Vatikan AG - Nuzzi, Gianluigi

Gianluigi Nuzzi 

Vatikan AG

Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche

Übersetzung: Hausmann, Friederike; Kaiser, Petra; Seuß, Rita
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Vatikan AG

Geld, Machtgier, Korruption - die dunklen Geschäfte des Vatikans! Skrupellose Finanzoperationen, getarnt als Werke der Wohltätigkeit unter dem Deckmantel karitativer Stiftungen, Konten für Mafiosi, Schmiergelder für Politiker, Spendenveruntreuung, Geldwäsche: Mit Hilfe von viertausend Dokumenten aus dem Nachlass von Monsignor Renato Dardozzi, einem der wichtigsten Männer der vatikanischen Hochfinanz, enthüllt der Journalist Gianluigi Nuzzi die skandalösen Machenschaften der Vatikanbank. Glänzend recherchiert, detailliert belegt und ebenso spannend wie schockierend.

Die unerhörte Geschichte, die hier erzählt wird, stützt sich auf ein umfangreiches Geheimarchiv, das in der Schweiz lagerte und hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Viertausend geheime Dokumente des Heiligen Stuhls: Briefe, vertrauliche Mitteilungen, Aktennotizen, Protokolle, Kontoauszüge und Buchungsbelege gewähren einen Blick hinter die Kulissen des vatikanischen Finanzsystems. Die Dokumente stammen aus dem Nachlass Monsignor Renato Dardozzis (1922 2003), bis Ende der neunziger Jahre einer der wichtigsten Mitarbeiter des IOR (Institut für die Werke der Religion), wie die Vatikanbank offiziell heißt.
Ende der achtziger Jahre schien mit dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus aus der Leitung des IOR der Schlussstrich unter ein unrühmliches Kapitel der Vatikanbank gezogen. Aber dann - so beweisen die Dokumente aus Dardozzis Archiv - begann alles wieder von vorn. Seit 1992 entstand ein neues, noch raffinierteres System mit Nummernkonten, über die Hunderte Milliarden Lire verschoben wurden. Architekt dieses Netzwerks war Prälat Donato de Bonis, der neue Chef der Vatikanbank. Er legte Konten auf den Namen von Bankiers, Unternehmern und Spitzenpolitikern an, unter ihnen Omissis, der Codename Giulio Andreottis.
Auf diese Konten wurden Erlöse aus Staatspapieren eingezahlt, um schmutziges Geld zu waschen. Auch in den Mega-Korruptionsskandal Enimont war die Vatikanbank verwickelt. Sogar Gelder gläubiger Katholiken, die für heilige Messen bestimmt waren, wurden mit geschickten Manövern auf persönliche Konten transferiert.
Das IOR funktionierte wie eine Bank innerhalb der Bank, eine gigantische Geldwaschanlage mitten in Rom, die von der Mafia genutzt und skrupellos für politische Machenschaften eingesetzt wurde. Ein Steuerparadies, das allein der Gesetzgebung des Vatikans unterworfen war. Und das alles im Namen Gottes.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 360 S. m. zahlr. Abb. 183 mm
  • Seitenzahl: 353
  • Goldmann Taschenbücher Bd.15680
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 126mm x 26mm
  • Gewicht: 293g
  • ISBN-13: 9783442156801
  • ISBN-10: 3442156807
  • Best.Nr.: 32577854
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.12.2010

Im Dunstkreis
des Papstes
Als der Chef der Vatikanbank, Angelo Caloia, im September vergangenen Jahres plötzlich gehen musste, gab es keine offizielle Erklärung des Kirchenstaates. Caloia war 20 Jahre zuvor angetreten, die Vatikanbank nach Skandalen Ende der achtziger Jahre in ruhigere Fahrwasser zu bringen. Sein Vorgänger war seinerseits abgesetzt worden, weil er in den betrügerischen Bankrott der Banco Ambrosiano und in Geschäfte mit der Mafia verwickelt war. Es hatte sogar mehrere mysteriöse Todesfälle gegeben.
Nun wird spekuliert, Caloia habe die undurchsichtigen Geldgeschäfte der Vatikanbank nicht wirklich stoppen können, andere sehen die Ablösung des Bankers eineinhalb Jahre vor Ende seiner Amtsperiode als Reaktion auf die Finanzkrise. Sicher ist nur, dass wenige Monate vor dem Rauswurf Caloias ein Buch auf den italienischen Markt gekommen ist, das für ein kleines Erdbeben gesorgt hat. Der Journalist Gianluigi Nuzzi veröffentlichte Auszüge aus etwa 4000 Dokumenten des Privatarchivs eines verstorbenen hohen Bankmitarbeiters, die belegen, dass die Zeit von Geldwäsche, Mafia-Geschäften und Veruntreuungen im Vatikan mit Caloia keineswegs vorbei …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Meisterhaft eingeführt in die dunklen Machenschaften der Vatikan AG sieht sich Henning Klüver durch Gianluigi Nuzzi, einen Experten für Polit- und Finanzskandale, wie Klüver versichert. Klüver erzählt die abenteuerliche Geschichte der dem Buch zugrunde liegenden Quellen, Belege, Briefe, Geheimbilanzen, die Nuzzi von einem wichtigen Kirchenfunktionär zugespielt wurden. Schockiert zeigt sich Klüver von der hier offengelegten Unverfrorenheit der Verantwortlichen der Vatikanbank, krumme Geschäfte, Geldwäsche, Mafiakontakte u.a.m. Umso mehr beeindruckt ihn die Rechercheleistung des Autors, der die Mauer des Schweigens durchbricht, ohne jedoch explizit gegen die Kirche anzuschreiben. Nicht nötig übrigens. Die Fakten, dem Rezensenten erschlossen mittels eines hilfreichen Glossars, dessen Verlässlichkeit allerdings nicht immer die beste ist, wie er schreibt, scheinen für sich zu sprechen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Teuflische Verhältnisse" (Süddeutsche Zeitung, 10. 4. 2010)

"Einblick in die geheime Welt der Geldwäscher Gottes. Die plötzliche Abberufung von Vatikan-Bankchef Angelo Caloia durch Papst Benedikt XVI. lag zeitlich auffallend nah beim Erscheinungsdatum." (Der Standard, 25. 3. 10)

"Das Buch Vatikan AG liest sich wie ein Verschwörungsroman von Dan Brown (Sakrileg). Es geht um Geld- und Machtgier und die Schwarzgelder von Mafiosi und korrupten Politikern bei der Vatikanbank." (Kurier, 25. 3. 10)

"Eine unheilige Allianz mit der Mafia. Das Enthüllungsbuch des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi liest sich wie ein Krimi." (Nürnberger Nachrichten, 27. 03. 10)

"Politiker-Schmiergelder, Mafiakonten - das klingt nach einer Verschwörungstheorie, aber ist offenbar das tägliche Geschäft der Vatikanbank. (...) Der Vatikan schweigt, das Buch verkauft sich rasend schnell." (Abendzeitung, 9. 4. 2010)
Gianluigi Nuzzi wurde 1969 in Mailand geboren. Er war für die italienische Tageszeitung "Libero" als Berichterstatter tätig, arbeitete darüber hinaus für "Panorama" und den "Corriere della Sera". Gianluigi Nuzzi beschäftigt sich seit 1994 mit allen wichtigen Justizfällen, die mit Verstrickungen der Politik und der Finanzwelt zu tun haben.

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Kundenbewertungen zu "Vatikan AG" von "Gianluigi Nuzzi"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut)
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(1)
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Bewertung von AJB aus Bad Kön am 29.04.2011 ***** schlecht
Unsinniges und überflüssiges Buch, das nur von Halbwahrheiten lebt.

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 15.04.2010 ***** ausgezeichnet
Wer gern einmal hinter die Kulissen der Glaubenswelt des Vatikan, sozusagen in die harte Finanzwelt des Vatikanstaates hineinschauen möchte, der kommt ab sofort, nicht mehr an diesem Buch vorbei.

Man muss sich wirklich den Spaß gönnen, und die im Buch abgedruckten Dokumente genau ansehen. Da schreiben alte Männer, die offenbar hochintelligent und gebildet sind, aber dennoch eine beschränkte Sicht auf diese Welt haben. Und die meinen, dass die Außenwelt letztendlich etwas Manipulierbares wäre. Spannend ist deshalb auch die Quelle dieser Informationen.

Da arbeitet ein Geistlicher über lange Jahre innerhalb der Bank, um die Vorgänge aufzuklären, unterstützt aber durchaus in kritischen Situationen eine Politik der scheibchenweisen Aufdeckung der Wahrheit, um dann nach seinem Tod die gesammelte Dokumentation seiner Tätigkeit einem Journalisten zu übergeben. Treu zum System sein ganzes Leben lang, um dann nach seinem Tod noch für den großen Knall zu sorgen. Für mich deutet das darauf hin, dass er wohl zu Lebzeiten keine Chance auf eine Änderung der Verhältnisse sah. Und darauf, dass den Insidern der Mut fehlte, etwas zu ändern.

Hat man dieses Buch gelesen, denkt man einen Krimi bewältigt zu haben, aber die beschriebene Welt in diesem Buch ist Realität. Und die, die diese Welt regieren, für sie verantwortlich sind, haben an Aufarbeitung kein Interesse. Das ist meine klare Meinung nachdem ich dieses Buch gelesen habe.

Christian Döring,www.buecherveraendernleben.npage.de

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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