Erstickt an euren Lügen - Y., Inci

Erstickt an euren Lügen

Eine Türkin in Deutschland erzählt

Inci Y. 

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Erstickt an euren Lügen

Nach außen hin sieht es aus, als würde sie ein ganz normales Leben führen, in Deutschland. Sie lebt in einer Mietwohnung in unserer Nachbarschaft. Ihre Kinder gehen mit unseren zur Schule. Aber Inci Y., 34, ist Türkin, und was ihr ganz normales Leben zu sein hat, bestimmt die Familie. Ganz normal ist die erzwungene Heirat mit dem Sohn des Geliebten der Mutter. Die Vergewaltigung durch den eigenen Mann vor der Hochzeitsnacht. Der Betrug mit dem Jungfrauentuch. Ganz normal ist, daß die Familie ihres Mannes versucht hat, sie in dem anatolischen Dorf zu töten, als sie nach der Scheidung das Sorgerecht für die Kinder durchsetzen wollte. Ganz normal ist auch, daß sie bis zu ihrem 29. Geburtstag mit keinem Mann freiwillig geschlafen hat, dafür aber mit Männern aus dem engsten Umkreis der Familie. Ganz normal wäre, daß Inci ihren Mund hält - aus Gründen der Familienehre. Aber sie redet ...

Unter dem Pseudonym Inci Y. bricht eine Türkin das Schweigen der Frauen und erzählt stellvertretend für Hunderttausende ihr Leben: als Mädchen eingesperrt, als Frau gedemütigt, geprügelt, vergewaltigt. Von Liebe spricht keiner. Die einen hintergehen ihre Männer, die anderen sind stumme Dulderinnen. In Anatolien genauso wie im Land der Verheißung, in Deutschland.

"Inci Y. schildert ihre persönliche Geschichte so ergreifend und erschütternd ehrlich, daß der Leser einen intensiven Einblick in die Gesellschaft bekommt, in der die Autorin lebt." Nürnberger Zeitung


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 296 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 296
  • Piper Taschenbuch Bd.4821
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 22mm
  • Gewicht: 254g
  • ISBN-13: 9783492248211
  • ISBN-10: 3492248217
  • Best.Nr.: 20845024

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Dieses Buch würde würde Ludwig Ammann am liebsten zur Pflichtlektüre machen. Darin führt die junge Türkin Inci Y. das ganze Elend der Zwangsheirat vor Augen, wie sie es selbst erlebt und dem Journalisten Jochen Faust erzählt hat: In Deutschland geboren, als Kind zur Großmutter in die Türkei gegeben und erst mit elf wieder von ihren Eltern nach Deutschland zurückgeholt, blieb sie nahezu als Analphabetin völliger Spielball ihrer Mutter, die sie bereits wieder mit sechzehn in die Türkei verheiratete. Ein Protokoll des Leidens, das Ammann schlichtweg den Atem geraubt hat. Was ihn an diesem Buch so beeindruckt hat, ist, dass Inci Y. deutlich macht, dass "Bildung der Schlüssel" zu einem selbstbestimmten Leben ist. Besonders eingenommen hat den Rezensenten, dass die junge Frau ihr Schicksal nicht auf den islamischen Glauben zurückführt, wie es Ammanns Meinung nach derzeit so viele "fragwürdige Polemiken" tun. Der Islam spiele bei Inci Y. nur einmal eine Rolle, nämlich als ein morgendlicher Gebetsruf die verzweifelte Frau vom Selbstmord abhält.

© Perlentaucher Medien GmbH
Inci Y. hat in Wirklichkeit einen anderen Namen. Sie wurde 1970 als Kind türkischer Gastarbeiter in Deutschland geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie bei der Großmutter in Ankara, mit elf kehrte sie nach Deutschland zurück. Mit sechzehn wurde sie zwangsverheiratet und zehn Jahre später geschieden. Nach einer weiteren aufgezwungenen Ehe lebt sie heute als ungelernte Arbeiterin mit ihren Kindern in einer deutschen Kleinstadt.
Inci Y.

Erstickt an euren Lügen

Eine Türkin in Deutschland erzählt

Der Plan

Es ist Winter und Mutter kommt wieder einmal von einem ihrer vielen Besuche aus Tokat zurück. Doch dieses Mal spüre ich, daß sie etwas Bestimmtes vorhat. Sie spricht mit Oma und mir und läßt die Katze aus dem Sack:

"Inci, ich will, daß du und Hikmet heiraten."

Mutter holt ein Foto aus der Tasche, gibt es Oma.

"Inci, das ist ein Mann mit Zukunft. Er geht auf die Schule, wird einen ordentlichen Beruf haben - nimm ihn." Oma rät mir mit großem Ernst.

"Ich will nicht! Ich heirate Hüseyin!" Tränen laufen über mein Gesicht.

Mutter greift ein, macht ihn schlecht: "Inci, er hat dich belogen. Er taugt nichts. Er wird nie kommen. Und ich werde nie erlauben, daß du ihn heiratest."

Das ist also ihr Plan. Damit Papa nicht mißtrauisch wird, braucht sie eine Erklärung, warum sie so oft nach Tokat fährt. Wenn sie mich mit dem Sohn ihres Liebhabers verheiratet, wird er mein Schwiegervater und gehört zur Familie. Sie kann ihn besuchen, so oft sie will, schießt es mir durch den Kopf. Wie Schuppen fällt es mir von den Augen.

Wie kann ich mich dagegen noch wehren?

Ich fahre wieder mit nach Tokat.

Wir stapfen durch den knietiefen Schnee. Unter grauem Himmel ducken sich die Häuser hinter schneebedeckten Bäumen. Alles wirkt kalt und feindselig. Trotz der Wärme in Samis Wohnzimmer zittere ich am ganzen Körper wie Espenlaub.

Raki steht auf dem Tisch. Wie immer. Mutter trinkt. Wenn sie genug getrunken hat, will sie zärtlich werden, mir übers Haar streichen. Sonst wehre ich sie ab. Jetzt bin ich nur noch müde. Mürbe geworden. Es geht alles sehr schnell. Ich bin verlobt.

Vielleicht ist es das beste und ich habe endlich meine Ruhe, resigniere ich. Weder Hikmet noch ich hegen Gefühle füreinander. Wir haben bisher noch nicht einmal miteinander geredet. Über unsere Pläne, über unsere gemeinsame Zukunft, wie wir eigentlich zueinander stehen.

Ich vermisse das auch nicht sonderlich. "Dein Mann wird für die Zukunft deiner künftigen Familie sorgen." So ist es uns jahrelang eingetrichtert worden.

Zum Glück gibt es keine große Verlobungsfeier. Hikmet hütet am nächsten Tag wieder seine zwanzig Kühe. Nebenbei arbeitet er an seinem Fernkurs für seinen künftigen Beruf als Steuerberater. Mit Sema besuche ich ihn.

Im Stall treffen wir auch Hakki, Hikmets Knecht. Er ist leicht geistig behindert. Beim Lachen zeigt er seine Zahnlücken. Er sieht unglaublich häßlich aus. "Schwester" nennt er mich. Hakki ist verheiratet, Vater eines Sohnes und einer Tochter. Hikmet schlägt ihn, wenn er etwas nicht richtig versteht oder falsch macht.

"Sag mal Inci, ißt du gern Küspe?" fragt Hikmet. Er sieht verschlagen aus, Hakki schaut mich mit einem ganz eigenartigen Blick an.

"Ich esse alles, was mein Gastgeber auf den Tisch bringt." Was hätte ich auch sagen sollen? Küspe kenne ich nicht.

"Was, du würdest Kuhfutter essen? Mein Gott, wie unsagbar blöd du bist." Hikmets Stimme trieft vor Hohn. Hakki zeigt seine Zahnlücken. Beide lachen sich halb tot.

Hikmets Giftpfeil trifft meinen Stolz ins Mark: Ich kann nicht richtig Türkisch, dabei bin ich Türkin und fühle mich als Türkin. Deutsch verstehe ich zwar recht gut, aber Grammatik ist für mich ein Fremdwort. Überhaupt: Wo gehöre ich eigentlich hin?

Ständig findet Hikmet einen Anlaß, mich lächerlich zu machen. Immer wieder stellt er mich vor allen Leuten bloß. Almanci gelin, deutsche Braut, nennen mich die Einheimischen bald, als wenn ich nicht in die Türkei gehörte. Das macht mich wütend und deprimiert zugleich.

Wie ein Bienenschwarm überfallen uns Besucher aus den umliegenden Dörfern. Sie kommen mit nackten, schmutzigen Füßen, mit dreißig Jahren Dreck in den Gesichtern. Sie riechen nach Schweiß, Schmutz und Tieren. Hikmet auch. Ich muß ihre Hände küssen. Sie küssen mich ins Gesicht. Speichel läuft meine Wangen herunter. Ich ekele mich, bekomme Ausschlag. Mit allen diesen Menschen werde ich nach der Hochzeit verwandt sein.

"Du mußt bei ihnen stehenbleiben, wenn die Besucher essen und trinken. Du mußt sie bedienen. Du darfst nicht laut reden. Du darfst nicht lachen. Du darfst keinen unterbrechen. Du darfst keinem widersprechen." Jeder fühlt sich für mein Benehmen zuständig.

Und vor allem: "Du darfst keine Hosen tragen." Die altbackenen Kleider - knöchellange Röcke, hochgeschlossene Blusen - sind genau das richtige. Die flirrende Mode aus Izmir wird weggeschlossen. Ich fühle mich nur noch erniedrigt.

Besonders von Hikmet. Der spricht nur im Befehlston mit mir: "Bring mir Tee. Koch das Essen. Putz meine Schuhe. Zieh was anderes an."

Für ihn, der so mit mir umspringt, soll ich mich hübsch machen? Wenn nicht, für wen dann sonst? Ich finde keine Antwort auf meine Frage. Deshalb trifft mich die "anatolische Kleiderordnung" nicht sonderlich. Und mit dem Kopftuch, das hier alle Frauen tragen müssen, habe ich sowieso keine Probleme. Wahrscheinlich bin ich eine der wenigen Frauen, die sich aus religiösen Gründen damit identifizieren kann.

"Inci hat hier im Busdepot einen Jungen kennengelernt und mit ihm geschlafen." Mutter telefoniert mit Papa. Er muß in Deutschland die Einwilligung für meine Hochzeit unterschreiben, weil ich erst sechzehn bin.

"Du kannst beruhigt sein, er kommt aus einer guten Familie, ist Steuerberater. Sie lieben sich sehr", lügt sie das Blaue vom Himmel herunter.

Ich höre mit. Am liebsten würde ich schreien, daß das alles nicht stimmt. Daß Mutter mich in die Ehe mit einem Wildfremden treibt. Daß ich noch Jungfrau bin. Daß ich Hüseyin will.

Du hast gegen Mutter nicht die Spur einer Chance, Papa wird dir nicht glauben, resigniere ich. Bis heute ist er überzeugt, daß Mutters Lügen Wahrheit sind.

Ausgeliefert

Im April, kurz nach meinem siebzehnten Geburtstag, heiraten Hikmet und ich vor dem Standesamt in Tokat.

Sie kaufen mir ein weißes Satinkleid mit langen Ärmeln und einem perlenbesetzten Dekolleté. Es ist das häßlichste Kleid, das ich je getragen habe. Während der Zeremonie trete ich Hikmet auf den Fuß und sage: "Die Frau führt den Haushalt." Dies ist ein alter türkischer Brauch - wer schneller mit dem Treten ist, hat das Sagen.

"Was soll der Quatsch?" Hikmet stößt heftig gegen mein Schienbein. Nicht einmal den kleinsten Scherz gönnt er mir. Er läßt alle meine Träume zu Seifenblasen werden. Ich werde rot und schäme mich.

Eine Enttäuschung folgt der anderen. Allmählich durchschaue ich, mit was für einem Typ Mann ich es da zu tun habe. Gut, wir lieben uns nicht. Das akzeptiere ich. Aber Respekt erwarte ich.

Warum ich mich damals nicht gewehrt, das alles fast geduldig hingenommen habe? Wieder und wieder stelle ich mir bis heute diese Frage. Wieder und wieder finde ich nur die gleiche Antwort: Es war der Moment gekommen, auf den wir alle - meine Schwestern, meine Freundinnen und ich - jahrelang systematisch vorbereitet wurden. Die Gehirnwäsche zeitigte Erfolg.

Das Ziel der Erziehung türkischer Mädchen ist, dem Mann, der ihr zugewiesen wird, eine gute Ehefrau zu sein. Von Liebe hat keiner was gesagt.

Ist es da nicht schon eine Sünde, daß ich Hüseyin liebe und begehre, obwohl Mutter will, daß ich Hikmet heirate? Betrüge ich meinen künftigen Mann nicht schon vor der Ehe?

Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll. Am liebsten würde ich mit einem Imam sprechen. Aber sie würden es mir niemals erlauben, allein in die Moschee zu gehen.

Jetzt geht es mir wie Yasemin, meiner Klassenkameradin, die so früh verheiratet wurde. Voller Zuversicht sprang sie in die Ehe - nur Wochen später folgte die Ernüchterung. Wie sagten wir damals? "Pech gehabt."


Kundenbewertungen zu "Erstickt an euren Lügen" von "Inci Y."

13 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.4 von 5 Sterne bei 13 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von Miss_Tecki aus Deutschland am 05.10.2011   sehr gut
Sehr interressant geschriebens Buch. Man bekommt auch mal ganz andere Eindrücke von der Türkei mit seinen Traditionen und Glauben.
Ich konnte es gar nicht fassen, das es in unserer modernen Gesellschaft noch solche Unterdrückung innerhalb der Familie gibt.
Es war sehr mutig von der Autorin über dieses, stillgeschwiegene, Thema zu berichten.
Sehr zu empfehlen.

7 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Zeynep aus Dortmund am 16.02.2011   gut
Das mit dem Fremdgehen der türkischen Mutter und Tanten bedeutet nicht, dass alle türkischen Frauen das gleiche machen....... sie hatte wirklich eine gemeine Familie (Mama und Tanten), aber sonst find ich, dass vieles was sie schreibt richtig!!

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Leseratte aus Erlangen am 04.01.2011   ausgezeichnet
Dieses Buch gibt einen erschütternden Blick hinter die Kulissen der türkischen Traditionen. Die Autorin Inci Y. schildert ihr Leben nahezu sachlich und trifft den Leser dennoch sehr emotional. Viele der Lebenssituationen hätte man sich nicht einmal erträumen lassen.
Es ist sehr fesselnd geschrieben, ich selbst habe es an einem Tag ausgelesen.

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • miss_eso95@hotmail.de aus Stuttgart am 03.10.2011
    sie sagen es gibt einen erschütternden Blick hinter die Kulissen der türkischen Traditionen. Sie kennen doch nicht mal alle türken dan können sie auch nichts sagen. das buch macht uns schlecht ja …mehr

    (Inhalt anstößig?)

12 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Chrismama aus Würzburg am 30.06.2010   ausgezeichnet
unheimlich packend, ich habe es verschlungen und war immer wieder entsetzt, wie unglaublich altmodisch es hinter den Türen der Türken gerade auch in Deutschland noch zugehen kann.

12 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Hans aus Heinsberg am 09.08.2009   ausgezeichnet
Das Buch gibt einen guten Einblick in die Türkische Tradition und Mentalität. Zudem erhält man einen Einblick in das Familienleben und in ihren Struckturen. Spannend geschrieben läßt man es kaum aus den Händen bis zum Ende.

15 von 18 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Sally2809 aus NRW am 28.06.2009   ausgezeichnet
Von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesselnd.

8 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von TheSilencer aus Berlin am 24.06.2009   gut
Geboren in Deutschland, brutal und lieblos erzogen von der Mutter, wird "Inci" wegverheiratet in das Heimatland ihrer Eltern; "Inci" findet sich in einem anatolischen Dorf wieder und unterliegt dem typischen türkischen Patriarchat.
Gewalt, Ignoranz und Demütigungen bestimmen ihren Alltag; sie ist nicht mehr wert als ein Stück Vieh.

Doch sie begehrt auf.

Daß dieser Leidensweg eine leider völlig normale türkische Lebenslinie ist, ist nicht neu, aber für die breite Diskussion bäh, weil über andere (wohl nicht ernsthaft so genannte) Kulturen richtet man ja nicht gerne. Und so entledigt man sich seines schlechten Gewissens mit dem Totschlagargument: "Die sind ja nicht alle so".

"Inci" lernt es anders. Denn jeder Kerl, der ihr begegnet, fordert des sexuelle Recht des Mannes ein. Oder das, was er dafür hält.

Die Vorwürfe an die türkische Gesellschaft sind meines Erachtens etwas dünn. Eventuell ist dies dem geschuldet, daß das Buch in einem deutschen Verlag erschien und man deshalb vergangenheitsbedingt etwas sanfter mit unmenschlichen Umgangsformen umgeht.

Absolut unverständlich bleibt mir aber, daß keinerlei Bezug zum Islam gefunden wird, der diesem gelebten Machowahn den Rücken stärkt bzw. den Ursprung für diese Menschenverachtung begründet.

Gerne erinnere ich in diesem Zusammenhang an die Rede (Februar 2008, Köln) der türkischen Ulknudel Recep Tayyip Erdogan, Ministerpräsident seines Zeichens:

"Die türkische Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft der Liebe, des Friedens, die türkische Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft, die die Brüderlichkeit hochhält.
Die türkische Gemeinschaft und der türkische Mensch, wohin sie auch immer gehen mögen, bringen nur Liebe, Freundschaft, Ruhe und Geborgenheit mit sich. Hass und Feindschaft können niemals unsere Sache sein.
Wir haben mit Streit und Auseinandersetzung nichts zu tun."

Ich denke, "Inci" meinte Männer wie ihn, als sie dem Buch den Titel gab ...

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • pinar aus frankfurt am 07.03.2010
    hallo thesilencer
    ich finde es sehr hart wie du islam und das türkische volk darstellst. du hast recht, solche vorfälle, die inci y darstellt, kommen wirklich vor, aber bitte lass uns nicht …mehr

    (Inhalt anstößig?)

22 von 30 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von schatzibaby aus Deutschland am 25.12.2008   ausgezeichnet
hat mir so gut gefallen, dass ich es gleich mehrmals gelesen habe

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 22.08.2008   ausgezeichnet
das buch fesselt, sehr spannend!

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Bewertung von S.Y aus Ingolstadt am 15.03.2008   ausgezeichnet
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand bekommen und habe es innerhalb von drei Tagen zu Ende gelesen.
Ich finde es hart, was Inci Y. alles ertragen musste...ich bin auch eine Türkin bin aber froh das ich nicht solche Eltern und Verwandte habe wie sie. Dieses Buch hat mich zutiefst bewegt, weil ich persönlich Freunde habe, die fast das gleiche erleben, leider können sie nichts dagegen unternehmen. Heute noch - im Jahr 2008- da wo die Mittelalterzeit schon längst vorüber ist, werden Frauen noch immer in der Art und Weise großgezogen und behandelt. Dieses Buch gab mir sehr viel zu denken. Vielleicht wird es die Welt nicht ändern aber das es jeden Leser zum Denken und besseren Handeln führen wird, bin ich mir sicher. Ich finde es auch wiederum stark, dass sich die Autorin gewagt hat ein Buch zu verfassen und sich getraut hat das Schweigen zu brechen. Denn die Durchsetzung gegen die Verwandten und den ersten Mann ist in der Türkei undenklich.

Das Buch würde ich jedem weitermpfehlen. Ist leicht zu lesen und für jeden verständlich.

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