Der Untergang der islamischen Welt - Abdel-Samad, Hamed

Hamed Abdel-Samad 

Der Untergang der islamischen Welt

Eine Prognose

Broschiertes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Der Untergang der islamischen Welt

Die islamischen Länder eint eine Religion, aus der sie ein problematisches Menschen- und Gesellschaftsbild ableiten: Frauen und die meisten Männer, die nicht der herrschenden Schicht entstammen, sind ausgegrenzt. Ungeheure intellektuelle Ressourcen dürfen nicht genutzt werden, wodurch auch der Wohlstand dieser Staaten verfällt. Von fundamentalistischen Muslimen wird diese Misere konsequent als Ergebnis "der feindlichen Politik des Westens" gedeutet. Die regionalen und globalen Perspektiven sind bedrohlich, denn das Zusammenkommen einer innovationsfeindlichen Kultur, einer rapide wachsenden, armen und unterdrückten Bevölkerung, zur Neige gehender Erdölvorkommen und klimatischer Probleme ergibt ein explosives Gemisch. Hamed Abdel-Samad wagt eine scharfe, zwingende Prognose für die Zukunft der Kultur, der er selbst entstammt: Die islamischen Staaten werden zerfallen, der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen.

Der Islam: rückwärtsgewandt und unfähig zur ReformAus der Misere der islamischen Staaten erwächst eine globale Gefahr. Eine innovationsfeindliche Kultur, eine rapide wachsende, dabei arme und unterdrückte Bevölkerung, zur Neige gehende Erdölvorkommen und klimatische Probleme ergeben ein explosives Gemisch. Der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad zeichnet ein düsteres Bild vom Zustand und der Zukunft der islamischen Kultur und wagt eine scharfe, zwingende Prognose für deren Zukunft: Die islamischen Staaten werden zerfallen, der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen.
Die islamischen Länder eint ein Glaube, aus dem sie ein seit Jahrhunderten überholtes Menschen- und Gesellschaftsbild ableiten. Ungeheure kreative und geistige Ressourcen können deshalb nicht genutzt werden. Die politische, wirtschaftliche und soziale Misere der Staaten wird konsequent als Ergebnis "der feindlichen Politik des Westens" gedeutet. Jeder Versuch der Veränderung wird von der islamischen Orthodoxie und der Machtbesessenheit der Herrschenden erstickt. Bildung und Religion beschränken sich darauf, zu Gehorsam gegenüber den herrschenden Regimes zu erziehen
Die Perspektiven für die Länder von Marokko bis Indonesien sind bedrohlich, da die Mischung aus einer innovationsfeindlicher Kultur, einer rapide wachsenden, armen Bevölkerung, zur Neige gehender Erdölvorkommen und dramatischer klimatischer Veränderungen ein hochexplosives Gemisch ergeben.

Produktinformation


  • Verlag: Droemer/Knaur
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 240 S.
  • Seitenzahl: 240
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 140mm x 21mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783426275443
  • ISBN-10: 3426275449
  • Best.Nr.: 29519349

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sehr zurückhaltend bespricht Rezensent Wolfgang Günter Lerch dieses Buch. In seiner Kritik fasst er im wesentlichen den Inhalt zusammen. Danach sieht Hamed Abdel-Samad die islamische Welt zwischen Minderwertigkeitskomplexen und Überlegenheitsgefühlen dem Westen gegenüber hin und her schwanken. Produktiv ist das nicht, im Gegenteil: Der absolute Gehorsam, den die Religion fordert, ist laut Abdel-Samad ein Spiegelbild des Gehorsams, den viele arabische Machthaber von ihren Untertanen fordern. "Gehorsam, nicht eigenes Denken ist die erste Gläubigenpflicht", fasst es der Rezensent zusammen. Das Buch, meint er, ist pauschalisierend und wird den islamisch geprägten Staaten in ihrer Unterschiedlichkeit nicht gerecht. Aber es trifft auch einen "wunden Punkt", so der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.11.2010

Der "Untergang der islamischen Welt"
Eine überraschende Analyse aus der Feder eines muslimischen Wissenschaftlers

Woher rührt der Hass von Teilen der islamischen Welt gegenüber dem Westen? Liegt das nur an der falschen Politik der Amerikaner, am unglückseligen Irak-Krieg, den Kämpfen in Afghanistan oder dem ungelösten Palästina-Problem?

Der deutsche Politologe Hamed Abdel-Samad, selbst Muslim und aus Ägypten stammend, hat eine Antwort, welche die meisten Muslime nicht erfreuen dürfte: Er sieht im Islam eine untergehende Kultur, die sozusagen um sich schlägt, bevor sie stirbt.

Doch wie das? Ist nicht gerade der Islam die einzige Religion, die zunimmt, und zwar nicht nur wegen demographischer Entwicklungen? Hat er nicht zum Beispiel in Afrika eine Anziehungskraft auf viele, die andere Religionen nicht (mehr) ausüben? Macht nicht gerade der Islam den Eindruck aggressiver Stärke, vor der es deshalb viele ängstigt?

In seinem Buch "Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose" kommt der Autor zu einem ganz anderen Ergebnis. Der Titel des Buches ist bewusst gewählt. Abdel-Samad las, als er nach Deutschland kam, …


"Hamed Abdel-Samad ist nicht der erste Moslem der sich mit dem Islam auseinandersetzt. Vor ihm haben es schon u.a. Salman Rushdie und Ibn Waraq, Necla Kelek und Seyran Ates getan, nur um die bekanntesten Namen zu nennen. Aber so gründlich, so radikal, so konsequent wie er hat es in den letzten Jahren keiner gemacht. Der "postkoranische Diskurs", den er wagt, geht weiter als Islamkritik." -- Deutschlandradio Kultur "Lesart", 05.09.2010

"Hamed Abdel-Samad ist nicht der erste Moslem der sich mit dem Islam auseinandersetzt. Vor ihm haben es schon u.a. Salman Rushdie und Ibn Waraq, Necla Kelek und Seyran Ates getan, nur um die bekanntesten Namen zu nennen. Aber so gründlich, so radikal, so konsequent wie er hat es in den letzten Jahren keiner gemacht. Der "postkoranische Diskurs", den er wagt, geht weiter als Islamkritik." Deutschlandradio Kultur "Lesart", 05.09.2010
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.

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Kundenbewertungen zu "Der Untergang der islamischen Welt"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Elsirion aus Oberbayern am 27.03.2011 ***** gut
Die grüne Revolution rollte in den vergangenen Wochen und anhaltend durch den Maghreb bis zum Nil und nun in den arabischen Halbmond. Politologische und soziologische Analysten der arabischen Welt zeigten sich überrascht, vom Drang nach bürgerlichen Rechten und Demokratie, ja selbst westliche Geheimdienst waren darauf nicht vorbereitet.
Auf 234 Seiten präsentiert der Sprach- und Islamwissenschaftler Hamed Abdel-Samad eine Prognose zur Entwicklung der islamischen Welt, die einer Abrechnung gleichkommt. In 14 Thesen arbeitet er Themen ab vom verletzten Stolz und dem nicht verwundenen Verlust der einstigen Weltmachtstellung und kulturellen Outputgeber, über die verhängnisvolle Einheit von Staat und Religion, Autorität Gottes und des Herrschers, aber auch die Ambivalenzen von Sexualität, Staatsbürgertum und Bildung. Im Wesentlichen läuft die Argumentation auf den protestantischen Philosophen Kant und seinen vielzitierten Satz hinaus: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. [...] 'Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!' ist also der Wahlspruch der Aufklärung." Und gerade diese Aufklärung ist es, die der islamischen Welt gut täte, damit sie im Kreis der Weltgemeinschaft wieder ein kulturell produktives Mitglied werden könnte.
Die Thesen selbst bieten m.E. keine neue Innovation. Einzig der Verweis auf die Rolle der social media als neues Medium der Vernetzung ist rückblickend auf deren, wenn auch nicht unbestrittenen, Rolle bei der Organisation der Proteste in der arabischen Welt interessant. Lesenswert ist das Buch dennoch allzumal, weil die Thesen wohlüberlegt angeordnet und mit der metamorphischen Lebenserfahrung des ägyptischstämmigen Autors verknüpft sind, sodass die Lektüre auch schwankhaften Genuss bietet, ohne dadurch im Gehalt geschmälert zu werden.
Offen bleiben jedoch auf jeden Fall auch überkommene theologische Herrschaftsvorstellungen aus vorislamischer Zeit, die nicht ohne Einfluss der modernen arabischen Gesellschaft zu sein scheinen. Hier wird allenfalls, dafür nicht zu wenig, auf Gepflogenheiten aus mohammedanischer Zeit verwiesen, die konserviert einen Rückzugsort für eine erstarrende Gesellschaft bilden würden. Außerdem wird gerade in Ägypten, aber auch in anderen arabischen Ländern die Rolle religiöser Minderheiten, die mitunter regional dennoch eine bedeutende Gruppe repräsentieren, ausgeblendet. Man mag die Position vertreten, dass ein islamisches Überlegenheitsgefühl einen Input aus den Minderheiten vollkommen abblockt oder aber die Minderheiten selbst so sehr arabisch-muslimisch geprägt sind, dass sie keinen eigenen Beitrag für eine andere Sicht auf Welt, Land und Gesellschaft leisten können. Aber selbst in diesem Fall müsste das Verhältnis in die Theorie zum Untergang der in sich abgeschotteten islamischen Welt eingezeichnet werden.

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 15.09.2010 ***** ausgezeichnet
Es ist kaum vorstellbar, aber der deutsch - ägyptische Politikwissenschaftler behauptet in seinem Buch, dass die islamischen Staaten zerfallen und der Islam als Kultur untergehen wird. Das klingt unglaublich, aber Hamed Abdel - Samad macht eine Reise in die Vergangenheit und endet pessimistisch in der Gegenwart.

Was mir an diesem Buch gefallen hat, der Wissenschaftler sieht das Thema nicht losgelöst von anderen großen Weltthemen. Er betrachtet alles zusammen und vertieft sich genau dort wo es interessant und nötig wird in den Islam.

Viele Gründe pro & contra äußert der Autor, einiges gut nachvollziehbar, anderes würde ich gern hinterfragen. Beinah wehmütig klingt sein letzter Absatz: "Der Wald wird niederbrennen, und der Rauch wird zum Himmel steigen. Aber neue Bäume werden an der gleichen Stelle trotzdem wachsen. Kulturen entstehen und verschwinden wie eine Sandburg am Strand."

Dieses Buch sollte gerade deshalb gelesen werden, weil es viel aus der Geschichte des Islam erzählt - vom Denken und Fühlen dieser Religion - aber eben auch von ihren Ängsten. Ich als Deutscher hoffe, dass der Autor sich irrt - für mich ist der Islam eine Bereicherung in der Menschheitsgeschichte.



Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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