Eindringlich, mutig, poetisch die Geschichte einer gestohlenen Kindheit
"Ich begann dieses Buch im Sommer nach dem Tod von Peter Curran zu schreiben, den ich mit sieben Jahren kennenlernte und mit dem ich fünfzehn Jahre eine Beziehung hatte, bis er im Alter von sechsundsechzig Selbstmord beging."
Als Margaux Fragoso zweiundzwanzig ist, verliert sie ihre größte Liebe und wird zugleich von ihrem größten Schmerz befreit. In poetischer Sprache und mit klaren Worten erzählt sie die Geschichte ihrer eigenen gestohlenen Kindheit.
"Ich begann dieses Buch im Sommer nach dem Tod von Peter Curran zu schreiben, den ich mit sieben Jahren kennenlernte und mit dem ich fünfzehn Jahre eine Beziehung hatte, bis er im Alter von sechsundsechzig Selbstmord beging."
Als Margaux Fragoso zweiundzwanzig ist, verliert sie ihre größte Liebe und wird zugleich von ihrem größten Schmerz befreit. In poetischer Sprache und mit klaren Worten erzählt sie die Geschichte ihrer eigenen gestohlenen Kindheit.
Margaux Fragoso hat ihren PhD in English und Creative Writing an der Binghamton University abgeschlossen. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten und Gedichte in amerikanischen Literaturmagazinen, darunter The Literary Review, Barrow Street, Pennsylvania English, Margie, Other Voices und Paddlefish.
Andrea Fischer, geb. 1969, lebt seit 1989 in Düsseldorf und übersetzt aus dem britischen und amerikanischen Englisch u.a. Stephen King, Dennis Lehane, Peter Robinson.
Andrea Fischer, geb. 1969, lebt seit 1989 in Düsseldorf und übersetzt aus dem britischen und amerikanischen Englisch u.a. Stephen King, Dennis Lehane, Peter Robinson.
Produktdetails
- Diana-Taschenbücher 35685
- Verlag: Diana
- Originaltitel: Tiger, Tiger
- Seitenzahl: 463
- Erscheinungstermin: 2. Oktober 2012
- Deutsch
- Abmessung: 188mm x 118mm x 32mm
- Gewicht: 372g
- ISBN-13: 9783453356856
- ISBN-10: 3453356853
- Artikelnr.: 35520901
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
"Tiger, Tiger" ist ein Buch, für das man ein gutes Nervenkostüm braucht, denn es handelt sich dabei um einen autobiografischen Roman, und Margaux Fragosos Leben ist nicht voll von Blumen und schönen Erinnerungen. Bereits im Vorwort erfahren wir, wohin sich die Geschichte …
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"Tiger, Tiger" ist ein Buch, für das man ein gutes Nervenkostüm braucht, denn es handelt sich dabei um einen autobiografischen Roman, und Margaux Fragosos Leben ist nicht voll von Blumen und schönen Erinnerungen. Bereits im Vorwort erfahren wir, wohin sich die Geschichte entwickeln wird, dennoch beobachtet man als Leser schockiert und entsetzt die Lebenstationen von Margaux und vor allem ihr wirklich krankhaftes Verhältnis zu Peter.
Am Anfang werden wir in die Lebensverhältnisse von Margaux eingeführt. Sie wohnt als Einzelkind zusammen mit ihrer depressiven Mutter und ihrem arbeitswütigem Vater zusammen. Schon allein dieses Familienbild hat auf mich keinen guten Eindruck gemacht, Margaux wird dort schon als Kind viel zu viel Druck ausgesetzt, sie ist ein Tauseil zwischen ihren beiden Elternteilen und leidet darunter. Da sie aber nun mal ein Kind ist, kann sie damit nicht wirklich umgehen, und genau an dieser Stelle, als man das Gefühl hat, sie ist verlassen und allein, tritt Peter in ihr Leben.
Und Peter ist der wohl fragwürdigste Charakter, denn ich seit langem in einem Buch erlebt habe, denn Peter ist Mitte fünfzig und hat pädophile Neigungen. Zwar wissen wir davon bereits durch das Vorwort, dennoch hatte ich beim Lesen oft schreckliche Bilder im Kopf, bei denen man auch einfach mal das Buch weg legen muss. Wie schon erwähnt ist dieses Buch, vor allem durch die Beziehung von Peter und Margaux wirklich nichts für schwache Nerven, man muss einfach mit allem rechnen.
Unabhängig davon, wie schlimm die Geschehnisse sind, hat Margaux Fragoso mit ihrem Buch "Tiger, Tiger" eine Autobiografie niedergeschrieben, die skandalös ist, aber auch die Augen öffnet. Sie hat so viel schreckliches erlebt und durchgemacht, und dennoch sind ihre Gefühle nicht immer logisch oder rational. Sie schafft es, sowohl ihre Gefühle zu beschrieben , die Taten nochmal zu durchleben, und dennoch auf eine verquere Art Sympathie für den Mann zu schaffen, der sie als Kind vergewaltigt hat. In dem sie diesen Schritt geht, und offen über ihre Gefühle, ihre Liebe und Verbindung redet, wird klar, dass eine solche pädophile Neigung vielschichtiger ist als man es sich als Außenstehender vorstellen kann.
Ich möchte an diesem Punkt dennoch darauf hinweisen, dass dieses Buch keine Befürwortung solcher Neigungen darstellt, in ihrem Nachwort distanziert sich die Autorin auch klar davon, und macht deutlich, dass das Rechtssystem viel eher reagieren und arbeiten muss, um die jungen Leben zu schützen, und den Kindern ein sicheres Umfeld zu geben.
Fazit:
Margauxs Worte sind ergreifend, erschüttern und schockierende, aber auch ehrlich und aufrichtig. Obwohl mich viele Szenen und Ereignisse im Buch regelrecht angeekelt und entsetzt haben, ist es eine Autobiografie die wichtig ist, um zu verstehen. Auf ihre Art und Weise ist Margaux eine moderne Lolita, die nun auch endlich zu Wort kommen darf, um aufzuzeigen, wie Schmal der Grad zwischen Liebe und Hass wirklich ist. Eine Autobiografie, die lange im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt.
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Margaux ist sieben, als sie Peter zum ersten Mal trifft.
"Kann ich mit Dir spielen?" fragt sie ihn, nicht ahnend, dass diese Frage ihr ganzes Leben verändern soll.
Denn Peter Curran ist 51 Jahre alt und hat eine Vorliebe für kleine Mädchen.
Und er hat leichtes Spiel, …
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Margaux ist sieben, als sie Peter zum ersten Mal trifft.
"Kann ich mit Dir spielen?" fragt sie ihn, nicht ahnend, dass diese Frage ihr ganzes Leben verändern soll.
Denn Peter Curran ist 51 Jahre alt und hat eine Vorliebe für kleine Mädchen.
Und er hat leichtes Spiel, Margaux für sich einzunehmen, kommt sie doch aus schwierigen Familienverhältnissen mit einem Vater, den sie fürchtet und einer psychisch labilen Mutter.
So wird Peters Haus mit den vielen Tieren für das kleine Mädchen zu einem Paradies auf Erden, und Peter, der alles mitmacht und vor Einfallsreichtum sprüht, der beste Spielkamerad.
Die zunächst spielerischen, sexuellen Übergriffe bleiben unbemerkt...
Margaux wird zu Peters Obsession.
IDADULDFI bedeutet: "Ich Denke An Dich Und Liebe Dich Für Immer" und steht unter jedem Brief, den Margaux von Peter bekommt... 15 Jahre lang,...jeden Tag.
Margaux Fragoso hat alles aufgeschrieben. Ihr ganzes Leben, das eigentlich noch so jung ist, aber in dem schon so viel passiert ist. So viel Unglaubliches, so viel Leid.
"Tiger, Tiger" ist das schockierende Portrait eines Pädophilen, geschrieben mit der Feder seines Opfers.
Und dieses Opfer beschreibt keinesfalls ein Monster, nein, es erzählt von einem netten und charmanten Mann, einer Vaterfigur, die zu ihr hält, sich um sie sorgt.
Wir lesen die Gedanken und Worte eines kleinen Mädchens, das uns... eine Liebesgeschichte erzählt.
Eine Liebesgeschichte...?
Mein Innerstes wehrt sich gegen diesen Begriff. Kann das denn sein? Es kann.
Wir werden Zeuge des sog. "Stockholm-Syndroms".
Trotz sexuellem Missbrauchs, körperlicher Gewalt und psychischer Manipulation fühlt sich Margaux immer mehr zu Peter hingezogen, hält die "Beziehung" geheim.
Ihre Schutzmechanismen sind für sie ein Spiel.
Sie entwickelt eine emotionale Abhängigkeit von ihrem Peiniger und wird sogar krank, als sie von ihm getrennt wird.
Selbst als Erwachsene hält sie den Kontakt aufrecht.
Erst mit Peters Selbstmord endet der Leidensweg von Margaux, erst da ist es ihr möglich, sich aus seinen Klammern zu befreien.
"Seit Peters Tod war mir, als erwachte ich aus tiefem Schlaf zum Geheul eines Hundes oder Wolfs draußen in der Wildnis. Als hätte ich etwas geträumt, das von Sekunde zu Sekunde blasser wird."
Die Geschichte ist leicht zu lesende, aber sehr schwer verdauliche Kost.
Fragoso bedient sich einer schönen Sprache, die voll im Gegensatz zum Inhalt ihres Buches steht.
Sie erzählt unverblümt. Ohne Rücksicht (vor allen Dingen auf sich selbst) beschreibt sie ihr Erlebtes, selbst vor sexuellen Details macht sie keinen Halt, auch wenn ihr dies besonders schwer gefallen ist, wie sie in einem Interview erzählt.
Mit "Tiger, Tiger" publiziert die Autorin ein Tabuthema, und zwar aus erster Hand.
Sie zeigt den Täter als Menschen, was beim Leser ein gewisses Unbehagen hervorruft, aber auch viel Stoff zum Nachdenken gibt.
Denn es wird sehr deutlich, mit welchen Methoden und wie viel Manipulation ein Pädophiler vorgeht.
Womit letztendlich auch die Frage beantwortet wird, warum ein solcher Missbrauch überhaupt vor den Augen von Eltern, Nachbarn und Behörden möglich ist.
Mich hat diese Autobiographie sehr berührt und aufgewühlt.
Ich frage mich, wie viele Narben die heute 34-jährige Autorin trotzdem zurückbehalten hat...Kann man sich wirklich alles von der Seele schreiben?
Ich hoffe sehr, dass es Margaux möglich ist, mit ihrer Vergangenheit zu leben ...
...und danke ihr für den Mut, dieses Buch zu schreiben!
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