Fritz Lang Collection (6 DVDs)
  • DVD

Jetzt bewerten

Technische Angaben: Bildformat: 4:3 Sprachen / Tonformate: Zwischentitel Deutsch (Dolby Digital) Extras: 'Die Metamorphosen des Dr. Mabuse' von Hans-Günher Pflaum; 'Spione - ein kleiner Film mit viel Action' von Guido Altendorf und Anke Wilkening; 'Frau im Mond - Der erste wisssenschaftlich Science-Fiction-Film' WDR 1993; Bio- und Filmografien zu 13 Stab- und Besetzungsmitgliedern; Bildergalerien Spione Der gelähmte Chef des Bankhauses Haghi führt unbemerkt ein Doppelleben: er ist auch der Kopf eines internationalen Spionagerings. Donald Tremaine, Detektiv Nr. 326, wird vom Geheimdienst au…mehr

Produktbeschreibung

Technische Angaben:
Bildformat: 4:3
Sprachen / Tonformate: Zwischentitel Deutsch (Dolby Digital)

Extras: 'Die Metamorphosen des Dr. Mabuse' von Hans-Günher Pflaum; 'Spione - ein kleiner Film mit viel Action' von Guido Altendorf und Anke Wilkening; 'Frau im Mond - Der erste wisssenschaftliche Science-Fiction-Film' WDR 1993; Bio- und Filmografien zu 13 Stab- und Besetzungsmitgliedern; Bildergalerien

Spione Der gelähmte Chef des Bankhauses Haghi führt unbemerkt ein Doppelleben: er ist auch der Kopf eines internationalen Spionagerings. Donald Tremaine, Detektiv Nr. 326, wird vom Geheimdienst auf Haghi angesetzt, der seinerseits die Agentin Sonja beauftragt, Nr. 326 zu beseitigen. Doch die beiden Agenten verlieben sich ineinander. Haghi lässt sie gefangen nehmen und beseitigt gegnerische wie eigene Agenten, durch die Nr. 326 ihm auf die Spur kommen könnte. Bei einem inszenierten Eisenbahnunglück soll Nr. 326 nun endlich sterben. Der Anschlag misslingt jedoch, und mit Sonjas Hilfe kann Nr. 326 Haghi entlarven und die Bande zerschlagen. Dr. Mabuse, der Spieler 1 & 2 Erster Teil: Der grosse Spieler. Ein Bild der Zeit Dr. Mabuse ist ein Mann mit vielen Gesichtern und unterschiedlichen Identitäten. Er lässt Geheimpapiere rauben und manipuliert den Verlauf der Börse. Er tritt in der Berliner Philharmonie als Wissenschaftler auf und spricht über Psychoanalyse. Er setzt seine Geliebte, die Tänzerin Cara Carozza, auf den jungen Millionär Hull an, setzt ihn unter Hypnose und nimmt ihm so beim Glücksspiel sein Vermögen ab. Durch Hull kommt Staatsanwalt von Wenk auf Marbuses Spur. In einem illegalen Spielclub lernt der Staatsanwalt die abenteuerlustige Gräfin Dusy Told kennen. Auf der Suche nach dem Verbrecher sitzt von Wenk am Spieltisch ahnungslos Mabuse gegenüber; es gelingt ihm, sich den hypnotischen Kräften des Spielers zu widersetzen ; wenig später entkommt er nur knapp einem Anschlag Mabuses. Ein Grosseinsatz der Polizei gegen Mabuse im 'Casino Petit' bleibt erfolglos. Von Wenk lässt Cara Caruzzo festnehmen, aber sie ist nicht bereit, gegen Mabuse auszusagen. Mabuse zwingt Graf Told mit Hypnose zum Falschspiel und nützt den folgenden Eklat, um die Gräfin in seine Gewalt zu bringen. Zweiter Teil: Inferno. Ein Spiel von Menschen unserer Zeit Mabuse feiert die Entführung. Von Wenk befragt den unglücklichen Told und schickt ihn in psychiatrische Behandlung - die ausgerechnet Mabuse in einer seiner vielen Masken übernimmtund die Gelegenheit nützen wird, seinen Patienten in den Selbstmord zu treiben. Mabuse, der auch eine Fälscherwerkstatt betreibt, versucht vergeblich, von Wenk mit einem Sprengstoffanschlag aus dem Weg zu räumen, und veranlasst die Beseitigung von Cara Caruzzo. Noch einmal tritt Mabuse in der Philharmonie auf, diesmal als Hypnose-Spezialist, der seinem Publikum die Illusion einer Wüsten-Karawane vermittelt, von Wenk auf die Bühne holt und ebenfalls in den Selbstmord zu treiben versucht. In letzter Sekunde rettet die Polizei den Staatsanwalt und umstellt das Haus, in dem sich Mabuse verschanzt hat. Der Gejagte flieht ducrh die Kanalisation in seine Fälscherwerkstatt und verleirt endgültig den Verstand. Frau im Mond Sechs Menschen treten die erste Fahrt zum Mond an: ein verarmter Professor, der dort Gold vermutet, und sein junger Freund Helius, der die Rakete gebaut hat. Mit an Bord auch Chefingenieur Windegger und seine Verlobte Friede, in die auch Helius heimlich verliebt ist, der Agent eines Wirtschaftssyndikats, das das Mondgold kontrollieren will, sowie ein kleiner Junge, der sich als blinder Passagier an Bord geschmuggelt hat. Auf dem Mond kommt es zum Kampf um das Gold. Als der Sauerstoffbehälter beschädigt wird, muss einer auf dem Mond zurückbleiben, damit die anderen sicher zur Erde zurückkehren können. Helius bleibt, aber als er der startenden Rakete nachsieht und sich umdreht, sieht er, dass Friede bei ihm geblieben ist.

Bonusmaterial

Bildergalerien, Bio- und Filmografien, Bonusfilme
  • Produktdetails
  • EAN: 0886970808392
  • Best.Nr.: 22614188
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 6
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 07.05.2007
  • Hersteller: Universum Film
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 33/4:3
  • Tonformat: Dolby Digital 2.0
  • Gesamtlaufzeit: 714 Min.

Rezensionen

Besprechung von 07.02.2010
Aus der romantischen Frühzeit der Raketen
Der Film, der den Countdown erfand: Über Fritz Lang und "Die Frau im Mond"

Die Filmgeschichte ist kein Sonntagsausflug. Sie gleitet nicht sanft dahin, während an ihren Ufern Burgen, Städte und Dörfer vorbeiziehen - nein, sie vollzieht sich in Sprüngen und Beben, bei denen ganze Landschaften zusammenstürzen und neu entstehen, sie schüttelt das Kino durch, bis kein Bild mehr auf dem anderen steht. Ihr Bewegungsprinzip ist die permanente Revolution.

Die wichtigste aller Kinorevolutionen ereignete sich vor gut achtzig Jahren. Damals brach, von Amerika kommend, der Tonfilm über Europa herein. 1927 kam der erste "tönende Film", das Musical "The Jazz Singer" mit Al Jolson, in die Kinos, bereits zwei Jahre später entstanden fast nur noch Tonspielfilme. Nicht allen gefiel diese Entwicklung. Rudolf Arnheim, der große Kunsttheoretiker und Gestaltpsychologe, klagte in der "Weltbühne", das Kino habe die "breite Landstraße" der Filmkunst verlassen, um auf einem "holprigen Feldweg" weiterzufahren: "Kaum war der Tonfilm da, so siegte der Bluff über die Qualität." Der technische Fortschritt war dennoch nicht aufzuhalten. Ab 1930 wurden auch in Deutschland keine Stummfilme mehr produziert.

Ein Jahr zuvor aber hatte die Ufa noch einmal alles auf die Stummfilmkarte gesetzt. Begleitet von Anzeigenkampagnen und üppig bebilderten Vorberichten, entstand seit Anfang 1929 in den Babelsberger Studios da Science-Fiction-Märchen "Frau im Mond" unter der Leitung des bewährten Großregisseurs Fritz Lang. Zwar hatten die Ufa-Gewaltigen Lang nach dem kommerziellen Misserfolg seines Monumentalfilms "Metropolis" eine Weile ihre Gunst entzogen. Aber schon Langs nächster Film "Spione" brachte die Kassen wieder zum Klingeln und den Regisseur zurück ins große Spiel mit den großen Budgets. Bei "Frau im Mond" stand Lang ein weiteres Mal der gewaltige Apparat zur Verfügung, den er bei "Metropolis" und den "Nibelungen" eingesetzt hatte - Studiohallen, Kulissen, Statisten, die geballte Finanzkraft eines Filmkonzerns. Dazu kam die technische Elite der deutschen Kinobranche: die Bühnenbildner Otto Hunte und Karl Vollbrecht, der Kameramann Oskar Fischinger, der Komponist Willy Schmidt-Gentner. Als Berater verpflichtete Lang den Raumflugpionier Hermann Oberth, der seit 1917 an der Entwicklung einer mit Flüssiggas angetriebenen Rakete saß, und den Wissenschaftspublizisten Willy Ley. Für die Mondlandschaften seines Films ließ er eine Güterzugladung Sand von der Ostseeküste heranschaffen.

Die Fußspur des Kinos

Über die Dreharbeiten zu "Frau im Mond" gibt es eine Episode, die ein funkelndes Licht auf den experimentellen Grundzug der Geschichte wirft. Eines Tages legte sich Oberth in eine Ecke des Studios und ließ sich von Bühnenarbeitern schwere Eisenstücke auf die Brust laden. Als Lang hinzustürzte und ihn fragte, ob er sich etwa umbringen wollte, antwortete der halb erstickte Raumpionier: "Nein, Herr Lang, ich probiere nur die Anziehungskraft an mir aus."

Dieser spielerische und zugleich ganz ernsthafte Umgang mit den Naturgesetzen und den menschlichen Möglichkeiten prägt auch viele Szenen des Films. Das beginnt mit dem Start der Rakete, bei dem Willy Fritsch mit letzter Kraft einen Hebel umlegen muss, der den Schub des Raumschiffs bremst, bevor es unwiderruflich in die leeren Weiten des Alls davonrast, und endet mit der letzten Szene auf dem Mond, die ein romantisches Liebesidyll entwirft, von dem sich die raumfahrende Menschheit lange verabschiedet hat. Anders als Oberth und Lang wissen wir mittlerweile, dass es weder Sauerstoff noch Gold auf unserem Trabanten gibt, und haben uns auch deshalb innerlich ein Stück weit von ihm verabschiedet. In der kultischen Verehrung, die heute den Astronauten der Apollo-Mondmissionen zuteilwird, steckt aber immer noch ein Rest der langschen Raketenromantik von 1929, und nur vor dem Hintergrund dieses Erobererstolzes kann eine Szene wie die Eröffnungssequenz von Roland Emmerichs "Independence Day", in der die Fußspur des Menschen im Meer der Stille von fremden Angreifern ausgelöscht wird, ihre schockierende Wirkung entfalten.

Rudolf Arnheim, der wütende Verteidiger des Stummfilms, hat auch eine der ersten Kritiken zu "Frau im Mond" geschrieben. "Die Fritz-Lang-Filme", beginnt sie, "sind Parvenüs: zu Geld gekommene Hintertreppenromane." Das war abwertend gemeint, aber heute liest man es als Lob. Denn dass im Weltall keine Tolstoi-Stoffe, sondern eher Comic-Geschichten und Dreigroschenabenteuer blühen, haben wir inzwischen gelernt, und der kleine Junge mit seinen Nick-Carter-Heftchen, der als blinder Passagier mit den fünf Astronauten auf den Mond fliegt, ist unser eigentlicher Stellvertreter im Bild. In den Carter-Comics, die auch nicht sehr viel fiktionaler sind als die reale Weltraumforschung der zwanziger Jahre, hat er sich ein Fachwissen angelesen, das er bei der Monderkundung gut gebrauchen kann, und nicht zufällig tritt er am Ende als einer von bloß zwei Heimkehrern die Rückreise zur Erde an. Dieser Junge - er heißt Gustav - wird sieben Jahrzehnte später als Anakin Skywalker auf die Leinwand zurückkehren, um die Macht in der Galaxie an sich zu reißen. Hier, in Fritz Langs Mondphantasie von 1929, tritt er zum ersten Mal ins Bild.

"Frau im Mond" ist nicht nur ein Film von Lang, sondern auch eine Story von Thea von Harbou, seiner Ehefrau und Drehbuchautorin. Deshalb handelt die Geschichte von finsteren Mächten, verrückten Wissenschaftlern, verliebten Forschern und sagenhaften Goldschätzen, ungefähr so, als hätten die Brüder Grimm einen Stanislaw-Lem-Stoff umgearbeitet. Eine gute Stunde vergeht damit, dass die Besatzung des Raumschiffs durch allerlei Intrigen, Maskeraden, Herzensverwicklungen und Handgreiflichkeiten zusammengeschüttelt wird, bevor endlich die Rakete zur Startrampe rollt. Dann aber ist Lang in seinem Element. Miniaturmodelle, Großbauten, Spiegel- und Bewegungstricks, Lichteffekte und Überblendungen - alles, was bei der Ufa gut und teuer war, wird für die Cape-Canaveral-Szene (die man sich auf dem Tempelhofer Flugfeld vorstellen soll) aufgeboten. Heute entsteht dergleichen am Computer, die Animationen sind glatter und gefälliger, und von wassergestützten Startbasen, wie "Frau im Mond" sie zeigt, hat man sich begreiflicherweise verabschiedet. Trotzdem ist im Grunde nichts wesentlich Neues dazugekommen seit Langs Zeiten. Vor zwölf Jahren ging Jodie Foster in "Contact" auf die Reise durch ein Wurmloch ins All, und bis auf ein paar digitale Schmankerl war die Dramaturgie ihres Abflugs noch immer dieselbe.

Die Formeln der Ästhetik

Als Lang überlegte, wie er den Start der Rakete filmisch akzentuieren könnte, entschloss er sich, auf Schrifttafeln den Zündungsvorgang von sechs bis null herunterzuzählen. Bei diesem Countdown ist es geblieben, auch wenn die NASA seit den fünfziger Jahren schon bei zehn zu zählen beginnt. Aber man darf nie vergessen, dass es der Film war, der die ästhetischen Formeln der bemannten Raumfahrt erfunden hat. Die Wissenschaft lieferte nur die Maschinen. Auch die Rakete, die Lang und Oberth zusammen entwickelten, war ihrer Zeit voraus. Als die Nationalsozialisten sie sich zehn Jahre später den Ufa-Fundus genauer anschauten, fanden sie, dass das alte Stummfilmrequisit ihrer nagelneuen Geheimwaffe V2 verräterisch ähnlich sah. Sie ließen es vernichten.

"Frau im Mond" war Fritz Langs letzter Stummfilm. Als die Ufa Lang zwingen wollte, einzelne Szenen nachzuvertonen, brach er mit dem Konzern. Sein nächster Film, eine Kindermörder- und Verbrechergeschichte, brachte die Leinwand auf nie dagewesene Weise zum Klingen: "M". Statt sich gegen die Tonfilmrevolution zu stemmen, setzte sich Lang an ihre Spitze. Die Bilderwelten seiner "Frau im Mond" ließ er wie ein abgelegtes Kleid hinter sich. Heute muss man sie neu entdecken, in einem Film, der sowohl zu früh als zu spät kam. Zu spät jedenfalls für die zwanziger Jahre. Aber früh genug für unsere Zeit.

ANDREAS KILB

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr