Die Schande der Lebenden, 4 Audio-CDs - Billingham, Mark

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Jeden Montag versammeln sich im selben Haus fünf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle sind Verlorene, die in ihrem Leben Schande auf sich geladen haben. Sie offenbaren im Kreise ihres Therapeuten Tony De Silva, der eine ganz eigene Vergangenheit hat, ihre dunkelsten Geheimnisse. Dabei gibt es nur eine Regel: Nichts von dem, das in ihrer Mitte besprochen wird, darf jemals nach außen dringen. Selbst als einer der fünf ermordet aufgefunden wird, bricht keiner sein Schweigen. Und doch ist nichts mehr wie zuvor. Denn zum Kreis gehört nun auch ein Mörder - der alles über die…mehr

Produktbeschreibung
Jeden Montag versammeln sich im selben Haus fünf Menschen, die unterschiedlicher
nicht sein könnten. Sie alle sind Verlorene, die in ihrem Leben Schande auf sich geladen haben. Sie offenbaren im Kreise ihres Therapeuten Tony De Silva, der eine ganz eigene Vergangenheit hat, ihre dunkelsten Geheimnisse. Dabei gibt es nur eine Regel: Nichts von dem, das in ihrer Mitte besprochen wird, darf jemals nach außen dringen. Selbst als einer der fünf ermordet aufgefunden wird, bricht keiner sein Schweigen. Und doch ist nichts mehr wie zuvor. Denn zum Kreis gehört nun auch ein Mörder - der alles über die anderen weiß.

Das gleichnamige Buch, aus dem Englischen von Joachim Körber, ist im Atrium verlag erschienen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Jumbo Neue Medien
  • ISBN-13: 9783833736285
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-10: 3833736283
  • Best.Nr.: 44969144
  • Laufzeit: 320 Min.
  • Erscheinungstermin: September 2016
Autorenporträt
Mark Billingham ist als Komiker regelmäßig im englischen Fernsehen zu bewundern. Nebenbei ist er auch als Autor von Drehbüchern und TV-Serien äußerst erfolgreich. Für die BBC hat Mark Billingham diverse Kindersendungen geschrieben und wurde mit dem 'Royal Television Award' für das beste Kinderdrama ausgezeichnet.
Rezensionen
Besprechung von 22.08.2016
Ein Mord, den jeder begeht
Mark Billingham seziert eine tödliche Gruppentherapie

"Hattet ihr eine gute Woche?" So lautet die Standarderöffnung der wöchentlich stattfindenden Therapiesitzung im Wintergarten von Tony da Silva. Gut im Sinn von: ohne Rückfall in eure Sucht. Denn ein Vorleben mit Abhängigkeit haben alle fünf Teilnehmer der Gruppentherapie. Da ist der aufbrausende Chris, ein junger Stricher, der Drogen gegen Computerspiele und Internetpornographie eingetauscht hat. Da ist Robin, Anfang sechzig, der als Arzt weitermachte, als er längst medikamentensüchtig war, weil er sein Renommee nicht aufs Spiel setzen wollte. Da ist Diana, attraktiv, Anfang fünfzig, die sich dem Suff ergab, weil ihr Mann mit einer Jüngeren durchbrannte; jetzt ist sie konsumsüchtig. Dann Heather, Anfang dreißig, versucht ihre Drogen- und Spielsucht hinter sich zu lassen, und schließlich die Neue, die zur Gruppe stößt, als die Geschichte einsetzt: Caroline, Kassenfrau im Supermarkt, fettleibig, fresssüchtig, medikamentenabhängig.

Dass der Therapeut nicht nur selbst einst Junkie war, sondern auch Probleme mit seiner Gattin und Tochter hat, wird alsbald deutlich: Nina findet den Job ihres Mannes eher peinlich, die Tochter Emma kifft sich derweil um den Verstand. Aber das sind Bereiche, die nicht angetastet werden dürfen; das Privatleben des Therapeuten ist tabu, ebenso wie sexuelle Kontakte innerhalb der Gruppe. Woran sich selbstredend zwei nicht halten. Ansonsten wissen bei all dem Seelenstriptease alle ziemlich gut Bescheid über das Innenleben der Mitstreiter, nach außen wird davon nichts getragen. Auch dann nicht, als die Polizei ihre Ermittlungen aufnimmt, weil Heather in ihrer Wohnung erstochen wurde. Nun bleiben fünf Verdächtige übrig.

Schon in Billinghams Roman "Die Lügen der Anderen" (2014) war es eine ähnliche Konstellation: Drei englische Paare, die zusammen in Florida urlauben, einer der sechs ist der Mörder eines behinderten Kindes, dessen Leiche in den Sümpfen entdeckt wird. Auch in "Die Schande der Lebenden" ist schnell klar, dass einer aus dem Kreis oder der Therapeut der Mörder sein muss, aber bis dieses Geheimnis gelüftet wird, muss man durch mehr als vierhundert Seiten Therapie- und Pubgespräche. Nun ist Billinghams Stärke eindeutig der Dialog, mit dem er Spannung transportiert. Dennoch stellt sich irgendwann eine gewisse Ermüdung ein, weil er mit dem Aufsprühen von Sahnehauben - alle ohnehin schon Verdächtigen werden immer noch verdächtiger und also paranoid - großzügig umgeht. Dabei macht sich auch bemerkbar, dass in der deutschen Übersetzung alle, obwohl sie in der Klassengesellschaft Englands nicht auf gleichen Etagen logieren, ein ähnlich kultiviertes Englisch sprechen.

Im ständigen Wechsel der Zeitebenen vervielfacht Billingham geschickt die Zahl der möglichen Motive - und die Intensität der Wahrheitssuche: Neben der ermittelnden Beamtin Nicola Tanner (lesbisch, die Gattin trinkt zu viel) und ihrem asiatischen Kollegen suchen auch die Mitglieder der Gruppe nach dem Mörder. Am Ende des Romans ist die Polizei dabei, den Fall ungelöst ad acta zu legen, und fürs Erste wissen nur die Leser, wer warum die manipulative Heather ermordet hat. Kein Page-Turner, aber ein solider Psychothriller. Wenn man nur wüsste, was uns die Fledermaus auf dem Cover sagen will?

HANNES HINTERMEIER

Mark Billingham: "Die Schande der Lebenden". Roman.

Aus dem Englischen von Joachim Körber. Atrium Verlag, Zürich 2016. 446., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hannes Hintermeier hat mit Mark Billinghams Gruppentherapie-Krimi zwar keinen Page-Turner, aber einen soliden Psychothriller zu annoncieren. Mannigfach Abhängige treffen sich vierhundert Seiten lang zur Therapiestunde, bis eine Teilnehmerin ermordet wird. War es der Therapeut? Stark findet Hintermeier Billinghams spannungsgeladenen Dialoge, doch erfasst den Rezensenten irgendwann die Müdigkeit, weil alle Beteiligten im Buch immer verdächtiger und verdächtiger werden, wenn der Autor großzügig Motive streut.

© Perlentaucher Medien GmbH