Hexenwahn - Roper, Lyndal

Hexenwahn

Geschichte einer Verfolgung

Lyndal Roper 

Übersetzer: Fock, Holger; Müller, Sabine
Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Hexenwahn

Die sexuellen Phantasiewelten der Hexenverfolgung
Warum haben die Hexenverfolger in Nördlingen, Würzburg oder Marchtal so oft Frauen der Hexerei bezichtigt, die "alt" waren, das heißt keine Kinder mehr bekommen konnten? War es der Neid auf die schönen, jungen und fruchtbaren Frauen, der sie für Hexerei und Teufelspakt prädestinierte? Lyndal Roper beleuchtet die sexuelle Vorstellungswelt der Hexenverfolgung und die eminente Bedeutung, die die Fruchtbarkeit für Männer wie Frauen hatte.

Die Hexenverfolgung - wir wissen relativ genau Bescheid über die Zahl der Opfer, die regionale Verteilung, über den Ablauf der Prozesse und über die üblichen Anklagepunkte; was wir nicht so genau wissen, ist, wie und warum eine dörfliche oder städtische Gesellschaft so grausam und brutal über meist wehrlose Opfer wie Alte und Kinder herfiel. Lyndal Roper will die emotionalen Mechanismen aufspüren, die den Boden für diese Prozesse und die Exekution ihrer Urteile bereiteten. In der Erzählung einiger markanter Fälle wird deutlich, daß es für die Menschen des 16. und 17. Jahrhunderts überlebenswichtig war, zu erkennen, warum ein Kind starb, die Kühe erkrankten, die Ernte verfaulte. Der Vorwurf an die meisten der Hexerei Verdächtigen war der Schadenszauber - sie waren schuld, daß die Milch sauer wurde, das Kind krank, das Wasser vergiftet. Beseitigte man diese Schuldigen, dann konnte es wieder aufwärts gehen. Erstaunlicherweise wurde gerade diese Schuld an denjenigen festgemacht, die am meisten zur Versorgung anderer und zu ihrem Wohlergehen beigetragen hatten: an älteren Frauen. Wie ist diese Projektion zu erklären? Was prädestinierte sie dazu, zum Sündenbock zu werden? Lyndal Roper untersuchtein weites Spektrum frühneuzeitlicher Vorstellungswelten und macht magisches Denken, Zauberglauben und Hexensabbate verständlich.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 470 S. m. 66 Abb.
  • Seitenzahl: 512
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 152mm x 37mm
  • Gewicht: 730g
  • ISBN-13: 9783406540479
  • ISBN-10: 3406540473
  • Best.Nr.: 20746915
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.03.2007

Als der Teufel ans Fenster klopfte
Ein sensationelles Buch über den "Hexenwahn" deutet die Exzesse der Imagination

Wir liegen nicht mehr nachts wach und bangen um unser Seelenheil im Jenseits. Wunder, Zauber und selbst der Teufel haben sich ins Reich der Metaphern verabschiedet, dennoch wissen wir sofort, was gemeint ist, wenn jemand von einer Hexe spricht. Die erste, innige Begegnung im Kinderzimmer verliert sich auch in den Erwachsenenjahren nicht, und diese Begegnung selbst ist ein fernes Echo jener langen, schweren seelischen und sozialen Erschütterungen, die wir als die Epoche der Hexenverfolgungen kennen.

Märchen und Sagen funktionieren manchmal als historische Rohrpost: Der Schauspieler Stephen Fry erzählt in seiner Autobiographie, wie ihn seine Großmutter immer noch mit der Schreckensfigur Boney zu disziplinieren versuchte, der böse Jungs über den Ärmelkanal schleppt, späte und vermutlich letzte Anrufung des Schreckens vor Napoleon Bonaparte in einem britischen Kinderzimmer.

Das Drama der Begegnung einer meist älteren einfachen Frau, im Bund mit den finstersten Mächten, und dem theologischen und juristischen Apparat …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Die Rezensentin Caroline Schnyder ist beeindruckt von dem, was Lyndal Roper über Hexenverfolgungen in Süddeutschland und die gesellschaftlichen Bedingungen, unter den sie stattfanden, zusammengetragen hat. Das Resultat ist ihrer Ansicht nach eine "spannungsvolle, dichte Erzählung über Menschen, die aus Angst kein Mitleid mehr kannten". Ein Schwerpunkt ihrer Studie, die Schnyder faszinierend findet, liegt auf den kollektiven Phantasien, die mit Weiblichkeit, besonders mit der Weiblichkeit alter Frauen, zu tun haben. Dabei treten menschliche Abgründe zutage, deren Analyse durch Roper die Rezensentin an einigen Stellen fast "zu suggestiv" findet. Der "Schlüssel zu den Hexenfantasien" ist "die Sorge um den Erhalt der Fruchtbarkeit", beobachtet Schnyder. Für ihre Analyse stützt Roper sich vorwiegend auf die Geständnisse, die die vermeintlichen Hexen vor Gericht ablegten, da diese ebenso viel über die Opfer wie über die Gedankenwelt der Richter verraten.

© Perlentaucher Medien GmbH
Lyndal Roper, geb. 1956, lehrt als Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit am Balliol College der Universität Oxford.

6 Marktplatz-Angebote für "Hexenwahn" ab EUR 6,50

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 6,50 2,00 Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) gisela schaefgen 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 7,50 2,30 offene Rechnung, PayPal Antiquariat Bernhardt 100,0% ansehen
9,00 2,00 PayPal, Nachnahme, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Hübner 99,7% ansehen
wie neu 9,90 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung shifd 100,0% ansehen
wie neu 9,90 2,50 Banküberweisung Super-Nova-3000 100,0% ansehen
470 S. 9,95 2,50 Banküberweisung, offene Rechnung, PayPal, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Modanti/Buchlan da.de 98,8% ansehen
Mehr von