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Dr. Mabuse, der Spieler - Teil 1: Der große Spieler - Ein Bild der Zeit Dr. Mabuse ist Wahnsinniger und Superverbrecher zugleich: Mit enorm hypnotischen Fähigkeiten und außerordentlicher Wandlungsfähigkeit ausgestattet, strebt er die Weltherrschaft an. Um sein Ziel zu erreichen, benötigt er Unmengen an Kapitel. Mabuse manipuliert die Börse, lässt Falschgeld drucken und hypnotisiert in illegalen Spielsalons seine Mitspieler, um an deren Geld zu kommen. Doch Staatsanwalt von Wenk ist Mabuse auf der Spur. Laufzeit: 155 Min. Produktionsjahr: 1922 Darsteller: Alfred Abel, Bernhard Goetzke, Gertrude…mehr

Produktbeschreibung
Dr. Mabuse, der Spieler - Teil 1: Der große Spieler - Ein Bild der Zeit
Dr. Mabuse ist Wahnsinniger und Superverbrecher zugleich: Mit enorm hypnotischen Fähigkeiten und außerordentlicher Wandlungsfähigkeit ausgestattet, strebt er die Weltherrschaft an. Um sein Ziel zu erreichen, benötigt er Unmengen an Kapitel. Mabuse manipuliert die Börse, lässt Falschgeld drucken und hypnotisiert in illegalen Spielsalons seine Mitspieler, um an deren Geld zu kommen. Doch Staatsanwalt von Wenk ist Mabuse auf der Spur.
Laufzeit: 155 Min.
Produktionsjahr: 1922
Darsteller: Alfred Abel, Bernhard Goetzke, Gertrude Welcker;"Dr. Mabuse, der Spieler - Teil 2: Inferno, ein Spiel von Menschen unserer Zeit"Es gibt einen Mordanschlag auf Staatsanwalt von Wenk. Die Tänzerin Carozza wird verhaftet, da sie in Verdacht steht, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Als Mabuse erfährt, dass Carozza bereit ist, vor dem Staatsanwalt auszusagen, lässt er ihr Gift bringen, mit dem sie Selbstmord begeht. Noch einmal tritt Mabuse in der Philharmonie auf, und versucht als Hypnose-Spezialist, von Wenk ebenfalls in den Selbstmord zu treiben. In letzter Sekunde rettet die Polizei den Staatsanwalt. Der Gejagte flieht durch die Kanalisation in seine Fälscherwerkstatt und verliert endgültig den Verstand.
Laufzeit: 115 Min.
Produktionsjahr: 1922
Darsteller: Gertrude Welcker, Alfred Abel, Bernhard Goetzke;"Spione"Der gelähmte Chef des Bankhauses Haghi führt unbemerkt ein Doppelleben: er ist auch der Kopf eines internationalen Spionagerings. Donald Tremaine, Detektiv Nr. 326, wird vom Geheimdienst auf Haghi angesetzt, der seinerseits die Agentin Sonja beauftragt, Nr. 326 zu beseitigen. Doch die beiden Agenten verlieben sich ineinander.
Laufzeit: 143 Min.
Produktionsjahr: 1928
Darsteller: Grete Berger, Lien Deyers, Willy Fritsch;"Frau im Mond"Sechs Menschen treten die erste Fahrt zum Mond an, u.a. ein verarmter Professor, der dort Gold vermutet, und sein junger Freund Helius, der die Rakete gebaut hat. Mit an Bord auch Chefingenieur Windegger und seine Verlobte Friede, in die auch Helius heimlich verliebt ist. Auf dem Mond kommt es zum Kampf um das Gold. Als der Sauerstoffbehälter beschädigt wird, muss einer auf dem Mond zurückbleiben, damit die anderen sicher zur Erde zurückkehren können. Helius bleibt, aber als er der startenden Rakete nachsieht und sich umdreht, sieht er, dass Friede bei ihm geblieben ist.
Laufzeit: 163 Min.
Produktionsjahr: 1929
Darsteller: Klaus Pohl, Willy Fritsch, Gerda Maurus;"

Bonusmaterial

Bildergalerien, Bio- und Filmografien, Bonusfilme
  • Produktdetails
  • EAN: 0886970808392
  • Best.Nr.: 22614188
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 6
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 07.05.2007
  • Hersteller: Universum Film
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 33/4:3
  • Tonformat: Dolby Digital 2.0
  • Gesamtlaufzeit: 714 Min.
Rezensionen
Besprechung von 07.02.2010
Aus der romantischen Frühzeit der Raketen
Der Film, der den Countdown erfand: Über Fritz Lang und "Die Frau im Mond"

Die Filmgeschichte ist kein Sonntagsausflug. Sie gleitet nicht sanft dahin, während an ihren Ufern Burgen, Städte und Dörfer vorbeiziehen - nein, sie vollzieht sich in Sprüngen und Beben, bei denen ganze Landschaften zusammenstürzen und neu entstehen, sie schüttelt das Kino durch, bis kein Bild mehr auf dem anderen steht. Ihr Bewegungsprinzip ist die permanente Revolution.

Die wichtigste aller Kinorevolutionen ereignete sich vor gut achtzig Jahren. Damals brach, von Amerika kommend, der Tonfilm über Europa herein. 1927 kam der erste "tönende Film", das Musical "The Jazz Singer" mit Al Jolson, in die Kinos, bereits zwei Jahre später entstanden fast nur noch Tonspielfilme. Nicht allen gefiel diese Entwicklung. Rudolf Arnheim, der große Kunsttheoretiker und Gestaltpsychologe, klagte in der "Weltbühne", das Kino habe die "breite Landstraße" der Filmkunst verlassen, um auf einem "holprigen Feldweg" weiterzufahren: "Kaum war der Tonfilm da, so siegte der Bluff über die Qualität." Der technische Fortschritt war dennoch nicht aufzuhalten. Ab 1930 wurden auch in Deutschland keine Stummfilme mehr produziert.

Ein Jahr zuvor aber hatte die Ufa noch einmal alles auf die Stummfilmkarte gesetzt. Begleitet von Anzeigenkampagnen und üppig bebilderten Vorberichten, entstand seit Anfang 1929 in den Babelsberger Studios das Science-Fiction-Märchen "Frau im Mond" unter der Leitung des bewährten Großregisseurs Fritz Lang. Zwar hatten die Ufa-Gewaltigen Lang nach dem kommerziellen Misserfolg seines Monumentalfilms "Metropolis" eine Weile ihre Gunst entzogen. Aber schon Langs nächster Film "Spione" brachte die Kassen wieder zum Klingeln und den Regisseur zurück ins große Spiel mit den großen Budgets. Bei "Frau im Mond" stand Lang ein weiteres Mal der gewaltige Apparat zur Verfügung, den er bei "Metropolis" und den "Nibelungen" eingesetzt hatte - Studiohallen, Kulissen, Statisten, die geballte Finanzkraft eines Filmkonzerns. Dazu kam die technische Elite der deutschen Kinobranche: die Bühnenbildner Otto Hunte und Karl Vollbrecht, der Kameramann Oskar Fischinger, der Komponist Willy Schmidt-Gentner. Als Berater verpflichtete Lang den Raumflugpionier Hermann Oberth, der seit 1917 an der Entwicklung einer mit Flüssiggas angetriebenen Rakete saß, und den Wissenschaftspublizisten Willy Ley. Für die Mondlandschaften seines Films ließ er eine Güterzugladung Sand von der Ostseeküste heranschaffen.

Die Fußspur des Kinos

Über die Dreharbeiten zu "Frau im Mond" gibt es eine Episode, die ein funkelndes Licht auf den experimentellen Grundzug der Geschichte wirft. Eines Tages legte sich Oberth in eine Ecke des Studios und ließ sich von Bühnenarbeitern schwere Eisenstücke auf die Brust laden. Als Lang hinzustürzte und ihn fragte, ob er sich etwa umbringen wollte, antwortete der halb erstickte Raumpionier: "Nein, Herr Lang, ich probiere nur die Anziehungskraft an mir aus."

Dieser spielerische und zugleich ganz ernsthafte Umgang mit den Naturgesetzen und den menschlichen Möglichkeiten prägt auch viele Szenen des Films. Das beginnt mit dem Start der Rakete, bei dem Willy Fritsch mit letzter Kraft einen Hebel umlegen muss, der den Schub des Raumschiffs bremst, bevor es unwiderruflich in die leeren Weiten des Alls davonrast, und endet mit der letzten Szene auf dem Mond, die ein romantisches Liebesidyll entwirft, von dem sich die raumfahrende Menschheit lange verabschiedet hat. Anders als Oberth und Lang wissen wir mittlerweile, dass es weder Sauerstoff noch Gold auf unserem Trabanten gibt, und haben uns auch deshalb innerlich ein Stück weit von ihm verabschiedet. In der kultischen Verehrung, die heute den Astronauten der Apollo-Mondmissionen zuteilwird, steckt aber immer noch ein Rest der langschen Raketenromantik von 1929, und nur vor dem Hintergrund dieses Erobererstolzes kann eine Szene wie die Eröffnungssequenz von Roland Emmerichs "Independence Day", in der die Fußspur des Menschen im Meer der Stille von fremden Angreifern ausgelöscht wird, ihre schockierende Wirkung entfalten.

Rudolf Arnheim, der wütende Verteidiger des Stummfilms, hat auch eine der ersten Kritiken zu "Frau im Mond" geschrieben. "Die Fritz-Lang-Filme", beginnt sie, "sind Parvenüs: zu Geld gekommene Hintertreppenromane." Das war abwertend gemeint, aber heute liest man es als Lob. Denn dass im Weltall keine Tolstoi-Stoffe, sondern eher Comic-Geschichten und Dreigroschenabenteuer blühen, haben wir inzwischen gelernt, und der kleine Junge mit seinen Nick-Carter-Heftchen, der als blinder Passagier mit den fünf Astronauten auf den Mond fliegt, ist unser eigentlicher Stellvertreter im Bild. In den Carter-Comics, die auch nicht sehr viel fiktionaler sind als die reale Weltraumforschung der zwanziger Jahre, hat er sich ein Fachwissen angelesen, das er bei der Monderkundung gut gebrauchen kann, und nicht zufällig tritt er am Ende als einer von bloß zwei Heimkehrern die Rückreise zur Erde an. Dieser Junge - er heißt Gustav - wird sieben Jahrzehnte später als Anakin Skywalker auf die Leinwand zurückkehren, um die Macht in der Galaxie an sich zu reißen. Hier, in Fritz Langs Mondphantasie von 1929, tritt er zum ersten Mal ins Bild.

"Frau im Mond" ist nicht nur ein Film von Lang, sondern auch eine Story von Thea von Harbou, seiner Ehefrau und Drehbuchautorin. Deshalb handelt die Geschichte von finsteren Mächten, verrückten Wissenschaftlern, verliebten Forschern und sagenhaften Goldschätzen, ungefähr so, als hätten die Brüder Grimm einen Stanislaw-Lem-Stoff umgearbeitet. Eine gute Stunde vergeht damit, dass die Besatzung des Raumschiffs durch allerlei Intrigen, Maskeraden, Herzensverwicklungen und Handgreiflichkeiten zusammengeschüttelt wird, bevor endlich die Rakete zur Startrampe rollt. Dann aber ist Lang in seinem Element. Miniaturmodelle, Großbauten, Spiegel- und Bewegungstricks, Lichteffekte und Überblendungen - alles, was bei der Ufa gut und teuer war, wird für die Cape-Canaveral-Szene (die man sich auf dem Tempelhofer Flugfeld vorstellen soll) aufgeboten. Heute entsteht dergleichen am Computer, die Animationen sind glatter und gefälliger, und von wassergestützten Startbasen, wie "Frau im Mond" sie zeigt, hat man sich begreiflicherweise verabschiedet. Trotzdem ist im Grunde nichts wesentlich Neues dazugekommen seit Langs Zeiten. Vor zwölf Jahren ging Jodie Foster in "Contact" auf die Reise durch ein Wurmloch ins All, und bis auf ein paar digitale Schmankerl war die Dramaturgie ihres Abflugs noch immer dieselbe.

Die Formeln der Ästhetik

Als Lang überlegte, wie er den Start der Rakete filmisch akzentuieren könnte, entschloss er sich, auf Schrifttafeln den Zündungsvorgang von sechs bis null herunterzuzählen. Bei diesem Countdown ist es geblieben, auch wenn die NASA seit den fünfziger Jahren schon bei zehn zu zählen beginnt. Aber man darf nie vergessen, dass es der Film war, der die ästhetischen Formeln der bemannten Raumfahrt erfunden hat. Die Wissenschaft lieferte nur die Maschinen. Auch die Rakete, die Lang und Oberth zusammen entwickelten, war ihrer Zeit voraus. Als die Nationalsozialisten sie sich zehn Jahre später den Ufa-Fundus genauer anschauten, fanden sie, dass das alte Stummfilmrequisit ihrer nagelneuen Geheimwaffe V2 verräterisch ähnlich sah. Sie ließen es vernichten.

"Frau im Mond" war Fritz Langs letzter Stummfilm. Als die Ufa Lang zwingen wollte, einzelne Szenen nachzuvertonen, brach er mit dem Konzern. Sein nächster Film, eine Kindermörder- und Verbrechergeschichte, brachte die Leinwand auf nie dagewesene Weise zum Klingen: "M". Statt sich gegen die Tonfilmrevolution zu stemmen, setzte sich Lang an ihre Spitze. Die Bilderwelten seiner "Frau im Mond" ließ er wie ein abgelegtes Kleid hinter sich. Heute muss man sie neu entdecken, in einem Film, der sowohl zu früh als zu spät kam. Zu spät jedenfalls für die zwanziger Jahre. Aber früh genug für unsere Zeit.

ANDREAS KILB

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