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Andrea Busfield
Gebundenes Buch
Schattenträumer
Eine Liebe auf der Suche nach Frieden. Roman
Übersetzung: Tessari, Carina; Dinçer, Yasemin
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Zypern in den fünfziger Jahren. Die Briten besetzen die Insel. Der leidenschaftlichen Liebe zwischen dem Jungen Loukis und der Nachbarstochter Praxi wird jäh Einhalt geboten: Soldaten erschießen Loukis Bruder, und um ihn zu rächen, geht er in den Untergrund. Jahre später kehrt er zurück, nichts ist mehr wie zuvor. Praxi hat eine kleine Tochter und ist die Frau seines größten Rivalen Yiannis geworden. Aber das, was Praxi und Loukis verbindet, scheint stärker als alle Widrigkeiten. Als die politischen Wirren jedoch endgültig ihr Dorf ergreifen, werden die Liebenden brutal getrennt. Jah...
Zypern in den fünfziger Jahren. Die Briten besetzen die Insel. Der leidenschaftlichen Liebe zwischen dem Jungen Loukis und der Nachbarstochter Praxi wird jäh Einhalt geboten: Soldaten erschießen Loukis Bruder, und um ihn zu rächen, geht er in den Untergrund. Jahre später kehrt er zurück, nichts ist mehr wie zuvor. Praxi hat eine kleine Tochter und ist die Frau seines größten Rivalen Yiannis geworden. Aber das, was Praxi und Loukis verbindet, scheint stärker als alle Widrigkeiten. Als die politischen Wirren jedoch endgültig ihr Dorf ergreifen, werden die Liebenden brutal getrennt. Jahrzehnte gehen ins Land, ohne dass Praxi den Vater ihrer Tochter vergessen kann. Es gelingt ihr schließlich, eine Spur zu ihm zu finden. Doch sie muss einen schweren Entschluss fassen, um endlich mit ihm vereint zu sein.
Andrea Busfield, Jg. 1970, ist britische Journalistin. 2005 erfüllte sie sich einen Traum; sie zog nach Kabul und arbeitete als Redakteurin bei Sada-e-Azadi (Stimme der Freiheit), von der International Security Assistance Force gegründet. Im Anschluss schrieb sie für die Gulf Times in Qatar, bis sie nach Europa zurückkehrte, um in Wien zu leben.
Produktdetails
- Verlag: Rütten & Loening
- Originaltitel: Aphrodite's War
- 2. Aufl.
- Seitenzahl: 432
- Erscheinungstermin: 11. März 2011
- Deutsch
- Abmessung: 220mm
- Gewicht: 606g
- ISBN-13: 9783352007989
- ISBN-10: 3352007985
- Artikelnr.: 32624761
Herstellerkennzeichnung
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Mit „Schattenträumer“ ist Andrea Busfield ein eindrucksvoller Roman über ein bedrückendes Kapitel der neueren Geschichte Europas gelungen. Der Roman schildert die Entwicklungen Zyperns zwischen 1955 und 2007 aus der Perspektive der griechischen Familie Economidou, die in …
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Mit „Schattenträumer“ ist Andrea Busfield ein eindrucksvoller Roman über ein bedrückendes Kapitel der neueren Geschichte Europas gelungen. Der Roman schildert die Entwicklungen Zyperns zwischen 1955 und 2007 aus der Perspektive der griechischen Familie Economidou, die in einem Dorf nahe der Küstenstadt Keryneia im Norden der Insel beheimatet ist. Hauptprotagonist ist Loukis, der jüngste Sohn der Familie, der sich mit gerade mal 15 Jahren der Widerstandsgruppe EOKA anschließt, die die Befreiung Zyperns von der Kolonialmacht England erkämpft. Loukis tut dies weniger aus politischem Interesse, als um für seine angebetete Praxi „zum Mann“ zu werden. Diese Beliebigkeit zeigt angesichts der Gefahren und schrecklichen Erlebnisse, denen er sich aussetzt, die Sinnlosigkeit des Widerstandskampfes, in den das Volk teilweise ohne wirkliche Überzeugung nur aufgrund ihrer Herkunft hineingezogen wird.
Mit Fortschreiten der Geschichte eskaliert die zunehmend schlechte Beziehung zwischen der zyprischen Bevölkerung griechischer und türkischer Herkunft, sodass auf der Insel Kriegszustände herrschen zwischen der Armee aus Griechenland und aus der Türkei. Ergebnis dieser Kriegshandlungen ist die Teilung Zyperns in einen nördlichen türkischen und einen südlichen griechischen Teil. Die Bevölkerung muss auf beiden Seiten ihre Häuser verlassen und in „ihren“ Teil der Insel ziehen, wo sie mit Hilfe der Regierung angesiedelt werden. Somit spiegeln sich die Erfahrungen der griechischen Familien im Leid der türkischen Bevölkerung, was die Autorin am Ende des Buches ganz elegant durch einen Brief schildert, den ein alter türkischer Nachbar der Familie Economidou zurücklässt.
Das Leben der Familie verläuft vor diesem historischen Hintergrund nicht immer geradlinig. Die Familie wird von traurigen Schicksalen heimgesucht. Dabei werden neben den geschichtlichen Entwicklungen auch gesellschaftspolitische Themen gestreift wie die Unmöglichkeit einer Ehescheidung, das Leben Homosexueller in der Gesellschaft aber auch der bedingungslose Zusammenhalt von Familie und Nachbarn über die Grenzen der Herkunft hinaus.
Auf bewegende Art und Weise zeigt die Autorin die Sinnlosigkeit eines Bürgerkriegs auf, bei dem es nur Verlierer geben kann. Sie spart auch nicht mit Kritik an der internationalen Gemeinschaft und vor allem an der Haltung Englands, das aufgrund eines Garantievertrags und der Tatsache, dass noch immer englisches Militär auf Zypern stationiert war, in die Auseinandersetzung hätte eingreifen können. Stattdessen hat die europäische Gemeinschaft zugeschaut, wie ein Bruderkrieg ein Land entzweit und viele Todesopfer gekostet hat.
Das Schicksal der Familie Economidou nimmt den Leser mit auf eine emotionale Achterbahn. Einerseits fühlt man mit den Familienmitgliedern, andererseits scheinen einzelne Personen relativ befremdlich zu handeln, so dass eine gewisse Distanz aufgebaut wird. Sprachlich ist der Roman relativ einfach gehalten. Er ist leicht lesbar und auf ansprechende Weise flüssig und anschaulich geschrieben. Neben sehr pittoresken Beschreibungen der wundervollen Landschaft Zyperns gelingt es der Autorin durch geschickten Einsatz von Perspektivwechsel, Wiederholungen, Zeitungsartikel bzw. gelesenem Brief die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser auf eine innere Reise zu schicken, die ihn aber ratlos und bedrückt zurücklässt. Anders an in den meisten Familiensagas löst sich in diesem Roman nicht alles in Wohlgefallen auf und die gegen Ende mehrfach wiederholten Worte: „Wir vergessen nicht“ schweben wie ein Trost aber auch wie eine Drohung über dem Roman.
Ich würde das Buch einem geschichtlich interessierten Leser, der sich auch darüber freut, ein neues Land kennen zu lernen, sehr empfehlen. Der Roman fordert dem Leser einiges ab an Vorwissen oder Bereitschaft, die Geschichte Zyperns zu recherchieren, aber er ist auf jeden Fall ein Gewinn.
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Zypern, 1955: Loukis ist 15 Jahre alt und erlebt soeben die erste große Liebe mit der über Jahre hinweg liebgewonnenen Praxi, als zwischen der Türkei, Griechenland und Großbritannien ein weiterer Kampf um den Besitz der Insel beginnt. Dabei wollen die Bewohner zu gar keinem …
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Zypern, 1955: Loukis ist 15 Jahre alt und erlebt soeben die erste große Liebe mit der über Jahre hinweg liebgewonnenen Praxi, als zwischen der Türkei, Griechenland und Großbritannien ein weiterer Kampf um den Besitz der Insel beginnt. Dabei wollen die Bewohner zu gar keinem dieser Staaten gehören, sie verstehen sich als eigenständiges Volk, das unabhängig sein möchte. Loukis schließt sich den Widerstandskämpfern an, um diesen Traum von einem unabhängigen Zypern wahrzumachen und opfert dafür seine Liebe. Praxi sieht sich unterdessen mit den Rollenerwartungen an Frauen konfrontiert und damit gezwungen, zu heiraten. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie schwanger ist – und das nicht von ihrem angestrebten Ehemann …
Um ihren Roman zu schreiben, hat sich Andrea Busfield für mehrere Monate selbst auf Zypern zurückgezogen – und das spürt man beim Lesen. Es ist ihr gelungen, die Atmosphäre vor Ort und die Mentalität der Menschen in Worte zu fassen, und das sogar mit Blick in eine über 50 Jahre zurückliegende Vergangenheit. Sie beschreibt in ihrem neusten Roman einfühlsam die Geschichte mehrerer junger Menschen, die von den Ereignissen unmittelbar betroffen sind. Ihre Figuren mögen fiktiv sein, es spricht immer wieder ein Erfahrungsschatz durch, den wohl nur eine Autorin einbringen kann, die sich wirklich intensiv und interessiert direkt mit dem Menschen auseinandergesetzt hat.
Im Mittelpunkt stehen Loukis und Praxi, aber auch vor allem Loukis Brüder und seine Eltern kommen an mehreren Stellen zu Wort. Am eindrücklichsten bleibt allerdings das Liebespaar. Keiner der Umstehenden weiß anfangs um ihre Liebe, nicht einmal sie selbst. Als Freunde aus Kindertagen haben sie sich aneinander gewöhnt und kämen nicht im Traum darauf, ihre Beziehung beispielsweise auf einer körperlichen Ebene zu vertiefen. Aber genau dazu kommt es wie in einem Akt der Verzweiflung und die Folgen sollen die beiden noch Jahre lang begleiten. In »Schattenträumer« liegt viel Tragik und stellenweise gelingt es der Autorin hervorragend, Leser und Leserinnen mit Loukis‘ und Praxis Schicksal zu berühren. Die große Frage danach, ob es für die beiden in einer solchen Zeit überhaupt ein Happy End geben kann, drängt zum raschen Weiterlesen und lässt über eine deutliche Schwäche des Romans hinwegsehen.
Andrea Busfield ist neben ihrer Autorentätigkeit auch Journalistin – was erklären mag, warum ihr Roman durchweg gut recherchiert ist, aber auch dazu führt, dass sie ihn oftmals mit historischen Informationen überfrachtet. Immer wieder verliert sie die Haupthandlung aus den Augen und geht unter in umfangreichen Beschreibungen der politischen Situation, die in diesem Maße selbst interessierte Leser zu überfordern drohen. Weniger wäre an dieser Stelle wohl mehr gewesen, geben historisch angehauchte Romane doch oft vor allem Denkanstöße, die man nach Bedarf vertiefen kann. Dies bleibt aber gesamtgesehen die einzige Schwäche des Romans, der darüber hinaus viele Glanzmomente hat und auch zeigt, dass Andrea Busfield durchaus weiß, was an ihrer Geschichte wichtig ist und was eher nebensächlich.
Das Augenmerk liegt etwas zu deutlich auf der politischen Situation Zypern, »Schattenträumer« ist aber dennoch überaus lesenswert und berührt mit der Geschichte von Loukis, Praxi und ihrer Liebesgeschichte in schweren Zeiten!
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Andrea Busfield versucht in "Schattenträumer" eine Familiengeschichte mit der Geschichte von Zypern zu verbinden.
Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Liebe zwischen Praxi und Loukis. Beide erst um die 15 Jahre alt und doch fühlen sie sich voneinander …
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Andrea Busfield versucht in "Schattenträumer" eine Familiengeschichte mit der Geschichte von Zypern zu verbinden.
Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Liebe zwischen Praxi und Loukis. Beide erst um die 15 Jahre alt und doch fühlen sie sich voneinander angezogen. Doch die Politik, der Krieg will es anders und so wird Loukis Bruder Nicos getötet. Neben dem Tod des Bruders treibt auch ein unbedarfter Kommentar von Praxi, Loukis in die Arme der EOKA. Noch ist er zu jung, um mit der Waffe zu kämpfen, doch Botengänge kann er für die EOKA erledigen. Loukis bleibt mehrere Jahre, in denen die Mutter und der Vater vom ihm immer wieder dafür beten, dass er lebend wiederkommt. Sie erleben Leid und Verzweiflung, müssen mit ansehen, dass Praxi einen anderen Mann heiratet und das Dorf verlässt und gute Freunde vertrieben werden. Die Brüder von Loukis versuchen ebenfalls ihre Wege zu gehen. So arbeitet Michalakis als Journalist für eine Zeitung, die versucht die politischen Geschehnisse neutral aufzuarbeiten und den Menschen mitzuteilen.
Nach einigen Jahren kehrt Loukis zurück und muss sich neu orientieren. Ein Leben mit Praxi scheint nicht möglich. Oder doch?
Andrea Busfield versucht immer wieder die politischen Geschehnisse zwischen den Griechen und Türken einzuflechten. Manchmal gelingt es ihr ganz gut, doch gelegentlich reißt sie den Leser aus der Geschichte raus, um ihn einen Geschichtsbrocken vorzulegen. Die Verbindung von Familie und Geschichte funktioniert nicht immer. Auch benötigt der Leser etwas Zeit und Geduld, um in die Geschichte einzutauchen - der Anfang ist etwas holprig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben.
Ein empfehlenswertes Buch, dass dem Leser in eine andere Zeit führt. Wer sich nicht mit der Geschichte von Zypern, Griechenland und der Türkei auskennt, kann hier noch einiges erfahren.
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