Große Teile des deutschen Musikpublikums lieben Celtic Folk. Die
Irish Folk Festivals und Tanzshows wie "Riverdance" haben
seit vielen Jahren Konjunktur. Bretonische Musik ist neben der
irischen, schottischen und walisischen Teil dieser Tradition. Schon
in den Siebzigern war Alan Stivell als Pionier für bretonische
Musik und Sprache auch in Deutschland höchst erfolgreich.
Erstaunlicherweise sorgt nun eine junge, in der Bretagne geborene
Französin, die Stivells Tochter sein könnte, mit ihrem vierten
Album für eine Renaissance dieser Musik. In Frankreich war
"Bretonne" der Überflieger des Jahres 2011, Nolwenn Leroy
hinter Adele die erfolgreichste Künstlerin. Dabei stieß sie anfangs
mit ihrem Konzept auch bei der eigenen Plattenfirma auf große
Skepsis. Doch dieses Konzept - die Wiederentdeckung ihrer
musikalischen Wurzeln - funktionierte so hervorragend, dass es in
Frankreich alle Vorbehalte und demografischen Hindernisse überwand
und als großes Konsensthema Musikhörer jeden Alters erreichte und
begeisterte. Ob das in Deutschland auch gelingt, bleibt abzuwarten,
doch die Chancen stehen gut. Nolwenn Leroy interpretiert auf
"Bretonne" zunächst einmal Traditionals, die Alan Stivell
seinerzeit schon neu arrangierte und populär machte, Stücke wie
"Tri Martolod", "Suite Sudarmoricaine" oder
"La Jument De Michao" (nicht von Stivell). Mit Fiedel,
Akkordeon und Dudelsack sind das die ausgelassenen Tanznummern im
Programm. Nolwenn Leroy hat aber auch starke Chansons wie
"Brest" von Christophe Miossec oder "Le Bagad de
Lann-Bihoue" von Alain Souchon und Laurent Voulzy im Angebot,
die sich der Tradition annehmen und sie einfühlsam in die Gegenwart
transponieren. So gerät das für "Bretonne" geschriebene,
stimmungsvolle Original "Je Ne Serai Jamais Ta
Parisienne" zu einem weiteren Höhepunkt. Schließlich lässt
sich diese Produktion nicht einfach als Retrofolk aus der Bretagne
abstempeln, denn Nolwenn Leroy betont mit Stücken wie dem gälisch
gesungenen "Mna Na H-Eireann" aus Irland, dem Titelsong
des Sat1-Films "Die Rache der Wanderhure", oder mit den
alten Schlachtrössern "Greensleeves" und
"Scarborough Fair" die verwandtschaftlichen Beziehungen
zu den keltischen Nachbarn auf den britischen Inseln. In Frankreich
enthält die zum Weihnachtsgeschäft erschienene Neu-Edition mit
Bonus-Tracks wie "Amazing Grace" und "Whiskey In The
Jar" noch mehr solche Referenzen, und auch Mike Oldfield kommt
mit "Moonlight Shadow" und "To France" durchaus
nachvollziehbar zu Ehren. Doch "Bretonne" braucht solche
Bonus-Tracks im Grunde nicht. Die Basisversion überzeugt auch so
schon ohne Wenn und Aber. Manfred Gillig-Degrave
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Eine überaus hervorragende CD. Gefällt mir persönlich sehr gut.
Celtic Folk aber auch schöne französische Lieder. Teils zum mitsingen und tanzen.
Jedes Lied auf dieser CD hörenswert.
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