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Die 33 Gedichte dieses 1959 im S. Fischer Verlag erschienenen Gedichtbandes - darunter so wichtige Texte wie Stimmen, Tenebrae, Blume oder Engführung - entstanden zwischen 1955 und 1958. Celan selbst schrieb von der Sprache der deutschen Lyrik jener Zeit, sie sei »nüchterner, faktischer« geworden: »Dieser Sprache geht es (...) um Präzision. Sie verklärt nicht, 'poetisiert' nicht, sie nennt und setzt, sie versucht, den Bereich des Gegebenen und des Möglichen auszumessen.« Ein Bild solcher Präzision vermittelt auch der Apparatband dieser Ausgabe. Seit den frühen fünfziger Jahren sammelte Celan…mehr

Produktbeschreibung
Die 33 Gedichte dieses 1959 im S. Fischer Verlag erschienenen Gedichtbandes - darunter so wichtige Texte wie Stimmen, Tenebrae, Blume oder Engführung - entstanden zwischen 1955 und 1958. Celan selbst schrieb von der Sprache der deutschen Lyrik jener Zeit, sie sei »nüchterner, faktischer« geworden: »Dieser Sprache geht es (...) um Präzision. Sie verklärt nicht, 'poetisiert' nicht, sie nennt und setzt, sie versucht, den Bereich des Gegebenen und des Möglichen auszumessen.«
Ein Bild solcher Präzision vermittelt auch der Apparatband dieser Ausgabe. Seit den frühen fünfziger Jahren sammelte Celan Vorstufen seiner Gedichte in Mappen und datierte sie. Aber zu keinem anderen seiner Gedichtbände hat der Autor eine solche Vielzahl von Zeugen aus der Entstehungsgeschichte der Texte aufbewahrt. Ihre erstmals vollständige, textgenetisch strukturierte Wiedergabe erlaubt einen tiefen Einblick in die minutiöse, ungemein nuancierte Arbeit Celans an der Entfaltung seiner Dichtung.
Die Bonner Ausgabe ist die umfassende, maßgebliche Ausgabe der Werke Paul Celans. Sie dokumentiert vollständig die Entstehung der Texte. Dies geschieht in genauester Beschreibung der überlieferungsträger und in der genetischen Darstellung der einzelnen Textschichten.
Autorenporträt
Celan, PaulPaul Celan wurde am 23. November 1920 als Paul Antschel als einziger Sohn deutschsprachiger, jüdischer Eltern im damals rumänischen Czernowitz geboren. Nach dem Abitur 1938 begann er ein Medizinstudium in Tours/Frankreich, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien, zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1942 wurden Celans Eltern deportiert. Im Herbst desselben Jahres starb sein Vater in einem Lager an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Von 1942 bis 1944 musste Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Bukarest, erste Gedichte wurden publiziert. Im Juli 1948 zog er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte. Im selben Jahr begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird durch den posthum veröffentlichten

Briefwechsel Herzzeit zwischen den beiden bestätigt. Im November 1951 lernte Celan in Paris die Künstlerin Gisèle de Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete. 1955 kam ihr gemeinsamer Sohn Eric zur Welt. Im Frühjahr 1970 nahm sich Celan in der Seine das Leben.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Seit einiger Zeit verfolgt der Suhrkamp-Verlag eine historisch-kritische Celan-Ausgabe, von der man sich, behauptet Michael Ott, Aufschluss über die teilweise so enigmatischen Gedichte Celans versprochen hatte. Doch schon die ersten Bände der Bonner Celan-Arbeitsstelle hätten deutlich gemacht, resümiert Ott, dass dies ein Trugschluss war und keineswegs von einem linearen, rückverfolgbaren Entstehungsprozess der Texte die Rede sein könnte. Insofern hieß das Resultat, für Ott, philologische Detail-Arbeit, in der einzelne Texte einander zugeordnet und Überarbeitungsschritte deutlich gemacht wurden. Dabei herausgekommen ist eine - außer für Celan-Spezialisten - nicht zu empfehlende, weil fast unlesbare Edition, meint Ott, da zugunsten des "Apparats" auch auf sämtliche Kommentare verzichtet wurde. Im Falle des neu vorliegenden Bandes "Sprachgitter" fühlt sich Ott, bei aller Wertschätzung der philologischen Arbeit, teilweise an eine physikalische Formelsammlung erinnert, da die Gedichte, Verszeilen und ihre Abweichungen teilweise mit bis zu drei Signaturen gekennzeichnet seien.

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