Der TEXT+KRITIK-Sonderband versucht, den diffusen Begriff der
"Pop-Literatur" mit Blick auf seine Herkunft schärfer zu
fassen und die Tradition von Schreibweisen zu analysieren, die ohne
Impulse der Pop-Kultur nicht denkbar wären. Der Band befasst sich
mit den Vätern der Pop-Literatur wie Rolf Dieter Brinkmann oder
Hubert Fichte ebenso wie mit jungen Popliteraten wie Christian
Kracht oder Benjamin von Stuckrad-Barre und zeichnet so ein
generationsübergreifendes Bild von den Entwicklungen der
Popliteratur.
Pop hat seit einigen Jahren auch in der Literatur Konjunktur: Mit
Namen von jungen Autorinnen und Autoren wie Christian Kracht oder
Alexa Hennig von Lange, Benjamin von Stuckrad-Barre, Zoë Jenny oder
Benjamin Lebert, die weniger literarisch als durch eine besondere
(Selbst-)Inszenierung auf sich aufmerksam machen. Genannt werden
aber auch arriviertere Autoren wie Rainald Goetz, Andreas
Neumeister oder Thomas Meinecke. Und zu den Vätern der
Pop-Literatur zählt man dann gern die literarischen Außenseiter
Rolf Dieter Brinkmann und Hubert Fichte.Aber nach welchen Kriterien
werden Pop-Elemente und Literatur zusammengebracht, um welche Texte
zu kategorisieren? Oder ist Pop vielleicht doch nur ein
Etikettenschwindel aus Marketing-Gründen?
Die Literaturkritik, die das Interesse der jungen Lite-ratur für
Pop-Phänomene als Erfahrungsdefizit oder als Symptom eines
unreflektierten Hedonismus brandmarkt, trägt bislang wenig zu einem
differenzierten Blick auf das breite Spektrum der
"Pop-Literatur" bei und übersieht in der Regel auch deren
historische Anknüpfungen.
Der TEXT+KRITIK-Sonderband versucht, den diffusen Begriff der
"Pop-Literatur" mit Blick auf seine Herkunft und auf
Autoren verschiedener Generati-onen schärfer zu fassen und die
Tradition von Schreibweisen zu analysieren, die ohne Impulse der
Pop-Kultur nicht denkbar wären.
Über die Reihe:
TEXT + KRITIK stellt mit jedem Heft eine wichtige Autorin oder
einen wichtigen Autor der deutschsprachigen Literatur vor. Die
Hefte und Sonderbände geben wertvolle Orientierungshilfen, zeigen
Perspektiven für das Verständnis vor allem der literarischen
Moderne auf, haben aber auch Autoren und Werke der älteren
deutschsprachigen Literatur wieder ins Gespräch gebracht, manches
aus versunkener Literaturgeschichte neu entdeckt.
TEXT + KRITIK bietet ein Forum für unterschiedlichste
literaturwissenschaftliche Ansätze und Methoden: kritisch,
undogmatisch, informativ und anregend. In den Beiträgen kommen
namhafte Kritiker und junge Literaturwissenschaftler zu Wort,
Schriftsteller schreiben über Schriftsteller-Kollegen. Bislang
unveröffentlichte Texte der jeweiligen Autoren ergänzen die
Interpretationen. Jedes Heft enthält außerdem eine ausführliche
Bibliografie der Primär- und Sekundärliteratur.
TEXT + KRITIK erscheint vierteljährlich. Das Jahresabonnement
kostet EUR 42,00 / SFr 70,--. Alle Hefte und Sonderbände können
auch einzeln bezogen werden. Abonnenten erhalten zusätzlich den
jährlich erscheinenden Sonderband zum Abopreis.
Prof. Heinz Ludwig Arnold, geb. 1940, ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als einer der besten Kenner der Gegenwartsliteratur bekannt. Er ist Herausgeber der Zeitschrift "TEXT + KRITIK", des "Kritischen Lexikons zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" (KLG) und des "Kritischen Lexikons zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur" (KLfG).
Inhaltsangabe
Jörgen Schäfer: »Neue Mitteilungen aus der Wirklichkeit«. Zum Verhältnis von Pop und Literatur in Deutschland seit 1968 Andreas Kramer: Von Beat bis »Acid«. Anmerkungen zur Rezeption amerikanischer und britischer Literatur in den sechziger Jahren Thomas Hecken: Pop Literatur um 1968 Kathrin Ackermann / Stefan Greif: Pop im Literaturbetrieb. Von den sechziger Jahren bis heute Jörgen Schäfer: »Mit dem Vorhandenen etwas anderes als das Intendierte machen«. Rolf Dieter Brinkmanns poetologische Überlegungen zur Pop Literatur Brigitte Weingart: Bilderschriften, McLuhan, Literatur der sechziger Jahre Martin Maurach: Pop und Neues Hörspiel. Überlegungen zum Höreindruck einiger exemplarischer Stücke Andreas Erb / Bernd Künzig: »Ein Hymnus des Materials«. Pop und Pop Art der Armen in Hubert Fichtes Roman »Die Palette« Johannes Ullmaier: Cut Up. Über ein Gegenrinnsal unterhalb des Popstroms Martin Büsser: »Ich steh auf Zerfall«. Die Punk und New Wave Rezeption in der deutschen Literatur Eckhard Schumacher: »Das Populäre. Was heißt denn das?«. Rainald Goetz' »Abfall für alle« Charis Goer: Cross the Border Face the Gap. Ästhetik der Grenzerfahrung bei Thomas Meinecke und Andreas Neumeister Carsten Gansel / Andreas Neumeister: Pop bleibt subversiv. Ein Gespräch Mathias Merstens: Unterreflektiert und überformuliert. Die Sprachrundfahrten des Max Goldt Mathias Mertens: Robbery, assault, and battery. Christian Kracht, Benjamin v. Stuckrad Barre und ihre mutmaßlichen Vorbilder Bret Easton Ellis und Nick Hornby Dirk Frank: Die Nachfahren der >Gegengegenkultur<. Die Geburt der »Tristesse Royale« aus dem Geist der achtziger Jahre Carsten Gansel: Adoleszenz, Ritual und Inszenierung in der Pop Literatur Enno Stahl: Trash, Social Beat und Slam Poetry. Eine Begriffsverwirrung Moritz Bassler: »Watch out for the American subtitles!«. Zur Analyse deutschsprachiger Popmusik vor angelsächsischem Paradigma Norbert Hummelt: Über Lindenbergs »Schneewittchen« Ralf Hinz: Pop Theorie und Pop Kritik. Denk und Schreibweisen im avancierten Musikjournalismus Valentin Boor: Auswahlbibliografie Pop und Underground Literatur Notizen
2 Marktplatz-Angebote für "Popliteratur" ab EUR 26,90