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Die Stille
Roman. Ausgezeichnet mit dem Johann-Jacob-von-Grimmelshausen-Preis 2009
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Videoclip zu "Die Stille"
Produktinformation
- Verlag: Hanser
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 533 S.
- Seitenzahl: 533
- Best.Nr. des Verlages: 505/23266
- Deutsch
- Abmessung: 220mm x 150mm x 40mm
- Gewicht: 746g
- ISBN-13: 9783446232662
- ISBN-10: 3446232664
- Best.Nr.: 25617697
Leseprobe zu "Die Stille"
Produktbeschreibung zu "Die Stille"
Kurzbeschreibung
Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls "Die Stille" ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen Rang.
05.07.2009
In den Sommer mit Büchern von zu Hause
Sie wollen Buchtipps für die Ferien? Die Gegend, in der Sie leben,
hält sie für Sie bereit. An Rhein und Main wohnen Schriftsteller,
deren Bücher zum Urlaub passen, hier sind aber auch Literaturpreise
zu haben, die Jahr für Jahr bedeutende Autoren nach Darmstadt oder
Frankfurt locken. Sie alle haben uns in diesem Sommer das eine oder
andere zu sagen.
Von Florian Balke
F. C. Delius:
Die Frau, für die ich den Computer erfand
In seinem neuen Roman, den Friedrich Christian Delius während
seiner Zeit als Stadtschreiber von Bergen-Enkheim beendet hat, geht
es um hohe und gewichtige Dinge: um die Erfindung des Computers und
eine große Liebe. Aber Delius wäre nicht er selbst, wenn das Hohe
nicht ausgesprochen geerdet daherkäme. Eine ganze Nacht lang
erzählt ein alter Mann, dessen Lebenslauf dem des deutschen
Ingenieurs Konrad Zuse folgt, einem Journalisten von seiner Rolle
bei der Erfindung des Computers. Und von seiner tiefen Zuneigung zu
Lord Byrons Tochter Ada Lovelace, die sich schon im 19. Jahrhundert
mit dem Bau einer Rechenmaschine herumschlug. Herausgekommen ist
ein wundervoller …
06.05.2011
Schreibweisen
des Gefühls
Vielleicht ist er ein aus vergangen geglaubten Zeiten des Experimentierens Herübergeretteter; von Seite zu Seite wird es schlimmer: die zwanghaften Wortverschmelzungen, sinnlosen Sonderzeichen, Schrifttypen. Aber das ist nur ein Abklatsch dessen, was Reinhard Jirgl als Material vorfindet, was er beschreiben will, wie er die kleinen privaten Fotografien aus zwei Kriegen zu Geschichtsbildern anwachsen lässt, wie er sie weniger mit Beschreibungen des Abgebildeten und noch weniger mit wichtigen Hintergrundinformationen anfüllt als vielmehr mit Hintergrundgefühlen, mit einer beängstigenden emotionalen Wucht, die sich doch wieder nur in kunstvoller Sprache entfalten kann.
Mit alten Wörtern in neuer Schreibweise zeitlose Gefühle schierer Verzweiflung hervorzurufen – vor allem daraus baut Jirgl ein Bild des verstörenden deutschen Jahrhunderts. Helmut Mauró
Reinhard Jirgl:
Die Stille. Roman.
dtv, München 2011.
539 Seiten,
14,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
18.04.2009
Sichtlich beeindruckt ist Lothar Müller von Reinhard Jirgls
Familienroman "Die Stille". Auch wenn das Werk über zwei
Familien im 20. Jahrhundert ähnlich wie Günter Grass'
Erinnerungsbuch "Die Box" an einem Fotoalbum
entlanggeschrieben ist, hat es für Müller nichts von dessen
Behaglichkeit. Ja, generell scheint ihm Jirgls Buch alles andere
als betulich - im Unterschied zu vielen Familienromanen der
Gegenwart. Vielmehr würdigt er das Werk als "sperriges
Roman-Ungetüm", in dem zwei Familien in den "Mahlstrom
der Geschichte" gerissen werden, in Inflations-, Krisen- und
Kriegsjahre. Müller sieht den Autor in der Tradition von Alfred
Döblin und der expressionistischen Literatur. Die orthographischen
Eigenwilligkeiten und Wortzerlegungen des Autors sind für ihn zwar
bisweilen "unergiebige Pointen und Verrätselungen". Aber
sie ändern seines Erachtens nichts daran, dass der Autor hier einen
"großen Sprachstrom" erschaffen hat.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
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Rezensionen und Kritik
»Mit alten Wörtern in neuer Schreibweise zeitlose Gefühle schierer Verzweiflung hervorzurufen - vor allem daraus baut Jirgl ein Bild des verstörenden deutschen Jahrhunderts.« Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung 06.05.2011
Autorenporträt zu "Reinhard Jirgl"
Reinhard Jirgl wurde 1953 in Berlin (DDR) geboren. An seine
Ausbildung zum Elektromechaniker schloss sich ein Studium der
Elektronik an. 1978 kam er zur Berliner Volksbühne, dort arbeitete
er als Beleuchtungstechniker.
Seit 1996 lebt Jirgl als freier Schriftsteller in Berlin. Er ist
Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und seit 2009 der Deutschen
Akademie für Sprache und Dichtung. 2010 wurde ihm der
Georg-Büchner-Preis verliehen.

































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