Es war zweifellos eines der spektakulärsten Ereignisse im Leipziger
Fußball, als 1963 auf Festlegung des ZK der SED in Berlin aus den
farblosen Kunstvereinen SC Lokomotive und SC Rotation ein neuer
"Superclub" namens SC Leipzig gebildet wurde und sich die
restlichen Spieler bei dem alten, 1954 aufgelösten Traditionsverein
BSG Chemie Leipzig zusammen fanden. Diese als "Rest von
Leipzig" bezeichnete Truppe mit ihrem Trainer Alfred Kunze
gewann schnell die Sympathie der Massen und eine nie erwartete
Selbstsicherheit, die sie bis zum Gewinn der Deutschen
Meisterschaft der DDR trug. In diesem Buch werden erstmals
sensationelle Aktenfunde der SED-Bezirksleitung Leipzig und des
DTSB-Bezirksvorstandes Leipzig vorgestellt, aus denen eindeutig
hervorgeht, wie sich die Vorgeschichte dieser Neustrukturierung
tatsächlich abspielte. Weder sollte Chemie Leipzig ursprünglich die
Oberliga-Zugehörigkeit zurück erhalten, noch wollte man den besten
Spieler der Grün-Weißen, Bernd Bauchspieß, zur BSG gehen lassen.
Spannend wie in einem Krimi reist man gemeinsam mit den Betroffenen
durch diese Zeit, lernt die handelnden Personen kennen und erfährt
noch nach 45 Jahren neue und bisher unentdeckte Tatsachen. Hinzu
kommen lebendige Porträts der Meisterspieler von Arno Gawöhn bis
Manfred Walter. Fußball-Historie aus der DDR - ein dichtes, durch
Akten und Erinnerungen untermauertes Drama real existierender
sozialistischer Sportpolitik aus den sechziger Jahren, das einen
Mythos begründete, der bis heute lebt und die Fußballstadt Leipzig
unversöhnlich entzweit.