Die schönsten Jahre - Heidenreich, Elke

Elke Heidenreich 

Die schönsten Jahre

Vom Glück und Unglück der Liebe

Broschiertes Buch
 
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Die schönsten Jahre

"In dieser Erzählung steckt ein ganzer Roman." (Der Spiegel)
Es könnte so schön sein. Die Mutter ist gut beieinander, die Tochter erfolgreich. Aber: man ist sich nicht grün. Worüber man sich streitet, weiß Nina nicht so genau. Doch als die Mutter sie unerwartet auf einer Reise nach Mailand begleitet, klärt sich so einiges.
Feinfühlig beschreibt Elke Heidenreich das diffizile Geflecht zwischen Mutter und Tochter und zaubert eine so traurige wie tröstende Geschichte vom Glück und Unglück in der Liebe.
"Mit bissigem Witz und doch voll Wärme." (Brigitte)


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 59 S.
  • Seitenzahl: 64
  • rororo Taschenbücher Nr.24788
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 125mm x 8mm
  • Gewicht: 74g
  • ISBN-13: 9783499247880
  • ISBN-10: 3499247887
  • Best.Nr.: 25634372
"In dieser Erzählung steckt ein ganzer Roman." Mathias Schreiber, Der Spiegel 10.9.01 "Einmal in den Sog der Geschichte geraten, hat der Leser keine Chance mehr zur Flucht." (Hajo Steinert, Deutschlandradio)

"Elke Heidenreich empfiehlt uns unermüdlich gute Autoren. Dabei vergisst man manchmal, dass auch sie eine wunderbare Autorin ist. Eine ihrer schönsten Geschichten ist nun als eigenständiges kleines Buch erschienen: Eine Mutter-Tochter-Geschichte, in die sich am Ende doch noch die Liebe einschleicht, mit bissigem Witz und doch voll Wärme." (Brigitte, 07.12.05)
Elke Heidenreich, geboren 1943, lebt in Köln. Seit 1970 ist sie freie Autorin und Moderatorin bei Funk und Fernsehen. Seit 1983 ist Elke Heidenreich Kolumnistin bei der Zeitschrift "Brigitte" und schreibt regelmäßig Buchbesprechungen für verschiedene Fernseh- und Rundfunksender. 2008 wurde sie mit dem "Hans-Bausch-Mediapreis" ausgezeichnet und 2010 erhielt sie den "Julius-Campe-Preis".

Leseprobe zu "Die schönsten Jahre" von Elke Heidenreich

"Nie wäre ich auf die Idee gekommen, mit meiner Mutter zu verreisen, schon gar nicht nach Mailand, und schon gar nicht jetzt, wo ich Flora wiedersehen wollte. Aber da stand sie vor mir, klein und energisch, funkelte mich an und sagte: 'Warum nimmst du mich nicht einfach mit? Italien! Das wär mal ein schönes Geschenk. Vielleicht ist dieser Geburtstag ja mein letzter.'
Das sagte sie seit ungefähr zwanzig Jahren - dieses Weihnachten ist mein letztes, den nächsten Geburtstag erlebe ich nicht mehr, ich merke, daß die Kräfte schwinden, oder, ihr Lieblingssatz, wenn sie mal einen kleinen Schnupfen hatte: 'Ich bin nur noch ein Mensch von einem Tag.' Das waren alles Erpressungsversuche. Ging es ihr besser oder waren Weihnachten, Ostern, Geburtstag vorbei, straffte sie sich sofort wieder und wußte, daß sie richtig daran getan hatte, sich einen schwarzen Nerzmantel zu kaufen und keinen braunen, denn so könnte sie auf meiner Beerdigung eine bessere Figur machen, und sollte sie wirklich vor mir sterben, Gott, dann könnte ich ihn ja bei ihrer tragen.
'Das ist viel zu anstrengend für dich', sagte ich ausweichend und stellte mir eine Autofahrt mit meiner Mutter vor.
'Wenn du es aushältst, werde ich es auch aushalten«, sagte sie. 'Mailand! Das muß schön sein.' 'Gerade Mailand ist gar nicht so schön', sagte ich, und prompt kam zurück: 'Warum fährst du denn dann hin? Schon wieder so ein Kerl?' Ich schwieg bockig und setzte das von ihr so genannte chinesische Gesicht auf süßsauer: 'Oh, das chinesische Gesicht', sagte sie, 'ich frag nicht mehr, ich frag nicht mehr, jeder muß selbst wissen, wie er sich unglücklich macht.' 'Oder glücklich', ich konnte es nicht lassen, und sie sagte: 'Schön wär's ja mal.'
'Ich treffe da eine Frau, mit der ich arbeite', sagte ich schließlich. 'Was arbeitest du denn mit einer Italienerin?' fragte sie mißtrauisch. Ich wurde ungeduldig. 'Mutter', sagte ich, 'das ist doch jetzt ganz egal, was ich da mache, es ist eine lange Fahrt, es ist heiß, es ist anstrengend, ich bleibe zwei oder drei Wochen, wie willst du denn zurückkommen?' 'Herrgott, es gibt doch Flugzeuge', sagte sie, 'ich könnte zwei Tage bleiben und dann zurückfliegen, und Klaus holt mich ab.'
Meine Mutter war erst einmal geflogen, nach Berlin zur Beerdigung ihrer Schwester Luzie, und nun redete sie, als hätte sie die Miles-and-more-Karte für Vielflieger und wäre dauernd unterwegs. Klaus war irgendein Großneffe, der in der Nähe wohnte und sich manchmal um sie kümmerte ..."

Kundenbewertungen zu "Die schönsten Jahre" von "Elke Heidenreich"

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Bewertung von Karthause am 29.12.2012 ***** ausgezeichnet
“Wir wollten alle keine Kinder – der Krieg lag ja mit im Bett.”

Nina hat ein kompliziertes Verhältnis zu ihrer Mutter. Jedes Treffen endet im Streit. Die Besuche bei der Mutter ergeben sich aus Pflichtgefühl. Liebt die Mutter sie eigentlich? Diese Frage beschäftigt Nina häufig. Nein, so werden wie ihre Mutter will sie nie. Kann sie ja auch gar nicht, denn selbst die Mutter erklärt Nina immer wieder, sie sei wie ihr schon vor langer Zeit gestorbener Vater, der in Mutters Achtung nicht sehr hoch rangiert. Vor einer Reise nach Mailand, Nina ist frisch verliebt und will sich mit Flores dort treffen, besucht sie die Mutter und erzählt ihr von der angeblichen Geschäftsreise. Alles ist wie immer, Diskussionen, Unverständnis. Da kann sie doch der Mutter nicht erzählen, dass sie eine Frau liebt. Aber Mutter will mit nach Mailand und die gemeinsame Reise gestaltet sich entspannter als erwartet.

Das schwierige Verhältnis zwischen Nina und ihrer Mutter beschreibt Elke Heidenreich lebensnah, überzeugend und sensibel. Deutlich zeigt sie die Zweifel auf, die die Tochter, die um die Liebe der Mutter buhlt, plagen. Sie möchte ihr alles recht machen, ist aber voller Resignation, weil die Mutter ihr nicht so viel Gefühl entgegenbringt, wie sie sich erhofft. Spät, zu spät wird Nina bewusst, dass sie ihrer Mutter doch ähnlicher ist, als sie es je dachte.

Dieses dünne Büchlein mit seinen nur 64 Seiten hat mich emotional sehr berührt. Fast körperlich konnte Ninas Zweifel spüren, ihre Gedanken konnte ich nachempfinden. Sehr viel Unausgesprochenes liegt zwischen beiden, das ist von Beginn an deutlich, ganz leise Andeutungen lassen ahnen, so verschieden sind beide nicht. Was das Verbindende dann aber letztlich ist, wird erst am Ende des Buches klar.

In „Die schönsten Jahre“ erzählt Elke Heidenreich sehr warmherzig, nicht ohne Witz und Biss, mit viel Tiefe von einer nicht ganz gewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung, vom Schweigen, von Missverständnissen, von Liebe, von zwischenmenschlichen Spannungen und Zwiespälten. Ich habe das Buch sehr gern gelesen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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