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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Sireadh Wolf
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 18 Bewertungen
12
Bewertung vom 02.09.2018
Ins Dunkel
Harper, Jane

Ins Dunkel


sehr gut

Es sollte eigentlich nur ein geplanter Wochenendtrip der Firma BaileyTennants durch das Giralang-Massiv werden, doch die Frauen-Gruppe taucht nicht am geplanten Treffpunkt nach der Tour auf. Stunden später werden sie gefunden, doch eine von ihnen fehlt: Alice Russel. Aaron Falk und seine Partnerin Carmen Cooper von der Steuerfahndung sind besorgt, denn die Vermisste diente ihnen im Geheimen als Informantin bei der Ermittlung gegen ihre Firma und der letzte Beweis sollte ihnen eigentlich noch von ihr geliefert werden. Könnte es sein, dass die Firmenleitung von Alice' Rolle mitbekommen und die Gelegenheit genutzt hatte, sich ihrer zu entledigen? Oder wurde sie Opfer eines Verbrechens, das bereits vor 30 Jahren dieselbe Gegend heimgesucht hatte, als junge Frauen mit blonden Haaren spurlos in der Wildnis verschwanden? Vielleicht hatte sie sich auch einfach nur verlaufen. Die Zeit drängt, denn mit jedem weiteren vergangenen Tag schwinden die Überlebenschancen der Vermissten...


"Ins Dunkel" ist der 2.Band, in welchem Aaron Falk ermittelt und somit der Folgeband von Jane Harper's "Hitze". Man muss jedoch nicht unbedingt den ersten Teil gelesen haben, um die Handlung des Krimis zu verstehen. Allerdings gibt es immer wieder Hinweise, die auf das Geschehen zuvor hindeuten und auch die Beschreibung des Ermittlerteams ist sehr minimalistisch gehalten. Ich kann mir vorstellen, dass es also helfen würde den ersten Band gelesen zu haben, um mit den beiden vertrauter zu sein. Insgesamt stehen Falk und Carmen jedoch eher im Hintergrund. Der Fokus liegt viel mehr auf den Rückblenden, welche sich mit den Kapiteln in der Gegenwart abwechseln. Hier wird jede der fünf Frauen, die in der Gruppe wandern genau beschrieben und ihre jeweilige Persönlichkeit sehr gut dargelegt. Daher haben mir die Rückblicke eindeutig besser gefallen als die Kapitel selber. Harper's Schreibstil ist locker und lässt sich leicht lesen, somit gab es meiner Meinung nach kein einziges Mal eine Stelle im Roman, bei dem sich die Handlung gezogen hat. Leider gab es aber auch keinen wirklichen Spannungsbogen. Es bleibt von Anfang an auf einem guten Niveau und erst auf den letzten hundert Seiten steigert sich dies noch einmal. Die Auflösung ist erfrischend, da das Täter-Opfer Schema anders ist, als in den typischen Kriminalromanen.

Abschließend hat mir der Krimi wirklich gut fallen und mir ein paar Stunden wunderbares Lesevergnügen verschafft, auch wenn er ein paar Mängel besitzt und durchaus ein wenig spannender hätte sein können.

Bewertung vom 06.04.2017
Das Geheimnis jener Tage
Miller, Zoë

Das Geheimnis jener Tage


ausgezeichnet

https://sireadhblog.wordpress.com/2017/04/06/das-geheimnis-jener-tage/

In dem Buch geht es um Carrie Cassidy, eine junge Frau, die vor einigen Jahren ihre Eltern durch ein Flugzeugunglück verlor. Kurz nach dem Tod ihrer Eltern hatte sie auf der Hochzeit ihrer Cousine Mark kennen gelernt, ein netter, attraktiver Kerl und die beiden verliebten sich ineinander. Doch als er ihr nach einem halben Jahr einen Heiratsantrag machte, kehrte die Angst, die sie nach dem Unfall befallen hatte zurück: Was wenn sie Mark genauso lieben würde, wie ihre Eltern sich gegenseitig geliebt hatten und er eines Tages sterben würde? Total verwirrt sieht sie nur eine Möglichkeit: Sie stößt ihn von sich und versucht ihn aus ihrem Leben zu verbannen. Danach führt Carrie ein trostloses Leben: Sie lebt nur noch so dahin und freut sich über jeden Tag, der rum ist. Doch eines Tages bekommt sie Besuch von einer unbekannten Frau, die sie bittet mit ihr in die Schweiz zu kommen, um dem todkranken Ehemann einen letzten Wunsch zu erfüllen. Dieser Mann, Luis Meyer, ein weltberühmter blinder Pianist, behauptet Cassies Mutter gekannt zu haben. Und noch viel mehr: Er behauptet sogar, dass er eine Affäre mit Cassies Mutter Sylvie hatte. Da die junge Frau einfach nicht glauben kann, was ihr da gerade erzählt wurde, beschließt sie Nachforschungen über die alten Zeiten anzustellen und kommt dabei einem großen Geheimnis auf die Spur….

Zoë Miller’s Schreibstil war für mich zu Beginn ein wenig zu „lahm“. Die Story nahm nur langsam an Fahrt auf, weil in den ersten Seiten Cassies Leben nach der Trennung von Mark beschrieben wird: trostlos und deprimierend. Doch immer wieder gibt es Flashbacks von einer jungen Frau namens Sylvie, aus den Siebzigern. Diese machen das ganze ein bisschen spannender, weil dort der Beginn und das Ende der Affäre zwischen Sylvie und Luis Meyer geschildert wird. Was mir sehr gut gefallen hat, waren dann die Beschreibungen der Umgebung: erst einmal von Cork in Irland, wo Cassie lebt und auch von Luis‘ Anwesen in Luzern in der Schweiz. Außerdem konnte mich die Protagonistin Seite für Seite für sich gewinnen und somit hat sich die Spannung im Buch immer mehr gesteigert und auch mein Gefallen an ihm. Trotzdem denke ich, dass man den Schreibstil oder das Genre mögen muss. In der Leserunde gab es eigentlich nur zwei Meinungen: Entweder du fandest es toll, so wie ich oder du warst der Meinung, dass es ein einziger Flop ist, viel dazwischen gab es nicht.

Abschließend gebe ich dem Buch also 4 Sterne, weil es mich von der Geschichte und dem Schreibstil fast komplett überzeugt hat, aber ich mich erstmal mit ihm „anfreunden“ musste.

Bewertung vom 14.01.2017
Das Leuchten meiner Welt
Khan, Sophia

Das Leuchten meiner Welt


gut

https://sireadhblog.wordpress.com/2017/01/14/das-leuchten-meiner-welt/

Im letzten Jahr war dieses Buch ebenfalls eines, das von mehreren Freunden total angepriesen wurde, deshalb ich es mir bestellt ohne zu wissen, worum es überhaupt geht (Dumm, ich weiß XD). Der Titel hat mir relativ wenig über das Buch verraten und ich muss zugeben, dass ich bis jetzt nicht verstanden habe, wieso das Buch so heißt. Aber damit wenigstens ihr wisst worum es geht, bevor ihr es euch vielleicht besorgt, habe ich hier einen kleinen Überblick über das Buch geschaffen...

Der Roman handelt von der jungen Irenie, die seit ihre Mutter als sie zehn Jahre alt war verschwunden ist, alleine mit ihrem Vater lebt, dem sie die Schuld für das Verschwinden gibt. Sie weiß nicht, ob ihre Mutter Yasmeen tot ist oder, ob sie jemals zurück kommen wird, bis sie eines Tages eine Kiste entdeckt. Darin befinden sich Briefe, genauer gesagt Liebesbriefe von einem Fremden, namens Ahmed, an ihre Mutter. Durch dieses Ereignis aufgerüttelt, wird ihr klar, dass ihre Mutter schon lange tot ist, aber die Umstände sind ihr noch unklar. Auf der Suche nach der Wahrheit versucht sie ihren Vater auszufragen und bittet ihn ihr mehr über das geheimnisvolle Verschwinden ihrer Mutter zu erzählen, doch er blockt alle fragen ab und antwortet nur ausweichend. Deshalb fasst Irenie den Entschluss alleine nach Antworten zu suchen. Sie beginnt bei der alten Mitbewohnerin ihrer Mutter, bevor diese ihren Vater geheiratet hatte und endet bei der Familie ihrer Mutter in Pakistan. Nach und nach füllt sich das Puzzle über die große Liebe zwischen Yasmeen und Ahmed und Irenie erkennt immer mehr, wie ihre Mutter eigentlich war und fängt an ihrem Vater zu verzeihen...

Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben: Aus der von Irenie und aus der von James, ihrem Vater. Es ist sehr interessant zu sehen, was die beiden für unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Während James die ganze Zeit davor Angst hat, dass Irenie ihn auch noch verlässt oder, dass sie die Wahrheit über das Verschwinden von Yasmeen herausbekommen könnte, ist Irenie in ihrer Wut und ihrem Hass gegenüber ihrem Vater und ihrem aktuellen Leben gefangen. Leider dauert es aber seine Zeit, bis Irenie auf die Suche nach Antworten geht, fast das halbe Buch und dieser Part dehnt sich ziemlich. Es hat mich immer wieder sehr große Überwindung gekostet das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Dafür hat mir aber die zweite Hälfte umso mehr gefallen, weil der Leser sehr viel über Pakistan erfährt und die ganze Geschichte zwischen Yasmeen und Ahmed aufgedeckt wird. Außerdem hat lernt man ganz neue Charaktere kennen, die sehr viel vielfältiger sind als im ersten Teil, indem es nur drei bis vier Charaktere gibt. Hat man also erstmal den anstrengenden Part geschafft, kann man sich auf ein tolles Leseerlebnis freuen. In meiner Fassung des Buches gab es in den Innenseiten des Buchumschlags ein Interview mit der Autorin, Sophia Khan. Das fand ich eine mega gute Idee, weil ich so mehr über den Hintergrund des Buches und die Autorin selbst erfahren habe und somit das Buch besser verstanden habe (Sollte man bei jedem Buch einführen :D ).

Das Cover fand ich echt schön, weil es einem schon zeigt, dass es vielleicht etwas mit einem anderen/unbekannten Land zu tun haben könnte und der Titel klingt auch ganz interessant, auch wenn ich nicht verstehe, was er mit dem Buch zu tun hat. Aber wenn es allein um das Äußere gehen würde, dann würde ich mir das Buch definitiv nochmal holen!

Abschließend bekommt das Buch von mir drei Sterne, weil es wie gesagt einige Mängel hat, wie einen lahmen Anfang und die Sache mit dem Titel, aber trotzdem noch eine sehr gute Story beinhaltet.

Bewertung vom 04.01.2017
Irgendwo im Glück
McPartlin, Anna

Irgendwo im Glück


sehr gut

https://sireadhblog.wordpress.com/2017/01/04/irgendwo-im-glueck/

Nachdem eines der vorigen Bücher von Anna McPartlin "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" so gut angekommen ist und alle davon sprachen, dass es wohl eines der besten und rührendsten Bücher überhaupt sein soll, musste ich auch unbedingt mal eines von ihren Büchern lesen. Im September kam dann ihr neues Buch "Irgendwo im Glück" heraus und ich habe es mir sofort geholt; allerdings als Hörbuch. Wie ich es finde, könnt ihr hier lesen...
Im Buch geht es um die Familie Bean, bestehend aus Maisie, ihrem Sohn Jeremy, ihrer Tochter Valerie und ihrer dementen Mutter Bridie. Die Vier leben kein einfaches Leben, denn Maisie kommt gerade erst aus einer komplizierten Ehe, in der sie immer wieder von ihrem Ehemann geschlagen wurde, aber irgendwie schlagen sie sich schon durch. Das Wichtigste: Sie sind Glücklich. Doch dann verschwindet vom einen auf den anderen Tag Jeremy, der die wichtigste Stütze für die kleine Familie war, indem er geholfen hat, wo er nur konnte. Zusammen mit dem Polizisten Brannon, der Maisie schon während ihrer gewalttätigen Ehe geholfen hatte, gehen sie auf die Suche nach Ihm. Dabei wird klar, dass er vor seinem Verschwinden sich noch ein letztes Mal mit seinen Freunden getroffen hatte, aber als diese befragt werden sollen fehlt eine weiter Person: Jeremys bester Freund Rave. Die Polizei vermutet, dass die beiden durchgebrannt sind und irgendwann schon wieder auftauchen werden, aber wie kann das stimmen, wenn Jeremy sonst immer so hilfsbereit war? Und was bedeutet das für Maisie und ihre restliche Familie?

Das Buch ist eine Rahmen- und Binnenerzälung, das heißt am Anfang wird etwas erzählt, was dann von einer Art Erinnerung, die quasi fast das ganze Buch beschreibt, unterbrochen wird. Später kommt man dann wieder in die Gegenwart vom Anfang zurück. So wird gleich am Anfang dem Buch ein wenig Spannung weggenommen, weil die Maisie der Gegenwart sagt, dass ihr Sohn tot ist. Also weiß man schon, dass der Sohn nicht ,wie die Polizei glaubt, durchgebrannt ist, man weiß allerdings noch nicht wie er gestorben ist. Während der Erinnerung wechselt die Perspektive des Erzählers zwischen den Mitgliedern der Familie hin und her, das heißt man bekommt auch Ereignisse aus Jeremys Perspektive geschildert. So wird nach und nach der Fall aufgedeckt. Der Schreibstil ist echt mega und man kann sich total gut in Maisie hineinversetzten. Am Anfang habe ich gedacht, dass das Buch das Thema des Verlusts behandelt, aber das ist nur ein Nebenaspekt. Das Hauptthema ist, dass die Meisten nicht zeigen, wie sie wirklich sind, weil sie Angst vor der Reaktion ihrer Umwelt haben, es hat also eher sehr viel mit Selbstakzeptanz zu tun.

Zum Cover brauch ich eigentlich nicht viel zu sagen. Es ist so ähnlich wie die der Bücher von Jojo Moyes, also ganz nett, aber nichts besonderes.

Für all die, die sich auch für die Hörbuch-Fassung interessieren, ist es vielleicht noch wichtig zu wissen, dass Nina Petri ihren Job echt klasse macht und man sich durch ihre verschiedenen Darbietungen der Protagonisten ein perfektes Bild von ihnen machen kann.

Schlussendlich gibts von mir vier Sterne für das Buch, weil es ein rührendes, wunderschönes aber auch tiefsinniges Werk ist, dass mir noch besser gefallen hätte, hätte ich nicht von Anfang an Jeremys Schicksal gewusst.

Bewertung vom 15.12.2016
Miss you
Eberlen, Kate

Miss you


gut

Wer diesen Roman das erste Mal in den Händen hält, denkt sich bestimmt: "Ach du heilige Kacke, das sind ja fast 600 Seiten! Und das soll ein Liebesroman sein oder doch ein Fantasy-Epos?" Ich selbst habe erst die guten Rezensionen dazu gelesen und es danach sofort bei Random House angefragt. Als es dann ein paar Wochen später in meinem Briefkasten lag habe ich dann nicht schlecht über die Länge gestaunt und ehrlich gesagt hat es mich auch ein bisschen vom Lesen abgehalten, doch gelesen habe ich es trotzdem. Wie ich es finde könnt ihr hier lesen...

Die Geschichte wird aus der Sicht von zwei Personen erzählt: Tess und Gus. Ein großer Unterschied zu anderen Büchern dieser Art ist jedoch, dass die beiden sich nicht kennen und es auch nicht bis kurz vor dem Ende tun. Es gibt zwar immer wieder kurze Begegnungen zwischen den beiden, aber nur solche von der Art, wie jemandem Fremden im Urlaub kurz über den Weg zu laufen. Beide haben eine Sache in ihrem Leben gemeinsam: Es ist sehr problematisch. Während Tess sich seit dem frühen Tod ihrer Mutter um ihre kleine Schwester, die das Asberger-Syndrom hat, kümmern muss, hat Gus große Probleme mit dem Tod seines Bruders Ross. Nicht, dass er um ihn trauern würde, denn er hasste ihn. Vielmehr, dass er nicht damit leben kann, dass selbst nach seinem Tod Ross eine große Rolle in seinem Leben spielt, da er weder von seinen Eltern, noch von seiner Frau vergessen wird. Im Laufe des Romans spitzen sich die Ereignis immer mehr zu und die Probleme werden immer größer, bis die beiden Protagonisten das wichtigste verlieren, was ihnen im Leben bleibt. Aber dieser Verlust führt dazu, dass sie sich finden und beide wissen vom ersten Augenblick an, dass sie füreinander bestimmt sind...

Meiner Meinung nach ist der Schreibstil im Buch ganz gut, aber nicht herausragend. Ich habe am Anfang sehr lange gebraucht um mich in das Buch einzulesen, aber als ich dann mal drin war, ging es sehr schnell. Alles in einem könnte das Buch eigentlich auch in zwei einzelne Romane aufgeteilt werden (was die Länge erklärt), denn es gibt bis kurz vor Schluss wenige, bis gar keine Verbindungen zwischen den verschiedenen Lebensgeschichten. Für einen Liebesroman ist für meinen Geschmack auch sehr wenig "Liebe" drin. Es ist eher ein Drama, dem ganz am Schluss noch zwanzig Seiten Liebesroman hinzugefügt wurde. Dies heißt aber nicht, dass mir die Geschichte des Buches nicht gefallen hat, ich finde nur Verpackung, Titel und Klappentext leiten einen sehr in die Irre. Trotzdem ist der Roman als Drama sehr gut zu empfehlen, er hat sogar ein Happy End.

Letztendlich bekommt der Roman von mir drei Sterne, da er einen guten Inhalt besitzt, jedoch suchen die Leute, die einen Liebesroman erwarten hier vergebens! Hoher Enttäuschungsfaktor wäre dabei garantiert.​

Bewertung vom 19.11.2016
Der Schneekimono
Henshaw, Mark

Der Schneekimono


sehr gut

https://sireadhblog.wordpress.com/2016/11/19/der-schneekimono/

Ich muss zugeben, dass ich in diesen Roman mit ziemlich geringen Erwartungen gegangen bin. Mein eigentlicher Wunsch war es mehr über die japanische Kultur und auch die Traditionen herauszufinden. Doch obwohl ich in dieser Hinsicht enttäuscht wurde ist Mark Henshaws Roman ein großartiges Leseerlebnis und ein Buch, dass ich mir wahrscheinlich immer wieder durchlesen werde. Mehr dazu hier...Weiterlesen ...

Im Buch wird immer wieder zwischen zwei Geschichten hin und her gesprungen. Es gibt eine Haupthandlung in der Gegenwart, die aus der Sicht des pensionierten Kommissars Auguste Jovert erzählt wird. Sein einsamer Lebensalltag in Paris wird unterbrochen von einem Brief, der von einer jungen Frau abgeschickt wurde, die behauptet , dass sie seine Tochter sei. Total verunsichert, wie er mit dieser neuen Situation umgehen soll verdrängt der Kommissar diese Neuigkeit zunächst. Doch ein paar Tage später klingelt ein älterer, japanischer Herr an seiner Tür und erzählt ihm eine Geschichte, die eine bedeutsame Parallele zu Joverts Leben besitzt. Der Fremde stellt sich als Tadashi Omura vor, ein Professor für Jura an der Kaiserlichen Universität in Tokio. Er erzählt von seiner Lebensgeschichte und von seinem besten Freund, Katsuo Ideka, den er schon seit seiner Kindheit kannte. Dieser soll ein überaus intelligenter, aber auch sehr arroganter und unfreundlicher Schriftsteller gewesen sein und so wird die zweite Haupthandlung in der Vergangenheit erzählt. Er beschreibt Idekas Aufstieg vom Studenten zum hochangesehen Schriftsteller und von seinen zwei Frauen, Mario und Sachiko. Eine bewegende und ereignisreiche Geschichte.

Das Buch ist in mehrere Teile geteilt, die mit dem Hauptthema des jeweiligen Teils betitelt sind. Meist ist dies ein Name und das hat mich als Leser besonders neugierig gemacht, wer diese Person wohl sein wird. Den Schreibstil fand ich ein bisschen gewöhnungsbedürftig, da er nicht sehr detailreich, sondern eher ein bisschen sachlich ist, aber nicht besonders schlimm. Bei den beiden Haupthandlungen hat mich die, die in Japan spielt und von Tadashi Omura und Katsuo Ikeda erzählt, am meisten beeindruckt und da diese erst später einsetzt musste ich mich erst ein wenig an das Buch gewöhnen. Die Parallelen zwischen den beiden Geschichten werden erst nach und nach aufgedeckt und deshalb nimmt auch die Spannung erst nach und nach zu. Das Buch beschäftigt sich also eher mit dem Beziehungsgefüge mehrere Personen als mit der Kultur oder dem Land Japan selbst. Das sollte man vielleicht vorher wissen, da bei mir durch das Cover dieser falsche Eindruck entstanden ist und deshalb ein kleiner Enttäuschungsfaktor am Ende des Buches da war. Jedoch weist die Geschichte des Buches so viel Gefühl auf, dass es das wieder wett gemacht hat.

Letztendlich bekommt das Buch von mir 4 Sterne, da mich die Geschichte sehr beeindruckt hat, aber es kleine Makel wie den Schreibstil oder die Erwartungen an das Buch gab.

Bewertung vom 06.11.2016
Der falsche Inder (eBook, ePUB)
Abbas Khider

Der falsche Inder (eBook, ePUB)


gut

https://sireadhblog.wordpress.com/2016/11/06/der-falsche-inder/

Vielleicht kennt das ja der Ein oder Andere: Jedes Jahr muss man auf jeden Fall ein Buch im Deutsch Unterricht lesen. Unsere Deutsch-Referendarin hat dieses Jahr das Buch "Der falsche Inder" von Abbas Khider ausgesucht. Bisher war es immer so, dass ich die Bücher, die wir von der Schule aus gelesen haben nicht mochte, aber das waren auch die Klassiker wie zum Beispiel "Kleider machen Leute" oder "Götz von Berlichingen". Dieses Buch fällt nun aus dem Muster, aber mag ich es deshalb? Mehr dazu hier...

Das Buch beginnt mit Abbas Khider selbst, der in einem Zug nach München sitzt, neben ihm liegt ein brauner Umschlag mit einer arabischen Schrift darauf, der Titel: Erinnerungen. Er ringt mit sich, ob er den fremden Umschlag öffnen soll oder nicht,, aber schlussendlich öffnet er ihn. Im Umschlag befindet sich ein Manuskript und Khider beginnt zu lesen. Der Autor des Manuskriptes heißt Rasul Hamid und wuchs in Bagdad, der Hauptstadt des Iraks auf. Doch obwohl er gebürtiger Iraker war, sah er für viele nicht so aus, die meisten dachten er wäre Inder. Rasul Hamid hatte mehrerer Brüder und zwei Schwestern und erlebte schon damals viele Kriege, die das Land zeichneten. Jedoch entdeckt er bald seine Leidenschaft für das Schreiben von Gedichten, welche meist von schönen Frauen angefacht wird. Als junger Erwachsener wird er von der Regierung gefangen genommen und verbringt ein Jahr im Gefängnis, darauf hin beschließt er den Irak zu verlassen und in Richtung Europa zu fliehen. Seine Reise geht durch Jordanien, Ägypten, Lybien, die Türkei und Griechenland, doch danach endet sie in Deutschland, wo er dann auch studiert und als anerkannter Flüchtling lebt. Seine Flucht wird während des Buches aus acht verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, jedesmal mit einem bestimmten Thema, wie zum Beispiel Wunder: Also schildert der Autor jedes Wunder, welches ihm auf seiner Reise begegnet ist.

Ich fand die Beschreibung der Flucht echt gut gelungen und es war auch wirklich interessant die Geschichte eines Flüchtlings zu hören, der vor diesem riesigen Flüchtlingsstrom 2015 hier her gekommen ist. Besonders der Schreibstil, den ich vorher noch gar nicht kannte, mit den verschiedenen Blickwinkeln auf die ein und die selbe Geschichte war wirklich gut. Er beschreibt sehr detailliert und bringt dem Leser sehr gut die Atmosphäre einer solchen Flucht rüber, er erklärt einem ganz beiläufig, wie schlimm es sein kann in einem Land zu leben, in dem man keine Meinungsfreiheit und keine Kritik ausüben darf. Auch der Aspekt, dass ich mehr von der Kultur im nahen Osten kennen gelernt habe, hat mir sehr gut gefallen. Leider gab es dann aber auch ein paar Mängel: Der Autor beschreibt, vor allem zu Beginn des Buches, die Frauen auf eine Weise, die ich abstoßend finde, als wären sie nur irgendein Tier, kein Mensch. Außerdem waren dann wieder manche Kapitel am Ende ein wenig verwirrend und unlogisch. Insgesamt ist mein Eindruck eher zwiegespalten: Einerseits wirklich gut, aber andererseits abstoßend. Aber dafür, dass es ein Buch ist, dass ich in der Schule lesen musste war es ganz okay.

Zum Cover: Zeigt zwar die ganzen Länder, durch die Rasul Hamid (oder auch Abbas Khider) gereist ist, aber es würde mich in der Buchhandlung nicht dazu bewegen, dass ich es in die Hand nehme und vielleicht auch kaufe. Es sieht einfach zu sehr nach Schulliteratur aus (was es ja auch ist XP).

Letztendlich bekommt das Buch von mir 3 Sterne, da es ganz okay war, aber nun wirklich nicht überragend...

Bewertung vom 01.11.2016
Paris, du und ich
Popescu, Adriana

Paris, du und ich


ausgezeichnet

https://sireadhblog.wordpress.com/2016/11/01/paris-du-ich/

Nachdem ich viel Lob von meinen Lieblingsbloggern über den neuen, in Paris spielenden Liebesroman von Adriana Popescu gehört hatte, wollte ich auch endlich mal wissen, wieso viele ihn so unglaublich gut finden. Zuerst war ich etwas skeptisch, da die Protagonistin Emma in Stuttgart wohnt (wo ich auch wohne) und mir das erst ein bisschen zu nah war. Bei mir ist es nämlich meistens so, dass ich gerne in unbekannte Welten und Schauplätze eintauche, wenn ich lese, vielleicht kennt das ja der ein oder andere ;). Wie ich ihn jetzt aber schlussendlich finde, das könnt ihr hier lesen...

In dem Roman geht es um die 16-jährige Emma, die durch den Frankreich-Austausch an ihrer Schule Alain kennen lernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Die beiden verbringen zusammen einen ganzen Monat in Stuttgart, aber dann muss Alain wieder zurück nach Hause, nach Paris. Emma, die sowieso schon total begeistert von der Stadt der Liebe ist, da dort ihre Lieblingsautoren wie Hemingway und Co. gelebt haben, fasst kurzer Hand den Entschluss Alain einen Überraschungsbesuch abzustatten und nimmt in ihren Ferien den Zug nach Paris. Mit einem riesigen Rucksack bepackt und voller Erwartungen steht sie vor seiner Tür, doch als diese geöffnet wird steht kein Alain vor ihr, sondern eine bildhübsche, Model ähnliche Chloé. Geschockt muss Emma erkennen, dass der Junge, von dem sie dachte, dass er sie lieben würde die ganze Zeit über eine Freundin hatte und sie nur eine "Urlaubsaffäre" war. Nun ist zwar ihr größter Wunsch wahr geworden und sie steht in Paris, der Stadt der Liebe, jedoch ist sie allein. Da sie nicht ihre Schmach vor ihrer Familie und ihren Freunden zugeben möchte, verkriecht sie sich voller Trauer und Herzschmerz in einem kleinem Hotel. Erst nach ein paar Tagen traut sie sich wieder vor die Tür und in die Stadt, die sie an jeder Ecke daran erinnert, weshalb sie eigentlich hergekommen ist. Aber am selben Tag trifft sie jemanden, der ihr die gesamte Zeit in Paris nicht mehr von der Seite weichen wird: Vincent. Er wurde auch erst kürzlich verlassen und die beiden werden "Herzschmerzfreunde", allerdings muss Vincent Emma versprechen, dass er nicht ihr Held sein wird, damit sie sich nicht erneut in jemanden verliebt...

Abgesehen von der Stuttgart-Sache, die ja sowieso nur für diejenigen relevant ist, die so etwas stört, hat mich der Roman einfach nur beeindruckt. Der Schreibstil war top, ich konnte mich sofort in Emma hineinversetzen und habe eine emotionale Bindung zu der Hauptprotagonistin aufgebaut, wie es nur bei sehr guten Büchern möglich ist. Obwohl der Roman in der Sicht von Emma geschrieben ist habe ich auch große Verbundenheit mit Vincent verspürt, einfach weil er nicht in das typisch perfekte Muster der Liebesroman-Helden fällt. Was ich auch super fand, war die Tatsache, dass Popescu so gut und detailvoll beschreibt, denn auch, wenn ich schon seit längerer Zeit nicht mehr in Paris war, konnte ich die Stadt förmlich vor meinen Augen sehen, mit all ihren Gerüchen, Geräuschen und Farben. Es wird einem gezeigt, dass man sich nach einer Enttäuschung nicht wie eine Schnecke in sein Haus zurückziehen sollte, dass man rausgeht in die Welt um neue Erfahrungen zu sammeln und neue Menschen kenne zu lernen.

Zum Cover: Fand ich persönlich sehr ansprechend und hat mir gezeigt, wie man sich Emma vorstellen könnte. Hat bei mir auch zusätzlich dazu geführt, dass ich es in die Hand genommen und angeschaut habe.

Mir hat der Roman super gut gefallen und hat in mir sofort das Bedürfnis ausgelöst die nächsten Ferien in Paris zu verbringen, deshalb bekommt er von mir volle fünf Sterne!

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Bewertung vom 22.10.2016
Tochter des Windes
Gregg, Stacy

Tochter des Windes


weniger gut

https://sireadhblog.wordpress.com/2016/10/22/tochter-des-windes

Der Leser begleitet die jordanische Prinzessin Haya in den ersten Jahren ihres Lebens. Nur mit drei Jahren verliert die kleine Prinzessin ihre Mutter Königin Alia, welche auf dem Rückflug in einem Helikopter in einen Sandsturm gerät und umkommt. Nun hat sie nur noch ihren ein Jahre jüngeren Bruder, Ali und ihren Vater, König Hussein von Jordanien. Nach dem tragischen Ereignis entwickelt sich Haya zuerst zu einem zurückgezogenen Mädchen, dazu trägt auch noch das neue Kindermädchen bei, welche anscheinend jegliche Form von Spaß verbietet. Einzig und allein die Pferde auf dem königlichen Gestüt Al-Hummar bereiten ihr Freude und locken die alte Haya Stück für Stück hervor. Zu ihrem fünften Geburtstag erfüllt ihr Vater ihr einen riesigen Traum: Sie bekommt ein eigenes Fohlen. Die Prinzessin kann ihr Glück kaum fassen und nimmt sich fest vor, dass ihr Pferd, welches den Namen Bint-Al-Reeh (Tochter des Windes) trägt, zu einem der besten Springpferde auf der ganzen Welt werden soll. So wird man Teil von Hayas Leben und bekommt mir, was sich für eine starke Freundschaft zwischen den beiden aufbaut.

Mir hat das Buch so mittelmäßig gefallen. Das lag glaube ich hauptsächlich daran, dass ich für mich selbst erkannt habe, dass ich einfach kein Fan von Pferderomanen bin. Andererseits muss man fair sein und sagen, dass Stacy Gregg einen guten Schreibstil hat und die jordanische Landschaft und Kultur sehr gut beschreibt. Allerdings hatte das Buch für mich ein wenig zu viele unlogische Stellen. Zuerst einmal begleitet man Haya schon in den ersten Jahren ihres Lebens, beginnend mit dem 4.Lebensjahr. Für solch ein junges Kind ist es einfach unwahrscheinlich so erwachsen zu reden, denken und zu handeln. Dann ist es auch komisch, dass sie Prinzessin von Bree, nachdem sie fast ein ganzes Jahr in England gelebt hat, einfach so behandelt wird, als wäre sie nicht weg gewesen. Das sind zwar nur kleine Dinge, die aber leider einfach an der Authentizität des Buches zweifeln lassen.Dazu kam leider auch noch, dass ich den Handlungsablauf alles in allem nicht besonders überwältigend fand. Trotzdem wird der Leser zwischendurch immer Mal wieder mit sehr schön beschriebenen, emotionalen Szenen belohnt, die mir gut gefallen haben.

Zum Cover: Hat mich leider persönlich überhaupt nicht angesprochen, denn wenn man es in den Händen hält, sieht der Einband aus, als hätte man ihn aus recycelter Pappe gemacht, nicht besonders hochwertig. Das Motiv ist, meiner Meinung nach auch nichts besonderes in der Masse an Pferdebüchern.

Abschließend kann ich leider nur 2 Sterne für das Buch vergeben, weil es mich persönlich einfach so gar nicht angesprochen hat. Es kann sein, dass ich den Pferdeliebhabern damit Unrecht tue, aber das ist halt die Meinung von jemandem, der sich für Pferde nur mittelmäßig begeistern kann.​

Bewertung vom 28.09.2016
Maresi
Turtschaninoff, Maria

Maresi


ausgezeichnet

https://sireadhblog.wordpress.com/2016/09/28/maresi-das-lied-der-insel/

In letzter Zeit habe ich mich stark in den Bestseller Listen anderer Länder umgeschaut und dabei ist mein Blick nach Skandinavien gewandert, wo ich diesen preisgekrönten Roman von Maria Turtschaninoff gefunden habe. Die Meinungen bezüglich diesen Romans gehen weit auseinander. Die einen sagen, er wäre sehr ruhig und daher langweilig, die anderen sagen, es wäre einer der besten Fantasy Romane, die sie in letzter Zeit gelesen haben. Doch wie war es bei mir? Mehr dazu hier...

Der Roman handelt von der Klosterschülerin Maresi, welche schon seit frühen Kindertagen auf der Insel Menos in einer fiktiven Welt lebt. Ihr Umfeld besteht nur aus Frauen, denn Männer sind auf der Insel verboten. Man begleitet das junge Mädchen, wie sie den Alltag in dem sogenannten Roten Kloster bestreitet. Alle Frauen und Mädchen glauben dort an die Urmutter, ein Glaube, der an das Christentum angelehnt ist. Eines Tages wird der friedliche Alltag des Klosters gestört, als ein neues Mädchen ankommt: Jai. Sie sticht mit ihren fast weißblonden Haaren, den tiefschwarzen Augen und der dunklen Stimme aus der Masse heraus und zwischen ihr und Maresi bildet sich eine enge Freundschaft. Doch schnell wird klar, dass Jai in Wahrheit vor etwas davon läuft, dass sie bis in die sicheren Mauern des Klosters verfolgt. Nur langsam schafft Maresi es, dass sich die Neue ihr öffnet und das schreckliche Geheimnis, welches in den Tiefen ihrer Erinnerung schlummert ans Licht bringt.

Um gleich die Karten offen auf den Tisch zu legen: Ich schließe mich denen an, denen das Buch total gut gefallen hat. Jedoch glaube ich, dass es für manche ein wenig zu ruhig ist. Was mich am meisten fasziniert hat, war die Tatsache, dass Turtschaninoff einen selbst beim Beschreiben eines sich wiederholenden Alltags in Staunen versetzten kann. Die detaillierten Ausführungen und Beschreibungen haben mir dazu verholfen mich perfekt in das Buch hineinversetzten zu können und die Insel Menos, die mich stark an eine griechische Insel erinnert hat, fast bildlich vor mir sehen zu können. Ich habe das Buch angefangen zu lesen, ohne zu wissen, was mich erwartet: Wird es eine Liebesbeziehung innerhalb des Buches geben?, gibt es Zauberer und Magie im Buch?. Einige werde ich leider enttäuschen müssen, es existiert keine Liebesbeziehung und einen Großteil des Buches verläuft ohne irgendeine Art Höhepunkt. Doch Magie ist vorhanden. Vielleicht nicht so stark wie wir sie aus solchen Büchern wie Harry Potter kennen, aber der Glaube an die Urmutter beinhaltet Magie und die Art, wie die Autorin erzählt ist quasi fast dasselbe: magisch.

Zum Cover: Es weist sehr viele Verbindungen zum Buch auf und zeigt einem, wie Maresi vielleicht aussehen könnte. Der rote Titel ist außerdem meiner Meinung nach ein totaler Blickfang!

Wie ihr oben schon lesen konntet hat mich der Roman mit seinem einfachen Aufbau, aber dennoch lebhaften Einzelheiten total fasziniert, deshalb gebe ich ihm fünf Sterne. Es sei aber gesagt, das er definitiv nichts für die Leser ist, die eine Liebesbeziehung oder viel Spannung in ihrem Buch möchten.

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