Die fünfte Frau / Kurt Wallander Bd.7 - Mankell, Henning

Henning Mankell 

Die fünfte Frau / Kurt Wallander Bd.7

Kriminalroman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 1999

Dtsch. v. Butt, Wolfgang
Broschiertes Buch
 
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Die fünfte Frau / Kurt Wallander Bd.7

"'Wo keine Gerechtigkeit ist, muß sie geschaffen werden', dachte die Frau, und Wallander wußte, daß Mord zwar ein Versuch ist, die Welt wieder zurechtzurücken, aber die Tragödie genau darin liegt, daß dieser Versuch zum Scheitern verurteilt ist."
Der schwedische Autor Henning Mankell hat einen spannenden Detektivroman geschrieben. Aber dieses Buch ist noch mehr: ein Roman über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, ein psychologischer Roman und ein Gesellschaftsroman.

Henning Mankell, einer der meistgelesenen schwedischen Romanciers, hat einen modernen Detektivroman von atemberaubender Spannung geschrieben. Aber dieses Buch ist noch mehr: ein Roman über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, ein psychologischer Roman und ein Gesellschaftsroman.
Wallander, Kriminalkommissar bei der Mordkommission im südschwedischen Ystad, ist ein wohltuend normaler Mann. Er schläft zuwenig und ißt zuviel Fastfood, er ist geschieden, hat Probleme mit seinem Vater, eine erwachsene Tochter und eine Freundin in Riga, er denkt mit Wehmut an die Zeit, in der man die Strümpfe noch stopfte, anstatt sie wegzuwerfen, und er ist zutiefst beunruhigt über die zunehmende Gewalt in seinem Distrikt. Gerade hat er eine Reihe besonders grausamer Morde aufzuklären, bei denen es selbst erfahrenen Polizisten kalt den Rücken hinunterläuft.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 576 S.
  • Seitenzahl: 563
  • dtv Taschenbücher Bd.21217
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 121mm x 30mm
  • Gewicht: 414g
  • ISBN-13: 9783423212175
  • ISBN-10: 3423212179
  • Best.Nr.: 28020320
Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen schwedischen Schriftsteller. Er lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik. Mit Kurt Wallander schuf er einen der weltweit beliebtesten Kommissare. Seine Taschenbücher erscheinen bei dtv.

Leseprobe zu "Die fünfte Frau / Kurt Wallander Bd.7"

12 (S. 156-157)

Kurt Wallanders Vater wurde am 11. Oktober auf dem Nya Kyrkogården in Ystad begraben. Es war ein Tag mit stürmischem Wind und kräftigen Regenschauern, die dann und wann von sonnigen Abschnitten unterbrochen wurden. Auch jetzt, eineWoche nachdem Wallander am Telefon die Nachricht vom Tod seines Vaters erhalten hatte, fiel es ihm noch schwer zu verstehen, was geschehen war. Schon von dem Augenblick an, als er den Hörer auflegte, war dieWeigerung, das Gehörte zu akzeptieren, dagewesen. Er konnte einfach nicht glauben, daß sein Vater sterben könnte. Nicht jetzt, so kurz nach der Reise nach Rom. Nicht jetzt, wo sie die Gemeinsamkeit wiedergefunden hatten, die ihnen vor so vielen Jahren verlorengegangen war.Wallander hatte das Polizeigebäude verlassen, ohne mit jemandem zu sprechen. Er war überzeugt, daß Gertrud sich irrte. Aber als er nach Löderup kam und ins Atelier rannte, wo es wie immer nach Terpentin roch, sah er sofort, daß Gertrud recht hatte. Sein Vater war nach vorn über ein Bild gefallen, an dem er gerade gemalt hatte. Im Todesaugenblick hatte er die Augen geschlossen und krampfhaft den Pinsel umklammert, mit dem er kleine weiße Tupfer in den Auerhahn malte.

Wallander sah, daß er dabeigewesen war, das Bild abzuschließen, mit dem er am Tag zuvor, als sie den langen Spaziergang am Strand von Sandhammaren gemacht hatten, beschäftigt war. Der Tod war plötzlich gekommen. Gertrud konnte später, als sie sich so weit beruhigt hatte, daß sie wieder zusammenhängend sprach, erklären, daß er wie gewöhnlich gefrühstückt hatte. Alles war wie immer gewesen. Gegen halb sieben war er in sein Atelier gegangen. Als er um zehn nicht in die Küche kam, um wie jeden Tag Kaffee zu trinken, wollte sie ihn daran erinnern. Da war er bereits tot. Wallander hatte gedacht, daß der Tod immer stört, wenn er kommt. Der Tod kommt ungelegen, sei es, daß eine Tasse Kaffee nicht getrunken wird, sei es, daß etwas anderes unterbrochen wird.

Sie hatten auf den Krankenwagen gewartet. Sie hatte seinen Arm umklammert.Wallander war innerlich vollkommen leer. Er empfand keine Trauer. Er empfand überhaupt nichts, außer einer unklaren Vorstellung, daß es ungerecht war. Seinen toten Vater konnte er kaum bedauern. Aber er konnte um seiner selbst willen trauern, die einzige Trauer, die möglich ist. Dann kam der Krankenwagen. Wallander kannte den Fahrer. Er hieß Prytz und hatte sofort verstanden, daß sieWallanders Vater holen sollten.

»Er war nicht krank«, sagteWallander. »Gestern sind wir noch am Strand spazierengegangen. Da klagte er über Unwohlsein. Sonst nichts.«
»Es war bestimmt ein Schlaganfall«, antwortete Prytz verständnisvoll. »Es sieht danach aus.«

Das war es auch, was die ÄrzteWallander später sagten. Alles war sehr schnell gegangen. Seinem Vater war wohl kaum bewußt geworden, daß er starb. Ein Blutgefäß in seinem Gehirn war geplatzt, und er war tot, bevor sein Kopf auf das noch nicht fertiggemalte Bild aufschlug. Gertruds Trauer und der Schock waren gemischt mit Erleichterung darüber, daß es so schnell gegangen war. Daß es ihm jetzt erspart blieb, in einem verwirrten Niemandsland dahinzudämmern.

Wallander hatte ganz andere Gedanken. Sein Vater war allein gewesen, als er starb. Niemand sollte allein sein müssen, wenn die letzte Stunde schlug. Er verspürte ein schlechtes Gewissen, weil er nicht darauf reagiert hatte, daß dem Vater unwohl war. So etwas konnte einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall ankündigen. Aber das schlimmste war trotzdem, daß es zum falschen Zeitpunkt geschehen war. Obwohl er achtzig Jahre alt war, war es zu früh. Es hätte später kommen sollen. Nicht jetzt. Nicht so. Als Wallander da im Atelier stand, hatte er versucht, seinen Vater zu schütteln. Aber es war umsonst. Der Auerhahn würde unvollendet bleiben.

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 26.09.2011 ***** ausgezeichnet
Beschreibung:
Bei der Mordserie, die Kurt Wallander gerade aufzuklären hat, kann es selbst erfahrenen Polizisten kalt den Rücken hinunterlaufen: Einen alten Mann findet man in einer Pfahlgrube aufgespießt, einen anderen halbverhungert, beinahe nackt an einen Baum gebunden und erwürgt. Ein dritter wurde in einem mit Steinen beschwerten Sack in einem See ertränkt.
Die Opfer scheinen auf den ersten Blick achtbare Bürger gewesen zu sein, doch stellt sich bei genaueren Nachforschungen sehr bald heraus, daß auch sie Frauen grausam mißhandelt haben. Wenn nun aber der Mord die Rache eines Opfers an Mördern und Vergewaltigern ist, muß Wallander sich beeilen, bevor das nächste, noch grausamere Verbrechen geschieht ...

Dieses war mein erstes Buch von Henning Mankell.
Ich war so begeistert, dass ich gleich weitere gekauft habe.
Henning Mankell versteht es Spannung aufzubauen und zu halten.
Ich hoffe die weiteren Bücher (die ich habe) sind genau so gut.

Die chronologische Reihenfolge der "Wallander"-Bücher:


1. Wallanders erster Fall
2. Mörder ohne Gesicht
3. Hunde von Riga
4. Die weiße Löwin
5. Der Mann, der lächelte
6. Die falsche Fährte
7. Die fünfte Frau
8. Mittsommermord
9.Die Brandmauer
10. Vor dem Frost
11. Der Feind im Schatten

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