Der schwedische Reiter - Perutz, Leo

Leo Perutz 

Der schwedische Reiter

Roman. Mit e. Nachw. hrsg. v. Hans-Harald Müller

Herausgeber: Müller, Hans-Harald
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Der schwedische Reiter

Wundersam bunt und düster zugleich schildert Perutz die Welt in "Der schwedische Reiter", der den Leser im Nu in die Zeit um 1700 versetzt. Der Roman erzählt vom verflochtenen Schicksal zweier ungleicher Männer: Krieg und Barbarei beherrschen die Szenerie, in der ein namenloser Vagabund und der desertierte schwedische Offizier Christian von Tornefeld aufeinander treffen. Der eine nimmt mit List und Tücke, aber ebenso aus Liebe zu einer jungen Frau die Identität des anderen an...


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2012
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 254 S.
  • Seitenzahl: 256
  • dtv Taschenbücher Bd.13160
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 122mm x 15mm
  • Gewicht: 210g
  • ISBN-13: 9783423131605
  • ISBN-10: 3423131608
  • Best.Nr.: 12002065
"Perutz' Romane sind bis ins Kleinste berechnete Kunstwerke und an Spannung kaum zu überbieten." (F.A.Z.)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.03.2008

Das Werkzeug der Erlösung
Leo Perutz: „Der schwedische Reiter”
Landstreicher und Edelmann, was ist schon der Unterschied? Ein Zufall der Geburt, mehr ist da nicht. Dem Zufall kann abgeholfen werden, wenigstens in der Literatur, und dann tauschen der raue Geselle und der affektierte Aristokrat die Rollen. Aus dem Dieb wird ein Gutsbesitzer, aus dem stolzen Offizier ein Sträfling.
Der Wechsel der Identität, der vollständige Tausch der Existenz, des Namens, des Standes, ja des Schicksals, ist das Thema des 1936 erstmals erschienenen Romans „Der Schwedische Reiter” von Leo Perutz. Als sein meisterlicher, zwischen Historiengemälde und Phantastik changierender Roman erschien, war der in Prag geborene Perutz ein erfolgreicher Autor von 54 Jahren. Doch 1936 konnte der Zsolnay-Verlag das Buch des Juden in Deutschland nicht mehr ausliefern. Zwei Jahre später musste Leo Perutz aus Österreich ums Überleben fliehen, und im Exil in Palästina wurde er so gründlich vergessen, dass es ihm nach 1945 nie mehr gelang, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen.
Nur wenig ist Perutz an den sozialen und psychologischen Implikationen seiner Personen-Konstellation …

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»Dieser historische Roman braucht keinen speziellen Reiseort. Weil man als Leser ohnehin ruckzuck mitten in die schlesischen Kriegswirren des 18. Jahrhunderts eintaucht. So magisch und gruselig wird darin das tödliche Schicksal zweier Männer erzählt.« Rheinische Post 24.06.2008

"Perutz` Romane sind bis ins Kleinste berechnete Kunstwerke und an Spannung kaum zu überbieten." (F.A.Z.)

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Rezensent Stefan Berkholz nimmt die Neuauflage von Leo Perutz’ Roman "Der schwedische Reiter" zum Anlass, "einen der besten Erzähler seiner Zeit" vorzustellen. Mit seinen historischen Romanen habe Perutz "den Lesern ein Gleichnis schaffen" wollen, "damit sie Orientierung fänden in heilloser Zeit". Doch seien Perutz’ historische Romane etwas Besonderes, in der Art wie sie die Welt mit "unwirklichen Gestalten und Visionen" bevölkerten, und in ihrer Sprache, die weit weg von der "Papiersprache" - wie Perutz selbst gesagt habe - sich daran orientiere, wie "die Großmutter Geschichten erzähle". Von dem Roman als solchem zeichnet Berkholz vor allem die Handlung nach - zwei Männer, ein vogelfreier Adliger und ein Landstreicher, die die Rollen tauschen und "hoffen, dadurch ihr Schicksal meistern zu können" - und Perutz’ Leben zur Zeit seiner Fertigstellung - die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland und die finanzielle Misere. Letztlich wendet sich auch Berkholz’ Fazit nur halb dem Buch zu: "Eine Tragödie, wie auf dem Reißbrett entworfen, logisch und streng durchdacht, magisch und spannend und so unerklärlich und fantastisch wie viele Bücher von Leo Perutz."

© Perlentaucher Medien GmbH
Leo Perutz wurde 1882 in Prag geboren und übersiedelte 1899 mit der Familie nach Wien. 1938 emigrierte er nach Tel Aviv. Perutz starb 1957 in Bad Ischl. Sein Werk ist in viele Sprachen übersetzt.

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