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Bukowskis Gedichtband You Get So Alone at Times That It Just Makes Sense erschien 1986 in den USA und begründete dort seinen Ruf als Poet des Undergrounds. In der deutschen Ausgabe Roter Mercedes wurde 1989 die Hälfte dieser Gedichte veröffentlicht. Der Rest wurde - heute nicht mehr nachvollziehbar - schlicht vergessen. Im MaroVerlag erscheint nun die fehlende Hälfte als deutsche Erstveröffentlichung unter dem Titel "Alle reden zu viel" und andere Gedichte.

Produktbeschreibung
Bukowskis Gedichtband You Get So Alone at Times That It Just Makes Sense erschien 1986 in den USA und begründete dort seinen Ruf als Poet des Undergrounds. In der deutschen Ausgabe Roter Mercedes wurde 1989 die Hälfte dieser Gedichte veröffentlicht.
Der Rest wurde - heute nicht mehr nachvollziehbar - schlicht vergessen. Im MaroVerlag erscheint nun die fehlende Hälfte als deutsche Erstveröffentlichung unter dem Titel "Alle reden zu viel" und andere Gedichte.
Autorenporträt
Fu¿r manche nur Säufer und Hurenbock, fu¿r andere ein großartiger, du¿sterer Dichter: Bukowsi, ein Autor der harten, direkten Zeile ohne schmu¿ckendes Beiwerk. Er ist entlarvend, unbeugsam und unbequem.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 29.11.2015

22. Manche Menschen sterben nie

Es ist schon komisch, dass sich, auch wenn man eigentlich gar nicht so gerne Gedichte liest, einem die von Charles Bukowski sofort erschließen. Sie kommen direkt auf einen zu, pöbeln einen erst mal großspurig an, aber eben nicht nur, weil sie sich im nächsten Moment dann auch wieder verletzt zeigen können, beinahe zärtlich. Bukowski, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel, gehört zu den großen Dichtern Amerikas und wurde wahrscheinlich nur aufgrund seiner zur Schau getragenen Großmäuligkeit und den zu Lebzeiten immerzu abgefeierten Posen (rechts eine Prostituierte im Arm, links die Bierflasche, dazwischen das Aknegesicht und der Hängebauch unterm T-Shirt) von manchen zu leichtfertig unterschätzt. Jetzt sind im Maro-Verlag 72 Gedichte erschienen, die bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt waren. "Alle reden zu viel" heißt der schöne kleine Band, in dem man die verschiedensten Tonlagen findet. Das Großmäulige ("es kotzt mich an, zu warten / es kotzt mich an, mich hinhalten zu lassen / es kotzt mich an, in der Klemme zu sitzen"), das Hingebungsvolle ("manche Menschen / sterben nie / und manche Menschen leben nie / aber heute Nacht sind / wir alle lebendig") und das Leise ("als ich den Kopf hebe / und in die / Küche schaue / sehe ich einen hellen / Lichtkegel / unter der / Deckenleuchte / der sich mit der Dunkelheit / vermischt / und zu einer tieferen / Dunkelheit wird / die ich nicht / durchdringen / kann"). Und dann ist da noch etwas, das beim Lesen den größten Spaß macht: Dass Bukowski so komisch ist, was die Übersetzerin in der schönsten Angemessenheit übertragen hat, indem ein Gedicht einfach "Hä?" heißt, ein anderes "Lustig, oder? Nr. 1" sowie "Lustig, oder? Nr. 2". Lustig, oder?

Julia Encke

Charles Bukowski: "Alle reden zu viel". Deutsch von Esther Ghionda-Breger. Maro-Verlag, 160 Seiten, 16,80 Euro.

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