Die Entdeckung des Lichts - Bönt, Ralf

Ralf Bönt 

Die Entdeckung des Lichts

Roman

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Produktbeschreibung zu Die Entdeckung des Lichts

Michael Faraday genügt die Welt nicht, in die er 1791 geboren wird. Dem Sohn eines einfachen Schmieds fehlt es an allem, vor allem an Nahrung für seine unstillbare Neugier. Statt zur Schule zu gehen, muss er Zeitungen austragen - und lernt durch sie die Welt kennen. Seiner Herkunft zum Trotz bringt er es bald zum Laborhelfer der Londoner Royal Institution. Zwei Phänomene halten die wissenschaftliche Welt in Atem: die Elektrizität und der Magnetismus. Wie hängen sie zusammen? Heimlich erforscht Faraday, wie aus Bewegung Strom wird und wie aus Strom Bewegung. Ein Ausflug ans Meer bringt ihn auf die Idee, im Licht nach einer Wellenstruktur zu suchen. Erst Albert Einstein entdeckt Rätsel in Faradays Harmonien. Über den Abstand eines Jahrhunderts hinweg berühren sich die Gedanken zweier Wissenschaftler.

Produktinformation


  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 351 S.
  • Seitenzahl: 351
  • Best.Nr. des Verlages: 8321/09517
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 149mm x 34mm
  • Gewicht: 510g
  • ISBN-13: 9783832195175
  • ISBN-10: 3832195173
  • Best.Nr.: 26328410
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.08.2009

Der freie Geist des Michael Faraday

Ralf Bönts neuer Roman heißt "Die Entdeckung des Lichts" - klingt wie geklaut, sieht auch so ähnlich aus, ist aber ein originäres Werk. Und ein sehr gutes dazu: Wie der Physiker Michael Faraday gegen den Verfall des eigenen Körpers kämpfte und das Wesen des Lichts erkannte

Von Daniel Kehlmann

An einem Frühlingsnachmittag im Jahr 2005, in einem Gastgarten am Prenzlauer Berg, erzählte mir Ralf Bönt zum ersten Mal von seinem Romanprojekt über den Physiker Faraday und das Licht. Solch ein privates Detail hat in einer Buchbesprechung eigentlich nichts zu suchen, in diesem Fall aber ist es von Belang. Schließlich muss Bönt sich heute immer wieder die Frage anhören, manchmal neugierig, manchmal beflissen und nicht selten getragen von leiser Boshaftigkeit, ob er denn die Idee meines Romans "Die Vermessung der Welt" kopiert habe, ob er auf den Zug eines Bestsellers habe aufspringen wollen - so wie ich die gleiche Frage hätte erdulden müssen, wäre die Reihenfolge der Veröffentlichungen zufällig umgekehrt gewesen. Denn die Menschen denken - auch das ein Thema von Bönts Roman, in dem es um die Freiheit des …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ralf Bönts Roman über das Leben des 1791 geborenen englischen Physikers Michael Faraday scheint Rezensent Christoph Schröder eher mittelprächtig. Das Buch legt seiner Ansicht nach den Vergleich mit Daniel Kehlmanns Bestseller "Die Vermessung der Welt" nahe, kommt aber in keiner Weise an diesen heran. Kehlmanns "Unterhaltungsroman" hat ihn aufgrund seiner "ironischen Doppelbödigkeit" überzeugt, die ihm bei Bönt einfach fehlt. Schmerzlich vermisst er hier eine eigene Sprache, eine Literarisierung des Gegenstandes.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.10.2009

Kurzschluss und Geistesblitz
Ralf Bönt über Faraday
Der Faradaysche Käfig, geben wir es zu, ist vielen von uns ein böhmisches Dorf geblieben. Früh beruhigt durch die Auskunft, dass man im Auto und im Flugzeug nicht vom Blitz erschlagen werden könne, interessiert man sich später nur selten für die Hintergründe des Phänomens oder gar für dessen Entdecker, den englischen Physiker und Chemiker Michael Faraday, der von 1791 bis 1867 lebte und mit seinen Experimenten den Lauf der Welt beeinflusste.
Der Schriftsteller Ralf Bönt, ebenfalls Physiker, beansprucht nun dieses Interesse mit einem biographischen Roman, der sich anschickt, Faradays Forscherseele zu ergründen und dabei die Motive, Krisen und Glücksmomente naturwissenschaftlicher Betätigung schlechthin zu erhellen. Die Geistesblitze des Helden, selbst noch im Zustand schleichender Quecksilbervergiftung, erheischen Bewunderung; die blitzgescheite Gedankenarbeit des Autors verdient Respekt. Denoch drängt sich am Ende die Frage auf, warum historische Figuren sich so schwer zum Leben erwecken lassen – ob dafür vielleicht ein ähnliches Maß an Genialität vonnöten ist wie für die Formulierung …

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"Dieser Roman, zugleich spannende Geschichte und komplexes literarisches Kunstwerk, wird noch lange gelesen werden. Eine Prognose, so sicher, dass sie fast schon wissenschaftlich ist." Daniel Kehlmann in FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Ein aufregender und anregender Roman, der Kopf und Herz aufs Schönste zusammenbringt. TAGESSPIEGEL "Gleichzeitig literarisch verdichtet und dabei doch für den Laien nachvollziehbar ( ) Literatur und Physik: in diesem funkelnden Roman verschmelzen sie zu einer Kultur und der Leser darf sich nach der Lektüre angenehm erhellt fühlen. KÖLNER STADTANZEIGER "Packend (...) Bönts Roman reisst auch mit, weil er viele Geschehnisse der Zeit einstreut." BRIGITTE "Hineingewirkt in einen historischen Stoff ist ein feines Humorgewebe." FRANKFURTER RUNDSCHAU "Spannend und auch für den Laien verständlich." FRNKFURTER NEUE PRESSE "Hier werden mit einer verknappten und trotzdem poetischen Sprache die Lebensläufe zweier herausragender Menschen nachgezeichnet. Und alle physikalischen Entdeckungen sind sehr verständlich beschrieben, so dass man nach der unterhaltsamen Lektüre auch etwas klüger ist." NORDWEST ZEITUNG

"Dieser Roman, zugleich spannende Geschichte und komplexes literarisches Kunstwerk, wird noch lange gelesen werden. Eine Prognose, so sicher, dass sie fast schon wissenschaftlich ist." Daniel Kehlmann in FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Ein aufregender und anregender Roman, der Kopf und Herz aufs Schönste zusammenbringt." TAGESSPIEGEL "Gleichzeitig literarisch verdichtet und dabei doch für den Laien nachvollziehbar (...) Literatur und Physik: in diesem funkelnden Roman verschmelzen sie zu einer Kultur und der Leser darf sich nach der Lektüre angenehm erhellt fühlen." KÖLNER STADTANZEIGER "Packend (...) Bönts Roman reisst auch mit, weil er viele Geschehnisse der Zeit einstreut." BRIGITTE "Hineingewirkt in einen historischen Stoff ist ein feines Humorgewebe." FRANKFURTER RUNDSCHAU "Spannend und auch für den Laien verständlich." FRNKFURTER NEUE PRESSE "Hier werden mit einer verknappten und trotzdem poetischen Sprache die Lebensläufe zweier herausragender Menschen nachgezeichnet. Und alle physikalischen Entdeckungen sind sehr verständlich beschrieben, so dass man nach der unterhaltsamen Lektüre auch etwas klüger ist." NORDWEST ZEITUNG
Ralf Bönt, geb. 1963, machte eine Handwerkerlehre, studierte Physik und promovierte über Quarks. Er war zu Forschungsaufenthalten in Brookhaven, New York, am Genfer CERN und am DESY, Zeuthen. Seine Essays und Erzählungen erscheinen in allen großen deutschen Tageszeitungen, dem Cicero, bei Akzente, im Merkur und beim Guardian online. Bönt wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. von der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo. Zuletzt erschienen die Erzählungen "Berliner Stille" und der Roman "Die Entdeckung des Lichts" über den Physiker Michael Faraday. Ralf Bönt lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Berlin.

Leseprobe zu "Die Entdeckung des Lichts" von Ralf Bönt

IV Die Löschung des Himmels (S. 175-176)

1 Hermann und Jakob Einstein


Eine verpuffte Revolution und vierundvierzig Jahre später besaß der Amerikaner Thomas Alva Edison bereits sein Patent auf einen Kohlefaden im Vakuum. Leitete man Strom durch den Faden, so wurde er glühend heiß und beleuchtete seine Umgebung heller als jede Kerze oder Öllampe, ohne Brandgefahr und ohne Luft zu verbrauchen. Während Edison an der Elektrifizierung New Yorks arbeitete, schickte sich Schwabing an, die erste elektrisch beleuchtete Stadt der Welt zu werden.

Die Brüder Hermann und Jakob Einstein hatten dazu eine oberirdisch verkabelte Anlage gebaut. Sie bestand aus drei Dynamomaschinen, die Gleichstrom für hundertzweiundsiebzig Glühlampen und acht Bogenlampen lieferten. Die Glühlampen sollten eine Leuchtkraft von je sechzehn Normalkerzen haben, die Bogenlampen kamen auf je tausend. Manche Schwabinger behaupteten, ihre Stadt sei bald aus dem Weltraum zu sehen. Andere widersprachen und hielten sich, um Geisteskrankheit anzudeuten, den Zeigefinger an die Schläfe. Zur Eröffnungsfeier am 26. Februar 1889 reisten Reporter aus England an.

Deshalb erklärte Jakob morgens seinem Neffen, der neun war und sich für viele Dinge interessierte, dass rund um den Globus die Tageszeiten geeicht waren. »Das musste man wegen der Eisenbahn machen.« Albert nickte. »Weil sich immer alle verpassten, als noch in jeder kleinen Ortschaft eine andere Zeit galt. Die Eisenbahn war zu schnell.« Albert nickte, und Jakob erklärte, dass sich laut Beschluss der 1884 in Washington abgehaltenen Internationalen Meridiankonferenz die Tageszeiten am Sonnenstand über dem Fadenkreuz eines Teleskops orientierten, das auf einem Hügel des Londoner Greenwich Parks stand. Albert fand das lustig.

»Die Engländer«, erklärte der Onkel, »beherrschen den Seehandel und haben sich einfach geweigert, Paris als Mittelpunkt auch nur in Erwägung zu ziehen.« Albert nickte. »Die Engländer«, erklärte Jakob daher weiter, »haben Zonen mit auf zirka fünfzehn Längengraden konstanter Zeit über den Globus verteilt.« Zentrum und Nullpunkt war London. »Wenn es dort fünf Uhr ist«, so der Onkel, »dann schlagen die Kirchenglocken bei uns eine Stunde mehr, nach der Vereinbarung ist es genau sechs Uhr.« »Ach so«, sagte Albert, der wusste, dass München eine Reisewoche von London entfernt war. »Und fährt man von England mit einem Boot auf den Kontinent, dann springt beim Überqueren des Kanals die Zeit jetzt um eine Stunde nach vorne.«

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Kundenbewertungen zu "Die Entdeckung des Lichts" von "Ralf Bönt"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Karl Babbage aus London am 13.11.2009 ***** ausgezeichnet
Ich verstehe nichts von Physik, und das Buch über einen Physiker wollte ich eigentlich gar nicht lesen. Aber dann fesselte mich sein Autor Ralf Bönt schon mit den ersten Zeilen. Durch seine aufs äußerste verknappte und trotzdem so bildhaft-eindringliche Sprache. Und plötzlich war auch Michael Faraday interessant, als ungeheuer begeisterungsfähiger Mensch wie als unermüdlicher Wissenschaftler.

Er bildete sich selbst aus, indem er alles las, was ihm in die Hände fiel. Erst als Zeitungsbote und Buchbinderlehrling, dann als weitgehend übersehener Diener eines renommierten Londoner Wissenschaftlers und miserabel bezahlter Flaschenspüler in dessen Labor. Aber er experimentierte in jeder freien Minute selbst, entdeckte zwei bis dato unbekannte Elemente und atmete dabei reichlich giftige Dämpfe ein, die ihm erst seine Denkfähigkeit dann sein Leben raubten. So lange sein Verstand funktionerte, erfand er jedoch den ersten Dynamo und kam er zu brillanten Erkenntnissen über den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Magnetismus, die magnetischen Eigenschaften des Lichts. Kein Wunder, dass Albert Einstein rund hundert Jahre später ein Bild Faradays über seinem Schreibtisch hängen hatte.

Ralf Bönts Lebenslauf ähnelt ein bisschen dem seines Romanhelden. Er machte eine Handwerkerlehre, studierte dann erst Physik und war so gut, dass er unter anderem am Genfer CERN forschen durfte. Wozu nur die Besten eingeladen werden. Aber dann wechselte er den Beruf, begann zu schreiben, erntete mit seinen Erzählungen, Hörspielen und Essays reichlich Lob unter professionellen Kritikern, aber das Publikum blieb weitgehend abstinent. "Die Entdeckung des Lichts" könnte das ändern:

Dieser außergewöhnliche Roman über Faraday und - in der zweiten Hälfte - Einstein ist mindestens so gut wie der Bestsellererfolg "Die Vermessung der Welt" über den Mathematiker Gauss und den Forschungsreisenden Alexander von Humboldt von Daniel Kehlmann.

In der Schilderung von Faradays erstaunlichem Leben vermischt Bölt höchst raffiniert und mit leichter Hand die zärtliche Liebe des Self-made-Forschers zu Sarah (und die Faszination, welche die exzentrische Gräfin und Tochter Lord Byrons, Ada Lovelace trotzdem auf ihn ausübt) mit seiner rücksichtslosen Hingabe an die Wissenschaft. Er eröffnet einen neuen Blick auf die vielen Faradayschen Forscherkollegen, die in ganz Europa verbissen miteinander konkurrierten, ihre eigenen Überlegungen und Erkenntnisse aber oft auch erstaunlich großzügig teilten. Er macht Geschichte lebendig und einen Mann des 19. Jahrhunderts, an dessen Namen die meisten sich allenfalls aus dem Physik- oder Chemieunterricht erinnern, dunkel, wieder aktuell. Nicht nur als genialen Entdecker, sondern als kennens- und liebenswerten Menschen.

"Die Entdeckung des Lichtes" wird niemand enttäuschen, der nach einem so fundiert-interessanten wie warmherzigen wie großartig geschriebenen Roman sucht. Ralf Bölt hat es verdient, dass das Buch auf den Bestsellerlisten steht.

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