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Benutzername: Piglet and her Books
Wohnort: Leipzig
Über mich: pigletandherbooks.de
Danksagungen: 99 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 365 Bewertungen
Bewertung vom 30.08.2018
Alles Begehren
Jones, Ruth

Alles Begehren


ausgezeichnet

Die junge Kate verliebt sich Hals über Kopf in den älteren Callum, für sie ist es Liebe auf allen Ebenen. Doch Callum ist verheiratet und Vater, dennoch lässt er sich auf die Affäre ein. Das Begehren der Beiden ist so groß, dass es fast ihr Leben zerstört. 17 Jahre später treffen sie sich erneut, und es scheint als hätte sich zwischen ihnen nie etwas geändert. Doch können sie wirklich noch einmal anfangen? Auch wenn so viel auf dem Spiel steht?


Bei „Alles begehren“ von Ruth Jones war es vor allem der Plot der mich unheimlich neugierig gemacht hat. Wir glauben, zumindest die meistens, an die eine wahre Liebe, mit der man glücklich wird, an den Seelenverwandten der einen versteht wie niemand anderes. Aber was passiert, wenn diese Person bereits vergeben ist und jemanden versprochen? Kate und Callums Geschichte könnte so romantisch sein, doch dabei ist sie zerstörerisch, denn Callum verliebt sich in Kate obwohl er verheiratet und Vater ist. Der Zwiespalt zu wählen, zwischen der Pflicht als Vater und Ehemann, und dem Verlangen nach Sex und Liebe treibt ihn immer wieder umher. Es führt dazu, dass er ständig in einer Spirale abwärts gerät und sich von Lüge zu Lüge rettet. Für Kate hingegen ist es eindeutig, sie liebt Callum, sie will ihn, um jeden Preis und weiß das sie beide zusammengehören. Doch natürlich spielt das Schicksal mit und am Ende leidet jeder.

Kate und Callum als Protagonisten waren sehr speziell, denn nicht nur die beiden müssen sich entscheiden was sie wollen, auch den Leser packt diese Ungewissheit, diese Qual zwischen beiden Seiten. Dabei wirkt Kate oft egoistisch und kann mit ihren jungen Jahren offenbar noch nicht nachvollziehen, welche Tragweite es für Callum hat, seine Ehe aufs Spiel zu setzen. Ich muss gestehen, dass auch nach dem Zeitsprung von 17 Jahren mir Kate weiterhin nicht wirklich sympathisch war, auch wenn dem Leser bewusst ist, dass sie nur wegen der Ereignisse damals, sich so entwickelt hat. Dennoch scheint Kate keine positiven Seiten zu haben, sie ist denkt meistens nur an sich, oft hatte ich das Gefühl, dass selbst ihre Familie für sie nicht immer an erster Stelle steht.

Aber auch Callum kommt nicht gut weg, ihn zu mögen war ebenfalls nicht möglich, denn er müsste es im Gegensatz zu Kate besser wissen. Er kann sich nicht entscheiden, wirkt oftmals orientierungslos. Dadurch wirkte er auf mich in manchen Situationen sehr unreif, obwohl er genügend Lebenserfahrung hat offenbar im Leben etabliert ist. Seine Beziehung zu Kate war für mich an keinem Punkt positiv behaftet, und dennoch, trotz dieser tragenden Unsympathie bei beiden Protagonisten, konnte ich nicht aufhören weiterzuhören. Ruth Jones fesselt einen an die Geschichte und zieht einen in den Bann, wie ich es selten bei einem solchen Plot und Setting erlebt habe.



Fazit:

Wenn Begehen zur absoluten Tragödie führt, dann kann es natürlich kein eindeutiges Happy End geben, und ich bin froh, dass die Autorin hier einen anderen Abschluss gefunden hat. Natürlich möchte man nicht zu viel verraten, denn schließlich soll jeder selbst die Geschichte von Kate und Callum entdecken. Und diese Geschichte hat es wirklich in sich, sie berührt einen auf eine ganze andere Art, als man es bisher kannte, man will mehr erfahren, obwohl man weiß, dass der zerstörerische Tornado, welchen die beiden erzeugen, alles mit sich zieht. Ein Buch, über das ich noch lange nachdenken werde und das einen nicht so schnell loslässt.

Bewertung vom 30.08.2018
Durstig! / Bitte nicht öffnen Bd.3
Habersack, Charlotte

Durstig! / Bitte nicht öffnen Bd.3


ausgezeichnet

Nemo dachte es wäre endlich vorbei mit den seltsamen Paketen, doch natürlich landet ein drittes auf seiner Türschwelle. Mit bestem Gewissen bringt er es zur Post zurück, denn er kann sich einfach keine Fehltage mehr in der Schule erlauben. Leider verursacht das nicht beachten des Pakets nur noch mehr Chaos. Und plötzlich liegt die ganze Stadt in Dunkelheit gehüllt. Schaffen es Nemo und seine Freunde auch dieses Mal das Spielzeug seinem Besitzer zurück zu bringen?


Endlich geht es weiter mit der „Bitte nicht öffnen“-Reihe von Charlotte Habersack. Und auch wenn Nemo mittlerweile keine Pakete mehr sehen kann, freue ich mich immer wieder auf ein neues Abenteuer aus Boring. Dieses Mal wird es düster in der kleinen Stadt, denn der Inhalt des Päckchens, eine Vampirbraut, sorgt für Dunkelheit und Chaos. Außerdem hat sie einen ausgeprägten Faible für Schminke und Mode, was natürlich für ein Spielzeug unheimlich interessant ist.

Mit jedem Band wächst mir Nemo immer mehr ans Herz, und ich finde es toll zu erleben, wie er sich weiterentwickelt. Aber auch Finn und Oda wirken viel erwachsener, obwohl für sie ja nicht wirklich die Zeit vorangegangen ist. Dieses Mal findet Nemo in dem Päckchen eine lebensgroße Vampirpuppe, die bei ihm direkt für Gänsehaut sorgt, denn was wird sie wohl trinken wollen, wenn sie durstig wird. Insgesamt sind Nemo, Oda und Finn aber wieder ein tolles Gespann, was mit Wissen und Glück das Rätsel rund um das neue Päckchen lösen will. Waren sie beim letzten Abenteuer noch davon abgelenkt aus Schleimi Provit zuschlagen, so wird es dieses Mal zu einer echten herausforderung das gestohlene Spielzeug überhaupt erst zu finden.

Wie schon in den beiden vorherigen Bänden sorgt Fréderic Bertrand mit seinen Illustrationen für die richtige Stimmung und Witz in allen Situationen. Dieses Mal wird es etwas düsterer, dennoch bleibt der Humor nicht auf der Strecke und für junge Leser/innen ab 8 Jahre ist hier erneut eine tolle Geschichte zwischen den Buchdeckeln zu finden. Die Seiten fliegen dahin, der Schreibstil ist erneut herzlich und die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, denn natürlich wird das Rätsel rund um die mysteriösen Päckchen nicht gelöst. Dafür erfahren wir schon mal, was uns im nächsten Päckchen erwarten wird, bleibt also gespannt!



Fazit:

Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass ich ganz schön traurig sein werde, wenn diese Reihe mal aufhört. Selten hat mich eine Kinderbuchreihe so lange unterhalten können und vor allem so mitgenommen beim Lesen wie Charlotte Habersacks „Bitte nicht öffnen“-Reihe. Auch der dritte Band konnte, dieses Mal durch einen etwas anderen Beginn, überzeugen und ist bestens geeignet für junge Leser/innen. Im Übrigen gibt es mittlerweile auch eine App mit der man die Spielzeuge lebenidg werden lassen kann, eine grandiose Idee für mehr Lesespaß.

Bewertung vom 30.08.2018
Wildwechsel
Bobke, Susa; Seul, Shirley Michaela

Wildwechsel


sehr gut

Susa Bobke wurde bereits in der Vergangenheit mit ihren Erfahrungsbüchern über das Leben als „Gelber Engel“ des ADAC bekannt. Das sie so ganz nebenbei auch noch Jägerin und Falknerin aus Leidenschaft ist, wissen dabei sicherlich die wenigstens. Und genau um die gesammelten Erfahrungen und prägenden Ereignisse geht es in ihrem neusten Buch „Wildwechsel“.




Durch ein prägendes Ereignis wird Susa Bobke auf das Thema Jagd aufmerksam, Jahre später, nachdem Ablegen des sogenannten grünen Abitur, nennt sie sich selbst eine Jägerin. Dank der vielen Erfahrungen reicher ist sie laut eigenen Aussagen vor allem Jägerin, um die Natur zu schützen. Susa Bobke betont dabei, dass es ihr nicht darum geht kaltblütig Tiere zu töten, sondern viel mehr darum den Lebensraum Wald und Wiese zu pflegen und zu hegen, ihn genau zu beobachten und dann nach bestem Gewissen zu entscheiden. Dabei schafft sie es auf einfache Art und Weise dem Leser auf realistische Art nahezubringen, was eine Jägerin tatsächlich macht. Und ganz nebenbei lernt der Leser noch etwas über die Natur, das Verhalten der Tiere und Wildtierkunde.



Wie aber schon der Untertitel von „Wildwechsel“ verrät geht es nicht nur darum, wie Susa Bockes Leben als Jägerin und Gelber Engel aussieht, sondern auch wie das Rehkitz Schneewittchen, dass sie bei einer Schockernte rettete ihr Leben veränderte. Diese Geschichte geht wirklich ans Herz, denn sie zeigt nicht nur die romantische Seite bei der Aufzucht eines Rehkitz, sondern vor allem die anstrengenden Schritte. Dabei kann kaum jemand helfen, denn es kommt nicht so oft vor, dass ein Rehkitz durch eine Privatperson aufgezogen wird. Dabei unterstreichen die Bilder in der Mitte des Buches noch einmal die Eindrücke während des Lesens. Wie sich die Autorin um das junge Rehkitz kümmert, es großzieht und auch nachdem es selbstständig ist immer begleitet, zeigt sehr eindrucksvoll, dass es eben nicht jedem Jäger, und ich denke das trifft auf der größten Teil dieser Gemeinschaft zu, eben nicht primär „herumballern wollen auf Tiere“, sondern an der Natur und seiner Erhaltung interessiert sind. Dazu zählt zwar auch, dass man den Wildbestand beobachtet, auch das wird gut in „Wildwechsel“ erläutert, aber eben nicht nur.



Die Gestaltung und der Aufbau des Buches waren wirklich angenehm, wie schon erwähnt unterstreichen farbige Bilder in der Mitte des Buches die Erfahrung von Susa Bobke. Dennoch gibt es einen Kritikpunkt: der Schreibstil. Ab und an bin ich etwas durch den Text geholpert und hatte bei dem ein oder anderen Kapitel nicht immer das Gefühl, dass ein roter Faden vorhanden wäre. Dennoch ist das Buch insgesamt logisch aufgebaut und verständlich geschrieben. Das Leseinteresse war bei mir auf jeden Fall durchgängig vorhanden.



Fazit:

Bevor ich zu „Wildwechsel“ von Susa Bobke gegriffen hatten, war mein Verständnis für Jäger in Deutschland nicht sonderlich ausgeprägt. Doch die Autorin schafft es mit ihren Worte die Distanz zwischen Jäger und Nicht-Jäger zu verringern. Dabei setzt sie auf Verständnis und tritt dem Leser offen als Jägerin, die ihre Sache versteht und näherbringen möchte, entgegen.

Bewertung vom 30.08.2018
Der nächstferne Ort
Long, Hayley

Der nächstferne Ort


ausgezeichnet

Griff und Dylan ziehen mit ihren Eltern von Ort zu Ort, sie haben bereits in München, Singapur und New York gelebt. Sie halten zusammen und leben aus ihren Koffern. Als dann bei einem schrecklichen Unfall die Eltern von Dylan und Griff umkommen stehen die beiden vor einem Scherbenhaufen und müssen neu anfangen und umdenken.


In Worte zu fassen, wie sehr dieses Buch mich berührt hat, fällt mir unheimlich schwer. Zu Erleben wie Griff und Dylan die Trauer um ihre Eltern bewältigen lässt glaube ich keinen Leser kalt. Dabei sieht Dylan, als der ältere Bruder, seine Aufgabe darin unbedingt auf Griff aufzupassen. All seine Gedanken kreisen darum, dass er Griff auffängt, wenn es zu schlimm wird. Dennoch kämpft auch Dylan mit der Situation und greift dabei immer wieder auf vergangene Momente zurück, den sogenannten nächstfernen Orten. Diese Rückblenden bringen uns die Protagonisten noch näher und man erlebt wie sehr die Familie zusammenhält.

Die Musik trägt dich zurück in andere Zeiten und an andere Orte, und zwar mit solch einem Detailreichtum, dass du die Streifen an deinen längst vergangenen Turnschuhen weitersiehst, längst weggeflogene Vögel in den Bäumen zwitschern hörst und sogar den Essig auf den Pommes vom letzten Jahr schmecken kannst. – Seite 92
Durch den Verlust ihrer Eltern sind die beiden Jungen Waisen, sie brauchen einen neuen Vormund wodurch sie zunächst bei ihrer ehemaligen Schulleiterin landen, denn Verwandte aufzuspüren ist nicht so Einfachwie gedacht. Dort lernen sie die Liebe zur Musik kennen, dennoch bringt verlangt das britische Konsulat einen Umzug nach Wales zu einer Cousine ihrer Mutter und deren Mann. Das Einleben gestaltet sich schwierig, denn walisisch ist nicht leicht zu lernen und sie kennen niemanden.

In „Der nächstferne Ort“ geht es vor allem darum die Trauer zu bewältigen, der Umgang damit einen so schweren Verlust zu verarbeiten. Und natürlich gibt es auch Wendungen mit denen man so nicht direkt am Anfang des Buches rechnet. Doch wird dem Leser erst einmal bewusst, was passiert ist, bleibt kein Auge trocken. Neben der einfühlsamen und traurigen Geschichte ist auch der Schreibstil und der Schriftsatz etwas ganz besonders. So werden die Buchstaben je nach Situation größer oder kleiner dargestellt um dem Gesagten noch mehr Ausdruck zu verleihen.

Fazit:
Hayley Longs „Der nächstferne Ort“ ist ein Buch, dass noch lange nachklingt, weil es den Leser mit Gefühlen überwältigt. Dabei steht im Mittelpunkt wie Griff und Dylan, also Kinder im Allgemeinen, ihre Trauer verarbeiten. Dabei hilft ihnen unter anderem die Erinnerung an Vergangenes, beruhigende Tiere und die Liebe zur Musik.

Bewertung vom 30.08.2018
Vertrauen und Verrat / Kampf um Demora Bd.1
Beaty, Erin

Vertrauen und Verrat / Kampf um Demora Bd.1


ausgezeichnet

In Demora sind die meisten Ehen arrangiert, aus Liebe zu heiraten wird nicht gern gesehen. Sage verliert als Kind ihre Eltern und muss daher bei ihrer Tante aufwachsen. Als ihr Onkel sie zur Kupplerin schickt ist sie wenig begeistert und wehrt sich, sie glaubt nicht an vereinbarte Ehen. Als die Kupplerin ihr eröffnet, dass sie ihr Lehrling wird ist Sage zunächst gespaltener Meinung, doch schnell wird ihr klar, dass eine viel größere Sache dahintersteckt und Demora in Gefahr ist.

Man merkt von der ersten Seite an, dass Sage ein starker Charakter ist, der weiß was er will, aber einfach noch nicht den Weg gefunden hat um das durchzusetzen. Vor allem am Anfang hat mich ihre Herkunft und die Familienverhältnisse von ihrer Tante und ihrem Onkel sehr berührt. Wobei ihr Onkel sehr stark bestimmen will wohin Sages Weg geht, daher ist es unausweichlich, dass hier Differenzen entstehen. Doch glaubt man zunächst, dass dieser Zwist im Mittelpunkt der Geschichte steht, so ändert sich das schnell. Die Kupplerin, ihr Lehrling Sage und die Bräute für das kommende Concordium, einer Art Hochzeitsbasar, machen sich auf dem Weg zu eben diesem und dabei wird schnell klar, dass nicht alles nach Plan läuft.
Neben Sage erfahren wir in anderen Kapitel die Geschichte von Ash Carter und Alex Quinn. Beide dienen dem König in seiner Armee und müssen dafür sorgen, dass die unsicheren Grenzen weiterhin ihr Land Demora beschützen. Doch natürlich kommt es zu einem Überfall und damit zu verheerenden Folgen, bei denen die sogenannten Kimisaren eine entscheidende Rolle spielen.
Natürlich treffen die beiden Handlungsstränge aufeinander und dabei merke ich mal wieder, wie spannend ich es finde, wenn wir von mehreren Protagonisten die Gedanken um Gefühle kennen. Dadurch ist man als Leser immer sehr nah dran und fiebert den Ereignissen entgegen, und natürlich rauft man sich die Haare, wenn die Protagonisten mal wieder nicht das tun, was das Beste für sie wäre. Dadurch baut sich unheimlich viel Spannung auf, und man möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es gibt so viele Wendungen, Enthüllungen und schnelle Gefechte, dass einem manchmal der Atmen stockt. Und obwohl es keinen Cliffhanger am Ende gibt, will man trotzdem weiterlesen und wissen wie Sages Geschichte weiter geht.
Fazit:
Mich konnte „Vertrauen und Verrat“ von Erin Beaty von Anfang total begeistern. Erwartet man am Anfang noch eine Geschichte in der es „nur“ um Zwangsheiraten geht, merkt man beim Lesen schnell, dass hier viel mehr zwischen den Buchdeckeln steckt. Dank Wendungen und Enthüllungen ist man total gefesselt, und dabei schafft die Autorin einen wunderbaren Mix aus Abenteuer, Romantik und Humor. Absolut lesenswert!

Bewertung vom 30.08.2018
Ein Geheimnis liegt in der Luft / Die Duftapotheke Bd.1
Ruhe, Anna

Ein Geheimnis liegt in der Luft / Die Duftapotheke Bd.1


ausgezeichnet

Die dreizehnjährige Luzie Alvenstein kann es nicht fassen, ihre Eltern beschließen in die alte Villa Evie, irgendwo an der Grenze zu ziehen. Und dann riecht es hier auch noch so seltsam, und auch sonst irgendwie alles sehr merkwürdig. Die Bewohner machen offenbar einen Bogen um Luzies neues Zuhause, und auch die Nachbarn sind etwas kurios. Schnell wird ihr klar, die Villa verbirgt ein Geheimnis.

Schon beim Anblick des liebevoll gestalteten Cover war ich schockverliebt in „Die Duftapotheke“, ich finde die Illustratorin Claudia Carls hat die Magie, die von der Geschichte und den Protagonisten ausgeht, wunderbar eingefangen. Auch im Buch selbst verstecken sich immer wieder Illustrationen die die Geschichte untermalen und dem Leser die Möglichkeit geben die Vorstellungen der Autorin mitzuerleben.


Aufmerksam, clever und fürsorglich, das wären die ersten drei Attribute die mir zu Luzie einfallen, denn sie merkt nicht nur, wie sich die Menschen in ihrer Umgebung verändern, sondern versucht auch das Rätsel rund um die Duftapotheke zu lösen. Sie unterhält den Leser als Ich-Erzähler und baut einen schönen Spannungsbogen auf. Außerdem ist es wirklich herzlich wie sie mit ihrem kleinen Bruder umgeht, er darf alle Abenteuer miterleben. Und Benno ist wirklich ein kleines Highlight, er ist neugierig, manchmal tollpatschig und hat so manche Situation humorvoll aufgelockert.
Neben Benno und Luzie spielt auch Mats, der Junge von nebenan, eine wichtige Rolle. Auch er hat eine Verbindung zur Villa Evie, die Luzie allerdings noch nicht ganz klar ist. Natürlich wird dem Leser schnell klar, dass dieses Trio zusammenarbeitet und letztendlich auch eine Freundschaft entsteht. Aber Anna Ruhe beweist hierbei ein schönes Feingefühl für die Dreizehnjährige Luzie, die immer mal wieder die Pubertät raushängen lässt, was sie aber nur noch liebenswerter macht.
Und seit langem muss ich auch mal wieder ein Setting loben, denn Anna Ruhe zaubert mit ihrem tollen Schreibstil eine magische Welt in die Köpfe der Leser. Die Duftapotheke mit der Villa Evie als Handlungsort hat mich wirklich mitgerissen. Die Details, die durch die schon angesprochenen Illustrationen verstärkt werden, sind durchdacht und eigentlich will man selbst vor Ort sein und die Düfte riechen und zusammenbrauen.
Fazit:
Ich muss gestehen, dass ich absolut verzaubert vom Auftakt der Reihe rund um die Duftapotheke bin. Zwar sind manche Entwicklungen absehbar, und man ahnt auch schon einige Zusammenhänge, aber dennoch bleibt ein Spannungsbogen erhalten, denn auch ich konnte nicht alle Geheimnisse der Duftapotheke ohne Luzies Hilfe entdecken. Im September 2018 erscheint der zweite Band der ebenfalls bei mir einziehen darf, denn noch sind nicht alle Rätsel rund um die Duftapotheke gelöst!

Bewertung vom 30.08.2018
Nichts ist gut. Ohne dich.
Coplin, Lea

Nichts ist gut. Ohne dich.


ausgezeichnet

Jana und Leander haben sich seit sechs Jahren nicht mehr gesehen, seit dem Tag der Janas Leben für immer verändert hat und der ihr ganzen Leben aus der Bahn geworfen hat. Als dann Leander plötzlich vor ihr auftaucht in der Buchhandlung steht Jans Welt still, sofort sind die Gedanken von damals da und Tim steht unsichtbar zwischen den beiden. Doch wieso ist Leander aufgetaucht und wieso kann sie ihn nicht mehr vergessen?

Jana hat sich selbst verloren, der Unfalltod ihres Bruders hat sie niemals losgelassen, denn ihr ganzes Leben wurde dadurch verändert. Und so ist es kein Wunder, dass auch sie komplett gerissen wirkt. Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass sie verloren ist, auch wenn sie scheinbar feste Bahnen hat. Dadurch ist Jana für mich zu einer wirklich interessanten Protagonistin geworden, denn sofort hatte ich den Wunsch, dass sie wieder „geheilt“ wird, man ihr den Kummer nimmt und ihr hilft. Kurz um, ich mochte sie und habe mit ihr gebangt und gefühlt.


Etwas ganz anderes war es mit Leander, zu ihm habe ich nicht gleich Zugang gefunden. Er hat noch sehr viele Geheimnisse aus der Vergangenheit, man muss als Leser sehr geduldig mit ihm sein und sich vor allem darauf einlassen, dass er sich verschließt und hoffnungslos wirkt. Dennoch gewinnt man auch ihn irgendwann gern, sobald klar wird wieso er so ist, wie er jetzt ist, wieso es ihm so schwer fällt über die Vergangenheit zu reden und die Gegenwart für ihn trostlos wirkt.
In „Nicht ist gut. Ohne Dich“ wurde mit jedem Kapitel zwischen den Sichten von Jana und Leander gewechselt, was dazu führte, dass man beide Seiten kennenlernen konnte. Das hat mir als Leser die Möglichkeit gegeben für Jana als auch Leander Verständnis in ihren Situationen zu haben. Grade bei einem gefühlvollen Roman wie diesem finde ich es wichtig bei den Protagonisten mithören und fühlen zu können, also nicht nur ihre gesagten, sondern auch ihre ungesagten, Worte zu lesen. Dadurch war ich die kompletten 352 Seiten immer dabei und es bauten sich auch bei mir zwiespältige Gefühle auf und man ist hin- und hergerissen zwischen der großen Trauer und der Wut die Jana durch Tims Tod hat, aber auch der liebevollen und freundschaftlichen Gefühle die sich aufbauen über die gesamte Geschichte.
Fazit:

Bereits mit anderen Romanen, unter anderem Pseudonym, konnte Lea Coplin mich begeistern, und auch dieses Mal schafft sie es mit einem gefühlvollen Schreibstil und schwierigen aber liebenswerten Protagonisten mich einzufangen und süchtig zu machen nach der Geschichte. Und ich freue mich bereits jetzt auf das neue Buch von Lea Coplin, welches dann im September erscheinen wird.

Bewertung vom 30.08.2018
Wie fallender Schnee / FederLeicht Bd.1
Woolf, Marah

Wie fallender Schnee / FederLeicht Bd.1


ausgezeichnet

Eben habe ich dieses wundervolle Buch fertig gelesen und bin noch immer total im Zauber der Elfen gefangen. Als das Buch bei mir eintraf war ich bereits vom Cover begeistert. Wie ihr wisst bin ich ein Fan von Covern wo vor allem die Schrift dominiert, und dann schön ausgeschmückt wird, dass ist bei diesem Buch wirklich wunderbar gelungen.
Das Buch ist aus Eliza’s Sicht geschrieben, und es war teilweise sehr amüsant ihre jugendlichen Gedanken zu verfolgen. Eliza selbst war mir direkt sympathisch, ich bin ab dem ersten Kapitel mit ihr warm geworden und war von ihrem Charakter sehr angetan. Sie wirkt nicht zu aufgesetzt, sondern realistisch und überzeugt durch ihre Mischung aus jugendlichem Mut, Humor, Trotz und Naivität. Ihre beste Freundin ist Sky, auch sie war wirklich gut getroffen und bildet mit Eliza zusammen ein tolles Gespann. Beide haben einen Faible fürs Theater, und verfassen sogar ein Textbuch zu „Tristan und Isolde“ für das Schultheater. Die Einschübe mit den Auszügen aus dem Textbuch waren wirklich immer schön gewählt und haben die Gefühle oftmals noch unterstrichen. Besonders rührend fand ich übrigens Granny, die Oma von Eliza, sie hat
sofort mein Herz erobert durch ihre warme und ruhige Art. Ich fühlte mich sofort an meine eigene Oma erinnert.
Durch ein Portal gelangt Eliza in die Welt der Elfen nach Leylin, dort trifft sie auf Cassian, Jade und einige andere Elfen. Jade und Cassian sind Geschwister, wobei Jade die chaotische, liebenswerte Schwester ist, während Cassian den eingebildeten, schönen Elf mimt. Auch in der Welt der Elfen gibt es die Theaterkunst, und Jade ist sein größter Verfechter, sie spielt selbst im Theater mit und verzaubert die Zuschauer. Cassian hingegen ist Eliza gegenüber von Anfang an misstrauisch und lässt sie nicht an sich heran, er handelt nur auf Anraten des Oberhaupts.
Stück für Stück wird Eliza, und somit auch der Leser, in die Welt der Elfen eingeführt und entdeckt deren Geheimnisse und Geschichten. Es hat unglaublich Spaß gemacht die ganzen Details und Fakten kennenzulernen um die Zusammenhänge zu verstehen. Zwar musste ich mir zwischendurch Notizen machen, weil einfach eine riesige Wissensflut auf mich nieder preschte, aber so geht es mir immer bei Fantasygeschichten die richtig gut sind und die ich mir unbedingt merken muss.
Besonders gut fand ich bei diesem Buch den Lesefluss, der Leser wurde nie überfordert mit einer zu schnellen Abfolge von Ereignissen und aber auch nicht gelangweilt durch ewiges Hinauszögern. Marah Woolf hat es wunderbar geschafft genau den Mittelweg zu finden. Sehr schön fand ich auch den Schreibstil, die Worte flogen nur so dahin und man konnte sich fallen lassen in die Geschichte. Das Ende war dann natürlich besonders spannend, und natürlich offen, denn es wird eine Fortsetzung geben, auf die ich mich nun ganz besonders freue und die bereits bei mir darauf wartet endlich gelesen zu werden.
Fazit:
Wie ihr der Rezension entnehmen könnt, hat mich dieser Fantasyroman von Anfang überzeugt. Die Protagonisten, die Story, die Elfenwelt und das Zusammenspiel zwischen all den Elementen ist wunderbar stimmig. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und möchte nun sehnsüchtig die Fortsetzung zur Hand nehmen.

Bewertung vom 30.08.2018
Palace of Glass - Die Wächterin / Palace-Saga Bd.1
Bernard, C. E.

Palace of Glass - Die Wächterin / Palace-Saga Bd.1


ausgezeichnet

London in der Zukunft. Jegliche Berührungen zwischen Menschen ist verboten, außer hinter verschlossenen Türen und um sich fortzupflanzen. Dieses Gesetz soll die Menschen vor den Magdalenen schützen, denn sie können per Berührung die Menschen beeinflussen oder deren Gedanken lesen. Deshalb lebt die junge Rea im Untergrund, arbeitet tagsüber als Schneiderin und geht nachts boxen um ihre Hautgier zu stillen. Doch plötzlich steht die Leibgarde des Prinzen vor ihrer Tür und sie muss eine Entscheidung treffen!


In „Palace of Glass“ tauchen wir in die dystopische Welt durch die Augen von Rea ein. Und wir starten auch direkt mit einem harten Boxkampf bei dem Rea sich einem riesigen Mann gegenüber sieht. Doch dank ihrer Gabe als Magdalena erahnt sie was ihr Gegner vor hat und kann so gewinnen. Ich muss gestehen, dass ich zunächst Schwierigkeiten hatte mich mit Rea anzufreunden, aber nach vielleicht 50 bis 80 Seiten bin ich warm mit ihr geworden und konnte ihre Bedenken und ihre Wesen besser verstehen.



Das Wort-Building von C.E. Bernard ist wirklich gelungen, ich war durchgängig fasziniert von ihrer Wortgewalt und den Szenenbeschreibungen. Die verruchten Ecken des Armutsviertel, die Gefühle der Magdalenen wenn sie ihre Kräfte einsetzen, der Palast, einfach alles war wirklich toll in Szene gesetzt. Zwischenzeitlich habe ich mich richtig geärgert, dass ich zu müde oder zu viel auf Arbeit zu tun hatte, und deshalb nicht die ganze Zeit weiterlesen konnte.



Natürlich lebt auch diese Geschichte nicht nur von Rea, sondern auch durch die Nebencharakter. Nachdem Rea von der Leibgarde des Prinzen als persönlicher Bodyguard eingestellt wird ändert sich ihr Leben komplett. Und die Gefahr erwischt zu werden schwebt stets über ihr. Und so gibt es den Prinzen, der Rea das Leben schwer macht und das in vielerlei Hinsicht. Außerdem noch andere Personen des Hofstaats, wie den Weißen Ritter, welcher mich als Leser begeistern konnte, da er für seine Sache kämpft. Natürlich gibt es noch einen Plottwist, denn ich so nicht habe kommen sehen, und ein packender Kampf am Ende. Ob Rea es schafft und wie sich alles entwickelt erfahrt in „Palace of Glass“.

Fazit:

Mich konnte C.E. Bernard mit ihrem Trilogie-Auftakt „Palace of Glass“ absolut überzeugen. Mit einer dystopischen Welt mit fantastischen Elementen und einer packenden Story ist „Palace of Glass“ der perfekte Mix für jeden Leser der gerne abschalten will und die Welt um sich herum vergessen möchte.

Bewertung vom 30.08.2018
Verlasse mich nicht! / Götterfunke Bd.3
Woolf, Marah

Verlasse mich nicht! / Götterfunke Bd.3


sehr gut

Cayden, der eigentlich der göttliche Prometheus ist, hat seinen größten Wunsch erfüllt bekommen: er ist ein Mensch. Und direkt im Anschluss nach dieser Erfüllung wird er offenbar tödlich verletzt. Doch wir bangen nicht nur um sein Leben, sondern Jess muss auch noch den Verräter in den Reihen der Götter ausfindig machen.

Jess hat es aber auch nicht leicht, nicht nur ist ihre ehemalige beste Freundin ein echtes Miststück, sondern ihr Freund ist auch noch verletzt. Es scheint ausweglos doch zum Glück greifen die Götter ein, zumindest einmal. Insgesamt fand ich, dass die Götter, dafür dass sie unsterblich sind, ziemlich wenig getan haben um Agrios und seinen Anhängern zu stoppen. Das wiederum bedeutet, dass Jess ziemlich oft einiges riskieren musste um das Schlimmste abzuwenden. Schon allein deshalb haben die Götter bei mir einige Minuspunkte in diesem Band gesammelt, aber dadurch war vor allem Jess sehr gefordert.
Ich fand es als Leser schön zu erleben, wie sehr sie sich entwickelt, wobei ich ihre Entscheidung in Liebesdingen nicht immer nachvollziehen konnte. Insgesamt war Jess hier ganz schön unentschlossen im letzten Band, und ohne viel zu verraten, ich hätte mir ein anderes Ende für sie gewünscht. Auch das Leah und Josh mehr Auftritte hatten fand ich toll, teilweise fand ich die Nebencharakter interessanter als die Götter. Auch schwierig waren die schnellen Orts- und Zeitenwechsel im Geschehen, ohne eine deutliche Abgrenzung wechselt die Uhrzeit und der Tag, dadurch war der Lesefluss nicht immer so wie ich von den anderen Bänden gewohnt war.
Positiv fand ich die durchgängige Spannung im Buch, immer wieder passieren Dinge und verschiedene Fragen werden parallel erzählt. Besonders die Frage nach dem Verräter hat mich wirklich bis zum Schluss beschäftigt, und muss gestehen, ich hätte es nicht erwartet. Auch das Robin endlich mal ihr Fett weg bekommt war beruhigend, kaum ein Charakter hat mich jemals so wahnsinnig gemacht mit ihrer arroganten Arte. Zwar bleiben einige Fragen offen, und der Epilog wirkte fast schon zu perfekt und roch stark nach Happy End. Dennoch fand ich den letzten Band der GötterFunke-Reihe stimmig, auch wenn er gerade in Bezug auf die Präsenz der Götter mehr hätte haben können.
Fazit:
Der Abschluss der GötterFunke-Reihe ist gelungen, die offenen Fragen und Verbindungen werden aufgelöst, es gibt ein Happy End, das für mich zwar etwas zu sehr geschönt war, aber insgesamt passte es. Von den Göttern hätte ich mir mehr Einsatz gegönnt, dafür das alles auf dem Spiel stand haben sie ganz schön viel dem sterblichen Mädchen zugetraut.