Bastian Kresser
Gebundenes Buch
Verformung
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Der Berliner Manager Marc Steiner belegt nach einem Burnout einen Messerschmiedekurs im Spreewald beim verschlossenen, zugleich charismatischen Niels Bergmann. Dort lernt er nicht nur das Schmieden, sondern auch Niels' Reich kennen - eine Welt nach eigenen Regeln. Zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Freundschaft, und bald wird Marc Teil dieses abgeschotteten Kosmos - mit meterhohem Zaun, Bunker und rätselhaften Besuchern. Als Marc die Journalistin Nina kennenlernt und ihr Niels vorstellt, wird sie jedoch sofort misstrauisch: Mit diesem Mann stimmt etwas nicht. Sie beginnt zu recherc...
Der Berliner Manager Marc Steiner belegt nach einem Burnout einen Messerschmiedekurs im Spreewald beim verschlossenen, zugleich charismatischen Niels Bergmann. Dort lernt er nicht nur das Schmieden, sondern auch Niels' Reich kennen - eine Welt nach eigenen Regeln. Zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Freundschaft, und bald wird Marc Teil dieses abgeschotteten Kosmos - mit meterhohem Zaun, Bunker und rätselhaften Besuchern. Als Marc die Journalistin Nina kennenlernt und ihr Niels vorstellt, wird sie jedoch sofort misstrauisch: Mit diesem Mann stimmt etwas nicht. Sie beginnt zu recherchieren - die vermeintliche Idylle kippt und plötzlich steht alles auf dem Spiel. Was als handwerkliches Retreat begann, wird zur existenziellen Auseinandersetzung mit Wahrheit, Manipulation und moralischen Grenzen. "Verformung" ist ein vielschichtiger Gegenwartsroman über Selbstverlust und Neuanfang, Kontrolle und Hingabe - intensiv, atmosphärisch und voller Spannung. "Wunderbar zum Lesen und filmisch zu träumen. Verformung hinterlässt tiefe Spuren und man wird animiert, seinen eigenen Film zu gestalten." Robert Dornhelm, Regisseur
Bastian Kresser, 1981 in Feldkirch geboren, studierte Anglistik und Amerikanistik an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Er lebt und schreibt in Vorarlberg. Für seinen Debütroman Ohnedich erhielt er 2014 den achensee.literatour-Preis. Im selben Jahr wurde ihm der Anerkennungspreis der Wuppertaler Literatur Biennale für die Kurzgeschichte Vergessen verliehen. 2019 stand er auf der Shortlist des Literaturpreises Alpha. 2022 erhielt er die Veranstaltungsförderung des BVÖ sowie das Spreewald-Literatur-Stipendium. Bastian Kressers Texte erscheinen in verschiedenen Literaturmagazinen.
Produktdetails
- Verlag: Braumüller GmbH
- Seitenzahl: 346
- Erscheinungstermin: 1. Oktober 2025
- Deutsch
- Abmessung: 208mm x 131mm x 31mm
- Gewicht: 514g
- ISBN-13: 9783992003976
- ISBN-10: 3992003973
- Artikelnr.: 74222834
Herstellerkennzeichnung
Braumüller GmbH
Servitengasse 5
1090 Wien, AT
office@braumueller.at
Selbstfindung in Zeiten des globalen Zweifels
Atmosphärisch gut gebauter Roman über Burnout und die Suche nach der Erfüllung in einer Welt, die nur Probleme als Lichtpunkte in dem schier endlos langen Tunnel des Lebens setzt.
Der Manager Marc nimmt sich eine Auszeit, die ihn …
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Selbstfindung in Zeiten des globalen Zweifels
Atmosphärisch gut gebauter Roman über Burnout und die Suche nach der Erfüllung in einer Welt, die nur Probleme als Lichtpunkte in dem schier endlos langen Tunnel des Lebens setzt.
Der Manager Marc nimmt sich eine Auszeit, die ihn zunächst in die innere Leere der sogenannten Freizeit fallen lässt. Ein Schmiedelehrgang, ein Geschenk eines befreundeten Paares, scheint zunächst wenig Sinn zu versprechen. Doch dann findet er eine fremde, spannende Welt, die Welt von Niels, der ihm zeigt, wie man Messer schmiedet.
Mit einem Mal sieht man den erfolgreichen Manager von Siemens als im Grunde einsame Seele, die nie einen wirklich Halt gefunden hatte.
Unterschwellig schwimmen jedoch immer wieder Zweifel hoch. Was ist mit dem Bunker? Was ist hiermit, was damit? Niels und Marc scheinen im Gegenüber einen echten Freund gefunden zu haben, sind sich aber nie wirklich sicher, den Anderen in Gänze zu kennen.
Das Spiel von Licht und Schatten ist perfekt realisiert und zieht den Leser immer tiefer ins Geschehen. Auch die Zeitnähe und Authentizität, durch Schlagworte wie Reichsbürger, Corona, AfD und Verschwörungstheoretiker, verfehlen nicht ihre Wirkung.
Mit dem Auftauchen der zweiten weiblichen Protagonistin, Sonja, kippt die Story das erste Mal. Marc verliebt sich Hals über Kopf in sie, und es wird zweifelhaft, ob nicht alles in Frage gestellt ist: Freundschaft, Weltbild und Selbstfindung der Hauptperson Marc.
Es ist ein sehr gelungener Roman, der viele Fragen aufwirbelt, aber auch Antworten liefert.
Eines dieser Bücher, die nicht geschrieben wurden, um nur zu unterhalten, sondern um einen nachdenklich zu machen und ein kleines Stück weiser.
Absolut lesenswert.
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Wegen eines Burnouts nimmt sich der Manager Marc Steiner eine 7 monatige Auszeit, wo ihm seine Freunde einen Messerschmiedekurs schenken. Kaum trifft er auf den verschlossenen, aber charismatischen Niels Bergmann, der sein Grundstück mit einem meterhohen Zaun gesichert hat, wo es einen Bunker …
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Wegen eines Burnouts nimmt sich der Manager Marc Steiner eine 7 monatige Auszeit, wo ihm seine Freunde einen Messerschmiedekurs schenken. Kaum trifft er auf den verschlossenen, aber charismatischen Niels Bergmann, der sein Grundstück mit einem meterhohen Zaun gesichert hat, wo es einen Bunker gibt, sowie geheimnisvolle Besucher immer wieder auftauchen, beginnt für Marc ein neues Leben. Die Schmiedearbeit nimmt ihn immer mehr gefangen und auch die beginnende Freundschaft zu Niels ist für ihn etwas besonderes.
Als Marc die Journalistin Nina kennen lernt, scheint für ihn das Glück perfekt zu sein, doch nach einem ersten Kennenlernen mit Niels gerät ein Stein ins Rollen, den scheinbar niemand mehr aufhalten kann. Nina spürt, dass mit Niels etwas nicht stimmt und ihr Spürsinn ist erwacht. Marc gerät nun zwischen die Fronten, wo ihn Nina mit ihren Recherchen über Niels immer wieder erschüttert und er letztendlich nicht mehr weiß, wem oder was er glauben kann.
Der Roman ,,Verformung“ von Bastian Kresser wird den Leser nicht ganz unbeeindruckt zurück lassen. Es werden darin viele Themen angesprochen, wo jeder entweder schon persönliche Erfahrungen damit gemacht hat oder sich über gewisse Dinge Gedanken gemacht hat.
Zu Beginn bin ich etwas schwer in den Roman hinein gestartet, da mir Marc zu verunsichert und ängstlich war ob seiner psychischen Situation, die der Autor sicherlich gut dargestellt hat. Da ist es mir dann etwas zu schnell gegangen, dass er bereits nach ein paar Tagen in der Schmiede selbstbewusst und gestärkt ob seines Burnouts hervor gegangen ist. Auch hat mir dabei seine ,,Unterwürfigkeit“ gegenüber Niels gestört, den er immer wieder als seinen „Meister“ und seinen ,,Schmied“ bezeichnet hat.
Im Laufe der Geschichte wird man aber dann immer mehr hineingezogen in eine Welt wo Marc und Nina, die zu Beginn unsterblich ineinander verliebt waren, plötzlich aus den Fugen gerät. Der Autor schafft es dabei, dass man selbst immer wieder zweifelt ob eine richtige Gefahr von Niels ausgeht, der abgeschieden lebt, der seltsame Besucher bekommt und der offensichtlich alles von Nina weiß und ihre technischen Geräte plötzlich gehackt worden sind.
Man hat das Gefühl, dass so gut wie jeder etwas zu verbergen hat und so mancher versucht, den anderen auf subtile Art und Weise zu manipulieren.
Man merkt in der Geschichte aber auch, wie schwer es sein kann, wenn man ,,anders“ denkt und lebt, dass einem sehr schnell ein Stempel aufgedrückt wird und man sich bereits im Vorhinein eine Meinung bildet, die sich aber letztendlich als falsch heraus stellt.
Es ist ein stiller Roman, wo leider sehr viel geraucht wird in gefühlt jeder Szene, wo man aber gut eintauchen kann in die Gedanken der Protagonisten. Man ertappt sich dabei, dass man selbst immer wieder seine eigene Haltung gegenüber Andersdenkender, Medienberichte... überdenkt, wo es oft gar nicht so leicht ist heraus zu finden, ob wir nicht immer wieder durch andere manipuliert werden, ohne dass es uns wirklich bewusst ist.
Es ist eine Geschichte wo besonders Marc gestärkt hervor gehen wird, der viel über sich selbst gelernt hat, der gemerkt hat, wie wichtig Niels für ihn ist und dass jeder sein Leben selbst in die Hand nehmen muss, wenn er glücklich und zufrieden sein will.
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Marc fühlt sich ausgebrannt und leer, er will etwas Neues, Anderes. Da kommt das Geschenk von Freunden genau richtig. Marc fährt in den Spreewald zu einem Messerschmied, der Worcshops anbietet. Marc ist begeistert von diesem Handwerk und entwickelt eine Freundschaft zu Niels, dem …
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Marc fühlt sich ausgebrannt und leer, er will etwas Neues, Anderes. Da kommt das Geschenk von Freunden genau richtig. Marc fährt in den Spreewald zu einem Messerschmied, der Worcshops anbietet. Marc ist begeistert von diesem Handwerk und entwickelt eine Freundschaft zu Niels, dem Messerschmied. Doch irgendetwas ist hieranders, unerklärlich! Warum dieser meterhohe Zaun um den Hof, wer sind diese Personen, die hier ein und ausgehen, warum hat Niels einen Bunker? Als Marc die Journalistin Nina kennenlernt, nimmt die Geschichte richtig fahrt auf. Mit ihrem geschulten Spürsinn entdeckt Nina, dass sich Niels und seine Frau Verschwörungstheorien nachgehen und sich im Darknet " schlau" machen. Alles ist sehr geheimnisvoll und doch hat man das Gefühl, das sich hier der Spiegel unserer Zeit öffnet. Man fragt sich ob die Meinungsfreiheit hier Grenzen aufgezeigt bekommt. Zu Beginn etwas schwerfällig, doch wenn man einmal den Faden gefunden hat, mag man das Buch nicht mehr weglegen. Bitte nicht nach den ersten Seiten aufgeben, dieses Buch ist einfach nur gut!
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Wenn das Publikum zu raunen beginnt …
Dann hat der Autor dieses Romans offenbar sein Ziel erreicht. Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob er vorhatte seine Leser zu manipulieren. Und die fallen darauf geradezu beispielhaft herein. In einer Leserunde konnte man das gut verfolgen.
Die …
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Wenn das Publikum zu raunen beginnt …
Dann hat der Autor dieses Romans offenbar sein Ziel erreicht. Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob er vorhatte seine Leser zu manipulieren. Und die fallen darauf geradezu beispielhaft herein. In einer Leserunde konnte man das gut verfolgen.
Die Geschichte ist einfach gestrickt und spielt im Spreewald, wo es nach Ansicht des Autors viele Kanäle gibt und wo irgendwie falsch gewählt wird. Die „Kanäle“ sind Seitenarme der Spree und heißen Fließe, weil sie natürlichen Ursprungs sind. Wenn man ein Spreewald-Stipendium gewonnen hat, sollte man das vielleicht wissen.
Marc hat sich eine Auszeit von seinem stressigen Beruf genommen und einen Messer-Schmiedekurs im Spreewald belegt. Der Schmied hat sein Grundstück mit einem hohen Zaun blickdicht geschützt, der selbst oder vielleicht gerade im Spreewald wohl so nicht genehmigt werden würde. Auf dem Grundstück gibt es einen Bunker und einen Störsender gegen Funkwellen. Und natürlich hat der Schmied Niels auch die Empfehlungen der Bundesregierung befolgt und sich Vorräte angelegt. Ein klassischer „Verschwörungstheoretiker“ halt. Zu den Stichworten, die der Autor noch in den literarischen Raum wirft, gehört auch das Kaufen großer Mengen Düngemittel. Es kann sich also nur um einen ziemlichen Bösewicht handeln. Oder?
Ob das tatsächlich so ist, weiß man erst, wenn man das Buch bis zum Ende durchgehalten hat. Es lebt allein von dieser langatmig aufgebauten Spannung. Zwischendrin kommt auch noch eine farbige Journalistin ins Spiel, die sämtliche Klischees bedient und den Verdacht gegen Niels noch bestärkt. Alles ziemlich geschickt gemacht, aber auch durchschaubar. Aber seltsamerweise glauben dennoch hinreichend viele Leser an den bösen Buben. Unter ihnen sind bestimmt auch Liebhaber von Kriminalromanen. Dann sollten sie eigentlich wissen, dass das scheinbar Offensichtliche niemals stimmt. Es gehört zu den Grundprinzipien solcher Bücher, den Leser gerade so an der Nase herumzuführen.
Große Literatur ist dieser Roman nicht. Seine Sprache wirkt hölzern, und die Geschichte selbst ist voller Widersprüche. Außerdem liegt die Handlung sehr nahe an der Tagespolitik. Die Figuren besitzen keine literarische Tiefe. Eine Ausnahme ist Marc. Bei den anderen hätte Versuche, ihnen Leben und Charakter einzuhauchen, das Konzept des Autors durcheinandergebracht, also die Unbestimmtheit vorzeitig aufgelöst. So lässt er den Leser mit seinen Vermutungen allein, eben wie in einem Krimi. Nur gibt es hier keine Leiche, sondern nur eine substanzlose Ahnung, die mehr oder weniger geschickt ins Spiel gebracht und am Leben gehalten wird.
Zwar kennt sich der Autor im Spreewald nicht besonders aus, dafür aber in irgendwelchen seltsamen „alternativen“ Heilmethoden, die schließlich auch noch in die Handlung einfließen, die These von der Verrücktheit mancher Person in diesem Buch stützen sollen, aber auch wenigstens eine Vermutung entschärfen.
Wenn es etwas an diesem Buch gibt, das mich überzeugt hat, dann ist es die Hauptfigur Marc. Erstens zeigt sich an ihr, dass schöpferisches Arbeiten mit den Händen den Geist beruhigt und zur Erdung und geistigen Heilung beiträgt. Zweitens aber – und das ist wohl das Wichtigste – zeigt Marc, dass man seinem Bauchgefühl standhaft trauen sollte anstatt sich von anderen manipulieren zu lassen. Und drittens gelingt es dem Autor zu zeigen, wie wahre Freundschaften entstehen: Manche Menschen finden zueinander, weil sie ohne großes Gerede eine Verbindung spüren, der sie fest vertrauen können.
Insofern besitzt das für manche überraschende Ende auch etwas wirklich Heilsames.
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beunruhigend echt
Es ist kein einfacher Thriller, sondern ein kluger, atmosphärischer Roman über Identität, Macht und die feinen Risse im menschlichen Selbst.
„Verformung“ hat mich vom ersten Kapitel an gepackt. Was zunächst wie eine Auszeitgeschichte über …
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beunruhigend echt
Es ist kein einfacher Thriller, sondern ein kluger, atmosphärischer Roman über Identität, Macht und die feinen Risse im menschlichen Selbst.
„Verformung“ hat mich vom ersten Kapitel an gepackt. Was zunächst wie eine Auszeitgeschichte über Selbstfindung klingt, entpuppt sich nach und nach zu einem vielschichtigen Psychodrama über Macht, Abhängigkeit und die Sehnsucht nach Kontrolle. Es handelt von einem gestresster Manager, in dem man sich leicht wiederfinden kann. Bin zwar Grundschullehrer, aber vielleicht sollte ich es auch mal mit dem schmieden probieren. Hat mich neugierig gemacht. Bastian Kresser schreibt mit einer Klarheit und Dichte, die fast filmisch wirkt. Jede Szene ist präzise gesetzt, jede Figur besitzt Tiefe. Besonders faszinierend fand ich die Beziehung zwischen Marc und Niels, diese Mischung aus Freundschaft, Bewunderung und stiller Manipulation. Man spürt, wie der Boden unter Marcs Füßen langsam zu bröckeln beginnt, bis man selbst nicht mehr weiß, wem man trauen kann. Die Stimmung ist dicht, der Spreewald mit seinen Nebeln und Schatten wird zur Bühne einer inneren Verwandlung. Als dann Journalistin Nina auftaucht und beginnt, die Fassade zu hinterfragen, kippt die Erzählung in einen spannungsgeladenen Strudel aus Wahrheit und Täuschung. Ein Buch, das nachhallt und das man nicht so schnell vergisst.
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