspielen. Nur ihr eigenes Leben steht still. Nachdem der Bürgerkrieg in ihrer syrischen Heimat ausbrach, ist die Journalistin dem Versprechen von Sicherheit gefolgt und nach Europa geflüchtet. Betäubt von den Kriegstraumata verstummt sie. Aber sie beginnt, zu schreiben - über ihr Zuhause, die Flucht und die Einsamkeit im britischen Exil. Bis sie sich durch rassistische Übergriffe und fremdenfeindliche Aktionen immer mehr dazu gedrängt sieht, öffentlich Stellung zu beziehen - und zwar laut. Findet sie die Kraft, ihre eigene Stimme einzusetzen? Mit brillanter, poetischer Sprache erforscht AlAmmar, was es bedeutet, geflüchtet zu sein.
Layla AlAmmar wuchs mit ihrem kuwaitischen Vater und ihrer US-amerikanischen Mutter in Kuwait auf und studierte Kreatives Schreiben an der Universität Edinburgh. Sie hat in The Evening Standard, Quail Bell Magazine, The Red Letters St. Andrews Prose Journal und im Aesthetica Magazine veröffentlicht, bei dessen Creative Writing Award sie 2014 Finalistin war. Im Jahr 2018 war sie als Writer-in-Residence des British Council beim Small Wonder Short Story Festival tätig. Derzeit lebt sie in Großbritannien, wo sie über arabische Frauenliteratur promoviert. Das Schweigen in mir ist ihr zweiter Roman.
Produktdetails
- Verlag: Jumbo Neue Medien; Goya
- Gesamtlaufzeit: 550 Min.
- Erscheinungstermin: 16. Februar 2023
- Sprache: Deutsch
- ISBN-13: 9783833746161
- Artikelnr.: 65956942
Herstellerkennzeichnung
Jumbo Neue Medien + Verla
Henriettenstraße 42a
20259 Hamburg
customer.service@edel.com
Gebundenes Buch
Eine junge Frau lebt allein in ihrer Wohnung, nachdem sie vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen ist. Traumatisiert und auf sich allein gestellt, ist sie verstummt und beobachtet aus dem Fenster in ihrer Wohnung die Nachbarschaft. Sie analysiert und seziert, stellt Vermutungen an und denkt …
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Eine junge Frau lebt allein in ihrer Wohnung, nachdem sie vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen ist. Traumatisiert und auf sich allein gestellt, ist sie verstummt und beobachtet aus dem Fenster in ihrer Wohnung die Nachbarschaft. Sie analysiert und seziert, stellt Vermutungen an und denkt nach. Sie fängt an, Texte zu verfassen und schreibt eine Kolumne in einem Online-Magazin, wo sie nicht immer verstanden wird, aber immerhin ihre Stimme wiederfindet.
„Niemand ist gern ein Opfer.“ (Seite 118)
Mit scharfem Blick und in eindringlicher Sprache nimmt uns die Autorin auf eine ungewöhnliche Reise mit. Die Protagonistin verfügt über eine außergewöhnlich hohe soziale und emotionale Intelligenz, mit deren Hilfe sie ihre Umgebung regelrecht seziert. Ihre Traumata mögen sie zur Sprachlosigkeit verdammt haben, aber ihre Beobachtungs- und Auffassungsgabe wurden dadurch nur noch geschärft. Ihre Beobachtungen werden unterbrochen durch die täglichen Ereignisse, die sie mit uns teilt, aber auch durch Erinnerungen an vergangene Zeiten, besonders ihre Erfahrungen während der Flucht. Diese sind schwer auszuhalten, fast kaum zu glauben, dass ein Mensch durch eine solche Hölle geht und überlebt.
Die Gedanken und Überlegungen führten bei mir zur großen Empathie, die lediglich in der Mitte einen kleinen Riss bekam. Einer Entgleisung gleich wurde dort verglichen, aufgerechnet gar, was mir nicht gefiel. Für mich ist jedes Leben gleich viel wert, ob eines oder fünfhundert, macht da keinen Unterschied und kann nicht gegeneinander aufgewogen werden. Vielleicht stumpft man aber auch ab, das kann ich nicht beurteilen, zu weit bin ich von solchen Erfahrungen entfernt, um das beurteilen zu können. Und dennoch. So viel Kritik muss erlaubt sein.
Ich habe das Buch gerne gelesen, wenn auch das Thema traurig, schwer und äußerst tragisch ist. Hier wurde einer Flüchtenden eine Stimme gegeben, die mich zum nachdenken und hinterfragen gebracht hat, was falsch und was richtig ist. Es gibt keine Antwort, jeder muss für sich herausfinden, was er damit macht. Ich bedanke mich für diesen Einblick, der meinen Horizont erweitert hat.
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Gebundenes Buch
Eindringlich;
Das Buch beginnt mit allgemeinen Beobachtungen über verschiedene Nachbarn, die ich sehr gelungen fand und mir gut gefallen haben. Dann wechseln sich Kapitel über aktuelles Geschehen im Wohnviertel, veröffentlichte Artikel der Journalistin und bruchstückhafte …
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Eindringlich;
Das Buch beginnt mit allgemeinen Beobachtungen über verschiedene Nachbarn, die ich sehr gelungen fand und mir gut gefallen haben. Dann wechseln sich Kapitel über aktuelles Geschehen im Wohnviertel, veröffentlichte Artikel der Journalistin und bruchstückhafte Erinnerungen an ihr Leben in Syrien und die Flucht ab. Die Erinnerungen sind teilweise sehr nebulös, werden nur angedeutet, verschwimmen mit Alpträumen, Ängsten und Panikattacken. Dadurch wurde für mich schwer greifbar, was der Hauptfigur und ihren nahestehenden Personen wirklich passiert ist und ich hätte mir gewünscht, dass die losen Enden deutlicher gelöst worden wären. Aber vielleicht ist es auch Absicht, die Ungewissheit, die bei Geflüchteten über den Verbleib einiger naher Personen herrschen dürfte, dem Leser näherzubringen. Insgesamt fand ich die Figur der sprachlosen, traumatisierten Schriftstellerin sehr eigenwillig, aber nachvollziehbar und durchaus sympathisch. Ihre Stummheit und ihr Rückzug aus dem Leben sind glaubhaft und wie sie durch die steigende Nähe zu ihren Nachbarn zurück ins Leben findet, wird wirklich schön geschildert. Diesen Blickwinkel auf eine Asylsuchende empfand ich als sehr eindringlich, da für sie aufgrund ihrer Traumata erst nur dieses schweigsame, zurückgezogene Leben möglich war.
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Gebundenes Buch
Der Roman taucht auf brillante Weise in die Seele einer jungen, namenlosen Frau ein, die alles verloren hat, zuerst durch den Krieg, der ihre Welt zerstört hat und dann durch die Flucht, nur um festzustellen, dass auch in der Freiheit Englands keine Sicherheit auf sie wartet. Alles hat es sie …
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Der Roman taucht auf brillante Weise in die Seele einer jungen, namenlosen Frau ein, die alles verloren hat, zuerst durch den Krieg, der ihre Welt zerstört hat und dann durch die Flucht, nur um festzustellen, dass auch in der Freiheit Englands keine Sicherheit auf sie wartet. Alles hat es sie gekostet. Ihre Sicherheit, ihre Erinnerungen, ihre Liebsten, ihre Hoffnungen und schlussendlich auch ihre Stimme. Was bleibt, ist das Schreiben. In der selbstauferlegten Isolation beginnt sie Beiträge für ein Magazin zu schreiben, in denen sie als „die Stimmlose“ über ihre Erfahrungen und Überzeugungen berichtet. Wenn sie nicht schreibt, blickt sie aus dem Fenster, aus ihrer Einsamkeit hinaus in die vielen Leben hinein, die sich im Gebäude gegenüber abspielen. Doch im Laufe der Geschichte muss unsere Erzählerin entscheiden, ob sie der Ohnmacht des Traumas verfällt, oder bereit ist, sich ihre Stimme zurückzuholen.
Der Schreibstil ist unglaublich. Poetisch, intensiv und packend. Das Buch wird aus der Sicht der namenlosen Erzählerin geschrieben und konzentriert sich zu Anfang hauptsächlich auf die Beobachtungen der anderen Gebäudebewohner. Es ist intim, unmittelbar, als würde man Seite an Seite mit ihr in der Stille der Wohnung sitzen und zum Zuschauer all dieser Leben werden. Und während man verfolgt, wie sie allmählich in die Belange der Gemeinde hineingerät, wird die aktuelle Zeitlinie immer wieder durch Rückblenden und verworrene Erinnerungsfetzen aus ihrer Vergangenheit unterbrochen. Man kann nur erahnen, was diese junge, intelligente und wortgewandte Frau durchgemacht haben muss. Die Autorin zieht einen mitten hinein in diesen Strudel aus Angst, Trauma und Perspektivlosigkeit.
„Das Schweigen in mir“ ist so vielschichtig und tiefgründig, emotional und herausfordernd. Es ist ein wunderschöner, einzigartiger und zum Nachdenken anregender Roman, den ich nicht nachdrücklich genug empfehlen kann!
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