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Benutzername: allegra
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Bewertungen

Insgesamt 246 Bewertungen
Bewertung vom 17.09.2019
Aufbruch und Entscheidung / Die Charité Bd.2
Schweikert, Ulrike

Aufbruch und Entscheidung / Die Charité Bd.2


ausgezeichnet

Die Zeit des Kaiserreichs und des ersten Weltkriegs erlebt von Menschen an der Charité
In diesem zweiten Band um das Berliner Krankenhaus Charité erzählt die Autorin die Geschichte von Dr. Rahel Hirsch, einer jungen, jüdischen Ärztin und Barbara Schubert, einer jungen Frau, die in der Wäscherei der Charité arbeitet. Die Handlung spielt von 1903 bis 1919 mit einem Epilog von 1938, der verrät, wie es Rahel später ergangen ist.
Im deutschen Kaiserreich sind die Frauen noch lange nicht mit den Männern gleichberechtigt. Frauen, die Medizin studieren wollten, mussten dazu nach Zürich gehen. Nach und nach kamen deutsche Universitäten nach und ließen Frauen zum Studium zu. Nicht so in Berlin. So ist Dr. Rahel Hirsch lange Zeit die einzige Frau und muss sich in der Männerdomäne durchsetzen. Sie wurde lange Zeit nicht einmal für ihre Arbeit bezahlt und musste von ihrer Mutter unterstützt werden. Ihr Fleiß und ihre Zielstrebigkeit führten sie dennoch zum Erfolg.
Die junge Barbara Schubert wohnt bei ihrer Tante, die sich als Näherin durchschlägt. Barbara findet Arbeit in der Wäscherei und lernt durch einen traurigen Zufall Dr. Rahel Hirsch kennen. Die völlig unterschiedlichen Frauen freunden sich an und bestärken sich gegenseitig in ihren verschiedenen Lebenswelten.
Die politischen Entwicklungen in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg und während des Krieges sind sehr dezent und dennoch klar und anschaulich in die Handlung eingewoben. Ich fühlte mich nie belehrt, habe aber dennoch viel von der Alltagswelt der einfachen Bevölkerung , wie derjenigen unter Medizinerkreisen mitbekommen. Liebesgeschichten, die in diesem Roman auch vorkommen, sind nicht aufdringlich und doch so, dass man mit den Protagonisten mitfühlen kann.
Ich habe bereits den ersten Charité Band von Ulrike Schweikert, Die Charité: Hoffnung und Schicksal, sehr gerne gelesen. Dieser zweite Band gefällt mir ebenso sehr. Er kann völlig unabhängig vom ersten Band gelesen werden, weil er zu einer anderen Zeit und von anderen Protagonisten handelt.
Von mir erhält dieser Roman eine Leseempfehlung mit 5 Sternen.

Bewertung vom 19.08.2019
Die letzte Witwe / Georgia Bd.7
Slaughter, Karin

Die letzte Witwe / Georgia Bd.7


ausgezeichnet

Sara Linton in großer Gefahr
Mit „Die letzte Witwe“ hat Karin Slaughter den 9. Band der beliebten Serie um Will Trent und Dr. Sara Linton veröffentlicht. Im Hinblick auf die Entwicklung des Privatlebens der Protagonisten, empfliehlt es sich, die Reihenfolge der Bände einzuhalten. Da aber jeder einen in sich abgeschlossenen Fall beinhaltet, kann jeder Teil auch für sich gelesen werden.
Will und Sara verbringen einen Sonntag bei Saras Familie, als die verschlafene Stimmung plötzlich unterbrochen wird durch zwei Explosionen, die vom benachbarten Universitätscampus zu stammen scheinen. Sara und Will machen sich unverzüglich auf, um Hilfe anzubieten. Unterwegs wird ihre Hilfsbereitschaft jedoch schon bei einem Autounfall benötigt. Doch irgendetwas ist nicht so, wie man es erwarten würde. Sara wird vor Wills Augen von Kriminellen entführt, die möglicherweise mit den Explosionen zu tun hatten.
Sehr schnell geht es in diesem Thriller zur Sache, so dass man schon nach wenigen Seiten voll in der Geschichte drin ist. Der flüssige Schreibstil und die emotionale Nähe, die ich sowohl an Will als auch an Sara in diesem Band verspürt habe, hat mir das Lesen sehr leicht gemacht. Ich habe das Buch immer wieder gerne zur Hand genommen. Thematisch geht es im weitesten Sinne um die Verknüpfung von Rechtsextremismus und Terrorismus.
Ein kleines bisschen mühsam fand ich anfangs, dass die wirklich gleiche Handlung jeweils aus Wills und aus Saras Perspektive erzählt wurde. Deshalb ging es mir in der ersten Hälfte manchmal etwas zu langsam. In der zweiten Hälfte hatte ich den Pageturner, den ich von Karin Slaughter mittlerweile gewohnt bin. Für mich war das eine sehr schöne Fortsetzung einer mir liebgewonnenen Serie, die mich nicht nur spannend unterhalten, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat.
Von mir erhält dieses Buch 5 Sterne mit einer Leseempfehlung auch für Neulinge in der Serie.

Bewertung vom 12.08.2019
Der Blütenjäger, 1 MP3-CD
Shepherd, Catherine

Der Blütenjäger, 1 MP3-CD


ausgezeichnet

„Der Blütenjäger“ ist der 4. Band der Autorin Catherine Shepherd um die Ermittlerin Laura Kern. Der Thriller spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart ermittelt Laura Kern an einem Fall, der Gänsehaut bereitet. Es werden mehrere junge Frauen gefunden, die in Abendgarderobe im Wald erschossen aufgefunden wurden. Ihre festliche Kleidung lässt Jagdunfälle sehr schnell ausschließen. Neben den Leichen liegt jeweils ein recht aktuelles Foto der Toten, aufgenommen in einer Diskothek sowie eine Blume.
In einem anderen Erzählstrang, der vor 20 Jahren spielt, erfahren wir vom tragischen Tod der sechsjährigen Emma, die an ihrem Geburtstag im Wald erschossen wird. Als Tatverdächtiger gilt ihr achtjähriger Bruder.
Verbindendes Element der beiden Handlungen ist die Psychologin Dr. Niemeyer, die beim Mord an Emma deren traumatisierten Bruder behandelt und versucht, dass dieser seine Erinnerung an das tragische Unglück wieder erlangt. In der Gegenwart fungiert Dr. Niemeyer als psychologische Beraterin, die versucht ein Profil des Täters zu erstellen.
Die Autorin lässt wohldosiert Informationen aus Laura Kerns Privatleben einfließen und gibt Hinweise, weshalb Laura in manchen Situationen besonders empfindlich reagiert. Sie hat als Kind traumatische Erfahrungen erleben müssen. Es ist für das Verständnis nicht nötig, dass man die vorhergehenden Bände gelesen hat. Aber wie immer bei Serien, empfiehlt es sich für den vollen Lesegenuss, die Reihenfolge einzuhalten.
Ich habe den Thriller als ungekürzte Lesung gehört. Die Sprecherin Beate Rysopp versteht es trefflich die Spannung hoch zu halten ohne dass ihre Stimme jemals aufdringlich wirkt. Ich werde auf jeden Fall wieder Hörbucher hören, die sie eingelesen hat.
Von der Handlung her möchte ich nicht mehr ausführen. Es ist Catherine Shepherd einmal mehr gelungen, mich mit einer gänzlich neuartigen Geschichte, in ihren Bann zu ziehen. Ich habe schon sehr viele Thriller gelesen und inzwischen bin ich recht anspruchsvoll geworden, weil sich manche doch in der Handlung ähneln, so dass die Lösung vorhersehbar ist. Das ist hier ganz und gar nicht der Fall.
Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen und ich empfehle ihn mit 5 Sternen.

Bewertung vom 18.06.2019
Nordlicht - Die Tote am Strand / Boisen & Nyborg Bd.1
Hinrichs, Anette

Nordlicht - Die Tote am Strand / Boisen & Nyborg Bd.1


ausgezeichnet

Ein sehr gelungener, abgerundeter Krimi vor einer landschaftlich sehr schöner Kulisse. Die Figuren sind sehr gut charakterisiert und auch das Zwischenspiel der Charakteren gut dargestellt. Hilfreich waren auch die Bilder und Karten im Cover, so konnte man sich gut in der deutsche dänischen Grenzregion orientieren.

Ich freue mich auf die Fortsetzung det Serie und gebe diesem Krimi 5 Sterne.

Bewertung vom 06.06.2019
Die Zarin und der Philosoph / Sankt-Petersburg-Roman Bd.2
Sahler, Martina

Die Zarin und der Philosoph / Sankt-Petersburg-Roman Bd.2


sehr gut

Am Hofe von Katharina der Großen
In ihrem Roman „Die Zarin und der Philosoph“ entführt uns die Autorin Martina Sahler nach St. Petersburg an den Hof von Katharina der Großen. Der Roman spielt in den Jahren von 1761 bis 1775.
Der preussische König Friedrich ll. schickt mit dem Philosophen Stephan Mervier einen Spion an den russischen Hof, um das Umfeld von Katharina der Großen und ihre Handlungen auszuspionieren. Stephan wird begleitet von seiner Ehefrau Johanna, geborene Caselius, die bereits großen Erfolg als Kunstmalerin in Paris feiern durfte.
Katharina hat in Sonja ein Ziehkind an den Zarenhof aufgenommen. Sonja ist sehr intelligent und lernbegierig, so wie man sich eine leibliche Tochter der Zarin vorstellen würde. Weitere wichtige Figuren sind Graf Grigori Orlow, der Liebhaber von Katharina und Grigori Potemkin. In Stefan Merviers Umfeld finden sich unabhängige Geister wie Autoren und Publizisten.
Im Roman kommen zahlreiche historisch verbürgte Figuren und Ereignisse vor. Die Haupthandlung wird jedoch von fiktiven Figuren bestritten.
Ich habe bei der Lektüre sehr schnell in die Handlung hinein gefunden. Die Figuren sind nachvollziehbar charakterisiert. Ich fühlte mich jedoch sehr oft als Zuschauer am Rande. Es geht um sehr viel Politik und eigentlich auch um Ungerechtigkeiten des einfachen Volkes, wie die ungerechte Behandlung von Leibeigenen. Gerade da habe ich etwas vermisst, mehr von der Lebenswelt der einfachen Menschen mitzubekommen. So konnte mich das Buch trotz spannender Handlung nicht so durchgehend mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht auch, weil mich die Geschichte der fiktiven Figuren einfach nicht so interessiert hat.
Weil der Schreibstil ausgesprochen schön zum Lesen ist, vergebe ich 4 Sterne.

Bewertung vom 19.05.2019
Zehn Stunden tot / Fabian Risk Bd.4 (eBook, ePUB)
Ahnhem, Stefan

Zehn Stunden tot / Fabian Risk Bd.4 (eBook, ePUB)


sehr gut

Viele Spannung, viele Fälle, nicht alles aufgelöst

„10 Stunden tot“ ist der 4. Band der Serie um den Ermittler Fabian Risk und seinem Team. Da ich die bisherigen Bände sehr gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Mit gleich zwei Mordfällen setzt der Krimi ein, so dass man gleich mitten im Geschehen ist. Die Spannung ist von Anfang an geweckt und lässt auch nicht nach. Später kommen dann noch mehr Verbrechen hinzu.
Da mir die Protagonisten zum großen Teil aus den ersten drei Bänden bekannt waren, war ich auch sehr gespannt, wie sich ihr Leben weiter entwickelt. Auch in diesem Bereich wird die Spannung durch häufige Perspektivwechsel und kurze Kapitel durch das ganze Buch hinweg hoch gehalten.

Insgesamt waren es mir aber etwas zu viele Fälle, die teilweise miteinander verwoben sind, aber auch für sich alleine stehen. Die zahlreichen Figuren sind in ihrer Handlungsweise ausführlich charakterisiert und die familiären Beziehungen sind anschaulich dargestellt. Ob die Anhäufung von massiven persönlichen Problemen in einer Behörde allerdings wirklich realistisch ist, wage ich zu bezweifeln. Aber da ich mich durch den Krimi unterhalten lassen möchte und kein Fachbuch über die Schwedische Polizeiarbeit lese, ist das in Ordnung.

Als Fortsetzung der Serie habe ich dieses Buch sehr genossen und die zahlreichen offenen Enden machen mich auch gespannt auf den 5. Teil. Insgesamt finde ich es aber schade, dass gerade der Fall, der mich am Anfang am meisten beeindruckt und gepackt hat, noch nicht wirklich zu einem Ende gebracht wurde.

In einer Serie ist es immer interessant, wenn man etwas vom familiären Hintergrund der Figuren erfährt. In diesem Fall ist es mir aber zu viel davon. Auch in einer Serie sollte für mich jeder Band für sich selber stehen können, so dass man ein einzelnes Buch verstehen und genießen kann. Das ist meiner Meinung nach hier nicht wirklich der Fall. Ohne Vorwissen aus den anderen Bänden wird man Probleme haben, alles zu verstehen. Und auf der anderen Seite sind es für mich zu viele Cliffhanger, so dass das Buch für mich nicht wirklich abgerundet wirkt.

Von mir erhält dieses Buch eine Leseempfehlung für Leser der ganzen Reihe. Als Einstieg in die Risk- Krimis von Stefan Ahnhem ist es nicht geeignet. Da würde ich unbedingt die vorgesehene Reihenfolge einhalten. Von mir erhält das Buch 4 Sterne.

Bewertung vom 01.05.2019
Lazarus / Kommissar Linna Bd.7
Kepler, Lars

Lazarus / Kommissar Linna Bd.7


sehr gut

In „Lazarus“ führt das Autorenpaar Lars Kepler die Serie um den Ermittler Joona Linna und den Serientäter Jurek Walter oder dessen Nachfolger fort. Der Thriller lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Figuren werden klar genug eingeführt, so dass man eine gute Vorstellung von den Beziehungsgeflechten gewinnt.
Ich möchte nicht viel zum Inhalt verraten, nur so viel: Das Buch ist durchgehend sehr spannend, aber auch sehr brutal. Wenn eine Situation auf mehrere Arten ausgehen kann, wählen die Autoren fast immer eine noch tragischere. Für mich war es manchmal fast etwas viel, sodass ich ganz schnell weitergelesen habe, damit ich mir nicht zu lange vorstellen musste, wie sich jetzt eine bestimmte Situation für die Beteiligten anfühlt.
Der Täter ist durch und durch böse, manipulativ und von maximaler technischer Versiertheit, so dass er auch mit ausgeklügelten technischen Möglichkeiten von ganzen Teams nicht überlistet werden kann. Auch das war für mich teilweise schwer nachvollziehbar, aber ich habe den Thriller gelesen, um mich unterhalten zu lassen und genau das hat mir das Buch auch gegeben.
Wie es bei einer Serie zu erwarten ist, endet die Handlung mit einigen Cliffhängern, so dass man sich schon auf die nächste Folge freut.
Von mir erhält „Lazarus“ 4 Sterne und eine Empfehlung für Leser, die brutale, spannende Bücher lieben.

Bewertung vom 02.03.2019
Eisige Tage / Seiler und Novic Bd.1
Pohl, Alex

Eisige Tage / Seiler und Novic Bd.1


sehr gut

Winter in Leipzig
Mit „Eisige Tage“ startet Axel Pohl in eine neue Serie um zwei sehr vielversprechende Ermittler Milo Novic und Hanna Seiler. Der Krimi ist in Leipzig angesiedelt.
Am Elster-Saale Kanal wird in einem Auto die Leiche eines Rechtsanwalts gefunden. Nähere Recherchen ergeben, dass dieser im Zusammenhang mit zwielichtigen Geschäften steht. Gleichzeitig werden junge Mädchen vermisst. Steht der Mord am Anwalt im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Mädchen?
Der Fall an sich ist spannend geschrieben. Gleichzeitig erfährt man einiges aus dem Privatleben der Ermittler. Dabei fand ich vor allem Milo Novic ein sehr gelungener Charakter, der mich wirklich anspricht und interessiert. Novic hat als Kind den Krieg in Ex-Jugoslawien erlebt, was ihn sehr geprägt hat und was er noch immer am Verarbeiten ist.
Vom Aufbau her ist der Krimi geprägt von zeitlichen Sprüngen, die ich nicht immer einfach nachzuvollziehen fand. Die Spannung war zwar durchaus da, dennoch hat mich das Buch nicht so in den Bann gezogen, dass ich es sehr schnell lesen mochte. Dadurch empfand ich die Handlung teilweise etwas konfus. Vielleicht sind aber auch die Operationen der Russenmafia nicht wirklich ein Thema, das mich fesseln kann. An die echten Brüder Karamasov kommt das Buch jedenfalls nicht heran. Aber das will der Autor bestimmt auch nicht.
Da mir der Schreibstil recht gut gefallen hat und mir die Ermittler zusagen, bin ich gespannt, in welchen Gefilden der nächste Band spielt.
Von mir erhält dieser Krimi 3,5 Sterne. Wo das nicht möglich ist, runde ich auf 4 Sterne auf.

Bewertung vom 04.02.2019
Roter Rabe / Max Heller Bd.4 (1 MP3-CD)
Goldammer, Frank

Roter Rabe / Max Heller Bd.4 (1 MP3-CD)


ausgezeichnet

Dresden zu Beginn der Fünfziger Jahre
Der 4. Band der Serie um den Dresdner Polizisten Max Heller beginnt im Jahre 1951 mit einer Urlaubsreise an die Ostsee. Max verbringt mit seiner Frau Karin und seiner Pflegetochter Anni ein paar schöne Ferientage, unmittelbar bevor Karin eine weit aufregendere Reise antritt. Sie fährt nach Westdeutschland, wo sie ihren Sohn Erwin besucht, den sie schon viele Jahre nicht mehr gesehen hat. Max und Töchterchen Anni bleiben in Dresden bei Frau Marquardt, die zunehmend an Altersdemenz leidet.
Unglücklicherweise wird Max ausgerechnet während dieser Zeit mit einem sehr komplizierten Fall betraut. Es kommt zu zahlreichen Todesfällen, die auf den ersten Blick wie tragische Unglücksfälle oder Selbstmorde wirken. Heller ermittelt mit seinen Kollegen Werner Oldenbusch und Peter Salbach. Hinweise führen das Ermittlerteam in Richtung Spionage. Es soll ein „Amerikaner“ im Spiel sein, der für den Westen spionieren soll.
Die Handlung ist sehr komplex, die Aufklärung der Todesfälle geht, der Zeit geschuldet recht gemächlich vor sich. Es erscheinen Hinweise in Zeitungen, die Heller einiges Kopfzerbrechen bereiten. Ich fand es sehr spannend, den Ermittlungen zu folgen, obwohl es mir einiges an Konzentration abverlangte. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wunderbar eingelesen von Heikko Deutschmann. Ich denke, dass ich die Max Heller Bände in Zukunft eher als Buch genießen werde, weil die Handlung doch recht kompliziert ist. Ich musste sehr vieles mehrfach hören, bis ich es wirklich verstanden hatte.
Die einzelnen Ermittlungsstränge führen am Ende zusammen, wobei einiges auch noch etwas unklar bleibt und vielleicht im nächsten Fall nochmal aufgegriffen wird.
Sehr gut gefallen mir die meisten der Figuren. Sie sind sehr lebensnah beschrieben und man bekommt Familie Heller richtig gern. Auch die Protagonisten bei der Polizei, Werner Oldenbusch und Peter Salbach sind sehr glaubwürdig charakterisiert. Man spürt ihre Erwartungen und Ängste der Menschen angesichts des im Raume stehenden Kalten Krieges sehr gut.
Mit hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Die Handlung war durchwegs spannend. Das Buch ist abgerundet und macht Lust auf den nächsten Band. Von mir eine Empfehlung mit 5 Sternen.

Bewertung vom 15.01.2019
Flammen und Seide
Schier, Petra

Flammen und Seide


sehr gut

Eine Dreiecksgeschichte im Rheinbach des 17. Jahrhunderts
Der vorliegende Roman von Petra Schier spielt in Rheinbach in den Jahren 1668 und 1673. Er handelt von einer Dreiecksgeschichte zwischen der Tuchhändlertocher Madlen Thynen, dem Kaufmannssohn Peter von Werth und Lukas Cuchenheim, dem Sohn eines Lederhändlers.
Cuchenheim hat Rheinbach 1668 verlassen, um einen militärischen Werdegang einzuschlagen. Er kommt als Hauptmann nach Rheinbach zurück, um einem Spionagefall auf die Spur zu kommen.
Peter von Werth ist wohlhabender zukünftiger Erbe eines florierenden Geschäfts und verlobt sich mit Madlen.
Im historischen Kontext stehen wir mitten im Niederländisch-französischen Krieg, der 1672 – 1678 in weiten Teilen Europas tobte und die Vormachtsstellung Frankreichs bezweckte.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Im Erzählstrang, der 1668 spielt, wird gezeigt warum Lukas Cuchenheim, der Madlen Thynen zugewandt war, Rheinbach plötzlich verlassen hat.
Im Strang von 1673 werden wir in die erste Zeit der Verlobung von Madlen und Peter sowie in die kriegerische Bedrohungslage von Rheinbach einbezogen. Der Wechsel dieser beiden zeitlichen Perspektiven hält die Spannung im Roman hoch.
Madlen ist eine sehr moderne junge Frau, die großes kaufmännisches Geschick im Tuchhandel ihres Vaters beweist. Sie möchte auch gerne nach ihrer Heirat im Handel mitarbeiten, doch ihr Verlobter Peter hat andere Vorstellungen. Lukas hingegen ermuntert Madlen zu einer geschäftlichen Zusammenarbeit zwischen seinem Lederwarengeschäft und dem Tuchhandel Thynen.
Die Figuren und Schauplätze sind anschaulich beschrieben, so dass man eine gute Vorstellung von den Menschen, ihrem Leben und ihrem Brauchtum in Rheinbach gewinnt. Der historische Hintergrund ist verständlich eingebunden und bildet den Rahmen um die Liebes-Dreiecksgeschichte von Madlen, Lukas und Peter.
Ich konnte mit dem Buch sehr schön nach hektischen Arbeitstagen abschalten und vergebe dem Buch 4 Sterne.

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