Icke Wieder - Paul Kalkbrenner

Paul Kalkbrenner 

Icke Wieder

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Icke Wieder

Durch den Film "Berlin Calling" und den gleichnamigen Soundtrack, der in Deutschland über 170.000 Käufer fand, avancierte der 1977 in Leipzig geborene Produzent und DJ zu einem der erfolgreichsten Musiker der deutschen House- und Technoszene. Zu recht wie sich jetzt zeigt. Auf seinem fünften Album, dem ersten auf seinem eigenen Label, beschwört Paul Kalkbrenner die magische Wirkung hypnotischer Beats und faszinierender Elektronikklänge. Dabei bleibt der Soundtüftler auf "Icke wieder" seinem bewährten Sound weitgehend treu, ohne jedoch auf der Stelle zu treten, und liefert 60 spannende Minuten Musik ab. Auf Gesangsbeiträge hat der Produzent diesmal komplett verzichtet. Stattdessen fasziniert er in Stücken wie "Gutes Nitzwerk" und "Jestrüpp" von der ersten Sekunde an mit minimalistischem Klangdesign, bei dem jedes auch noch so kleine Detail eine erstaunlich große Wirkung entfaltet. Ähnlich wie auf seinen Alben "Zeit" (2001) und "Self" (2004) setzt Paul Kalkbrenner auf eine feinmaschige Verbindung von pulsierenden Rhythmen und subtil darin eingebetteten Elektroniksounds. Trotz des eigentlich recht ähnlichen Schemas im Aufbau der zehn Songs hält er die Spannung mühelos bis zum Ende des Albums aufrecht. Zu den herausragenden Nummern zählen der mit pumpenden Beats unterlegte Track "Kleines Bubu" sowie die ungewohnt geradlinige Dancefloor-Hymne "Sagte der Bär". Doch auch mit ein wenig vertrackteren Stücken wie "Schnakeln" überzeugt der Musiker auf ganzer Linie. Mit "Icke wieder" liefert Paul Kalkbrenner ein wegweisendes Album ab, auf dem er behutsam nach neuen Wegen sucht, ohne sich zu sehr von seinen Wurzeln zu entfernen. Norbert Schiegl
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 03.06.2011
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2011

Schnakeln im Jestrüpp
Paul Kalkbrenners Techno braucht keinen Gesang

Paul Kalkbrenner bedient die visuelle Seite des Techno - nicht zu seinem Schaden. Mit der Fiktion "Berlin Calling" hat Techno 2008 die große Leinwand erreicht. Paul Kalkbrenner spielt den drogengeschüttelten Produzenten "Ickarus" und liefert den Soundtrack. Die 2010 nachgeschobene "Live Documentary" ist wohl eher ein gnädiges Künstlerporträt und zeigt, wie sehr der Kinofilm seine Karriere nochmals angeschoben hat.

Gigantische Festivals, Megaclubs, Arenen feiern seine emotionalen Hymnen, und "Paule" ist eine Techno-Celebrity. In der Ethnologie heißt es, wenn eine Tradition auszusterben drohe, werde sie folklorisiert. Vielleicht gilt das auch, wenn sich eine ehemals avantgardistische Musik im Massengeschmack auflöst. Die Filme haben dazu ihren Beitrag geleistet.

Interessant nun, sich zu erinnern, dass Kalkbrenners Produktionen schon immer wie Film-Scores klangen. Auf seinem Debüt "Superimpose" (2000) arbeitet noch dumpfes, bedrohliches Geröll gegen die versöhnlichen Harmonien. Das hörenswerte "Self" (2004) gibt sich bereits wie der Soundtrack zu einem noch …

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Trackliste zu "Icke Wieder" von Paul Kalkbrenner


CD
1 Böxig leise 05:29
2 Gutes Nitzwerk 06:06
3 Jestrüpp 07:12
4 Schnakeln 04:26
5 Kleines Bubu 07:00
6 Des stabes Reuse 04:00
7 Sagte der Bär 04:48
8 Kruppzeug 06:26
9 Schmökelung 07:15
10 Der Breuzen 07:14
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