Nicht lieferbar

Laurent Binet
Buch
Eroberung
Versandkostenfrei!
Nicht lieferbar
Weitere Ausgaben:
Eroberung
Produktdetails
- Verlag: Büchergilde Gutenberg
- ISBN-13: 9783763272778
- Artikelnr.: 62154017
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Das Buch ist eine hochironische, mitunter schrille Mischung aus Abenteuerroman à la Karl May, Schelmenroman à la "Don Quichote" und Parodie à la Monty Python. Dirk Fuhrig Deutschlandfunk Kultur "Lesart" 20201207
Amüsante kontrafaktische Geschichtsschreibung "was wäre gewesen wenn ...". Was wäre gewesen, wenn die Wikinger statt "nur"nach Kanada oder Neuengland ("Vinland") bis nach Südamerika gekommen wären und den Indios schon im Frühmittelalter …
Mehr
Amüsante kontrafaktische Geschichtsschreibung "was wäre gewesen wenn ...". Was wäre gewesen, wenn die Wikinger statt "nur"nach Kanada oder Neuengland ("Vinland") bis nach Südamerika gekommen wären und den Indios schon im Frühmittelalter Eisenverarbeitung, Pferde und auch die "europäischen" Krankheitskeime mitgebracht hätten? Wenn Kolumbus ca. 500 Jahre später gescheitert wäre und die "Eingeborenen" seine Schiffe gekapert hätten?
Wie der Inkahäuptling Atahualpa in Europa landet, den Habsburger-Kaiser V besiegt und seine Herrschaft über den neuen Erdteil ausdehnt, spinnt der Autor auch anhand realer Ereignisse, nur mit anderen Protagonisten weiter (die Fugger geben dann eben dem Inkakönig den Kredit, damit er die Bestechungsgeleder für die Kaiserkrönung zahlen kann ...). Angenehm kurzweilig zu lesen.
Weniger
Antworten 2 von 2 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 2 von 2 finden diese Rezension hilfreich
Wir alle haben sie studiert, die Geschichte Europas und die Eroberung der Welt. Mutige Männer, die dahinsegelten, um ferne Länder zu entdecken und zu unterwerfen, um ihnen die zivilisierte Hochkultur der alten Welt nahezubringen. Was aber wäre gewesen, wenn alles ganz anders verlaufen …
Mehr
Wir alle haben sie studiert, die Geschichte Europas und die Eroberung der Welt. Mutige Männer, die dahinsegelten, um ferne Länder zu entdecken und zu unterwerfen, um ihnen die zivilisierte Hochkultur der alten Welt nahezubringen. Was aber wäre gewesen, wenn alles ganz anders verlaufen wäre? Die Wikinger noch vor Kolumbus Südamerika entdeckt hätten und die Inkas sich gen Osten aufgemacht hätten, um erst Portugal und dann ganz Europa zu unterwerfen? So manch ein Herrscher hätte nicht schlecht gestaunt, ebenso die Vertreter der Heiligen Kirche – und deren Gegner. Ein fuchsteufelswilder Luther muss zusehen, wie statt seiner Thesen die Kunde des Sonnengottes angeschlagen und damit der neue Glaube besiegelt wird.
Laurent Binet ist ein Meister darin, die Geschichte neu zu erfinden und einen alternativen, wenn auch bisweilen aberwitzig anmutenden Verlauf zu schildern. Schon mit „Die siebte Sprachfunktion“ konnte er mich restlos begeistern, nun beschränkt er sich nicht auf die kleine Welt der Linguisten, sondern geht ans Eingemachte. Und das wieder einmal mit präziser und messerscharfer Beobachtungsgabe und pointierten Formulierungen.
„Doch die Geschichte lehrt uns, dass wenige Ereignisse es der Mühe wert erachten, sich rechtzeitig anzukündigen, darunter manche, die sich jeglicher Vorhersage entziehen, und dass letztlich die allermeisten sich damit begnügen, einfach einzutreten.“
So manches in der europäischen Geschichte wäre uns erspart geblieben oder schlichtweg besser gelaufen, hätten wir Binets Version der Historie erlebt. Die Inquisition beendet, Toleranz zum leitenden Motiv gemacht und Frieden, der eigentlich immer nur ein Traum war. Daneben wird das heliozentrische Weltbild per Dekret verordnet und die Mystifizierung der jungfräulichen Braut und der unbefleckten Empfängnis ein Schlusspunkt gesetzt.
Viele große Namen haben ihren Auftritt in dem Roman, der 2019 mit dem großen Preis der Académie française ausgezeichnet wurde. Man kann immer wieder nur schmunzeln, wie Laurent Binet uns einen Spiegel vorhält und die Absurditäten aufzeigt, die wir als gegeben hinnehmen. Virtuos reihen sich sie Ereignisse aneinander, die bekannte und belegte Fakten neu interpretieren. Diesbezüglich finde ich den deutschen Titel leider auch etwas zu begrenzt, es geht nicht nur um „Eroberung“, sondern wie das Original schon sagt, um die Frage, was eigentlich „Zivilisation“ sein soll und vor dem Hintergrund von Inquisition, Kreuzzügen und Imperialismus ist diese mehr als berechtigt.
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich