Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot - Berg, Sibylle

Sibylle Berg 

Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot

Roman

Broschiertes Buch
 
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Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot

Als "Piranha im Goldfischteich der deutschen Literatur" bezeichnet die FAZ Sibylle Berg. Mit diesem 1997 veröffentlichten Roman wurde sie bekannt: ein Schlag ins Gesicht der Spaßgesellschaft, präzise in der Beobachtung, typisch im Ton. "Es geht um ein paar Leute, die das Glück suchen, und bis auf eine Ausnahme auch finden, denn am Ende des Buches sind sie tot." (Sibylle Berg)


Produktinformation

  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • 2008
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 192 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Reclam Taschenbuch Bd.21577
  • Best.Nr. des Verlages: 21577
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 17mm
  • Gewicht: 189g
  • ISBN-13: 9783150215777
  • ISBN-10: 3150215773
  • Best.Nr.: 23369544
Sibylle Berg schildert die neunziger Jahre als die Stunde der schwachen Empfindungen und dürren Worte. Liebe und Leidenschaft, Verzweiflung und Unglück haben nur noch als klägliches Echo früherer Zeiten überdauert. Waren die achtziger Jahre das Jahrzehnt der Gier, das Emotionen als begehrtes, aber knappes Handelsgut entdeckte, so erscheinen die neunziger Jahre als Ära der Gleichgültigkeit, in der alle Ideale zerstört, alle Illusionen geplatzt sind. Und auch von der Sprache ist nicht mehr viel übrig. -- Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein paar Leute ... is a novel which sees tragedy as well as beauty in the banalities of everyday life. True feeling is never very far from tackiness, prompting a German reviewer to bill Berg´s writing as German Trash. This it is not, though, for Ein paar Leute is carried by the author´s sympathy for her characters and their predicament. Not, though, by her sentimentality: of her ten protagonists, Berg dispatches all but one, with no shortage of gruesome detail, the description of which she seems positively to enjoy. -- Times Literary Supplement, 25.5.1998
Sibylle Berg, geboren vor nicht allzu langer Zeit in Weimar, gilt seit ihrem Debüt-Roman "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" als Übermutter der jungen deutschen Literatur. Darauf könnte sie verzichten. Neben Büchern schrieb die überzeugte Kettenraucherin Theaterstücke und Texte für verschiedene Magazine in Deutschland und der Schweiz, darunter "Das Magazin" (Zürich), "Allegra" (Hamburg) und das "Zeit-Magazin". 2008 erhält sie den Wolfgang-Koeppen-Preis.Sibylle Berg lebt in Zürich.

Leseprobe zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot"

"Ich lebe so ein bißchen wie ein Tier. Ich weiß nicht, ob das so verkehrt ist. Obwohl es auch unglückliche Tiere gibt, die zu Tierpsychologen gehen, denke ich mal, die meisten Tiere fragen sich nicht andauernd, was sie mit ihrem Leben anstellen sollen. Vielleicht sind sie glücklich. Ich würde so gern mal mit einigen befreundeten Tieren über dieses Thema reden."

Kundenbewertungen zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(2)
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(1)
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Bewertung von Steppenwolf aus Landkreis Oldenburg am 03.02.2011 ***** ausgezeichnet
Reden macht Wirklichkeit

Einige Leute sind auf der Suche. Nach was wissen sie meist selbst nicht genau. Sie suchen nach Menschen, nach Liebe, nach Perspektiven, denn alle sind sie unzufrieden. In vielen kleinen Episoden macht sich jeder für sich auf das Fehlende, das wonach er sich sehnt, ob nun wissentlich oder nicht, zu suchen. Letztlich finden sie alle etwas, aber ist es das Glück?

Sibylle Bergs Debütroman polarisiert wie nur wenige Bücher. Es spaltet seine Leserschaft. Kaum jemand ist in der Mitte, entweder man hasst dieses Buch oder aber man liebt es.
Was zunächst auffällt, ist die eigentümliche Sprache, die vielen sehr kurzen Sätze und die ständigen Perspektiven-wechsel. So wird mal in dritter als auch erster Person erzählt. Das mag anstrengend anmuten, aber es fügt sich auch perfekt mit der Handlung zusammen. Anders hätte man dieses Buch wohl nicht schreiben können oder vielmehr, anders hätte es wahrscheinlich so nicht funktioniert.
Es gibt drei bestimmende Motive, welche die zehn Charaktere dieses Romans miteinander verbindet: Langeweile, Einsamkeit und gestörte Kommunikation.
Gelangweilt sind alle, unzufrieden mit ihrem Beruf und vor allem mit sich selbst. Einsam sind sie, fühlen sich verlassen, isoliert und suchen nach ihrem Glück, einem Glück, das ihnen allein gehört. Ihre Einsamkeit steht also sozusagen für das noch nicht gefundene Glück und um sie auszublenden, geben sie sich teils dem Sex mit anderen Menschen hin, nur um Nähe zu spüren oder gaukeln sich Wärme vor mit dem Genuss von Alkohol. Aus ihrer aller Unvermögen zur Kommunikation scheitern Beziehungen und sie haben Angst davor, dass andere Leute eine andere Wirklichkeit haben als sie selbst und damit auch andere Vorstellungen vom Leben und der Liebe. Die Liebe rückt besonders stark in den Fokus, denn diese ist scheinbar für Männer und Frauen gänzlich verschieden. Für Frauen geht es um Seelenverwandtschaft, Verschmelzen, miteinander alt werden, die vollkommene Symbiose mit einem anderen Lebewesen. Hingegen dem Mann geht es einzig um sein körperliches Begehren.
Ist das Buch nun die knallharte Realität, die niemand sehen will oder ist alles zu sehr überzeichnet, zu sehr realitätsfern? Das ist die Frage. Sicher sind die Figuren übertrieben dargestellt, aber dennoch sind sie erschreckend authentisch. Das drückt sich besonders in den Momenten aus, in denen der Leser Einblicke in die Gedanken der Charaktere bekommt und zusehen muss, wie sie letztlich komplett anders handeln als erwartet und dann folgen die Konsequenzen und die sind drastisch.
Dieser Roman ist ehrlich, schnörkellos, direkt und hält der Gesellschaft den Spiegel vors Gesicht. Das Buch ist Zeitgeist. Aber was ist Zeitgeist? Reden wir nicht drüber, denn Reden macht Wirklichkeit.

Fazit: Wieder lesen oder verbrennen? Ich würde es wieder lesen. Wer mit der wirklich hässlichen Wahrheit konfrontiert werden will, sollte dieses Buch lesen. Und wer erwartet, was zu lachen zu bekommen, der wird herb enttäuscht werden, denn dieses Buch ist alles, aber nicht zum Lachen.

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Bewertung von pajena aus Thüringen am 28.05.2010 ***** ausgezeichnet
Die Menschheit verwendet das Wort "Liebe" geradzu inflationär, ohne genau zu wissen, was das eigentlich ist. Das Buch zeigt klar und deutlich, teilweise drastisch und mit einigem Humor, wie unterschiedliche Erwartungen, Vorstellungen und Definitionen über Liebe zu teilweise üblen Resultaten führen können. Sehr empfehlenswert für Menschen, wie mich, die ihre Not mit Beziehungen haben.

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Bewertung von D.T. am 17.02.2008 ***** weniger gut
Die Geschichte ist leicht verständlich und man ist schnell in den Bann gezogen, wobei dies auch depressive Stimmungen auslösen kann.
Die Umganssprache ist beim ersten Lesen etwas gewöhnungsbedürftig,
doch die Geschichte regt zum Denken an.

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