Andrea Petkovic
Gebundenes Buch
Zeit, sich aus dem Staub zu machen
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Andrea Petkovic ist einem breiten Publikum nicht nur als Weltklasse-Tennisspielerin bekannt, mit ihrem Debüt »Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht« hat sie sich auch als neue Stimme in der Literaturszene etabliert. In ihrem aktuellen Buch verarbeitet sie den großen Bruch in ihrem Leben: den Ausstieg aus dem Profisport. Und geht dabei existenziellen Fragen auf den Grund, die sich uns allen angesichts großer Veränderungen im Leben stellen.Wer ist man, wenn man das zurücklässt, dem man sein ganzes Leben gewidmet hat? Wie sich neuerfinden? Und wie vor allem weiß man, dass es Zeit ist fÃ...
Andrea Petkovic ist einem breiten Publikum nicht nur als Weltklasse-Tennisspielerin bekannt, mit ihrem Debüt »Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht« hat sie sich auch als neue Stimme in der Literaturszene etabliert. In ihrem aktuellen Buch verarbeitet sie den großen Bruch in ihrem Leben: den Ausstieg aus dem Profisport. Und geht dabei existenziellen Fragen auf den Grund, die sich uns allen angesichts großer Veränderungen im Leben stellen.
Wer ist man, wenn man das zurücklässt, dem man sein ganzes Leben gewidmet hat? Wie sich neuerfinden? Und wie vor allem weiß man, dass es Zeit ist für diesen lebensverändernden Einschnitt? »Zeit, sich aus dem Staub zu machen« erzählt literarisch stark verdichtet von einem Lebensereignis, das sich mal anfühlt wie der harte Ausstieg aus einer Sucht, mal wie ein schmerzlicher Abschied von dem Alltag, wie man ihn nicht anders kannte, mal wie der lustvolle Beginn eines neuen Lebens jenseits der Zwänge des Profisports. Ein Schritt, der für Andrea Petkovic exemplarisch ist für die großen Abschiede und Transformationen, die es in einem Leben zu bewältigen gilt.
Wer ist man, wenn man das zurücklässt, dem man sein ganzes Leben gewidmet hat? Wie sich neuerfinden? Und wie vor allem weiß man, dass es Zeit ist für diesen lebensverändernden Einschnitt? »Zeit, sich aus dem Staub zu machen« erzählt literarisch stark verdichtet von einem Lebensereignis, das sich mal anfühlt wie der harte Ausstieg aus einer Sucht, mal wie ein schmerzlicher Abschied von dem Alltag, wie man ihn nicht anders kannte, mal wie der lustvolle Beginn eines neuen Lebens jenseits der Zwänge des Profisports. Ein Schritt, der für Andrea Petkovic exemplarisch ist für die großen Abschiede und Transformationen, die es in einem Leben zu bewältigen gilt.
Andrea Petkovi¿, 1987 in Tuzla/Bosnien geboren, zog im Alter von sechs Monaten mit ihrer Familie nach Darmstadt. Im Alter von sechs Jahren begann sie mit dem Tennissport. 2011 und 2014 schaffte sie es unter die besten Zehn der Weltrangliste. Die US Open im Jahr 2022 waren ihr letztes Turnier. Als Autorin hat sie 2018 mit ihren Kolumnen im SZ-Magazin für Aufsehen gesorgt. Ihr Debüt 'Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht erschien 2020. Sie schreibt Kolumnen für DIE ZEIT und Sports Illustrated. Seit 2023 arbeitet sie als Analystin und Expertin für Tennis Channel in den USA. Andrea Petkovi¿ teilt ihre Zeit zwischen New York und Darmstadt.
Produktdetails
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch
- 1. Auflage
- Seitenzahl: 217
- Erscheinungstermin: 7. März 2024
- Deutsch
- Abmessung: 207mm x 131mm x 26mm
- Gewicht: 329g
- ISBN-13: 9783462006261
- ISBN-10: 3462006266
- Artikelnr.: 69134144
Herstellerkennzeichnung
Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
produktsicherheit@kiwi-verlag.de
Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Als begnadete Schriftstellerin erweist sich die ehemalige professionelle Tennisspielerin Andrea Petković - zu sportlichen Hochzeiten Nummer 9 der Welt - auch in ihrem neuen Buch, findet Rezensent Paul Jandl. Der episodenhafte Band behandelt die Erfahrung, die Welt des Spitzensports hinter sich gelassen zu haben, ist aber gleichzeitig genau und beschwingt wie ein gutes Tennisspiel, freut sich Jandl. Topstars wie Serena Williams oder Roger Federer tauchen auf und werden glänzend beschrieben, erfahren wir, die gleichzeitig aufs Allgemeine und aufs Konkrete gerichtete Sprache der belesenen Autorin kann sich laut Rezensent gar mit David Foster Wallace messen lassen.
© Perlentaucher Medien GmbH
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Circuit und Zyklus
Raus aus der Tenniskarriere: Für Andrea Petkovic ist es "Zeit, sich aus dem Staub zu machen".
Von Christoph Becker
Es gibt in der an ziemlich perfekten Bühnen nicht armen Welt des Sports kaum eine perfektere Bühne für Egomanen als den Tennisplatz. Überhaupt wird kaum sonst die bisweilen lästige Komplexität des Daseins des Menschen als sozialen Wesens so effektiv minimiert wie beim Tennis. Das Setting ist so reduziert, dass auf dem Spielfeld nur noch die Existenz der Doppellinie an die Möglichkeit einer einigermaßen sozial bereichernden Spielart des Wettkampfs erinnert. Oder womöglich auch nur an die Existenz von Mitmenschen. Das Leben? Reduced to the max. Die Figur hinter dem Netz gegen
Raus aus der Tenniskarriere: Für Andrea Petkovic ist es "Zeit, sich aus dem Staub zu machen".
Von Christoph Becker
Es gibt in der an ziemlich perfekten Bühnen nicht armen Welt des Sports kaum eine perfektere Bühne für Egomanen als den Tennisplatz. Überhaupt wird kaum sonst die bisweilen lästige Komplexität des Daseins des Menschen als sozialen Wesens so effektiv minimiert wie beim Tennis. Das Setting ist so reduziert, dass auf dem Spielfeld nur noch die Existenz der Doppellinie an die Möglichkeit einer einigermaßen sozial bereichernden Spielart des Wettkampfs erinnert. Oder womöglich auch nur an die Existenz von Mitmenschen. Das Leben? Reduced to the max. Die Figur hinter dem Netz gegen
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mich. Und ich gegen mich selbst. Und weil es kein Setting gibt, das durch die Aussicht auf sehr viel Geld nicht noch ein bisschen egozentrierter gestaltet werden könnte, erfand der Mensch die Profitour. Und die Fernsehrechte.
Wegen des Geldes und der Fernsehrechte, für die das Geld fließt, für die aber auch Spiele gespielt werden müssen, die gesendet werden, landet Andrea Petkovic im Januar 2021 in Australien. Es ist der Anfang vom Ende ihrer Karriere als professionelle Tennisspielerin. Der Ausgangspunkt eines Wegs hinaus ins Leben, in die Komplexität, in die ganze Bandbreite menschlicher Interaktion. Raus aus einem Profisport, der menschliche Fehlbarkeit durch eine Erfindung namens Hawkeye wegrationalisiert hat, rein in ein Leben, dessen Spielstand nicht nach jedem Winner und Fehler vom Schiedsrichter angesagt wird.
Damals, im Januar vor drei Jahren, will Petkovic noch gar nicht raus aus dem Business. Damals will sie noch mal angreifen. Damals ist aber vor allem Corona. In Melbourne sollen pandemiekonforme Australian Open stattfinden. Die Fernsehrechte. Das Geld. Heißt auch für Petkovic: Quarantäne im Hotel. Als der Spülkasten des Klos leckt, wird eine halbe Stunde später Werkzeug vor die Tür gelegt. Willkommen im Leben.
Dass Andrea Petkovic Versuchsanordnungen wie Pandemie, Quarantänehotel (mit Boyfriend) und Wasserschaden erzählerisch gewinnbringend umsetzt, überrascht nicht. Dazu war ihr erster Erzählband "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" aus dem Pandemiejahr 2020 zu souverän. Dazu ist auch die Erzählerin Andrea Petkovic zu humorbegabt. Viel interessanter sind die grundsätzlichen Fragen, die sie im nun erschienenen Buch "Zeit, sich aus dem Staub zu machen" begleiten, während sie nach der Tür raus aus der Tenniskarriere sucht. Lohnt sich das überhaupt, dieses Leben? Teile der Antwort könnten sie verunsichern.
Und es werden ja nicht nur "hoffnungsvolle Talente" (Petkovic) von der komplexitätsreduzierenden Droge Sport mitgerissen. Das Geld, das für Fernsehrechte gezahlt wird, spricht da eine recht deutliche Sprache. Die Leute wollen das sehen. Und wer wissen möchte, wie sehr sich viele Menschen - na gut, meist Männer, deren körperliche Leistungsfähigkeit zunehmend rückläufig ist - in die übersichtliche Welt des Wettkampfsports jedweden Niveaus zurücksehnen, kann ja Väter mal begleiten, wenn sie ihrem Nachwuchs beim Sport zuschauen.
Andrea Petkovic ist aber kein Mann. Andrea Petkovic liegt im "April" überschriebenen Kapitel ihres nach Monaten gegliederten Buchs in der Badewanne und menstruiert. "Tränen von Ohnmacht und Schmerz stehen mir in den Augen, ein Bodensatz an Würgen und Entwürdigung und Scham." Der Profisport verhält sich zum Leben wie der Weltraum zur Erde? Alles so schwerelos, nur eben im Trainingsanzug statt im Raumanzug? Jungsträume. Eine männliche Hypothese. Petkovic nimmt sie wie einen Volley. Schmerzverkrampft in der Badewanne. Das ist das Leben einer Sportlerin. Das ist die Schwerkraft. Das ist der Zyklus. Das ist ein Problem.
In dieser Woche veröffentlichte die Sportlervereinigung Athleten Deutschland eine Stellungnahme. Da heißt es: "Die Ergebnisse unserer Gespräche machen deutlich, dass ein geschlechtsspezifisches Training, das die Eigenschaften des weiblichen Körpers berücksichtigt, sehr selten bis gar nicht stattfindet." Dass Sportlerinnen ohne gynäkologische Absprache durchgängig die Antibabypille nehmen, um den Zyklus zu unterdrücken, während ihre Trainer keine Ahnung von zyklusbasiertem Training haben. Dass sie nicht mal sprechen können über ihre Regel. Tabu. Willkommen im Sport.
Ihr Text, schreibt Andrea Petkovic, ist ein Versuch, die Macht über das Narrativ zurückzuerobern. Wenn es noch Hoffnung gibt für den Sport, für die Berichterstattung darüber, Hoffnung darauf, dass es irgendwie doch noch mal besser wird, dann ist es die Tendenz, dass männliche Hypothesen zerlegt werden und das Narrativ weiblicher. Als Sportlerin, sagt Andrea Petkovic, sei es immer darum gegangen, Fassaden aufrechtzuerhalten. Als Erzählerin gehe es darum, Fassaden einzureißen. Sie hat den Ausgang gefunden. Ihre Erzählstimme wird sich vermutlich entfernen vom Sport. Das ist keine gute Nachricht. Für den Sport.
Andrea Petkovic: "Zeit, sich aus dem Staub zu machen". Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, 23 Euro.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Wegen des Geldes und der Fernsehrechte, für die das Geld fließt, für die aber auch Spiele gespielt werden müssen, die gesendet werden, landet Andrea Petkovic im Januar 2021 in Australien. Es ist der Anfang vom Ende ihrer Karriere als professionelle Tennisspielerin. Der Ausgangspunkt eines Wegs hinaus ins Leben, in die Komplexität, in die ganze Bandbreite menschlicher Interaktion. Raus aus einem Profisport, der menschliche Fehlbarkeit durch eine Erfindung namens Hawkeye wegrationalisiert hat, rein in ein Leben, dessen Spielstand nicht nach jedem Winner und Fehler vom Schiedsrichter angesagt wird.
Damals, im Januar vor drei Jahren, will Petkovic noch gar nicht raus aus dem Business. Damals will sie noch mal angreifen. Damals ist aber vor allem Corona. In Melbourne sollen pandemiekonforme Australian Open stattfinden. Die Fernsehrechte. Das Geld. Heißt auch für Petkovic: Quarantäne im Hotel. Als der Spülkasten des Klos leckt, wird eine halbe Stunde später Werkzeug vor die Tür gelegt. Willkommen im Leben.
Dass Andrea Petkovic Versuchsanordnungen wie Pandemie, Quarantänehotel (mit Boyfriend) und Wasserschaden erzählerisch gewinnbringend umsetzt, überrascht nicht. Dazu war ihr erster Erzählband "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" aus dem Pandemiejahr 2020 zu souverän. Dazu ist auch die Erzählerin Andrea Petkovic zu humorbegabt. Viel interessanter sind die grundsätzlichen Fragen, die sie im nun erschienenen Buch "Zeit, sich aus dem Staub zu machen" begleiten, während sie nach der Tür raus aus der Tenniskarriere sucht. Lohnt sich das überhaupt, dieses Leben? Teile der Antwort könnten sie verunsichern.
Und es werden ja nicht nur "hoffnungsvolle Talente" (Petkovic) von der komplexitätsreduzierenden Droge Sport mitgerissen. Das Geld, das für Fernsehrechte gezahlt wird, spricht da eine recht deutliche Sprache. Die Leute wollen das sehen. Und wer wissen möchte, wie sehr sich viele Menschen - na gut, meist Männer, deren körperliche Leistungsfähigkeit zunehmend rückläufig ist - in die übersichtliche Welt des Wettkampfsports jedweden Niveaus zurücksehnen, kann ja Väter mal begleiten, wenn sie ihrem Nachwuchs beim Sport zuschauen.
Andrea Petkovic ist aber kein Mann. Andrea Petkovic liegt im "April" überschriebenen Kapitel ihres nach Monaten gegliederten Buchs in der Badewanne und menstruiert. "Tränen von Ohnmacht und Schmerz stehen mir in den Augen, ein Bodensatz an Würgen und Entwürdigung und Scham." Der Profisport verhält sich zum Leben wie der Weltraum zur Erde? Alles so schwerelos, nur eben im Trainingsanzug statt im Raumanzug? Jungsträume. Eine männliche Hypothese. Petkovic nimmt sie wie einen Volley. Schmerzverkrampft in der Badewanne. Das ist das Leben einer Sportlerin. Das ist die Schwerkraft. Das ist der Zyklus. Das ist ein Problem.
In dieser Woche veröffentlichte die Sportlervereinigung Athleten Deutschland eine Stellungnahme. Da heißt es: "Die Ergebnisse unserer Gespräche machen deutlich, dass ein geschlechtsspezifisches Training, das die Eigenschaften des weiblichen Körpers berücksichtigt, sehr selten bis gar nicht stattfindet." Dass Sportlerinnen ohne gynäkologische Absprache durchgängig die Antibabypille nehmen, um den Zyklus zu unterdrücken, während ihre Trainer keine Ahnung von zyklusbasiertem Training haben. Dass sie nicht mal sprechen können über ihre Regel. Tabu. Willkommen im Sport.
Ihr Text, schreibt Andrea Petkovic, ist ein Versuch, die Macht über das Narrativ zurückzuerobern. Wenn es noch Hoffnung gibt für den Sport, für die Berichterstattung darüber, Hoffnung darauf, dass es irgendwie doch noch mal besser wird, dann ist es die Tendenz, dass männliche Hypothesen zerlegt werden und das Narrativ weiblicher. Als Sportlerin, sagt Andrea Petkovic, sei es immer darum gegangen, Fassaden aufrechtzuerhalten. Als Erzählerin gehe es darum, Fassaden einzureißen. Sie hat den Ausgang gefunden. Ihre Erzählstimme wird sich vermutlich entfernen vom Sport. Das ist keine gute Nachricht. Für den Sport.
Andrea Petkovic: "Zeit, sich aus dem Staub zu machen". Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, 23 Euro.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Dass Andrea Petkovic mit Worten mindestens genauso gut umgehen kann wie mit dem Tennisschläger, hat sie spätestens mit dem Erzählband 'Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht' bewiesen. Ihr Buch 'Zeit, sich aus dem Staub zu machen' ist daher weit mehr als bloß die Biografie einer Sportlerin, die viel erlebt und viel gewonnen hat.« Südkurier 20240507
Einblicke hinterm Platz
Was passiert eigentlich, wenn die Tennisspielerin auf ihr Match wartet. Sie schaut in der Kabine auf dem Monitor sich die vorherigen Partien an.
Und wie bereitet sie sich vor? 50 Prozent ist Psychologie. Gegen Serena Williams versuchte Petkovic nicht aufzufallen. …
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Einblicke hinterm Platz
Was passiert eigentlich, wenn die Tennisspielerin auf ihr Match wartet. Sie schaut in der Kabine auf dem Monitor sich die vorherigen Partien an.
Und wie bereitet sie sich vor? 50 Prozent ist Psychologie. Gegen Serena Williams versuchte Petkovic nicht aufzufallen. Gelang nicht ganz.
Der Anfang des Buches erinnert an den Corona-Wahnsinn. In der Quarantäne vor den Australian Open muss sie mit ihrem Partner sogar das Klo selbst reparieren.
Und dann das Altern, das im Leistungssport schon mit Ende 20 beginnt. Nicht zu vergessen sind auch die Menstruationsbeschwerden, die die Autorin freimütig in ihrer Badewanne beschreibt.
Das alles war ziemlich spannend. Weniger interessant waren aber die endlosen Gespräche mit ihren Freundinnen und Freunden. Deswegen nur 4 Sterne. Auch der Verlag sollte überlegen, ob das Kapitel September II nicht als September 11 gelesen werden kann.
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Nachdem mich Andrea Petkovićs (*1987) literarisches Debüt positiv überrascht hatte, habe ich nun auch ihr zweites Buch gelesen. In "Zeit, sich aus dem Staub zu machen" verarbeitet sie ihren Abschied vom Profitennis auf emotional-persönliche Weise. Nach 15 Jahren mit festen …
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Nachdem mich Andrea Petkovićs (*1987) literarisches Debüt positiv überrascht hatte, habe ich nun auch ihr zweites Buch gelesen. In "Zeit, sich aus dem Staub zu machen" verarbeitet sie ihren Abschied vom Profitennis auf emotional-persönliche Weise. Nach 15 Jahren mit festen Alltagsroutinen und Trainingsplänen kann sie erstmals in den Tag hineinleben. Dabei geht sie durchaus exzessiv vor, pfeift auf Askese, trinkt Alkohol, isst ungesund und setzt mit dem Sport aus. Sie fühlt sich befreit. Doch bald schon beginnt sie ihren disziplinierten Lebenswandel zu vermissen und fragt sich nach dem Sinn des Lebens. Fernab des Tennisplatzes versucht sie der innerlichen Leere mit neuen Projekten - u.a. als Tenniskommentatorin und Journalistin – zu begegnen. Urlaub und Sabbatical sind für sie, der harten Arbeiterin, allerdings keine Option. Die eigene Vergänglichkeit, die Verletzungsanfälligkeit in den letzten Jahren ihrer Tenniskarriere und die ausbleibenden Turniererfolge beschäftigen sie bis heute. Wer dieses zutiefst ehrliche Buch liest, egal ob man Sportler ist oder nicht, der wird mit der Zerrissenheit und den Zweifeln nach der Beendigung eines Lebensabschnitts konfrontiert. Diese tiefen Einblicke in Petkovićs Seelenleben sind echt und stimmen beim Lesen zugleich nachdenklich. Ihre Härte gegen sich selbst kann ich selbst gut nachvollziehen. Ihr selbstkritischer wie reflektierter Schreibstil ist genau nach meinem Geschmack und ich hoffe, dass noch weitere Bücher aus ihrer Feder erscheinen werden. Gern auch wieder mit einem effektvollen Cover wie diesem (s. aufgerollter Tennisplatz).
Lieblingszitat, Seite 144: „Man bekam den Menschen aus dem Sport heraus, aber den Sport nicht aus dem Menschen.“
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Andrea Petkovic war mir zwar bereits seit Jahren namentlich bekannt, da ich mich aber nur am Rande für Tennis interessiere, bin ich erst wirklich auf der Frankfurter Buchmesse 2022 auf sie aufmerksam geworden, wo sie zusammen mit Frank Weidermann Interviews für die ZEIT führte. Ihre …
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Andrea Petkovic war mir zwar bereits seit Jahren namentlich bekannt, da ich mich aber nur am Rande für Tennis interessiere, bin ich erst wirklich auf der Frankfurter Buchmesse 2022 auf sie aufmerksam geworden, wo sie zusammen mit Frank Weidermann Interviews für die ZEIT führte. Ihre reflektierte, zurückhaltende und sympathische Art ist mir positiv im Gedächtnis geblieben, und so war ich nun neugierig auf ihr (zweites) Buch.
Darin schreibt sie über die letzten eineinhalb Jahre ihrer Tenniskarriere und über ihren Abschied vom Hochleistungssport. Sehr persönlich und ehrlich schildert sie den schmerzhaften Prozess, die altersbedingten Grenzen des Körpers im Profisport anzuerkennen, und ihre Identitätskrise in den Monaten nach dem letzten Match. Wer ist man eigentlich noch, was macht einen Menschen noch aus, wenn das, worüber man sich seit seiner Jugend definiert hat, woran man sein gesamtes Denken, Handeln und Fühlen ausgerichtet hat, plötzlich wegbricht?
Andrea Petkovic schreibt offen und klar, lebendig und glaubwürdig. Ihre Direktheit auch im Umgang mit eigenen Schwächen gefällt mir sehr, und ihrem Schreibstil merkt man an, dass sie eine sehr selbstkritische, gebildete und intelligente Frau ist. Da massive Umbrüche im Leben, welche die eigene Identität infrage stellen, viele Ursachen haben können, ist das Buch auch für nicht tennisaffine Leser und Leserinnen interessant. Ich konnte mich sehr gut in Andrea Petkovic einfühlen und habe auch einige ermutigende Gedanken daraus für mich mitgenommen.
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