Kein Land für alte Männer - McCarthy, Cormac

Cormac McCarthy 

Kein Land für alte Männer

Übersetzung: Nikolaus Stingl
Broschiertes Buch
 
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Kein Land für alte Männer

Bei einem morgendlichen Ausflug in die texanische Wüste findet Hobbyjäger Llewellyn Moss eine gespenstische Szene vor: mehrere Leichen, Heroin und am Ende einer Blutspur einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Er behält das Geld und gerät so selbst ins Visier des eiskalten Killers Chigurh. Doch genau wie der alte Sheriff Bells ist Moss dieser Form von Gewalt und Grauen nicht gewachsen.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 283 S.
  • Seitenzahl: 288
  • rororo Taschenbücher Nr.24288
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 115mm x 29mm
  • Gewicht: 241g
  • ISBN-13: 9783499242885
  • ISBN-10: 3499242885
  • Best.Nr.: 25642215

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

2005 wollte die enttäuschte amerikanische Kritik Cormac McCarthys jüngsten Roman "No Country for Old Man" höchstens als Vorlage für einen Actionthriller gelten lassen, erinnert Michael Schmitt. Nun erscheint die deutsche Übersetzung tatsächlich kurz nach der Oscar-prämiierten Verfilmung und kann sich ohne Weiteres gegenüber dem Film behaupten, versichert der Rezensent. Wenn man dem Buch, in dem der Vietnamveteran Llewellyn Moss 2,4 Millionen Dollar Drogengeld findet und daraufhin von Berufskiller Anton Chigurh gejagt wird, die Handlungslastigkeit vorwirft, übersieht man geflissentlich die melancholisch-philosophischen Fragestellungen, mit denen sich - wie übrigens schon die Hauptfiguren von McCormacks früheren Büchern - die Protagonisten herumschlagen, meint der Rezensent. Er räumt ein, dass der oberflächliche Eindruck vor allem vom blutrünstigen Gemetzel dominiert wird, das der Auftragskiller entfesselt. Doch versichert Schmitt, dass sich der Roman bei näherem Hinschauen als so etwas wie eine eindrucksvolle "Fortschreibung von Samuel Becketts "Endspiel"" entpuppt, die hin und wieder "düsteres Lachen" provozieren wird.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.06.2008

Es gibt keine Götter, nur noch Propheten

Mit John Updike und Philip Roth hat Cormac McCarthy nur eines gemein: Auch der große Apokalyptiker der amerikanischen Literatur hätte den Nobelpreis für sein Werk längst verdient.

Von Hubert Spiegel

Hieronymus Bosch hat sich geirrt. Die Hölle ist kein Ort unvorstellbaren Schreckens, an dem böse Fabelwesen Unaussprechliches tun. Cormac McCarthy weiß es besser. Die Hölle ist die Welt, wie wir sie kennen, mit einem einzigen Unterschied: Es ist alles aus dieser Welt verschwunden, was sich aus der Hoffnung speist und deshalb Hoffnung gibt.

Davon, von den Rückzugsgefechten der Hoffnung, handeln fast alle Bücher dieses großen amerikanischen Autors, der den Nobelpreis nicht weniger verdient hätte als John Updike oder Philip Roth. Mit dem einen verbindet ihn indes ebensowenig wie mit dem anderen. Die ironische Beschreibung amerikanischer Großstadtidentitäten ist ihm fremd. Nichts scheint ihn weniger zu beschäftigen als Ostküstenintellektuelle oder Mittelstandsdramen um Seitensprünge und Immobilienkäufe. Was McCarthy an der amerikanischen Gegenwart interessiert, ist vor allem der Boden, auf …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Manche Bücher sollte man auch dann unbedingt lesen, wenn gerade erst ihre Verfilmung im Kino lief. "Kein Land für alte Männer" zum Beispiel entmystifiziert den Erfolg der Brüder Coen, und das in zweierlei Hinsicht: Die in ihrer Knappheit so grandiosen Dialoge aus dem Film stammen nahezu original von Cormac McCarthy, und die Detailgenauigkeit des schon fast naturalistisch schreibenden US-Autors prägt den Film so sehr, dass man den Roman fast als Drehbuch bezeichnen könnte. Einen wichtigen Unterschied aber gibt es: McCarthys Roman lässt Sheriff Bell viel mehr Raum, als dies ein Film je tun könnte. Bell, der am Ende dieses blutigen Thrillers den Dienst quittiert, weil er den Menschen in Sanderson keine Sicherheit mehr garantieren kann, ist ein desillusionierter alter Mann. McCarthy stellt dem penibel genau geschilderten Gemetzel der Drogenmafia Bells so schlichte wie tiefgründige Nachdenklichkeit entgegen, die aus dem Thriller erst einen gesellschaftskritischen Roman macht. (jw)
Cormac McCarthy, geb. 1933 in Rhodes Island, wuchs in Knoxville/Tennessee, auf. Für seine Bücher wurde er u.a. mit dem William Faulkner Award, dem American Academy Award, dem National Book Award und dem National Book Crities Circle Award ausgezeichnet. McCarthy lebt heute in El Paso, Texas. 2009 erhielt er den PEN/Saul Bellow Award for Achievement in American Fiction.

Kundenbewertungen zu "Kein Land für alte Männer" von "Cormac McCarthy"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(3)
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Bewertung von Ivonne Wiese aus Berlin am 11.06.2011 ***** ausgezeichnet
Gewalttätiger Western im Hinterwald von Amerika. Klasse Charaktere, gute Story über einen Batzen Geld und jede Menge Tote. Der Schreibstil ist einfach klasse. Detailgetreu wie ein Drehbuch. Der Film danach ist perfekt umgesetzt. Das Buch war einfach eine gute Vorlage. Am Ende gibt´s keine Überlebenden. Absolut authentisch in seinem Stil.

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Bewertung von huschkatz aus Tegernsee am 25.05.2010 ***** ausgezeichnet
Cormac Mc Carthy - Kein Land für alte männer!

Vertrauensvoll und relativ schnell führt uns Mc Carthy in diese Geschichte vom zufällig gefunden Aktenkoffer gefüllt mit Geld, welches selbstverständlich gesucht wird, im prüden Texas, in dessen Erzählung zuerst einmal ein Psychokiller auftaucht, der nicht des Geldes wegens, sondern der Ehre wegen jeden killt, der in dieser Story eine Rolle spielt; oder auch nicht.
Die immer mehr herrschende und schiergar unbesiegbare Drogenmafia, ein fast verzweifelter und besorgter Sheriff, welcher der Zukunft bange entgegen schaut, ein Psychokiller, der mit nichts zu vergleichen ist, und ein junger Bursche, der am Tatort einfach so den koffer geld findet, und selbstverständlich mitnimmt,.. und glaubt tatsächlich, er kann es schaffen, aber er ist eben kein Profi,
es bleibt spannend, und wie es endet, mußte mann unbedingt selber rausfinden,
lesen, total spannend, und wer die Zeit hat liest es am stück durch,
Mc cormac, wer ihn nicht kennt, sollte ihn kennen lernen!!

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Bewertung von Polar aus Aachen am 20.03.2008 ***** ausgezeichnet
Cormac McCarthy ist wie Faulkner der Meinung, dass eine Landschaft ihre Menschen prägt. Während die Gesichter im bunten Licht der Städte verschwimmen, absichtlich unkenntlich gemacht werden, graben sich die Furchen der Niederlagen und Sehnsüchte in einem weiten Land erst Recht ein. McCarthys Romane fußen auf der Weite, die seine Helden Freiheit und Einsamkeit umso deutlicher verspüren lassen, so dass sie seltsam stoisch wirken. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass Cormac McCarthy einem Killer wie Chigurh besondere Aufmerksamkeit schenkt. Die rücksichtslose Brutalität, mit der Chigurh durchs Leben schreitet, äußert sich in zwei Dialogen mit seinen Opfern, in denen er sie vorbehaltlos spüren läßt, dass sie sterben werden, egal was sie tun, egal was sie sagen. Er erinnert an den Tod selbst, der seine Aufträge ohne Ansehen auf Personen ausführt. Über seinen spannenden Drogenthriller hinaus, wirft Cormac McCarthy dabei zutiefst menschliche Fragen auf. Da ist die Sehnsucht nach dem großen Geld, das Moss befällt, da ist die Hoffnung auf Gerechtigkeit, in die sich der Ich-Erzähler in eigenen Kapiteln widmet, da ist die Aussichtslosigkeit, dass Gewalt nur neue Gewalt säht, und da sind die Opfer, die schuldlos angespült und zurück gelassen werden. Jemand wie Bell, als stiller Held gezeichnet, kann sich in einer solchen Welt nur abnutzen. Selbst in der texanischen Wüste ist Leben, Verzweiflung, Liebe und McCarthys Menschen driften darin herum und suchen Halt. Egal wohin sich flüchten, sie werden aufgespürt, kein Therapeut nimmt sich ihrer an. Der Autor beschreibt sie in seinem meisterhaften Stil zu, der ihm schon für Die Straße den Pulitzer-Preis einbrachte: Knappe Dialoge, an Beschreibung nur das, was unbedingt notwendig erscheint. In Kein Land für alte Männer benutzt McCarthy das ureigene amerikanische Genre der Spannung, um seine Geschichte zwischen Western und Thriller anzusiedeln, und erzählt doch weiter vom Ende der Menschheit.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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