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Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musikalent: Rauli Kantas aus Litauen. Als Manager des rätselhaften Jungen will er es noch mal wissen, doch er ahnt nicht, worauf er sich da einlässt... Ein tragikomischer Roman über verpasste Chancen und alte Träume, über die Liebe, Bob Dylan und einen Road Trip nach Istanbul. Ein magischer Sommer, in dem noch einmal alles möglich scheint.…mehr

Produktbeschreibung
Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musikalent: Rauli Kantas aus Litauen. Als Manager des rätselhaften Jungen will er es noch mal wissen, doch er ahnt nicht, worauf er sich da einlässt... Ein tragikomischer Roman über verpasste Chancen und alte Träume, über die Liebe, Bob Dylan und einen Road Trip nach Istanbul. Ein magischer Sommer, in dem noch einmal alles möglich scheint.
  • Produktdetails
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.24022
  • Verlag: Diogenes
  • 9. Aufl.
  • Seitenzahl: 453
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 453 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 116mm x 27mm
  • Gewicht: 343g
  • ISBN-13: 9783257240221
  • ISBN-10: 3257240228
  • Best.Nr.: 26369067
Autorenporträt
Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Mit sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayrische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Jobs.
Rezensionen
Besprechung von 31.12.2009
Götterspeise als Hauptgang
Benedict Wells rast genialisch über den Balkan

Robert Beck ist Ende dreißig, als kauziger Alleinstehender mit Bauch und Unfrisur von wallanderscher Erscheinung, aber ohne das idealistische Berufsethos des verbissenen Kommissars: Beck ist als Lehrer eine Null; er ist einer, der sich in Momenten der Desillusionierung daran erinnert, nie Illusionen gehabt zu haben.

Der junge Münchner Autor Benedict Wells lässt die Titelfigur seines nun auch als Taschenbuch erschienenen Debütromans ein noch ausreichendes, tendenziell aber mangelhaftes Dasein führen. Doch plötzlich hat dieser Beck, der nicht mehr an ein aufregendes Leben geglaubt hat, eine Epiphanie in Gestalt des jungen Litauers Rauli, eines mit Unauffälligkeit gestraften Siebzehnjährigern, der Gitarre spielen und singen kann wie ein junger Gott. Der verhinderte Rockstar Beck entdeckt dieses Ausnahmetalent, will ihm Gottvater sein und muss sich doch mit der Rolle des Jüngers abfinden. Denn sosehr sich Beck auch müht und Geld und Leidenschaft investiert, er wird eine Fußnote bleiben in Raulis Karriere. Einen Sommer lang aber darf Beck träumen.

Neben Rauli gibt es nur wenige Menschen in Becks Leben. Da wären die verführerische, aber unerreichbare Schülerin Anna Lind, die geliebte, aber in die Ferne schweifende Kellnerin Lara, sein bester Freund, der wahnsinnige Deutschafrikaner Charlie, und der weise, aber verhasste Bob Dylan. Gesprengt wird die Konstellation, als Charlie aus der Klapsmühle ausbricht und Beck drängt, ihn nach Istanbul, zu seiner Mutter, zu bringen. Rauli will auch mit, und so wird aus einem Münchner Midlife-Crisis-Schwank ein südeuropäisches Gangster-Roadmovie.

Schulhofschnuten weichen abgeklärten Nutten, Rangeleien Schießereien und Todesahnungen dem wirklichen Sterben. Mit zunehmender Rasanz verläuft sich aber leider auch der Autor als Figur immer öfter in die Geschichte ("Beck und ich, Teil 6"), die diesen Eingriff gar nicht nötig hätte. Die Wendung zum Roadmovie ist einer Phobie des Autors geschuldet: Wells kennt die beschriebene Strecke, sein Fernweh trieb ihn einst in die Türkei, seine Flugangst zuvor ins Auto. Wells erzählt aber nicht wie ein naiver Rucksacktourist, der lieber ein Buch statt eines Blogs schreibt, sondern beängstigend routiniert, mit Witz und Verve, mit beiden Beinen fest im pathosfreien Jetzt, das in diesem Fall das Ende der Neunziger ist.

Robert Beck erinnert stark an den Englischprofessor Grady Tripp aus Michael Chabons "Wonder Boys", vom Neid des Lehrers auf ein junges, stets schwindelndes Genie über das Laster des Kiffens bis hin zu dem Schlamassel, auf den der Protagonist in einem kaputten Auto zurast. Wells' Geschichte verläuft furios, aber in bekannten Bahnen: Highway revisited. Wie die beste Melodie, die Rauli in diesem Sommer spielt, die keine umwerfend neue, nie gehörte ist - "auch Beck fragte sich, woher er diesen Song kannte" -, sondern ein eingängiges Lied, dem es an Originalität, aber nicht an Qualität fehlt, so ist auch der Roman mitreißend, aber alles andere als eine Neuerfindung des Genres.

Doch möchte man auch dann noch weiterlesen, wenn der Geschichte am Ende die Puste ausgeht. Ein genialer Schnaufer wird doch noch kommen, denkt man sich, allerdings vergeblich. Die B-Seite - so heißt der zweite Teil des Buches in Wells' Vinylsprache - ist eben nur eine B-Seite. Die Musikpresse würde schreiben: Eine schwache B-Seite Raulis ist aber immer noch besser als die beste A-Seite eines ordentlichen Musikers wie Beck. Also demnächst ein bisschen mehr Genie bitte.

MARTIN WITTMANN

Benedict Wells: "Becks letzter Sommer". Roman. Diogenes Verlag, Zürich 2009. 464 S., br., 10,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

(Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe)
Warum Rezensent Martin Wittmann diesen schon in den Neunzigern verfassten Roman erst im Taschenbuch bespricht, ist eigentlich rätselhaft, wenn man zugleich bedenkt, dass der Roman alles in allem wohl nicht in Erinnerung bleiben wird. Gewiss: Die Figur des abgehalfterten Lehrers Beck gefällt dem Rezensenten. Auch sein Verhältnis zum 17-jährigen litauischen Rockgenie Rauli und die verzagten Schwärmereien für Schülerinnen. Dann aber will der Roman zum Roadmovie werden und richtige Action produzieren. Da steigt Wittmann zwar nicht aus, denn die Story scheint so flüssig erzählt, dass man immerhin wissen will, wie's weitergeht, aber er winkt doch ab, hier wird ihm Wells allzu klischeehaft: "Die B-Seite - so heißt der zweite Teil des Buches in Wells' Vinylsprache - ist eben nur eine B-Seite."

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