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allegra
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 261 Bewertungen
Bewertung vom 29.03.2022
Flug 416
Newman, T.J.

Flug 416


ausgezeichnet

Als ich den Klappentext dieses Buches las, dachte ich, das ist nicht so wirklich mein Beuteschema. Ich mag auch Flug-Katastrophenfilme nicht so wirklich.
Ich darf aber guten Gewissens berichten, dass ich mich sehr getäuscht habe. Der Thriller handelt vom Flug 416 von Los Angeles nach New York. Kapitän des Flugzeuges ist Bill Hoffman. Kaum in Los Angeles gestartet erfährt Bill über Smartphone, dass ein Geiselnehmer Sam seine Frau Carry und seine beiden Kinder Scott und seine Babytochter in seiner Gewalt hat. Er muss mit ansehen, wie sowohl der Täter wie Carry eine Sprengstoffweste tragen. Sam hält den Auslöser in der Hand und droht, die Explosion auszulösen, wenn Bill das Flugzeug nicht abstürzen lässt.
In der Kabine gelingt es Flugbegleiterin Jo einen Notruf abzusetzen. Problem: der Täter hat einen Plan B, der sich im Flugzeug befindet.
Ich fand die Charaktere sehr glaubhaft beschrieben, so dass ich mich gut sowohl in Carry aber auch in die Flugbegleiterin Jo einfühlen konnte. Die Handlung ist durchgehend spannend ohne reißerisch zu wirken.
Mir hat insbesondere die Flugbegleiterin Jo sehr gut gefallen, die in der Kabine die Fäden in der Hand hatte und sehr einfallsreich mit dem FBI auf dem Boden agierte.
Der Schluss ist in Ordnung, wenn etwas zu klischeehaft.
Von mir erhält das Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Ideal zum Eintauchen und für ein paar Stunden seine Sorgen zu vergessen.

Bewertung vom 22.01.2022
Das Geheimnis
Sandberg, Ellen

Das Geheimnis


weniger gut

Im Roman "Das Geheimnis" wird die Lebensgeschichte von drei Frauen erzählt. Wir lernen Ulla kennen, kurz vor ihrem 60. Geburtstag.
Sie erfährt, dass ihre Tochter schwanger ist und hinterfragt ihr bisheriges Leben. Weil sie es in ihrer Wohnung aufgrund von Corona eng wird, fährt sie für einige Zeit ins Häuschen ihrer verstorbenen Mutter im Chiemsee. Dort taucht sie mit gefundenen Cassetten in das bewegte Leben ihrer Mutter Helga ein. Helga lebte am Chiemsee in einer Kommune. Eine weitere Protagonistin ist Luise, die ebenfalls in der Kommune lebte.

Ich habe mich mit diesem Buch sehr schwer getan. Ich habe die Erinnerungen von Helga sehr gerne gelesen. Sie handeln von der Flucht aus Schlesien, was mich sehr berührt hat. Die Ausführungen zum Leben von Ulla und Luise fand ich nicht spannend. Es gab für mich zuviele Längen.
Von der Sprache her, ist der Roman sehr angenehm zu lesen. Auch die Mutter Tochter Problematik und die Schuldfrage sind wuchtige Themen. Aber mich konnten diese Themen nicht so wirklich berühren.

Bewertung vom 15.11.2021
Meeressarg / Fabian Risk Bd.6
Ahnhem, Stefan

Meeressarg / Fabian Risk Bd.6


ausgezeichnet

Spannend, von Anfang bis Ende
Im Hafenbecken von Kopenhagen wird ein versunkenes Auto mit zwei Leichen drin entdeckt. Eine Frau und ein Mann, beide in Abendgarderobe. Beim Mann handelt es sich um einen prominenten Politiker. Es wird schnell klar, dass es sich um zwei Morde handelt.
Aus den früheren Bänden weiß die geneigte Leserin, dass Dunja Hougaard ein tiefer Hass verbindet mit Kim Sleizner, den obersten Chef der Kopenhagener Polizei. Dunja späht mit einem Team Sleizner aus und will in zahlreicher Verbrechen überführen.
In einem anderen Handlungsstrang geht es um den schwedischen Polizisten Fabian Risk. Sein Sohn Theodor saß in Kopenhagen in Untersuchungshaft und hat in eine Zelle Selbstmord begangen. Risk will wissen, was Theodor in den Selbstmord getrieben hat, und weshalb das in der U-Haft überhaupt möglich war.
Der Thriller ist von Anfang bis Ende sehr spannend. Die Schauplätze in Kopenhagen und Schweden sind sehr reizvoll. Gut gefallen haben mir auch die Protagonisten. Da ich die vorherigen Bände schon gelesen habe, waren sie mir schon recht vertraut.
Ich empfehle die 6 Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, weil man sonst vieles nicht so gut verstehen kann. Ich habe diesen Thriller sehr genossen. Er war mein Lesehighlight dieses Herbstes.
Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung für Thriller- und Kopenhagen-Fans.

Bewertung vom 29.09.2021
Der schwarze Winter
Lindemann, Clara

Der schwarze Winter


sehr gut

Mutige Frauen im zerbombten Hamburg
Die zwei Schwestern Silke und Rosemarie Bensdorf befinden sich im kalten Hungerwinter 1946/47 auf der Flucht aus dem Osten. Nachdem sie auf einem Bauernhof untergebracht und schlecht behandelt wurden, schaffen sie es nach Hamburg zu gelangen.
Die Stadt ist ausgebombt. Die britischen Besatzer lassen keine Flüchtlinge mehr in die Stadt. Für illegal eingereiste, wie Silke und Rosemarie gibt es keine Essensmarken. Durch Beziehungen und Familienschmuck, den sie retten konnten, gelingt es ihnen, einen Schlafplatz zu erhalten und fürs erste auf dem Schwarzmarkt Lebensmittel zu ertauschen.
Als sie endlich Papiere erhalten, übernimmt Silke eine Bar für Briten. Rosemarie möchte ihr Glück als Sängerin versuchen.
Der vorliegende Roman fängt die Stimmung des kalten Hungerwinters sehr gut ein. Ich fand die Figuren glaubwürdig beschrieben und charakterisiert. Die Handlung ist gut nachvollziehbar und stellenweise recht spannend.
Was mir etwas Mühe gemacht hat, war der schnelle Erfolg der beiden Schwestern. Entkräftet und nur mit einigem Familienschmuck in der Stadt angekommen , hatten sie nach kaum drei Wochen bereits sowas wie eine Wohnung und einen eigenen Betrieb. Zu einer Zeit, als noch die meisten Hamburger in kalten Nissenhütten oder Hochbunkern hausten. Da hätte meiner Meinung nach dem Buch etwas mehr Zeit in der Handlung gut getan.
Ich vergebe diesem Roman 4 Sterne.

Bewertung vom 04.08.2021
Winterland / Juncker und Kristiansen Bd.1
Faber, Kim;Pedersen, Janni

Winterland / Juncker und Kristiansen Bd.1


sehr gut

Mit Winterland gelingt dem Autorenduo Kim Faber und Janni Pedersen ein beeindruckender Start in die Trilogie und die Ermittler Martin Juncker und Signe Kristiansen. Ich habe mich sehr gefreut, dass der Hauptschauplatz Kopenhagen ist, weil ich diese Stadt ganz besonders mag.
Auf einem Weihnachtsmarkt mitten im Herzen Kopenhagens kommt es zu einem Bombenanschlag mit zahlreichen Toten. Signe Kristiansen arbeitet in Kopenhagen und ermittelt.
Martin Juncker ist in das Städtchen Sanstedt gezogen, wo er mit einer jungen Polizistin und einem Polizisten eine Polizeistation eröffnet. Juncker ist in Sanstedt aufgewachsen und kümmert sich in seinem Elternhaus um seinen an Demenz leidenden Vater.
Junckers Team ermittelt einerseits an einem sehr brutalen Mord und an einem Brandanschlag in einem Asylantenheim.
Die Figuren sind sehr glaubhaft charakterisiert. Ihr Leben, ihre Familien, werden anschaulich vorgestellt. Die Handlung wird abwechslungsweise aus der Perspektive in Kopenhagen und in Sandstedt vorangebracht, was di e Spannung hoch hält.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Ich habe schöne und interessante Schauplätze erlebt.
Etwas politisches Interesse zum Themenkreis Islamismus, Antisemitismus und der Neonazi Bewegung ist erforderlich. Sonst tut man sich wahrscheinlich zwischendurch etwas schwer.
Ich vergebe diesem Buch 4 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.02.2021
Geiger / Geiger-Reihe Bd.1
Skördeman, Gustaf

Geiger / Geiger-Reihe Bd.1


sehr gut

Kalter Krieg, Spionage, DDR
Ein alter Fernsehstar, Stellan Broman „Onkel Stellan“ genannt, wird in seinem Haus brutal ermordet. Die Polizistin Sara Novak, die eigentlich bei der Sitte arbeitet, wird hinzugezogen, weil Sara als Kind im Hause von Familie Broman aus und eingegangen ist. Ihre Mutter hat bei den Bromans im Haushalt gearbeitet und Sara hat den ganzen Sommer über mit den Töchtern von Stellan gespielt.
Stellans Frau, die ebenfalls betagte Agnetha ist nach dem Mord verschwunden. Wurde sie auch getötet und die Leiche entfernt oder wurde sie entführt?
Obwohl Sara nicht offiziell mit dem Fall betraut ist, lässt er sie nicht mehr los. Sie beginnt Nachforschungen zur Vergangenheit von Stellan Broman anzustellen und stößt dabei auf menschlich Erschreckendes aber auch völlig Unerwartetes. Stellan war in der Friedensbewegung aktiv und galt in Schweden als Gutmensch. Er reiste oft in die DDR und pflegte intensive Kontakte zu diesem Land. War Stellan nicht der liebe Onkel, für den ihn ganz Schweden infolge seiner hohen Fernsehpräsenz, hielt?
Die Ermittlungen führen Sara Novak auch ein Stück weit zu sich selber, zu ihrer eigenen Vergangenheit und zu der, ihrer Mutter.
Ich fand diesen Thriller sehr angenehm zu lesen. Durch verschiedene Perspektiven ist er sehr abwechslungsreich zu lesen. Die Figuren sind interessant und glaubwürdig beschrieben. In der ersten Hälfte wurde manchmal etwas weit ausgeholt, die zweite Hälfte war dafür sehr spannend.
Allerdings erfordert der Thriller einiges an Interesse zur Zeit des Kalten Kriegs, zur Geschichte der DDR und der Sowjetunion. Wer für Spionagegeschichten gar nicht übrig hat, wird wahrscheinlich nicht so glücklich sein, mit dem Buch.
„Der Geiger“ ist der erste Teil einer Serie und hat dementsprechend ein teilweise offenes Ende.
Ich gebe diesem Buch 4 Sterne mit einer Empfehlung für Leser mit einer Vorliebe für Spionageromane.

Bewertung vom 03.12.2020
Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück
Bernstein, Lilly

Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück


ausgezeichnet

Mein Lesehighlight 2020
Der Roman „Trümmermädchen“ von Lilly Bernstein spielt in Köln und spannt einen zeitlichen Bogen von 1941 bis 1948.
Die kleine Anna lebt mit ihrer Tante Marie beim Bäcker Matthias. Die kleine Familie führt ein beschauliches Leben, Matthias führt seine Bäckerei mit großer Leidenschaft. Umso größer ist die Trauer, als Matthias in den Kriegsdienst eingezogen wird.
Bei der Bombardierung Kölns wird auch die Bäckerei, mit Ausnahme des Ofens, fast vollständig zerstört. Anna und Marie überleben die Bombardierung und leben fortan in den Trümmern. Die ersten Nachkriegswinter sind sehr entbehrungsreich. Nahrungsmittel sind knapp und die eisige Winterkälte tut ihr Übriges dazu.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Ich konnte mir die Figuren Marie und Anna sehr gut vorstellen und habe richtig mitgefiebert bei ihrem Überlebenskampf. Die Stimmung in der Trümmerwelt, die Kälte, die Boshaftigkeit mancher Menschen, das zwiespältige Verhältnis zur britischen Besetzungsmacht. Und immer die Spannung, was aus der jüdischen Familie geworden ist, die in der Wohnung über Matthias´ Backstube gelebt hat, hat mich durch das ganze Buch getragen.
Ich muss nicht lange überlegen. Das ist mein Lesehighlight des Jahres 2020. Ich vergebe diesem wunderbaren historischen Roman 5 Sterne mit einer Leseempfehlung für alle, die gerne geschichtliche Romane aus dem 20. Jahrhundert lesen.

Bewertung vom 23.11.2020
Wolfssommer / Hanna Wester Bd.1 (2 MP3-CDs)
Rosenfeldt, Hans

Wolfssommer / Hanna Wester Bd.1 (2 MP3-CDs)


gut

Verbrechen an der schwedisch-finnischen Grenze
Nahe der finnischen Grenze findet man in der schwedischen Stadt Haparanda eine tote Wölfin. Die Untersuchung ergibt, dass sie menschliche Überreste im Magen hat.
Die schwedische Polizistin Hannah Wester und ihr Team untersuchen den Fall. Er führt sich zu einem Drogengeschäft, dass in der finnisch-schwedischen Grenzregion blutig endete. Die Drogen sowie das Geld sind verschwunden.

Meine Meinung
Ich habe diesen Thriller als Hörbuch gelauscht. Die Sprecherin, Vera Tietz hat mir sehr gut gefallen. Sie liest ruhig, und schafft es mit ihrer Stimme, Spannung aufzubauen.
Die Handlung fand ich leider etwas verworren. Das mag sein, dass das den Kürzungen des Hörbuchs geschuldet ist. Ich habe jedoch auch schon Thriller, des Duos Hiorth und Rosenfeldt als Hörbuch gehört, wo ich mit dem Verständnis weniger Mühe hatte. Ich konnte mir die Figuren nicht gut merken, ebenso habe ich Wechsel der Perspektiven und Schauplätze oft erst spät bemerkt, so dass ich immer wieder zurückgehen musste.
Gut gefallen hat mir die Protagonistin Hannah. Sie ist als ganz normale Frau mit ihren Problemen dargestellt. Sie hat ihre Fehler, ihre Stärken und Liebenswürdigkeiten.
Die Handlung ist durchaus spannend, teilweise sehr brutal aber ich konnte mich nicht so in die Geschichte hinein versenken, wie ich das bei den Thrillern des Duos Hiorth und Rosenfeldt gewohnt war.
Von mir erhält dieses Hörbuch 3 Sterne.

Bewertung vom 20.08.2020
Das Spiel - Es geht um Dein Leben / Björk und Brand Bd.1
Beck, Jan

Das Spiel - Es geht um Dein Leben / Björk und Brand Bd.1


ausgezeichnet

Jan Beck hat mit seinem Thriller „Das Spiel“ mein Sommerloch lesetechnisch gefüllt. Meine Wünsche nach Spannung, interessante Charaktere und vielfältige Schauplätze wurden aufs angenehmste erfüllt.
Die Handlung dreht sich um ein Spiel innerhalb des Darknets. Die Hürden, in die Jagd aufgenommen zu werden, sind sehr hoch. Die Teilnahmegebühr beträgt 100 000 €. Gejagt werden Menschen, die ein bestimmtes Tatoo tragen und selber nichts davon wissen.
Der Ermittler Christian Brand ist Mitglied des Sondereinsatzkommandos Cobra in Wien. Er wird von Europol angefordert für den Personenschutz einer Mitarbeiterin , Inga Björk. Sie ist Super-Recognizerin und kann die sich jedes Gesicht, das sie einmal gesehen hat, merken. Dieses Talent prädestiniert sie für die Ermittlungen im gefährlichen Jagdspiel.
Ich war schon auf den ersten Seiten mitten im Geschehen drin. Die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Christian Brand und Inga Björk sind sehr gegensätzlich und arbeiten gut zusammen. Auch die Nebenfiguren sind glaubhaft und anschaulich dargestellt.
5 Sterne, gerne mehr davon.

Bewertung vom 07.06.2020
DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1
Jonasson, Ragnar

DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Der Thriller "Dunkel" des isländischen Autors Ragnar Jónasson ist der Auftakt einer Trilogie.
Die Protagonistin Hulda Hermannsdóttir ist eine erfolgreiche Polizistin. Mit ihren 64 Jahren steht sie kurz vor ihrer Pensionierung. Sie erfährt von ihrem Vorgesetzten, dass sie nicht erst in ein paar Monaten, sondern gleich ab sofort freigestellt ist. Ihre Fälle werden von jeman anderem bearbeitet und Hulda darf an ihren letzten Arbeitstagen einen ungelösten Fall ihrer Wahl bearbeiten. Sie entschließt sich, den Tod einer jungen Asylvewerberin, der Russin Elena. Huldas Kollege und Konkurrent bei der Polizei hat den Fall zügig als vermeintlicher Selbstmord abgeschlossen.

In die Ermittlung sind Abschnitte eingefügt, die einmal von einem kleinen Kind handeln und zum anderen von einer jungen Frau erzählt wird, die von einem Mann zu einem Ausflug eingeladen wird.

Durch die wechselnden Perspektiven und die kurzen Abschnitte, wird die Spannung hoch gehalten.

Mir hat gut gefallen, dass die teils düstere Stimmung Islands sehr gut dargestellt wurde. Ich konnte mich über einige Tage schön in das Buch vertiefen und bin gespannt, mehr aus Huldas Leben zu erfahren.

Ich vergebe diesem Buch 4 Sterne.