Benutzername: Piglet and her Books
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Bewertungen

Insgesamt 282 Bewertungen
Bewertung vom 30.05.2017
Schleimig! / Bitte nicht öffnen Bd.2
Habersack, Charlotte

Schleimig! / Bitte nicht öffnen Bd.2


ausgezeichnet

Ein ganzes Jahr haben wir auf die Fortsetzung rund um die geheimnisvollen Pakete warten müssen, und nun sind sie wieder da, natürlich mit dem prägend Spruch "Bitte nicht öffnen". Und erneut landen das Paket bei Nemo auf der Türschwelle, der es gar nicht fassen kann. Von allen Einwohnern in Boring trifft es erneut ihn, und natürlich müssen seine Freunde Oda und Finn dabei sein, wenn das es geöffnet wird. Hervorkommt ein grünes Schleimmonster, dass mit seinem einem Auge sofort die drei Freunde ins Herz schließt. Wie schon beim ersten Paket kommt es zu seltsamen Wetterverhältnissen, die nur dann enden, wenn das Schleimmonster mit seinem Eigentümer wieder zusammen ist. Doch wie sollen sie nur den Besitzer finden?

Mittlerweile habe ich diese Reihe wirklich in mein Herz geschlossen, und direkt nachdem dieser Schatz bei mir auf der Türschwelle landete musste er gelesen, oder viel mehr verschlungen, werden. Wie schon Icy-Ice-Monsta ist Schleimi trotz seines merkwürdigen Aussehens wirklich goldig und auf seine Art was Besonderes. Aber auch Nemo, Finn und Oda fungieren als Detektivgespann wieder ganz toll, es hat Spaß gemacht die Dialoge zu verfolgen und vor allem hinter das Rätsel zu gelangen.



Während der Suche nach dem Besitzer von Schleimi, und dem Versuch den immer größer werdenden grünen Schleimhaufen zu verstecken, entdecken die Drei, dass der Schleim scheinbar die Haut von jeglichen Verunreinigungen und Unschönheiten befreit. Schnell ist eine Geschäftsidee geboren, und Finn und Nemo sehen nur noch Dollerzeichen. Die Idee, dass die Jungs mit einmal das wesentliche aus den Augen verlieren, fand ich richtig gut, und passend verarbeitet. Der moralische Aspekt, denn der Leser nachvollziehen kann, wirkt nicht aufgesetzt oder überzogen. Auch die Reaktionen der Freunde untereinander, als es dann zu eskalieren scheint, wirkten auf mich realistisch, um so schöner war es dann zu erleben, wie die drei sich wieder zusammen raufen um dann gemeinsam ihr Ziel zu erreichen.

Den Lesegenuss unterstreichen die gelungen und detailreichen Illustrationen im Buch, die das Geschehen wunderbar auflockern und uns Schleimi näher bringen. Außerdem schafft es die Autorin erneut durch einen leichten Schreibstil, dass die Seiten dahin fliegen und man nachdem Ende bereits nach mehr verlangt. Zum Glück lässt die Vorschau hier gutes hoffen, nämlich, dass uns auch kommenden Sommer ein neues Abenteuer erwartet, und wir vielleicht endlich erfahren, wer hinter den seltsamen Päckchen steckt.

Fazit:
Ich glaube es wird deutlich, dass ich ein kleiner Fan dieser tollen Kinderbuch-Reihe geworden bin, und kann jedem jungen und alten Leser "Bitte nicht öffnen" nur ans Herz legen. Mit schönen Illustrationen, witzigen Protagonisten und einem Schleimmonster hat es Charlotte Habersacker erneut geschafft, mein inneres Kind zu begeistern. Manchmal reicht ein Buch, eine Geschichte aus, damit man ein Lächeln auf dem Gesicht hat.

Bewertung vom 30.05.2017
Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans
Lee, Mackenzi

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans


gut

Henry Montague ist der älteste Sohn einer englischen Adelsfamilie, und genießt alle Vorzüge dieses Lebens. Er feierte, er betrinkt sich und er schläft mit allen Frauen die er haben möchte. Mit seinem besten Freund Percy hat er einen Seelenverwandten für all seine Partys und Gesellschaften gefunden. Doch bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass Monty, wie seine Freunde Henry nennen, mehr für Percy empfindet als er zugeben möchte. Diese unterdrückte Zuneigung scheint Monty sehr zuschaffen zu machen und ihn bei vielen Entscheidungen zu beeinflussen. Nach einer erneuten durchtrunkenen Nacht geht es für Monty, Percy und Montys kleine Schwester Felicity auf zur Cavaliersreise, bei der das Ziel ist die Kultur Europas kennenzulernen und Felicity in ein Internat nach Frankreich zu bringen.

Während des gesamten Buches bin ich mit Monty als Protagonist einfach nicht warm geworden. Ein Charakter muss natürlich nicht perfekt sein, aber Monty hat in meinen Augen auch keinerlei Entwicklung gemacht, zumindest nicht in dem Ausmaß, welche wünschenswert gewesen wäre. Ich finde, er hat einfach zu viel Glück, in jeglichen Situationen, manches erschien mir einfach zu unwahrscheinlich für die Geschichte. Anders sieht es da mit Percy aus, denn ich sofort sympathisch fand. Er hat sichsehr oft von Monty mitreißen lassen, dennoch waren es vor allem seine Entscheidungen die ich gut fand, und die von Herzen kamen.

Und dann ist da noch Felicity, die wirklich stark wirkt und viel weiter in ihrer geistlichen Entwicklung und Weltanschauung, und dann ab und an, doch eher wie eine Jugendliche denkt, was sie zum realistischen und tollen Charakter im Buch macht. Ich finde, über das Ende, kann man sich streiten, doch da ich einfach zu viel verraten würde, möchte ich darauf nicht weiter eingehen. Insgesamt ist die "Cavaliersreise" ein Abenteuerroman, voll von Wendungen und Geheimnissen, der jedoch an mancher Stelle einfach eine Brise zu viel Glück für die Protagonisten beinhaltet. Positiv finde ich, wie die Autorin auf schwierige Themen eingeht und diese sogar im Nachwort nochmal genauer bespricht.


Fazit:
Ich finde es unglaublich schwer, "Cavaliersreise" schwer zu beurteilen, denn die positiven und negativen Punkte halten die Waage,´. Zwar wurde ich mit Monty als Protagonist nicht warm, und konnte kaum eine Entwicklung entdecken, dennoch behandelt das Buch interessante und brisante Themen des Lebens und entführt uns mal eine andere Epoche der europäischen Geschichte. Es ist ein Abenteuerroman, dem es etwas an Biss fehlt und der am Ende zu viel des Guten wollte.

Bewertung vom 30.05.2017
Das Glück hat vier Farben
Moore, Lisa

Das Glück hat vier Farben


ausgezeichnet

Eigentlich könnte man denken, dass "Das Glück hat vier Farben" ein einfacher Jugendroman über das Leben ist. Doch schon nach wenigen Seiten ist klar, wie viel mehr in diesem Buch steckt. Lisa Moore schafft es in der kanadischen Kleinstadt ein realistisches Bild der Jugendprobleme zu zeichnen.

Unsere Protagonistin Flannery ist etwas besonderes, dass erkennt man vielleicht nicht direkt auf der ersten Seite, aber je mehr man sich in sie hineinversetzt, umso mehr versteht man ihre Art und ihre Ansichten. Sie ist stark und fürsorglich, und das obwohl ihre Mutter Miranda sie nicht fördern kann und selbst mit ihrem Leben nicht fertig wird. Einen Vater hat Flannery nicht, zumindest kennt sie ihn nicht, so ist ihre einzige Familie ihre Halbbruder und ihre Mutter. Diese vertrackte Familiensituation wird durch die Arbeitslosigkeit der Mutter noch verstärkt, und damit realistisch.

Oftmals sind mir Falnnerys Gedanken über ihre Situation sehr nah gegangen, sie kämpft darum, etwas Anerkennung zu erhalten, doch letztendlich wenden sich alle gegen sie. Und genau da setzt ihre Stärke ein, sie mag zwar ein schwieriger Charakter sein, doch sie kann kämpfen, sie hält durch und bleibt standhaft, auch in schweren Situationen. Der im Klappentext angesrpochene Tyrone hat zum Glück nicht so viel Präsenzzeit, denn ich fand den sozialen Aspekt viel interessanter, als die Liebesgeschichte. Zudem fand ich Tyrone sehr sntrangend und zu sprunghaft.

Das Buch wird durch ein nicht perfektes Ende abgerundet, durch ein Nicht-Happy-End mit dennoch positiven Ereignissen, schafft es Flannery sich weiter zu entwicklen. Die Fäden in der Geschichte werden zu Ende gebracht und es bleibt kaum eine Frage offen. Die Geschichte liest sich flüssig und angenehm, ebenso bleibt der Spannungsbogen durch die verschiedenen Story Linies konstant oben.


Fazit:
"Das Glück hat vier Farben" ist ein wunderbarer, realistischer und tiefgründiger Jugendroman. Lisa More schafft es durch Flannery zu zeigen, wie schwer ein junges Mädchen haben kann, die Sozialhilfe braucht und alles alleine stemmen muss. Das wunderbare ist, dass Flannery stark ist und Kraft hat durchzuhalten, mit ihr als Protagonistin wurde die Geschichte angenehm aufgefrischt.

Bewertung vom 30.05.2017
Der Herr der Ringe - Die Gefährten Neuausgabe 2012
Tolkien, John R. R.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten Neuausgabe 2012


ausgezeichnet

Ich glaube ja, jeder hat schon einmal von "Der Herr der Ringe" gehört, ob nun in Form der Filme oder Bücher, man kennt im groben die Geschichte vom Hobbit Frodo und seiner Reise. Dennoch gibt es viel zu wenig Menschen, die die Bücher auch wirklich gelesen haben, daher hat sich Anabelle von Stehlblüten der Aufgabe gewidmet die meisterhafte Fantasy-Trilogie von J.R.R. Tolkien wieder zuentdecken und erneut zu lesen, oder gar zum ersten Mal zu lesen.
"Der Herr der Ringe" gilt als das Urwerk der Fantasy-Literatur, und das zurecht, denn bis heute finden sich so viele Elemente in der modernen Fantasy-Literatur wieder, die wir alle mögen. Ich finde es toll, was J.R.R. Tolkien geschafft hat, eine Welt voll mit neuen Sprachen, Völkern und Geschichten. Wie ein einziger Mensch sich all diese wunderbaren und interessanten Dinge erschaffen kann ist bis heute für mich faszinierend. Bereits mit 12 habe ich das erste Mal "Der Herr der Ringe" gelesen, da ich nicht in die Filme gehen durfte, dennoch wissen wollte, was passiert in diesem hochgefeierten Epos.
"Mut findest du, wo du ihn am wenigstens erwartest"
Seite 119
Bis heute bin ich sowohl von den Büchern als auch von den Filmen begeistert, trenne beides aber, denn in den Büchern schwebt die Wortmagie einfach auf jeder Seite dem Leser entgegen. Dies ist es auch, was mir damals und auch nach dem neuen Lesen besonders im Gedächtnis geblieben ist, die wunderschönen Lieder und Gedichte. In "Die Gefährten" ist ja bereits im Auenland viel mit "Musik unterstrichen", die das Volk der Hobbits zu einem meiner liebsten macht, nicht nur wegen dem zweiten Frühstück. Doch neben den Hobbits sind es vor allem die Menschen in "Die Gefährten" die mich begeistern beziehungsweise verwundert haben. Dabei muss ich übrigens auch gestehen, dass ich ein echter Fan von Aragorn bin, und zwar schon im ersten Band der Trilogie. Man könnte sagen, dass ich schon in jungen Jahren ein Fangirl von ihm war, dass bis heute nicht nachgelassen hat. Er ist mir auch der liebste Protagonist aus der Trilogie, sein Charakter, seine Geschichte und seine Liebe sind einfach so geprägt von Schmerz, Verlust und Mut, dass man eigentlich gar nicht anders kann, als ihn zu mögen.
Inhaltlich führt "Die Gefährten" den Leser perfekt in die Welt von Mittelerde ein, zusammen mit Frodo und Gandalf lernen wie all die Völker und Geschichten kennen. Dieser Weg ist besonders interessant, da es eine High Fantasy Welt ist, und wir bisher nichts dazu wissen oder gehört haben. Ich kann bis heute verstehen, wieso J.R.R. Tolkiens Werk bis heute die Leser begeistern kann, mit seinem World Building hat er etwas einmaliges geschaffen. An dieser Stelle möchte ich noch abschließend auf die Übersetzung eingehen, die ja oft diskutiert wird. Es gibt im deutschen zwei Übersetzungen, wobei die von Wolfgang Krege immer wieder kritisiert wird, ich persönlich bin mit dieser Übersetzung "groß geworden" und mag sie sehr, und lese sie sehr gern. Letztendlich ist es wohl am besten, man liest das englische Original, wenn man genügend Englischkenntnisse hat.
Fazit:
"Die Gefährten" ist der Auftakt der Trilogie von J.R.R. Tolkien, welche in der fantastischen Welt Mittelerde spielt. "Der Herr der Ringe" ist nicht ohne Grund das Urwerk des Fantasy-Genre, und das absolut verdient, denn selbst heute noch begeistern mich die Worte von J.R.R. Tolkien und seine Welt fasziniert mich. Besonders bemerkenswert sind die Gedichte, Lieder und Sprachen die der Autor erfunden und in das Werk eingebunden hat. Für mich gehört "Der Herr der Ringe" zum Must-Read, und sie zählt zu meinen allerliebsten Fantasy-Romanen.

Bewertung vom 30.05.2017
Venedig
Taniguchi, Jiro

Venedig


ausgezeichnet

Jiro Taniguchi zählt für mich zu einen der besten Mangaka. Seine Bilder strahlen eine Intensivität und Leidenschaft aus, sie strahlen. Bei seinen bisherigen Werken, stand der Textbezug im Vordergrund und die Bilder unterstrichen die Texte durch ihre Atmosphäre. "Venedig" ist von vornherein als Travel Book angelegt, und besticht dadurch vor allem mit viel Bildgewalt und Farbe. Dennoch wird durch Text und Bildkomposition eine Geschichte erzählt.

In dieser Geschichte geht es um einen jungen Mann, der im Nachlass seiner Mutter auf eine Schatulle stößt. Deren Inhalt führt ihn nach Venedig auf die Spuren seiner Familie, seines Ursprungs. Eine Identitätssuche gefällt mir immer besonders gut als Thematik in einem Buch, denn ganz oft vergessen wir, dass das "normale" Leben der Menschen, auch seine ganz besonderen und erhabenen Momente beinhaltet.




Und eben diese Momente schafft es Jiro Taniguchi einzufangen und wiederzugeben. Ich mochte hierbei vor allem der Wechsel zwischen der Gegenwart, in denen der Erzähler durch Venedig streift und die Stadt erlebt, als auch die in Sepiatönen gehaltenen Rückblenden. Durch eine Verschmelzung der beiden Zeitachsen gelingt die Spurensuche und der Protagonist findet sich sowohl im Venedig der Vergangenheit, als auch Gegenwart wieder, ein Gefühl der Heimkehr kommt durch die Bilder auf. Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, berührt sie den Leser und Betrachter dennoch auf eine ganz eigene Art und Weise.

Am Schluss, dass fand ich besonders interessant, befindet sich eine Erläuterung zu den gemalten Bilder, bezüglich der gemalten Örtlichkeiten in Venedig. Diese Art einer Legende ist Teil eines Travel Books, und inspiriert den Leser selbst die Stadt zu entdecken. Ich glaube, ich werde demnächst öfter nach solchen gezeichneten Travel Books Ausschau halten, um das Fernweh zu stillen.


Fazit:
"Venedig" ist im Plot zwar einfach gehalten, erzählt dennoch eine berührende Geschichte und überzeugt auf ganzer Linie durch seine Bildgewalt und Zeichenkunst. Jiro Taniguchi war zurecht einer der besten Mangaka, und seinen Werken gebührt Aufmerksamkeit. Die im Anhang befindlichen Erklärungen zu den Bildern und Entstehung des Werkes runden "Venedig" als gelungene Graphic Novel/ Travel Book ab.

Bewertung vom 30.05.2017
Lebensschuld / Star Wars - Nachspiel Trilogie Bd.2
Wendig, Chuck

Lebensschuld / Star Wars - Nachspiel Trilogie Bd.2


ausgezeichnet

Nach dem grandiosen ersten Teil dieser neuen Trilogie im Star Wars-Universum von Chuck Wendig, mussten wir Fans wirklich lange warten, bevor wir erfahren durften wie es mit Norra und Temmin weiter geht. Die Ereignisse knüpfen relativ nah an dem Ende des ersten Bandes an und spielen somit erneut unmittelbar nach Episode 6 der Star Wars-Filmreihe.

Schon direkt nach dem ersten Kapitel war ich Feuer und Flamme, denn wir kehren auf den Planeten Jakku zurück. Wieso und Warum erfahren wir erst viel später, dennoch macht sich direkt beim Lesen ein gutes Gefühl breit. Danach startet die Geschichte direkt durch, und erleben neue Abenteuer von Norra und Temmin, unsere Protagonisten aus Band 1. Dieses Mal geht es nicht nur darum, dass ehemalige Imperiale gefangen genommen und verhört werden sollen, sondern um eine private Angelegenheit von Leia Organa. Ja genau, auch Leia ist dabei, und es hat mich sehr gefreut etwas von ihr zu lesen, und das obwohl sie unglücklich ist. Der Hintergrund ist, dass Han Solo und Chewbacca vermisst werden. Nach einer missglückten Befreieungsaktion fehlt von beiden jegliche Spur und Norra soll Leia dabei helfen ihren Mann wieder zu finden.

Ich mochte die Wendungen und Spannungsverläufe im Buch wirklich sehr, und vor allem die kurzen Intermezzo waren interessant und haben ganz oft neue Einblicke in die Zeit nach der Schlacht auf Endor. Zwar trugen diese kurzen Zwischenspiele nicht immer dazu bei, dass die Storyline inhaltlich vorwärts kommt, aber sie sind einfach sehr gut gelungen und lockern die gesamte Geschichte sehr gut auf. Abschließend muss ich noch die tolle Übersetzung loben, denn trotz der vielen Seiten, liest sich das Buch flüssig und durchgängig angenehm.


Fazit:
Insgesamt liefert "Nachspiel: Lebensschuld" wieder jede Menge tolle Lesestunden in einer weit, weit entfernten Galaxie, bei der wir neue und altbekannte Charakter wiedersehen. Sowohl die Storyline als auch die Intermezzos fand ich spannend und sie haben mich richtig gut unterhalten. ChuckWendig hat mich sehr gut unterhalten und ich bin nun sehr gespannt auf den Abschluss der Trilogie.

Bewertung vom 28.04.2017
Mein Herz ist eine Insel
Sanders, Anne

Mein Herz ist eine Insel


ausgezeichnet

Nach "Sommer in St. Ives" war ich wirklich gespannt auf den zweiten Roman von Anne Sanders, die meist in den wunderbaren, stürmischen und naturbelassenen englischen Landschaftsterritorium eindringt. Und auch dieses Mal hat mich die Autorin wirklich nicht enttäuscht. Erneut konnte sie mich durch ihren Schreibstil, ihre Beschreibungen der Landschaft und konstantem Spannungsbogen begeistern

Erneut finden wir uns am Meer wieder, dieses Mal auf einer kleinen Insel vor der schottischen Küste, nahe bei Fionnphort. Es ist windig, urig und die Luft steht vor salzigem Geruch. Und genau von dort stammt Isla, die vor 10 Jahren von diesem Fleck Erde geflohen ist, und nun gezwungen war wiederzukommen. Denn ihr Freund Eric hat ihr nach langjähriger Beziehung gestanden, dass er in eine andere Frau verliebt ist und sie verlässt. Isla, die nur Eric und seinen Bekanntenkreis hat, sieht keinen anderen Ausweg und kehrt zurück in ihre Heimat und damit in ihre Vergangenheit.

Isla Gant ist eine sture, starke und liebenswerte Person und Protagonistin. Durch ihre spezielle Art und ihr manchmal schwieriges Auftreten hat sie es relativ schnell in mein Leserherz geschafft. Vor allem ihr Zwiespalt zwischen Vergangenheit und Gegenwart war stark greifbar für mich. Und der Schatten der Vergangenheit ist allgegenwärtig für Isla, denn ihre Jugendliebe Finn ist ebenfalls wieder auf der Insel, und die Gefühle fahren Karusell. Das Auf und Ab zwischen den Beiden war wirklich interessant und eine echter Spannungsfolter.


Fazit:
Insgesamt lebt die Geschichte vor allem durchdie Landschaftsbilder, den tollen Schreibstil und die besonderen Charakter. Ich war wirklich begeistert vom Verlauf der Geschichte, und war teilweise genauso schockiert vom Handlungsverlauf wie Isla, Finn und die Anderen.

Bewertung vom 28.04.2017
Das kunstseidene Mädchen
Keun, Irmgard

Das kunstseidene Mädchen


sehr gut

Bei jeder Rezension zu Klassiker weise ich ja darauf hin, dass ich es wirklich schwierig finde diese Werke, die so viele Jahre überdauert haben und immer noch in den Köpfen der Menschen und in ihren Bücherregalen stecken, eigentlich gar keiner Bewertung bedürfen. Oder auch anders gesagt, ist es schwer einen Klassiker, der zu einer anderen Zeit entstanden ist, heute zu bewerten, mit unseren "modernen" Augen. Dennoch möchte ich immer wieder gern über Klassiker sprechen, und daher gibt es heute eine Rezension zu Irmgard Keuns Werk "Das kunstseidene Mädchen".

Es geht in dem Buch um Doris, eine junge Frau die als Angestellte eines Anwalts nicht mehr wirklich glücklich ist und endlich etwas aus sich machen möchte, oder wie man damals sagte: Ein "Glanz" werden will. Auf eben diesem Weg begleiten wir Doris, und dabei erlebt sie sowohl das Elend als auch den Glanz der Zwanziger Jahre in der Weimarer Republik. Doris ist eine ganz besondere Protagonistin, denn nach meinem Empfinden war sie für die damalige Zeit eine kleine Rebellin und Systemausbrecherin. Sie hat den Traum nicht mehr nur "die Mutti am Herd" zu sein, sondern aus sich etwas zu machen. Doch leider merkt man schnell, das Doris nicht die notwendige schulische Bildung hat um regulär einen besseren Job zu bekommen, daher setzt sie auf ihre reichhaltig vorhanden Überlebenskünste, die sie auf ihre eigene Art clever und schlau erscheinen lassen. Im übrigen sorgt auch so manche von Doris Antworten heute noch für ein Schmunzeln und Lachen beim Leser!

Ich möchte gar nicht zu viel von Doris Weg verraten, so etwas soll der Leser schließlich selbst entdecken. Viel mehr möchte ich auf das Setting eingehen, welches in "Das kunstseidene Mädchen" die Weimarer Republik kurz vor der Machtergreifung Hitlers ist. Eine Zeit, die wir zwar mal in der Schule behandelt haben, die uns aber oftmals nur als kurzweilig erscheint, denn wir als Generation des 21.Jahrhunderts wissen, was den Menschen noch bevorsteht. Dorsi jedoch erlebt die Weimarer Republik mit ihren Augen und berichtet uns zum Glück davon, dadurch bekommt man ein ganz anderes Gefühl für diese Zeit, in der alles möglich hätte sein können, doch der Abgrund stets ganz nah war. Einfach unbeschreiblich!

Der Schreibstil ist recht gewöhnungsbedürftig, zumindest für die heutige Zeit. Irmgard Keun lässt Doris Gedanken direkt und ungefiltert auf das Papier fließen, was es manches Mal wirklich schwer gemacht hat, den Inhalt des Abschnittes oder Satzes herauszulesen. Das ist auch tatsächlich der einzige Kritikpunkt meinerseits, denn mit einem anderen Schreibstil wäre dieses Buch innerhalb von 2 Stunden leer gelesen. Dennoch begeistert Irmgard Keun mit ihrem Werk "Das kunstseidene Mädchen" den Leser und überzeugt mit unterschwelligem Humor und einem mit bisher unbekannten Setting.



Fazit:
Ein Klassiker, der zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat bisher. Trotz schwierigem Schreibstil konnte mich Irmgard mit einer starken Protagonistin und einem authentischen Setting überzeugen und begeistern. Sicherlich nicht mein letztes Buch von Irmgard Keun aus dieser Zeit.

Bewertung vom 28.04.2017
The Sun is also a Star.
Yoon, Nicola

The Sun is also a Star.


ausgezeichnet

Ich habe ganz lange auf "The Sun is also a Star" hingefiebert, nicht nur weil das Buch in den USA ein echter Hit war, sondern auch weil ich Nicola Yoon als Autorin wirklich gut finde, und ihr erstes Buch "Du neben mir" mich bereits begeistern konnte. Doch ich hatte auch Bedenken, denn oftmals können mich zu stark gehypte Bücher nicht immer zu hundertprozent packen, zum Glück war dies hier nicht der Fall, denn "The Sun is als a Star" ist wirklich grandios.

Die gesamte Geschichte spielt an einem einzigen Tag, an dem wohl schlimmsten Tag für Natasha, dem Tag an dem sie abgeschoben werden soll aus den USA. Sie und ihre Eltern sind illegale Einwanderer aus Jamaika und durch einen dummen Zufall ist das nun aufgeflogen, und die Abschiebung wurde für den besagten Tag um 22:00 Uhr festgelegt. Doch Natasha gibt nicht auf, sie ist eine Kämpferin, sie will nicht gehen, aus diesem Land, dass sie ihre Heimat nennt, und in das sie einfach gehört. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich Natasha direkt mochte, ihre gesamte Art, ihre Sturheit und ihr Wille sind einfach so real und berührend.

Das ganze Gegenteil davon ist Daniel, er ist Koreaer, und bekommt von seinen Eltern schon sein ganzes Leben lang gesagt was er werden soll. Als Daniel und Natasha aufeinandertreffen ist er gerade auf dem Weg zu einem Empfehlungsgespräch um auf der Yale angenommen zu werden. Er soll Arzt werden, aber von wollen ist nicht die Rede, er wäre viel lieber Dichter oder Schriftsteller. Man merkt schnell, das Natasha eher der pragmatische Mensch ist, und Daniel der romantische, manchmal etwas übertrieben, aber durch und durch gefühlvoll. Und gerade weil beide so unterschiedlich sind, und doch irgendwie durch eine Verkettung von Zufällen zueinander finden, ist diese Geschichte so liebevoll und schmerzlich zugleich. Etwas störend fand ich, dass manche Liebkosungen einfach zu schnell und zu heftig waren, wenn man doch bedenkt, dass sich die beiden erst wenige Stunden kennen.

Wie schon bei "Du neben mir" ist Nicola Yoons Schreibstil, Perspektivenwechsel und Spannungsbogen gelungen von Anfang an. Man findet sofort in die Geschichte, und die Angst es könnte langweilig werden, nur einen Tag auf 400 Seiten zu erleben erlischt bereits nach den ersten Kapiteln. Denn Nicola Yoon schreibt aus verschiedenen Perspektiven, inklusive Rückblicke in die Vergangenheit, Momentaufnahmen von Nebencharaktern und Verkettungen die man nicht sofort erkennt, die Geschichte aber beleben. Am Ende werden alle Fäden, wirklich alle, zusammengeführt und die Autorin schafft es einen perfekten runden Abschluss zu schreiben, der voller Herzschmerz ist.

Fazit:
Mit "The Sun is als a Star" hat mich Nicola Yoon erneut begeistern können. Die Geschichte lebt von den Protagonisten, den Perspektivenwechseln und den faszinierenden "Aha"-Verknüpfungen zwischen den Charakteren. Vor allem das Ende hat bei mir nochmal für eine ganze Menge Herzklopfen gesorgt. Wer wunderschöne Liebesgeschichten mag, und spannende Dramen mag, ist bei "The Sun is also a Star" genau richtig.

Bewertung vom 28.04.2017
Wörter durchfluten die Zeit / Bookless Bd.1
Woolf, Marah

Wörter durchfluten die Zeit / Bookless Bd.1


sehr gut

Lucy liebt Bücher! Daher ist ihre Freude groß, als sie als Teil ihres Studiums ein Praktikum in der Londoner Bibliothek machen darf. Doch als sie in das Archiv der Nationalbilbiothek verschoben wird, beginnen auf einmal seltsame Ereignisse ihren Lauf zu nehmen. Die Bücher flüstern Lucy etwas zu, sie reden mit ihr. Aber das allein wäre noch nicht kurios genug, wenn nicht auch noch plötzlich ganze Ausgaben von bekannten Büchern leer wären. nicht ein Wort, und es scheint, als ob die ganze Welt die Bücher vergessen hätte. Lucy erkennt schnell, dass sie handeln muss. Sie muss die Bücher retten! Doch die Zeit rennt ihr davon, denn ihre Feinde sind ihr schon auf der Spur!

Für mich war Lucy von Anfang an eine wirklich sympathische Protagonistin. Sie ist clever, mag Bücher und sie lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Sie ist als Waise aufgewachsen und will sich nun bei ihrem Collage das erste Mal beweisen, und zeigen, dass sie sehr wohl alleine zurecht kommt. Doch obwohl Lucy es eigentlich besser wissen müsste, verliebt sie sich und findet endlich die Geborgenheit die sie gern haben möchte. Doch Nathan, das wissen wir aus seinen Erzählungen, ist derjenige, der die Bücher in Angst und Schrecken versetzt. Wieso und warum, dass erfahren wir mit Lucy zusammen im Auftaktband der Reihe.

Nachdem ich vor allem auf den ersten Seiten von Lucy begeistert war, hatte ich danach nur noch Augen für das Setting. Eine Bibliothek inklusive verwirrendem Archiv ist wirklich mal was anderes, und für mich als Bilbiotheksfan genau das Richtige. Die Geschichte lebt von Spannung, es passiert immer irgendwas, doch leider ist es einige mal wirklich vorhersehbar, was passieren wird. Ich hätte mir mehr "Wow"-Wendungen gewünscht, die für Überraschungen gesorgt hätten. Dank des leichten und angenehmen Schreibstils von Marah Woolf, flogen die Seiten nur so dahin, und man gelangt mit Lucy schnell von Kapitel zu Kapitel. Das Ende ist passend für eine Reihe, es verrät nicht alle offenen Fragen, stellt dafür aber neue, und lässt uns Leser nun sehnsüchtig auf den zweiten Band warten.

Fazit:
Der erste Band der Bookless-Reihe konnte mich, trotz teilweise vorhersehbarer Stellen und dadurch abflauender Spannung, begeistern. Dank des Settings, des Schreibstils und der Protagonistin fliegen die Seiten nur so dahin und man springt mit Nathan und Lucy von Kapitel zu Kapitel. Ich bin gespannt auf Band 2 und hoffe auf mehr spannende Wendungen und erneut wunderschönes Setting!