Atemschaukel - Müller, Herta
video

Herta Müller 

Atemschaukel

Roman

Gebundenes Buch
 
4 Kundenbewertungen
**** sehr gut
Sofort lieferbar
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
20 ebmiles sammeln
EUR 19,90
Alle Preise inkl. MwSt.


Produktbeschreibung zu Atemschaukel

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Nachdr.
  • Ausstattung/Bilder: Nachdr. 2010. 299 S.
  • Seitenzahl: 304
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23391
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 137mm x 30mm
  • Gewicht: 442g
  • ISBN-13: 9783446233911
  • ISBN-10: 3446233911
  • Best.Nr.: 26365766
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.09.2009

Wo Sprache die letzte Nahrung ist

Jeder ist sich selbst der Nächste und kennt sich doch nicht mehr: Herta Müllers Roman "Atemschaukel" über die Schrecken eines stalinistischen Arbeitslagers ist ein Manifest der Erinnerung von einer Intensität, die in der deutschen Gegenwartsliteratur nicht ihresgleichen hat.

Von Michael Lentz

Der Nullpunkt ist das Unsagbare. Wir sind uns einig, der Nullpunkt und ich, dass man über ihn selbst nicht sprechen kann, höchstens drum herum. Das aufgesperrte Maul der Null kann essen, nicht reden." Herta Müllers "Atemschaukel" ist die fiktionale Autobiographie des am 15. Januar 1945 im Alter von siebzehn Jahren von Hermannstadt ins ukrainische Lager Nowo-Gorlowka deportierten Leopold Auberg. Sie setzt knapp hinter dem existentiellen Nullpunkt an, und das mit einem so hochartifiziellen wie wirklichkeitssensiblen Sprachbewusstsein.

"Es war das große innere Fiasko, dass ich jetzt auf freiem Fuß unabänderlich allein und für mich selbst ein falscher Zeuge bin." Der gegen Ende des Romans aus der Perspektive des zweiundzwanzigjährigen Leopold formulierte Satz ist die Erfahrungssumme der Selbstentfremdung, …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.08.2009

Das Lager ist eine praktische Welt
Ein europäisches Ereignis: Herta Müllers Roman „Die Atemschaukel” über die Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion nach 1945
Von seltsamen Dingen, erschreckenden Erscheinungen hören wir in diesem Roman, vom „Hungerengel” und vom „Blechkuss”, von „Kartoffelmenschen” und der „Atemschaukel”. Der Hungerengel sitzt immer mit am Tisch, wenn die Insassen des Lagers die karge Ration Brot verzehren, die ihnen die „Brotoffizierin” zugeteilt hat, quälend langsam essen die einen, verzweifelt schlingen die anderen; der Hungerengel wacht über ihren Schlaf, er geht durch ihre Träume, begleitet sie in die Fabrik und auf das Feld hinaus, wo sie schuften, bis sie umfallen und in die Grube gekippt werden oder sich irgendwie aufrecht halten, um dann bis zum nächsten Tag in ihre Baracken zurückzukehren.
Sie sind Sträflinge, ohne je verurteilt worden zu sein, und wissen anfangs nicht einmal, in welcher Weite der russischen Steppe sie sich befinden und was ihr Strafmaß ist. Erst nach fünf Jahren, 1950, ist die Haft für die, die nicht in die „Mörtelgrube” sprangen, nicht erschossen wurden, nicht …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Ein Meisterwerk." Dies die letzten, entschiedenen Worte der Rezension von Michael Lentz. Ein Werk, das historische Wirklichkeit und Erinnerung kompromisslos zu Literatur macht, fernab, so Lentz, von allem "naiven Abbildrealismus". Ein Werk, das Herta Müller mit ihrem Kollegen Oskar Pastior, der vieles, was hier beschrieben, erlebt hat, gemeinsam zu schreiben geplant hat. Nach Pastiors Tod hat sie, auf seine mündlichen Erinnerungen gestützt, dies Buch selbst verfasst. Und es ist, betont Lentz, auf absolut überzeugende Weise vieles zugleich: Zum einen der fiktive autobiografische Bericht des Leo Auberg, der den Aufenthalt im ukrainischen Konzentrationslager Nowo-Gorlowka überlebt hat. Mit immenser poetischer Kraft verstehe Müller noch das konkreteste Elend in Sprache zu fassen. Die Erfahrung des Hungers in allererster Linie, und zwar auch und gerade als etwas, das jede Empathiefähigkeit übersteigt. In der Aufteilung in einen (wiederum: fiktiv) diktierten Nachwortteil und die erzählerische Ausschrift dieses "Diktando" gelinge zugleich etwas, das auch Pastior immer wieder gelang: "Poesie und Poetik in einem". Restlos überzeugt zeigt sich der Rezensent von diesem für seine Begriffe großen und wichtigen Buch.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein sprachliches Kunstwerk, wie es das in diesem Herbst kaum ein zweites Mal geben dürfte. Wer es schafft, Herta Müllers bestürzenden, bedrückenden und - wegen seiner sprachlichen Kraft - beglückenden Roman zu Ende zu lesen, wird dieses Buch nie wieder vergessen." (Focus, Hajo Steinert, 10.08.09)
In ungeheuer bildmächtiger Sprache erzählt Herta Müller von jenen 60.000 Rumäniendeutschen, die zu Beginn des Jahres 1945 in sowjetische Lager deportiert wurden und dort jahrelang Zwangsarbeit verrichten mussten.Trostlos in seiner Dokumentation dessen, was Menschen in ihrem ideologischen Haß Menschen antun, tröstend allein durch sein ästhetisches Gelingen, ist dieser Roman ein wunderbares Beispiel für die Funktion von Literatur als Erinnerungsspeicher. (Denis Scheck in "Druckfrisch", ARD)
Herta Müller, geb. 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973-76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch 'Niederungen' lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989-2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den

Leseprobe zu "Atemschaukel" von Herta Müller

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Atemschaukel"

Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in Atemschaukel zu blättern!

Videoclip zu "Atemschaukel"

Andere Kunden interessierten sich auch für

Kundenbewertungen zu "Atemschaukel" von "Herta Müller"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen **** sehr gut
(aus 4 Bewertungen)
Kundenbewertungen sortieren:
hilfreichste - beste - neueste

Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 11.03.2011 ***** sehr gut
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist endlich zu Ende. Die deutschstämmige Bevölkerung muss nun mit ihrer Arbeitskraft die Reparationen für die entstandenen Kriegsschäden bezahlen. Auf Stalins Befehl hin werden alle arbeitsfähigen Männer und Frauen von 17 bis 45 Jahren in Arbeitslager deportiert. So auch der siebzehnjährige Leopold Auberg, für den dieser Tapentenwechsel zunächst ein Abenteuer ist, eine Abwechslung im ständig gleichbleibenden Alltag. Im Lager erlebt er fünf Jahre harte Arbeit, Entbehrung und Hunger.
Für Herta Müllers Atemschaukel gab es 2009 den Nobelpreis für Literatur.
Die Geräuschkulisse sammelte der Regisseur Kai Grehn auf dem Gelände der Kokschim-Fabrik im ukrainischen Nowo Gorlowka, in welcher Oskar Pastior(rumäniendeutscher Lyriker und Übersetzer und wahrscheinlich Vorbild für die Figur des Leopold Auberg) als Zwangsarbeiter gearbeitet hat
Die Uraufführung des Hörspiels war auf 2010 NDR Kultur.
Hier nun weder ein klassisches Radiohörspiel noch eine Lesung sondern eine Mischung aus vertonter Lesung und gespielten Hörspieleszenen. Ein Balanceakt, denn einerseits möchte man dieses sprachliche Kunstwerk zu Geltung bringen, andererseits ein Hörspiel produzieren. Man entschied sich dazu einerseits zwei Erzähler, den jungen und alten Leopold Auberg, Passagen erzählerisch lesen zu lassen, und diese dann immer wieder mit gespielten Szenen zu unterbrechen.
Den Nobelpreis erhielt das Buch wohl hauptsächlich wegen seiner expressiven Sprache. Viele wunderbar deskriptive Wortneuschöpfungen sind das Markenzeichen der Autorin. Darunter leidet aber die Handlung. So schön die Sprache aus sein mag, die Handlung bleibt weit dahinter zurück. Natürlich kann man nicht erwarten, dass 5 Jahre Arbeitslager unterhaltsam sind, natürlich kann man nicht erwarten, dass in einem Arbeitslager viel passiert, vielleicht will die Autorin die Leser und Hörer durch diese Handlungsarmut auch die Perspektivlosigkeit des Arbeitslagers spüren lassen. Dennoch ist es irgendwann einfach nur noch ermüdend der Handlung zu folgen, und das Schicksal der Häftlinge berührt kaum, da sie einem fremd und fern bleiben.

Fazit: Handwerklich solides NDR Radiohörspiel aus dem Jahr 2010.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Nicki aus Markt Indersdorf am 18.12.2009 ***** ausgezeichnet
ausserordentlich aussagekräftig und hilfreich

11 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Omahaha am 02.12.2009 ***** sehr gut
Es ist leichter, Ausdrücke wie "Riechen" und "Geruch" (Das Parfum) so zu beschreiben, dass dem Leser das Sujet zur Realität wird, als den Satten das Gefühl von "Hunger" zu vermitteln. Dennoch: Dieses Buch und die Sprache von Herta Müller mit dem Epitheton "interessant" zu belegen, wäre abwertend. Der Text ist nie ermüdend, sondern herausfordernd. Und aus politischer Sicht gesehen: Linke Diktaturen sind ebenso menschenverachtend, also verabscheuenswert wie rechte. Herta Müller ist sicherlich eine Schriftstellerin, die man (fast) in einem Atemzug mit Solschenizyn nennen kann.

10 von 12 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Kriegsheld aus Schoemberg am 11.10.2009 ***** sehr gut
Ich finde das Thema sehr gut und man sollte diese ganzen Tatsachen nicht vergessen. Deshalb lese ich als junger Leser sehr interessiert die Romane der Nachrichtkreiszeit. Auch die sprachliche Ausdrucksweise ist hervorragend.

12 von 19 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JA NEIN
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Atemschaukel" von Herta Müller ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

39 Marktplatz-Angebote für "Atemschaukel" ab EUR 3,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 3,00 4,25 Banküberweisung antiquariat spaziergang. 99,1% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,50 2,00 Banküberweisung Bibliotheke 100,0% ansehen
wie neu 4,50 1,50 Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Susi1965 100,0% ansehen
wie neu 4,80 1,10 Banküberweisung Fritzimandi 100,0% ansehen
wie neu 4,90 1,10 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) H. Retzlaff 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,00 2,00 Banküberweisung martin.q 100,0% ansehen
wie neu 5,80 1,10 Banküberweisung Buchrudi 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung büchersammelsur ium 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung merlinundco  % ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung anis team 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung ursulalindenber g 100,0% ansehen
wie neu 6,99 1,10 Banküberweisung ErnaBoogie 100,0% ansehen
wie neu 7,00 1,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Häloa65 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut, Umschlag: Schutzums 7,00 3,00 Banküberweisung Internetantiqua riat 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 7,45 1,55 Banküberweisung liudgast 100,0% ansehen
wie neu 7,45 2,50 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) LOGOFORM 100,0% ansehen
wie neu 7,50 1,10 Banküberweisung, PayPal pattloch  % ansehen
wie neu 7,90 2,20 Banküberweisung Jörg Cramer 100,0% ansehen
wie neu 8,00 1,10 Banküberweisung T.C.Irving 100,0% ansehen
wie neu 8,00 1,45 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung RundesViereck  % ansehen
wie neu 8,00 1,80 Banküberweisung muron 100,0% ansehen
wie neu 8,50 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung nullihase 100,0% ansehen
8,82 2,30 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Kreditkarte, offene Rechnung, Banküberweisung Antiquariat Hamecher 100,0% ansehen
wie neu 9,00 0,85 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung comicsammler196 6 100,0% ansehen
wie neu 9,00 1,10 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung schöpplein  % ansehen
wie neu 9,00 1,10 PayPal Ruth Ewertowski 100,0% ansehen
gebraucht; gut 9,00 2,00 offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Schwörer 99,6% ansehen
wie neu 10,00 1,10 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Antoine 100,0% ansehen
wie neu 10,00 1,20 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung janoa 100,0% ansehen
wie neu 10,00 1,30 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung white_fledermau s 100,0% ansehen
10,00 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Kreditkarte, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) karelmarel 99,2% ansehen


Alle Marktplatz-Angebote ansehen

Mehr von

Mehr zum Thema

Andere Kunden kauften auch

Artikelseite zu "Atemschaukel" Drucken

Herta Müller 

Atemschaukel

Atemschaukel - Müller, Herta

Roman

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
  • EUR 19,90
  • Alle Preise inkl. MwSt.
  • 20 Webmiles sammeln
  • kaufen
  • Sofort lieferbar

Andere Ausgaben:

Videoclip zu "Atemschaukel"

Produktinformation
  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Nachdr.
  • Ausstattung/Bilder: Nachdr. 2010. 299 S.
  • Seitenzahl: 304
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23391
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 137mm x 30mm
  • Gewicht: 442g
  • ISBN-13: 9783446233911
  • ISBN-10: 3446233911
  • Best.Nr.: 26365766

Leseprobe zu "Atemschaukel"

Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in "Atemschaukel" von "Müller, Herta" zu blättern!

Produktbeschreibung zu "Atemschaukel"

Kurzbeschreibung

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Leseprobe zu "Atemschaukel" von Herta Müller

PDF anzeigenZur Anzeige wird der Adobe Reader® benötigt.

05.09.2009

Wo Sprache die letzte Nahrung ist

Jeder ist sich selbst der Nächste und kennt sich doch nicht mehr: Herta Müllers Roman "Atemschaukel" über die Schrecken eines stalinistischen Arbeitslagers ist ein Manifest der Erinnerung von einer Intensität, die in der deutschen Gegenwartsliteratur nicht ihresgleichen hat.

Von Michael Lentz

Der Nullpunkt ist das Unsagbare. Wir sind uns einig, der Nullpunkt und ich, dass man über ihn selbst nicht sprechen kann, höchstens drum herum. Das aufgesperrte Maul der Null kann essen, nicht reden." Herta Müllers "Atemschaukel" ist die fiktionale Autobiographie des am 15. Januar 1945 im Alter von siebzehn Jahren von Hermannstadt ins ukrainische Lager Nowo-Gorlowka deportierten Leopold Auberg. Sie setzt knapp hinter dem existentiellen Nullpunkt an, und das mit einem so hochartifiziellen wie wirklichkeitssensiblen Sprachbewusstsein.

"Es war das große innere Fiasko, dass ich jetzt auf freiem Fuß unabänderlich allein und für mich selbst ein falscher Zeuge bin." Der gegen Ende des Romans aus der Perspektive des zweiundzwanzigjährigen Leopold formulierte Satz ist die Erfahrungssumme der Selbstentfremdung, …

mehr

20.08.2009

Das Lager ist eine praktische Welt
Ein europäisches Ereignis: Herta Müllers Roman „Die Atemschaukel” über die Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion nach 1945
Von seltsamen Dingen, erschreckenden Erscheinungen hören wir in diesem Roman, vom „Hungerengel” und vom „Blechkuss”, von „Kartoffelmenschen” und der „Atemschaukel”. Der Hungerengel sitzt immer mit am Tisch, wenn die Insassen des Lagers die karge Ration Brot verzehren, die ihnen die „Brotoffizierin” zugeteilt hat, quälend langsam essen die einen, verzweifelt schlingen die anderen; der Hungerengel wacht über ihren Schlaf, er geht durch ihre Träume, begleitet sie in die Fabrik und auf das Feld hinaus, wo sie schuften, bis sie umfallen und in die Grube gekippt werden oder sich irgendwie aufrecht halten, um dann bis zum nächsten Tag in ihre Baracken zurückzukehren.
Sie sind Sträflinge, ohne je verurteilt worden zu sein, und wissen anfangs nicht einmal, in welcher Weite der russischen Steppe sie sich befinden und was ihr Strafmaß ist. Erst nach fünf Jahren, 1950, ist die Haft für die, die nicht in die „Mörtelgrube” sprangen, nicht erschossen wurden, …

mehr

Kundenbewertungen zu "Atemschaukel" von "Herta Müller"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 4 Bewertungen):
4.3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ****
sehr gut
Kundenbewertungen sortieren: hilfreichste - beste - neueste
Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 11.03.2011
*****
sehr gut
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist endlich zu Ende. Die deutschstämmige Bevölkerung muss nun mit ihrer Arbeitskraft die Reparationen für die entstandenen Kriegsschäden bezahlen. Auf Stalins Befehl hin werden alle arbeitsfähigen Männer und Frauen von 17 bis 45 Jahren in Arbeitslager deportiert. So auch der siebzehnjährige Leopold Auberg, für den dieser Tapentenwechsel zunächst ein Abenteuer ist, eine Abwechslung im ständig gleichbleibenden Alltag. Im Lager erlebt er fünf Jahre harte Arbeit, Entbehrung und Hunger.
Für Herta Müllers Atemschaukel gab es 2009 den Nobelpreis für Literatur.
Die Geräuschkulisse sammelte der Regisseur Kai Grehn auf dem Gelände der Kokschim-Fabrik im ukrainischen Nowo Gorlowka, in welcher Oskar Pastior(rumäniendeutscher Lyriker und Übersetzer und wahrscheinlich Vorbild für die Figur des Leopold Auberg) als Zwangsarbeiter gearbeitet hat
Die Uraufführung des Hörspiels war auf 2010 NDR Kultur.
Hier nun weder ein klassisches Radiohörspiel noch eine Lesung sondern eine Mischung aus vertonter Lesung und gespielten Hörspieleszenen. Ein Balanceakt, denn einerseits möchte man dieses sprachliche Kunstwerk zu Geltung bringen, andererseits ein Hörspiel produzieren. Man entschied sich dazu einerseits zwei Erzähler, den jungen und alten Leopold Auberg, Passagen erzählerisch lesen zu lassen, und diese dann immer wieder mit gespielten Szenen zu unterbrechen.
Den Nobelpreis erhielt das Buch wohl hauptsächlich wegen seiner expressiven Sprache. Viele wunderbar deskriptive Wortneuschöpfungen sind das Markenzeichen der Autorin. Darunter leidet aber die Handlung. So schön die Sprache aus sein mag, die Handlung bleibt weit dahinter zurück. Natürlich kann man nicht erwarten, dass 5 Jahre Arbeitslager unterhaltsam sind, natürlich kann man nicht erwarten, dass in einem Arbeitslager viel passiert, vielleicht will die Autorin die Leser und Hörer durch diese Handlungsarmut auch die Perspektivlosigkeit des Arbeitslagers spüren lassen. Dennoch ist es irgendwann einfach nur noch ermüdend der Handlung zu folgen, und das Schicksal der Häftlinge berührt kaum, da sie einem fremd und fern bleiben.

Fazit: Handwerklich solides NDR Radiohörspiel aus dem Jahr 2010.
Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JANEIN
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Bewertung von Nicki aus Markt Indersdorf am 18.12.2009
*****
ausgezeichnet
ausserordentlich aussagekräftig und hilfreich
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JANEIN
11 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Bewertung von Omahaha am 02.12.2009
*****
sehr gut
Es ist leichter, Ausdrücke wie "Riechen" und "Geruch" (Das Parfum) so zu beschreiben, dass dem Leser das Sujet zur Realität wird, als den Satten das Gefühl von "Hunger" zu vermitteln. Dennoch: Dieses Buch und die Sprache von Herta Müller mit dem Epitheton "interessant" zu belegen, wäre abwertend. Der Text ist nie ermüdend, sondern herausfordernd. Und aus politischer Sicht gesehen: Linke Diktaturen sind ebenso menschenverachtend, also verabscheuenswert wie rechte. Herta Müller ist sicherlich eine Schriftstellerin, die man (fast) in einem Atemzug mit Solschenizyn nennen kann.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JANEIN
10 von 12 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Bewertung von Kriegsheld aus Schoemberg am 11.10.2009
*****
sehr gut
Ich finde das Thema sehr gut und man sollte diese ganzen Tatsachen nicht vergessen. Deshalb lese ich als junger Leser sehr interessiert die Romane der Nachrichtkreiszeit. Auch die sprachliche Ausdrucksweise ist hervorragend.
War diese Bewertung für Sie hilfreich? JANEIN
12 von 19 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Sie kennen "Atemschaukel" von Herta Müller ?
Dann geben Sie bitte hier Ihre Bewertung ab
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop
Perlentaucher-Notiz zur FAZ-Rezension

05.09.2009

"Ein Meisterwerk." Dies die letzten, entschiedenen Worte der Rezension von Michael Lentz. Ein Werk, das historische Wirklichkeit und Erinnerung kompromisslos zu Literatur macht, fernab, so Lentz, von allem "naiven Abbildrealismus". Ein Werk, das Herta Müller mit ihrem Kollegen Oskar Pastior, der vieles, was hier beschrieben, erlebt hat, gemeinsam zu schreiben geplant hat. Nach Pastiors Tod hat sie, auf seine mündlichen Erinnerungen gestützt, dies Buch selbst verfasst. Und es ist, betont Lentz, auf absolut überzeugende Weise vieles zugleich: Zum einen der fiktive autobiografische Bericht des Leo Auberg, der den Aufenthalt im ukrainischen Konzentrationslager Nowo-Gorlowka überlebt hat. Mit immenser poetischer Kraft verstehe Müller noch das konkreteste Elend in Sprache zu fassen. Die Erfahrung des Hungers in allererster Linie, und zwar auch und gerade als etwas, das jede Empathiefähigkeit übersteigt. In der Aufteilung in einen (wiederum: fiktiv) diktierten Nachwortteil und die erzählerische Ausschrift dieses "Diktando" gelinge zugleich etwas, das auch Pastior immer wieder gelang: "Poesie und Poetik in einem". Restlos überzeugt zeigt sich der Rezensent von diesem für seine Begriffe großen und wichtigen Buch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezensionen und Kritik

"Ein sprachliches Kunstwerk, wie es das in diesem Herbst kaum ein zweites Mal geben dürfte. Wer es schafft, Herta Müllers bestürzenden, bedrückenden und - wegen seiner sprachlichen Kraft - beglückenden Roman zu Ende zu lesen, wird dieses Buch nie wieder vergessen." (Focus, Hajo Steinert, 10.08.09)
In ungeheuer bildmächtiger Sprache erzählt Herta Müller von jenen 60.000 Rumäniendeutschen, die zu Beginn des Jahres 1945 in sowjetische Lager deportiert wurden und dort jahrelang Zwangsarbeit verrichten mussten.Trostlos in seiner Dokumentation dessen, was Menschen in ihrem ideologischen Haß Menschen antun, tröstend allein durch sein ästhetisches Gelingen, ist dieser Roman ein wunderbares Beispiel für die Funktion von Literatur als Erinnerungsspeicher. (Denis Scheck in "Druckfrisch", ARD)

Autorenporträt zu "Herta Müller"

Herta Müller, geb. 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973-76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch 'Niederungen' lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989-2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den

39 Marktplatz-Angebote für "Atemschaukel" ab EUR 3,00
Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 3,00 4,25 Banküberweisung antiquariat spaziergang. 99,1% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,50 2,00 Banküberweisung Bibliotheke 100,0% ansehen
wie neu 4,50 1,50 Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Susi1965 100,0% ansehen
wie neu 4,80 1,10 Banküberweisung Fritzimandi 100,0% ansehen
wie neu 4,90 1,10 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) H. Retzlaff 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,00 2,00 Banküberweisung martin.q 100,0% ansehen
wie neu 5,80 1,10 Banküberweisung Buchrudi 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung büchersammelsur ium 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung merlinundco  % ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung anis team 100,0% ansehen
wie neu 6,00 1,10 Banküberweisung ursulalindenber g 100,0% ansehen
wie neu 6,99 1,10 Banküberweisung ErnaBoogie 100,0% ansehen
wie neu 7,00 1,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Häloa65 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut, Umschlag: Schutzums 7,00 3,00 Banküberweisung Internetantiqua riat 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 7,45 1,55 Banküberweisung liudgast 100,0% ansehen
wie neu 7,45 2,50 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) LOGOFORM 100,0% ansehen
wie neu 7,50 1,10 Banküberweisung, PayPal pattloch  % ansehen
wie neu 7,90 2,20 Banküberweisung Jörg Cramer 100,0% ansehen
wie neu 8,00 1,10 Banküberweisung T.C.Irving 100,0% ansehen
wie neu 8,00 1,45 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung RundesViereck  % ansehen
wie neu 8,00 1,80 Banküberweisung muron 100,0% ansehen
wie neu 8,50 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung nullihase 100,0% ansehen
8,82 2,30 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Kreditkarte, offene Rechnung, Banküberweisung Antiquariat Hamecher 100,0% ansehen
wie neu 9,00 0,85 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung comicsammler196 6 100,0% ansehen
wie neu 9,00 1,10 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung schöpplein  % ansehen
wie neu 9,00 1,10 PayPal Ruth Ewertowski 100,0% ansehen
gebraucht; gut 9,00 2,00 offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Schwörer 99,6% ansehen
wie neu 10,00 1,10 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Antoine 100,0% ansehen
wie neu 10,00 1,20 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung janoa 100,0% ansehen
wie neu 10,00 1,30 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung white_fledermau s 100,0% ansehen
10,00 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Kreditkarte, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) karelmarel 99,2% ansehen


Alle Marktplatz-Angebote ansehen

nach oben