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Siddhartha Mukherjee
Gebundenes Buch
Das Gen
Eine sehr persönliche Geschichte. Ausgezeichnet mit dem Wissensbuch des Jahres 2017
Übersetzung: Bischoff, Ulrike
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Warum sind wir so, wie wir sind?Was ist in der Familie angelegt, was erworben?Was können wir selbst bestimmen?Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung.Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller "Der König aller Krankheiten" beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an Schiz...
Warum sind wir so, wie wir sind?
Was ist in der Familie angelegt, was erworben?
Was können wir selbst bestimmen?
Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung.
Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller "Der König aller Krankheiten" beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an Schizophrenie leidet - wie auffällig viele seiner Verwandten. Fasziniert beginnt Mukherjee sich mit der Geschichte der Gene zu beschäftigen: Von den Erbsenkreuzungen Mendels bis zur neuesten Gen-Bearbeitungs-Methode CRISPR schreibt Mukherjee den spannenden Roman einer wissenschaftlichen Suche und verwebt ihn mit der Geschichte seiner Familie. Packend und einzigartig.
"Wer wissen will, was es bedeutet, Mensch zu sein, sollte dieses Buch lesen." Boston Globe
"Eine inspirierende und ungemein bewegende Lektüre." San Francisco Chronicle
"Glänzend ..." James Gleick, New York Times Book Review
"Ein leidenschaftliches Buch, eine bündige Darstellung und voller unbekannter Details über bekannte Leute." The New York Times
"Meisterhaft aufgebaut, wunderbar erzählt (...) Mukherjee ist ein Genie darin, zutiefst menschliche Geschichten hinter abstrakten Ideen zu entdecken."
Andrew Solomon, Washington Post
"Lesen Sie dieses Buch, so werden Sie auf die Zukunft bestens vorbereitet sein. "
Sunday Times
Was ist in der Familie angelegt, was erworben?
Was können wir selbst bestimmen?
Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung.
Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller "Der König aller Krankheiten" beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an Schizophrenie leidet - wie auffällig viele seiner Verwandten. Fasziniert beginnt Mukherjee sich mit der Geschichte der Gene zu beschäftigen: Von den Erbsenkreuzungen Mendels bis zur neuesten Gen-Bearbeitungs-Methode CRISPR schreibt Mukherjee den spannenden Roman einer wissenschaftlichen Suche und verwebt ihn mit der Geschichte seiner Familie. Packend und einzigartig.
"Wer wissen will, was es bedeutet, Mensch zu sein, sollte dieses Buch lesen." Boston Globe
"Eine inspirierende und ungemein bewegende Lektüre." San Francisco Chronicle
"Glänzend ..." James Gleick, New York Times Book Review
"Ein leidenschaftliches Buch, eine bündige Darstellung und voller unbekannter Details über bekannte Leute." The New York Times
"Meisterhaft aufgebaut, wunderbar erzählt (...) Mukherjee ist ein Genie darin, zutiefst menschliche Geschichten hinter abstrakten Ideen zu entdecken."
Andrew Solomon, Washington Post
"Lesen Sie dieses Buch, so werden Sie auf die Zukunft bestens vorbereitet sein. "
Sunday Times
Mukherjee, Siddhartha
Siddhartha Mukherjee, der 2011 den Pulitzer Preis gewann, ist Mediziner und Autor. Sein Buch »Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biographie« war ein weltweiter Erfolg. In seinem Labor arbeitet er in erster Linie in der Krebs- und Stammzellenforschung. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in New York.
Siddhartha Mukherjee, der 2011 den Pulitzer Preis gewann, ist Mediziner und Autor. Sein Buch »Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biographie« war ein weltweiter Erfolg. In seinem Labor arbeitet er in erster Linie in der Krebs- und Stammzellenforschung. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in New York.
Produktdetails
- Verlag: S. Fischer Verlag GmbH
- Artikelnr. des Verlages: 9753
- Seitenzahl: 768
- Erscheinungstermin: 19. Mai 2017
- Deutsch
- Abmessung: 220mm x 149mm x 45mm
- Gewicht: 913g
- ISBN-13: 9783100022714
- ISBN-10: 3100022718
- Artikelnr.: 45703005
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Wie lesbar doch die DNA einmal war
Siddharta Mukherjee folgt dem Weg von Mendel bis zur medizinischen Genetik
Dem Konzept des Gens wird in den letzten Jahren ein widersprüchliches Schicksal bereitet. In der Populärwissenschaft und in der Presse scheint die Idee des "Gens für irgendeine Eigenschaft" gesund und wohlauf, und Unternehmen wie 23andMe oder AncestryDNA versprechen, Licht in das Dunkel individueller Abstammung zu bringen oder sogar individuelle Gesundheitsrisiken abzuschätzen. In der medizingenetischen Grundlagenforschung dagegen verliert der Begriff des Gens immer mehr an Kontur: Die Zahl Eiweiß kodierender Gene wurde seit den achtziger Jahren drastisch von 100 000 auf 20 000 reduziert, manche können
Siddharta Mukherjee folgt dem Weg von Mendel bis zur medizinischen Genetik
Dem Konzept des Gens wird in den letzten Jahren ein widersprüchliches Schicksal bereitet. In der Populärwissenschaft und in der Presse scheint die Idee des "Gens für irgendeine Eigenschaft" gesund und wohlauf, und Unternehmen wie 23andMe oder AncestryDNA versprechen, Licht in das Dunkel individueller Abstammung zu bringen oder sogar individuelle Gesundheitsrisiken abzuschätzen. In der medizingenetischen Grundlagenforschung dagegen verliert der Begriff des Gens immer mehr an Kontur: Die Zahl Eiweiß kodierender Gene wurde seit den achtziger Jahren drastisch von 100 000 auf 20 000 reduziert, manche können
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vorwärts und rückwärts gelesen werden, die meisten Gene haben nur kleine Wirkungen auf die meisten Eigenschaften, und 99 Prozent der gesamten DNA haben keine offensichtliche Funktion. Die Vorstellung von Genen als physischen Dingen, die in Reih und Glied auf den Chromosomen angeordnet sind und Eigenschaften kodieren - und nur ihrer Entdeckung harren -, ist völlig überholt. Die Geschichte des Gens zu schreiben ist unter solchen Umständen keine einfache Aufgabe.
Der Herausforderung, dem Konzept des Gens historische Tiefe zu geben und gleichzeitig seine aktuelle Bedeutung zu vermessen, ist das Thema des neuen Buches des Arztes Siddhartha Mukherjee. Wie in seinem ersten Buch, "Der König aller Krankheiten" (F.A.Z. vom 22. Februar 2012), verbindet Mukherjee auch in seinem neuen Werk Historisches, Persönliches und Wissenschaftliches. Die erste Hälfte des Buches ist vor allem der Geschichte der Genetik gewidmet. In dieser Rekonstruktion der Geschichte des Gens tappt Mukherjee prompt in eine Falle, wie es für praktizierende Wissenschaftler typisch ist, die sich als Historiker versuchen: Die Vergangenheit wird präsentiert als eine unvermeidliche Entwicklung hin zur "Wahrheit", die im gegenwärtigen Stand der Wissenschaft ihren Ausdruck findet. Ihre Uneindeutigkeit wird übertüncht, indem historische Experimente im Licht aktueller Ergebnisse interpretiert werden anstatt innerhalb des damaligen theoretischen Rahmens.
Ein weiteres Stilmittel dieser Art von Geschichtsschreibung ist es, das revolutionäre Handeln einsamer Helden zu betonen. Ein auch von Mukherjee benutztes Paradebeispiel dafür ist Gregor Mendel, der angeblich einsam und isoliert in Brünn seine bahnbrechenden Entdeckungen machte. Übersehen wird dabei, dass Mendel eingebunden war in ein regionales Netzwerk von Landwirten, die ihre Pflanzen und Tiere durch Züchtung verbessern wollten, und schon zwanzig Jahre vor Mendels Versuchen aktiv waren. Mendels und Darwins Errungenschaften werden von Mukherjee mit Hilfe des Informationsbegriffes gedeutet, der erst in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts Einzug in die Genetik hielt. Aber in Büchern wie diesem von Mukherjee geht es nicht um methodisch überzeugende Historiographie, sondern um Geschichte als Kulisse für eine die Leser fesselnde Erzählung über Gegenwart und Zukunft.
Mukherjee zeigt seine Stärken als Autor sehr viel überzeugender im zweiten Teil, wenn er aus der Perspektive des Arztes schreibt und dabei auf die Einsichten der modernen Genetik kommt. Er weiß, wie kompliziert das Verhältnis von Genotyp zu Phänotyp ist und dass Gene uns nicht vorschreiben können, wie menschliche Vielfalt zu kategorisieren ist. Er beschreibt ausführlich die zu hohen Erwartungen und Versprechungen der frühen medizinischen Genetik und ist vertraut mit ihren Beschränkungen, was Diagnose, Beratung und Behandlung betrifft.
Hier kommt bei Mukherjee das persönliche Element ins Spiel. Er schildert eindrücklich das Schicksal seiner beiden Onkel, die beide an Schizophrenie leiden und bei denen die Krankheit mit außergewöhnlichen Talenten einherging. In seinen dreizehn Punkten für den Entwurf eines Manifestes einer postgenomischen Welt schreibt Mukherjee am Ende des Buches, dass Normalität die Antithese zur Evolution sei. Der Fall seiner Onkel zeige, wie viel die Menschheit zwar möglicherweise gewinnen könne, wenn Krankheiten sich durch Eingriffe ins Genom erfolgreich behandeln lassen. Doch deutet das Beispiel auch an, welche Verluste mit einer Homogenisierung und Normalisierung, die sich Gentherapien verdanken, verknüpft sein könnten. Wie erfolgreich die medizinische Genetik in Zukunft vielleicht auch sein wird: Mukherjee zeigt, dass sie allein nie ausreichen wird, um Ziele und Ideale einer humanen Medizin zu erfüllen.
THOMAS WEBER
Siddhartha Mukherjee:
"Das Gen". Eine sehr
persönliche Geschichte.
Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017. 766 S., geb., 26,- [Euro].
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Der Herausforderung, dem Konzept des Gens historische Tiefe zu geben und gleichzeitig seine aktuelle Bedeutung zu vermessen, ist das Thema des neuen Buches des Arztes Siddhartha Mukherjee. Wie in seinem ersten Buch, "Der König aller Krankheiten" (F.A.Z. vom 22. Februar 2012), verbindet Mukherjee auch in seinem neuen Werk Historisches, Persönliches und Wissenschaftliches. Die erste Hälfte des Buches ist vor allem der Geschichte der Genetik gewidmet. In dieser Rekonstruktion der Geschichte des Gens tappt Mukherjee prompt in eine Falle, wie es für praktizierende Wissenschaftler typisch ist, die sich als Historiker versuchen: Die Vergangenheit wird präsentiert als eine unvermeidliche Entwicklung hin zur "Wahrheit", die im gegenwärtigen Stand der Wissenschaft ihren Ausdruck findet. Ihre Uneindeutigkeit wird übertüncht, indem historische Experimente im Licht aktueller Ergebnisse interpretiert werden anstatt innerhalb des damaligen theoretischen Rahmens.
Ein weiteres Stilmittel dieser Art von Geschichtsschreibung ist es, das revolutionäre Handeln einsamer Helden zu betonen. Ein auch von Mukherjee benutztes Paradebeispiel dafür ist Gregor Mendel, der angeblich einsam und isoliert in Brünn seine bahnbrechenden Entdeckungen machte. Übersehen wird dabei, dass Mendel eingebunden war in ein regionales Netzwerk von Landwirten, die ihre Pflanzen und Tiere durch Züchtung verbessern wollten, und schon zwanzig Jahre vor Mendels Versuchen aktiv waren. Mendels und Darwins Errungenschaften werden von Mukherjee mit Hilfe des Informationsbegriffes gedeutet, der erst in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts Einzug in die Genetik hielt. Aber in Büchern wie diesem von Mukherjee geht es nicht um methodisch überzeugende Historiographie, sondern um Geschichte als Kulisse für eine die Leser fesselnde Erzählung über Gegenwart und Zukunft.
Mukherjee zeigt seine Stärken als Autor sehr viel überzeugender im zweiten Teil, wenn er aus der Perspektive des Arztes schreibt und dabei auf die Einsichten der modernen Genetik kommt. Er weiß, wie kompliziert das Verhältnis von Genotyp zu Phänotyp ist und dass Gene uns nicht vorschreiben können, wie menschliche Vielfalt zu kategorisieren ist. Er beschreibt ausführlich die zu hohen Erwartungen und Versprechungen der frühen medizinischen Genetik und ist vertraut mit ihren Beschränkungen, was Diagnose, Beratung und Behandlung betrifft.
Hier kommt bei Mukherjee das persönliche Element ins Spiel. Er schildert eindrücklich das Schicksal seiner beiden Onkel, die beide an Schizophrenie leiden und bei denen die Krankheit mit außergewöhnlichen Talenten einherging. In seinen dreizehn Punkten für den Entwurf eines Manifestes einer postgenomischen Welt schreibt Mukherjee am Ende des Buches, dass Normalität die Antithese zur Evolution sei. Der Fall seiner Onkel zeige, wie viel die Menschheit zwar möglicherweise gewinnen könne, wenn Krankheiten sich durch Eingriffe ins Genom erfolgreich behandeln lassen. Doch deutet das Beispiel auch an, welche Verluste mit einer Homogenisierung und Normalisierung, die sich Gentherapien verdanken, verknüpft sein könnten. Wie erfolgreich die medizinische Genetik in Zukunft vielleicht auch sein wird: Mukherjee zeigt, dass sie allein nie ausreichen wird, um Ziele und Ideale einer humanen Medizin zu erfüllen.
THOMAS WEBER
Siddhartha Mukherjee:
"Das Gen". Eine sehr
persönliche Geschichte.
Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017. 766 S., geb., 26,- [Euro].
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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[Das] persönliche Engagement sorgt dafür, dass sich das Buch streckenweise liest wie ein Krimi. Inge Wünnenberg Technology Review 20170701
Klappentext fasst den Inhalt prima zusammen. Auf rund 643 Seiten reinen Textes, chronologisch gegliedert in 6 Teile samt Prolog und Epilog, Glossar 4 S., Chronologie 2 S., Anmerkungen/Quellen 51 S., Bibliographie 30 S., Register 19 S. u. Danksagung erzählt S. Mukherjee gekonnt und spannend die …
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Klappentext fasst den Inhalt prima zusammen. Auf rund 643 Seiten reinen Textes, chronologisch gegliedert in 6 Teile samt Prolog und Epilog, Glossar 4 S., Chronologie 2 S., Anmerkungen/Quellen 51 S., Bibliographie 30 S., Register 19 S. u. Danksagung erzählt S. Mukherjee gekonnt und spannend die Geschichte der Genforschung von Mendel bis heute. Dabei gibt es auch eine ganz persönliche Seite: Der Autor versucht zu verstehen, was die Erkrankungen an Schizophrenie seiner Onkel väterlicherseits für ihn, seiner Kinder bedeuten. Ob er davon ausgehen soll, dass auch er und/oder die Kinder früher oder später die bekannten Symptome zeigen und nach und nach der Krankheit, die in den Genen seiner Familie verankert zu sein scheint, erliegen werden. Er stellt Fragen, die viele Menschen in seinem Alter bewegen: Sorge um älter werdenden Eltern, um die heranwachsenden Kinder, denen man gute, lebenswerte Zukunft ermöglichen möchte.
Im Teil 5 wird die Familiengeschichte besonders interessant, da neue Details, weil eng mit der Geschichte Indiens verbunden. Die Vergleiche, die der Autor bei den Zwillingen anstellt, die Ähnlichkeiten und Unterschiede, sind toll beobachtet und sehr lesenswert. Dieser Part des Buches wurde schon fast wie ein guter Familienroman erzählt.
So viele Aspekte des Lebens durch das Prisma der Gen-Thematik beleuchtet worden, dass man immer weiter gespannt die Seiten blättert, da die Fragen ggf. auch einen selbst betreffen.
Aufschlussreiche Ausführungen zu IQ (Intelligenzquotient) und seiner Entstehung und Handhabe findet man im Teil 5. Fragen wie „Ist allgemeine Intelligenz erblich?“ werden besprochen und mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen illustriert.
Auch auf Krebs als Erbkrankheit kommt Mukherjee zurück, insb. über die Frauen mit Brustkrebs in mehreren Generationen und ob es unbedingte Notwendigkeit gibt, vorbeugend operativ einzugreifen.
Ausflüge in die Geschichte, mehrmals zum 2.ten Weltkrieg, sind sehr interessant, da der Blickwinkel der Genetik spannende neue Details ermöglicht, z.B.: dass sich der Hungerwinter in den Niederlanden 1944-45 auf die vermehrten Fälle der Herzkreislauferkrankungen und Fettleibigkeit der nachfolgenden Generationen ausgewirkt hat. In 1990-ger Jahren konnten die Wissenschaftler den großen Hunger in den Genen der jüngeren Generationen quasi ablesen.
Auch Fragen genetischer Auswahl wurden besprochen: vom ersten Mal als sich eine Frau in USA 1973 gegen das Kind mit Down Syndrom entschieden hat bis zu den Möglichkeiten, die heute der Wissenschaft zur Verfügung stehen, auf genetischer Ebene das Genom zu verändern und einen genmanipulierten Menschen zu erzeugen.
Toll fand ich, dass der Autor zu seinen Ausführungen oft auch Gegenmeinungen präsentiert hat. So wirken seine Darstellungen differenziert statt besserwisserisch und dogmatisch, und geben dem eigenen Nachdenken, ggf. den Diskussionen mit Freunden und Familie viel reichhaltigen Stoff.
Auch dass er Parallelen zu den bekannten Fabeln zieht, z.B. über das Streben mancher nach ewiger Jugend, wenn er über die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft spricht, verleiht dem Ganzen Tiefe und erhöht auch den Unterhaltungsfaktor. Das Lesen dieses Buches ist vielmehr ein Dialog, bei dem man auf einer Augenhöhe aktiv und gerne mit dabei ist.
Zugegeben, manchmal geht Mukherjee schon tief in die Materie hinein, Besprechungen der Gensequenzen und deren austauschbaren Teile fühlen so manche Seite. Möglichst detailliert möchte der Autor argumentieren, seine Gedanken in all ihrer Genauigkeit an die Leser bringen. Das gelingt ihm auch wunderbar.
Insb. im letzten Teil kommt Mukherjee auf die ethischen Aspekte der Genforschung zu sprechen, wobei er auch in den früheren Kapiteln immer wieder darauf zurückkam.
Fazit: Ein sehr aufschlussreiches, gekonnt geschriebenes Werk, das nicht nur eine Fülle spannender Informationen liefert, sondern auch vorzüglich unterhält und zum Nachdenken/Diskutieren anregt.
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Dieses Buch ist außerordentlich vielseitig und fantastisch geschrieben.
Zum Einen beschreibt es in chronologischer Reihenfolge die Geschichte der Genetik mit allen seinen Guten und schlechten Facetten. Zum Anderen schafft es der Autor das Detailreichtum des Fachgebiets der Genetik zu …
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Dieses Buch ist außerordentlich vielseitig und fantastisch geschrieben.
Zum Einen beschreibt es in chronologischer Reihenfolge die Geschichte der Genetik mit allen seinen Guten und schlechten Facetten. Zum Anderen schafft es der Autor das Detailreichtum des Fachgebiets der Genetik zu beschreiben ohne das für das Verständnis detaillierte Vorkenntnisse zur Genetik notwendig sind.
In diesem Buch werden allgemein bekannte wissenschaftliche Ereignisse mit den weniger bekannten aus der Vergangenheit in Verbindung gebracht, sowie deren gegenseitige Auswirkungen erläutert. Dennoch verpasst der Autor nicht auf die möglichen zukünftigen Auswirkungen einzugehen, legt mögliche Szenarien mit dar und untermauert diese. Dabei lässt er ebenfalls Fragen offen, was den Leser dazu anregt, eigene Gedanken/Ideen und ein besseres Verständnis für die Komplexität der Thematik sowie deren Auswirkungen zu entwicklen.
Fazit: Alles in Allem ist dieses Buch eine Bereicherung jeder (privaten) Bibliothek, ganz gleich ob fachwissend oder fachfremd!
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Broschiertes Buch
Klappentext:
„Die Geschichte einer der mächtigsten und gefährlichsten Ideen der Menschheit
Mukherjee kreiert ein ambitioniertes und faszinierendes Panorama über den Versuch, das menschliche Genom zu entschlüsseln und in unser Erbgut einzugreifen. Es beginnt in …
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Klappentext:
„Die Geschichte einer der mächtigsten und gefährlichsten Ideen der Menschheit
Mukherjee kreiert ein ambitioniertes und faszinierendes Panorama über den Versuch, das menschliche Genom zu entschlüsseln und in unser Erbgut einzugreifen. Es beginnt in einem augustinischen Kloster im Jahr 1856 und führt uns von Darwins Evolutionstheorie über die grausame Eugenik der Nationalsozialisten ins heute und darüber hinaus. Indem er seine eigene Familiengeschichte einwebt, die von tragischen psychischen Erkrankungen geprägt ist, führt Mukherjee uns vor Augen, dass die Forschungsergebnisse aus dem Labor einen immensen Einfluss auf unser echtes Leben haben, auf die Zukunft und die Identätit unserer Kinder.
Das Gen ist das ultimative Buch über die Geschichte der Genetik und ermöglicht uns einen ehrlichen und erhellenden Blick in die Vergangenheit und Zukunft der Menschheit.“
Gene sind die Schlüssel unseres Lebens. Sie machen uns aus, sind einmalig in ihrem Aufbau und jeder von uns hat sein ganz eigenes, privates Gen mit dem er lebt. Vieles kann vererbt werden aber wie ist das denn genau? Wie läuft so etwas ab und warum sind Gene so wichtig? In diesem Buch werden sehr viele Fragen zur Genetik gestellt aber auch fachlich äußert professionell und sehr gut verständlich auch Laien erklärt und erläutert. Zu Beginn tauchen wir mit dem Autor Siddhartha Mukherjee erstmal in die Geschichte der Forschung ab welches völlig stimmig und richtig ist. Wir müssen erstmal wissen wie Gene überhaupt entdeckt wurden und wie mit ihnen umgegangen wurde bzw. wie mit dem neuen Wissen gearbeitet wurde. Nach diesem bereits wahrlich spannend Teil geht es dann weiter mit dem Thema Vererbungsmechanismen bis weiter zum Thema Klonen und Co.. Aus diesen ganzen Entwicklungen traten neue Erkenntnisse hervor die sich bis heute durch noch mehr Forschung und Wissen erweitert haben. Der Leser erhält hier eine Art zeitliche Achse zum Thema Genetik und dessen Forschung(sergebnissen) seit es entdeckt und benannt wurde. Dieser Verlauf zeigt einerseits den Forschungsdrang der Mediziner und eben auch dessen Erfolge aber es steht auch fest: wir sind noch lange nicht damit fertig. Siddhartha Mukherjee schreibt äußert unterhaltsam und man fliegt wahrlich durch diese mehr als 700 Seiten Genetik-Wissen. Einerseits ist es nicht nur erhellend sondern auch erschreckend was man liest: Wissen wird genutzt um zu klonen beispielsweise. Einerseits mehr als erstaunlich das es den Forschern gelungen ist Gene zu klonen aber was gibt es für Risiken dazu? Darf man denn so einen „Schlüssel“ einfach duplizieren? Jede Medaille hat zwei Seiten! Die Forschung wird jedenfalls immer weiter gehen und neue Ergebnisse liefern! Lassen wir uns also überraschen was über unsere Gene alles noch so bekannt wird! 5 Sterne für dieses lesenswerte und doch kurzweilige Buch! So viel Wissen auf so besondere fachliche Weise zu erzählen ist eine echte Kunst! Bravo!
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eBook, ePUB
Nachdem ich kürzlich eher zufällig das Buch "Das Lied der Zelle" von Siddharta Mukherjee las und mich dieses absolut begeistert hat, wollte ich unbedingt "Das Gen" lesen.
Hierin erzählt Mukherjee sehr umfassend und anschaulich die Geschichte der Generik, …
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Nachdem ich kürzlich eher zufällig das Buch "Das Lied der Zelle" von Siddharta Mukherjee las und mich dieses absolut begeistert hat, wollte ich unbedingt "Das Gen" lesen.
Hierin erzählt Mukherjee sehr umfassend und anschaulich die Geschichte der Generik, angefangen bei Mendel und Darwin über die Entdeckung der DNA bis hin zur kompletten Entschlüsselung des Humangenoms, modernster Gentechnik und den Möglichkeiten der Gentherapie. Hierbei lässt Mukherjee auch immer wieder sehr persönliche Details aus seiner Familiengeschichte einfließen, in der eine genetische Disposition zu psychischen Erkrankungen vorliegt.
Mukherjees Schreibstil ist einfach fantastisch und unvergleichlich. Er beherrscht die Kunst, hochkomplizierte medizinische Sachverhalte so zu veranschaulichen und zu erläutern, dass sie für Laien verständlich werden, ohne dabei stärker zu vereinfachen als nötig. Dabei erzählt er so unterhaltsam und spannend, dass sich das Buch trotz komplexer Thematik sehr flüssig lesen lässt und ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Neben der Begeisterung für Humangenetik und für das enormes Potenzial der Gentherapie versäumt es Mukherjee nicht, auch die medizinischen Risiken der Humangenomtechnik anzumahnen und die gesellschaftlichen und moralischen Fragestellungen zu erwähnen, die sich hieraus ergeben. Hier erinnert er auch an das dunklen Kapitel der Eugenik im letzten Jahrhundert und warnt vor den Gefahren einer sogenannten positiven Eugenik, der Selektion der Starken, durch die Möglichkeiten der Genomtechnik.
Ich bin inzwischen ein großer Fan von Mukherjees Büchern geworden. Angesichts der vielfältigen Einsatzbereiche gentechnischer Verfahren in der medizinischen Therapie und Diagnostik, die sich bereits bieten und in Zukunft noch bieten werden, ein wichtiges und absolut empfehlenswertes Buch!
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