Ehebrecher und andere Unschuldslämmer - Gier, Kerstin

Kerstin Gier 

Ehebrecher und andere Unschuldslämmer

Roman

Broschiertes Buch
 
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Ehebrecher und andere Unschuldslämmer

Als die schwangere Studentin Louisa nach dem Tod ihres Vaters von der Stadt zurück zu ihrer Mutter zieht, ist sie fest davon überzeugt, daß sie in der ländlichen Idylle versauern wird. Doch schon bald stellt sie fest, dass es in ihrer Heimatgemeinde schlimmer zugeht als einst in Sodom und Gomorrha. Das ist vor allem die Schuld des frisch geschiedenen Pfarrers, der sich nicht nur um das Seelenheil, sondern auch um das körperliche Wohl seiner weiblichen Schäfchen bemüht und somit aus frommen Unschuldslämmern reißende Hyänen macht. Um sich den attraktiven Junggesellen zu angeln, greifen die Damen tief in die weibliche Trickkiste. Ein gnadenloses Spiel aus Lügen, Listen sowie kleineren und größeren Verbrechen beginnt. Als Louisa merkt, dass sogar ihre eigene Mutter darin verwickelt ist, stürzt auch sie sich Hals über Kopf in das Intrigenspiel ...


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2011
  • 9. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 335 S.
  • Seitenzahl: 336
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.14407
  • Best.Nr. des Verlages: 14407
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 125mm x 25mm
  • Gewicht: 315g
  • ISBN-13: 9783404144075
  • ISBN-10: 3404144074
  • Best.Nr.: 08599177
Kerstin Gier, geb. 1966, schreibt humorvolle Frauenbücher. Einige ihrer Titel waren monatelang auf den Bestsellerlisten. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit ihrer Familie im Bergischen Land.

Leseprobe zu "Ehebrecher und andere Unschuldslämmer" von Kerstin Gier

Amelie (S. 248-249)

Gilbert fragt, ob er eine der serbischen Fichten aus Opas Garten als Weihnachtsbaum fällen soll«, sagte Louisa. Sie war mit Herr Kalinke offenbar inzwischen per Du. Amelie freute sich, dass die beiden jungen Leute sich angefreundet hatten. Herr Kalinke war ein sympathischer junger Mann, so naturverbunden und höflich. Er war zwar nicht gerade eine Schönheit, aber er machte einen grundehrlichen Eindruck auf sie. »Er kann gerne eine Fichte haben«, sagte sie etwas geistesabwesend.

Der Briefträger war gerade da gewesen und hatte die Post gebracht. Ein blasslilafarbener Umschlag ohne Absender war ihr sofort ins Auge gestochen. O nein, nicht schon wieder! »Gilbert will die Tanne doch nicht für sich«, sagte Louisa ungeduldig. »Er will sie für uns fällen!« »Ach, nein«, sagte Amelie. »Ich will in diesem Jahr keinen Baum. Das wäre zu … Das verstehst du doch, oder?« Louisa nickte. »Es wird schrecklich werden ohne Papa«, sagte sie. »Aber ich dachte, da müssen wir einfach durch.« Amelie sah, wie sie mit den Tränen kämpfte, und bekam kurzzeitig Mitleid mit ihrer Tochter.

»Es werden noch so viele Weihnachten ohne ihn kommen …«, fuhr Louisa stockend fort. »Wir können es doch nicht einfach auslassen.« »Ich für meinen Teil schon.« Amelie nahm ihren Brieföffner und schlitzte den lilafarbenen Brief so grob auf, wie sie eben konnte. Sie konnte und sie würde Weihnachten ignorieren. Wenn sie es zuließ, dass Louisa an alte Traditionen anknüpfte, würde das schwarze Ungeheuer, das nur auf einen Fehler von ihr wartete, sie unweigerlich verschlingen. All die Weihnachten, die sie in diesem Haus schon gefeiert hatten, gingen ihr durch den Kopf, sie sah den Kerzenschein, der sich in den roten Glaskugeln am Baum spiegelte, nahm den Duft von gebratenem Truthahn und Punsch wahr. Für einen Augenblick war ihr, als sähe sie Robert mit seiner Gitarre dort drüben am Kamin stehen und ihr zuzwinkern.

Das schwarze Ungeheuer liebte solche Sentimentalitäten. Es sperrte seinen Schlund weit auf, bereit, Amelie für immer zu verschlucken. Sie schüttelte heftig den Kopf, und Robert verschwand. Nein – was sie betraf, fiel Weihnachten in diesem Jahr einfach flach. Enttäuscht klappte das Ungeheuer das Maul zu. »Ist schon gut«, sagte Louisa, die das Kopfschütteln auf sich bezogen hatte. »Dann also kein Baum dieses Jahr. Kein Puter, keine Geschenke, kein Weihnachtsoratorium.

Deine Weihnachtsplätzchen hatte ich sowieso schon abgeschrieben.« Sie grinste Amelie schief an. »Nicht mal den obligatorischen Weitwurfwettbewerb mit Tante Ellas Stollen willst du veranstalten?« »Das ist kein Stollen, das ist gebackenes Orangeat und Zitronat mit ein bisschen Teig drumherum«, sagte Amelie. »Den kann man nicht mal guten Gewissens kompostieren.« Sie entfaltete endlich das Briefblatt und bemühte sich um ein ausdrucksloses Gesicht. Sie sind nicht des Pfarrers einziger Hase, las sie. Wenn Sie’s nicht glauben, dann kommen Sie abends nach zehn in den Garten der Quirrenbergs.

Auf der Bank unter dem Laburnum trifft sich Pfarrer Hoffmann mit einem anderen Häschen aus seiner Schar. Amelie war versucht, den Brief zusammenzuknüllen, aber sie wollte auf keinen Fall Louisas Argwohn wecken. Also faltete sie den Brief beherrscht zu einem kleinen Päckchen und steckte ihn zurück in den Umschlag. Glaubten die Hagens denn tatsächlich, dass sie sich nachts wie ein Spanner in Quirrenbergs Garten schlich? Und was war überhaupt ein Laburnum? »Stimmt was nicht, Mama?« Louisa sah sie forschend an. »Alles in Ordnung, Kind.« Amelie zwang sich zu einem Lächeln. »Ach, du weißt nicht zufällig, was ein Laburnum ist?« »Das ist … ähm, mal überlegen. Könnte es eine Pflanzenbezeichnung sein?« »Du bist diejenige von uns beiden, die studiert«, sagte Amelie achselzuckend.

Kundenbewertungen zu "Ehebrecher und andere Unschuldslämmer" von "Kerstin Gier"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 13.08.2010 ***** gut
Louise Schneider lebt in Berlin und ist mit ihrem Leben voll und ganz zufrieden. Sie ist die beste Psychologiestudentin ihres Jahrgangs, hat den perfekten, bestaussehendsten und auch noch reichen Freund und eine tolle WG Partnerin. Aber unverhofft kommt oft und Louise wird ungewollt schwanger. Bevor sie es ihrem Freund beichten kann erhält sie jedoch einen schrecklichen Anruf: Ihr Vater hat mein Joggen einen tödlichen Herzinfarkt erlitten.
Louise fährt also heim nach Jahnsdorf und dort hat es neben dem Tod des Vaters noch eine weitere große Umwälzung gegeben: Jahnsdorf hat einen neuen Pfarrer! Pfarrer Hoffmann könnte den Kinderarzt aus dem Fernsehen glatt an die Wand lächeln, er sieht aus, wie direkt aus Hollywood importiert und die Frauen liegen ihm zu Füßen.
Da wäre Irmi Quirrenberg, deren Mann Georg an MS leidet und ihr daher mit seiner Tyrannei das Leben zur Hölle macht, denn warum soll nur er unter seiner Krankheit leiden.
Carola Heinzelmanns Mann ist nicht nur unfruchtbar, sondern verliert auch noch seinen Job. Carola wünscht sich aber nur eines im Leben: ein Kind. Da ihr Vollversager von Ehemann für diese Aufgabe nun nicht mehr in Frage kommt, macht sie sich dran Pfarrer Hoffmann zu verführen.
Und nicht zuletzt ist auch Louises Mutter dem neuen Pfarrer verfallen kaum dass ihr geliebter Gatte unter der Erde ist.
Louise ist entsetzt und versucht mit Hilfe Gilbert Kalinkes, eines Ex-Knackis und Organisationstalentes, die Frauen vor ihrem Unglück zu bewahren und den Pfarrer mit Gilberts Mutter, einer Ex-Prostituierten zu verkuppeln. Wie praktisch, dass Pfarrer Hoffmanns Motto lautet „je vertrauter und inniger das Verhältnis zwischen Pfarrer und Schutzbefohlenem, je enger ist auch der Verhältnis zu Gott.

Hier nun ein Buch von Kerstin Gier wo es mal nicht nur um die Suche nach Mr. Right geht. Das erste Mal wird in diesem Buch das Thema Tod eines geliebten Menschen teils humoristisch aufgegriffen (später noch einmal in „In Wahrheit wird viel mehr gelogen“). Die lieben Verwandten, die plötzlich wie die Heuschrecken einfallen und abzustauben versuchen was möglicherweise nicht mehr gebraucht wird, wie Cartier Uhren und Golfausrüstungen.
Unterschwellig geht es ein wenig um das Thema Kind und Karriere. Ist ein Kind und Studium vereinbar? Louisas Freund ist der Meinung Wenn die Hormonfalle zuschnappt, dann werden aus den tollsten und intelligentesten Frauen besorgte Muttis, die sich nur noch für die richtige Temperatur des Fläschchens interessieren (S. 18) und somit alles andere als begeistert als er von der Schwangerschaft seiner Freundin erfährt, denn er hat mit seinem Leben noch Pläne.
Diese Thema jedoch geht vollkommen unter im Bettchen-wechsel-dich-Spiel des Pfarrers (ich dachte immer evangelischen Pfarrer würde man Pastoren nennen?). Pfarrer Hoffmann ist ein Macho wie er im Buche steht und kann mit starken Frauen so gar nichts anfangen. Er will ein schwaches Häschen an seiner Seite, das zu ihm aufblickt und sich retten lässt. Also wieder einmal eine ziemlich klischeehafte Pfarrer sind Machos und verunglimpfen wir mal zusammen mit allen anderen das Pfarramt Geschichte.

Aufgefallen sind mir die ganzen Absätze mit Blumennamen, die waren teils Deutsch, teils Latein bunt gemischt, das fand ich seltsam. Warum nicht immer den Trivialnamen verwenden?
Des weiteren stimmt es durchaus, dass ein Katalysator CO zu CO2 katalysiert, aber damit kommt mitnichten nur Wasserdampf aus dem Auspuff (warum sonst diese Debatte über Abgase und Schadstoffe, wenn es nur Wasserdampf ist), sondern noch sehr viel CO2 und das ist genauso tödlich wie CO (S. 318)

Fazit: Das geht wirklich besser. Der spitze, schwarzhumorige Gier Humor fehlt fast vollkommen. Die Geschichte ist sehr Klischeebehaftet und die Charaktere eher zweidimensional (Mit Ausnahme Gilbert Kalinkes). Nette chick-lit ohne Anspruch für Nebenbei, wenn man auf Pastoren bashing steht.

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Bewertung von Inny aus Emmerich am 11.10.2009 ***** ausgezeichnet
Hat mich wirklich überzeugt und oft zum Lachen gebracht.
Kann ich nur weiterempfehlen.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 24.08.2006 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch ist ist von Anfang bis Ende sehr spannend ohne dass man das Interesse verliert. Die Personen und Orte werden sehr präzise beschrieben. Die Handlung ist sehr abwechslungsreich, nicht übertrieben, realitätsnah und manchmal sehr amüsant.
Insgesamt ist es ein sehr gutes Buch, ich habe es innerhalb von 3 Tagen gelesen, weil es so spannend und interessant ist.

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