Das neue Album des Bochumer DJ und Produzenten, auf dem er unter
anderem mit Heather Nova zusammenarbeitet, bildet noch einmal einen
Qualitätssprung. In der Regel ist die Dance-Welt ein sehr
schnelllebiges Geschäft, in dem One-Hit-Wunder, austauschbare
Projekte und anonyme Produzenten regieren. Der in Bochum lebende
und arbeitende DJ und Produzent André Tanneberger alias ATB ist
jedoch in so ziemlich jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von all
diesen Zuschreibungen. Denn er hat es geschafft, seinen
Produktionen ein sehr persönliches Gesicht zu geben - und das nun
schon seit fast zehn Jahren. In England erlebte er 1999 mit seinem
Track "9 PM (Till I Come)" einen Nummer-eins-Hit und
mittlerweile kennt man ihn auch in Amerika und Asien, wo seine
DJ-Gigs äußerst gefragt sind. Regelmäßig veröffentlicht er Alben,
die produktionstechnisch alle einen sehr hohen Standard pflegen,
aber zuletzt den Eindruck vermittelten, dass da jemand seinen Sound
gefunden habe und diesem nun treu bleibe - gleichsam eine Art
Stagnation, wenn auch auf hohem künstlerischen Niveau. Doch bevor
sich dieser Eindruck verfestigt, räumt ATBs sechstes Studioalbum
mit alldem auf. Denn "Trilogy" ist wirklich anders, man
könnte gar von einem Neubeginn sprechen. Die Stücke kommen auf den
Punkt, spielen bei den Beats gar mal mit Rockelementen und gehören
in punkto Songwriting sicherlich zu den besten, die der Bochumer je
geschrieben hat. Dass die CD ein so überwältigender künstlerischer
Erfolg werden konnte, liegt nicht zuletzt an seinen
Kooperationspartnern, die hier mehr sind als bloße Mietstimmen. An
erster Stelle wäre da Heather Nova zu nennen, die drei Songs mit
Tanneberger geschrieben hat, darunter das hymnische
"Renegade", einen der Höhepunkte des Albums.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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