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Bewertung von R.E.R. am 22.01.2012 |
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Mirjam Pressler hat mit ihrem Roman “Nathan und seine Kinder” das dramatische Gedicht "Nathan, der Weise" von Lessing neu erzählt und den Inhalt für ein junges Publikum spannend und lesbar gemacht. Jerusalem um 1192. Der reiche Kaufmann Nathan kehrt von einer Handelsreise in sein Haus zurück. Seine Tochter Recha ist nur knapp dem Tod entronnen. Als es in seinem Haus brannte, konnte sein geliebtes Kind in letzter Minute gerettet werden, durch einen Tempelritter dessen Leben selber gerade erst vom Sultan Saladin verschont worden war. Auf Wunsch Saladins wird Nathan in den Palast gebeten. Der wohlhabende Händler vermutet, dass er die Kriegskassen des Fürsten auffüllen soll. Doch es kommt anders. Nathan wird von den Bewohnern Jerusalems auch “der Weise” genannt. Saladin fragt ihn nicht nach Geld. Er will seine Weisheit testen und bittet ihn mit den Worten: “Da du nun so weise bist: so sage mir doch einmal- was für ein Glaube, was für ein Gesetz hat dir am meisten eingeleuchtet?”, die Frage nach der einzig wahren Religion zu beantworten. Mirjam Pressler hat sich für ihre Neuerzählung des klassischen Stoffes einige Figuren des Stückes herausgepickt und lässt diese als Ich-Erzähler fungieren. Daja, die Christin die als Gouvernante im Hause Nathans angestellt ist. Recha, die Tochter Nathans. Der Tempelritter. Den Derwisch Al Hafi, der hier aber kein Bettelmönch, sondern ein Verwandter Saladins und dessen Berater ist. Sittah, die Schwester Saladins. Zu diesen hat Pressler neue Figuren erfunden um den Roman anschaulicher zu machen. So berichten zusätzlich der Diener Geschem. Elijahu, Nathans Verwalter und Abu Hassan ein Hauptmann des Fürsten Saladin. Die beiden Hauptfiguren des Stückes, Nathan und Saladin, kommen nicht zu Wort. Ich habe beide Werke parallel gelesen. Zuerst Lessing, dann die jeweils korrespondierenden Stellen im Roman um einen direkten Vergleich zwischen dem Original und der Variation zu haben. Pressler schreibt ihn ihrer Nachbemerkung: “Zudem erscheinen Lessings Figuren doch sehr im Dienst der Gedanken zu stehen, die er verbreiten wollte; die Menschen als Charaktere kommen mir dabei zu kurz. Mein Bedürfnis war es, sie etwas lebendiger darzustellen.” Pressler hat den Figuren tatsächlich Leben eingehaucht. Ihnen Wünsche, Sehnsüchte und Gefühle verliehen. Das Argument, das dies bei Lessing nicht der Fall wäre, teile ich jedoch nicht. Auch aus der jahrhundertealten Version gehen die Intentionen und Leidenschaften der Figuren, meines Erachtens, deutlich hervor Presslers Abwandlung kann man mühelos konsumieren. Die Sprache ist einfach und in der Wortwahl dem historischen Hintergrund sehr gut angepasst. Ihre Absicht den Alltag zur damaligen Zeit plastisch zu schildern um die Figuren “in eine soziale Wirklichkeit einzubetten” ist ihr ebenfalls hervorragend gelungen. Mit Abu Hassan hat sie eine Figur des fanatischen Glaubenskriegers eingeführt, da ihr die Figuren bei Lessing zu “idealisiert” erschienen. Mit dieser Figur ändert sich bei ihr aber auch der Ausgang des Stückes. Der glücklichen Auflösung aller Konflikte bei Lessing stellt sie ein traumatisches Ende entgegen. Das hat mich verwundert und auch etwas befremdet. “Nur wo mir die Handlung zu fantastisch und nicht mehr logisch erschien, habe ich mir erlaubt, sie zu verändern und so weiterzutreiben, wie sie meines Erachtens eher hätte ablaufen können.“ schreibt die Autorin im Nachwort. Sicher ist Lessings Handlung idealistisch, aber keineswegs unlogisch. Er führt sein Stück ganz im Sinne seiner Überzeugung der Aufklärung, des Humanismus und der Toleranz zu Ende. Sein Ergebnis wird von Vernunft, Menschlichkeit und Respekt der Kulturen untereinander geprägt. Presslers Schluss mag realistischer sein, aber er erstickt den Funken der Hoffnung, den Lessing anzündet, im Keim. |
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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 14.03.2010 |
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Im Jahre 1192 haben die Christen Jerusalem an den arabischen Sultan Saladin verloren. Der jüdische Kaufmann Nathan lebt zu jener Zeit in der heiligen Stadt und wird noch im gleichen Jahr von arabischen Fanatikern ermordet. In dem Hörspiel „Nathan und seine Kinder“ erinnern sich die Menschen in seiner Umgebung an den Verstorbenen und zugleich an ihre eigene Vergangenheit. Da ist seine Tochter Recha, die von einem jungen Tempelritter aus einem brennenden Haus gerettet wird und sich heftig in ihn verliebt. Ihre Amme Daja erzählt von ihrer strapaziösen Reise aus dem fernen Deutschland ins gelobte Land. Die Schwester des herrschenden Sultans kommt ebenso zu Wort wie Nathans alter arabischer Freund Al-Hafi. Und jede Person hat einen anderen Blick auf Nathans Schicksal und seine Vergangenheit. So entsteht ganz ungezwungen ein lebendiges Bild vom Alltag und von der Geschichte der seit vielen Jahrtausende von drei Religionen beanspruchten „heiiligen Stadt“. Miriam Pressler erzählt den klassischen Stoff von Gotthold Ephraim Lessing auf eine wunderbar kluge und brillant unkonventionelle Art. Bekannte, Freunde und Familienangehörige berichten aus ihrem und aus Nathans Leben. Und stets geht es dabei um die Notwendigkeit von religiöser Toleranz und das das nicht immer leichte Miteinander der drei großen Religionen in einer Stadt. Es geht aber auch um Liebe, um Freundschaft, Hass und das ganz normale, alltägliche Leben vor mehr als 800 Jahren. Die Sprecher, u.a. Julia Nachtmann (alias Recha), Hans Löwe (der Tempelritter) und Barbara Nüsse (Daja), geben jeder Figur ihre Konturen und würzen die Story mit viel Intonation. Ein gelungenes Hörbuch über die Koexistenz der Religionen - klassischer Stoff, aktuell und brisant bis zum heutigen Tag! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD |
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