Die Stimmen des Flusses - Cabré, Jaume

Jaume Cabré 

Die Stimmen des Flusses

Roman

Aus d. Katalan. v. Kirsten Brandt
Broschiertes Buch
 
6 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Die Stimmen des Flusses

Ein großer, dramatischer Roman über das engverflochtene Schicksal einer Handvoll Menschen, die der Spanische Bürgerkrieg zu Gegnern und zu Liebenden macht. Seit Carlos Ruiz Zafóns Der Schatten des Windes hat es keinen Roman aus Spanien gegeben, der seine Leser so in den Sog einer faszinierenden Geschichte zieht wie dieser.
Was geschah wirklich am 18. Oktober 1944 in dem Pyrenäenort Torena? Als Tina Bros sechs Jahrzehnte später in der alten Dorfschule ein hinter der Schiefertafel verborgenes Tagebuch entdeckt, ahnt sie nicht, daß sie an Dinge rührt, die in ihrer Verquickung aus Schuld und Scham, aus Leidenschaft und Fanatismus das ganze Drama einer schlimmen Zeit spiegeln. Noch weniger ahnt sie, daß der Schatten von damals bis in ihre eigene Gegenwart ragt.
In den Händen hat sie die Lebensgeschichte des Dorfschullehrers Oriol Fontelles einen langen Brief an seine Tochter, der diese nie erreicht hat, die Bitte, von ihr und der Nachwelt nicht verurteilt zu werden. Tina, deren eigenes Leben in Unordnung geraten ist, setzt alles daran, herauszufinden, was damals tatsächlich geschah. Sie erfährt von Oriols tragischer Liebesbeziehung zu der schönen und mächtigen Elisenda Vilabrú, deren Vater und Bruder zu Beginn des Bürgerkriegs von Anarchisten ermordet wurden, davon, wie Elisenda in ihrem Bedürfnis nach Rache alle Fäden zieht und wie ihr Geliebter Oriol Fontelles als heimlicher Widerständler ein gefährliches Doppelspiel beginnt, das in der Dorfkirche von Torena sein schicksalhaftes Ende findet. Für Tina Bros jedoch ist die Geschichte nicht beendet, denn alter Haß und alte Leidenschaften gären weiter, die Vergangenheit ist nicht vergangen.
Jaume Cabré ist ein Meister der Dramatik: Wie im Film wechseln die Szenen in raschem Schnitt, die Stimmen der Protagonisten lösen einander ab, und das ungeheuerliche Geschehen erschließt sich dem Leser, als wäre er selbst dabei. Er liest die bewegende Geschichte von kleinlicher Bosheit und heimlicher Größe, von mörderischem Haß, von Liebe und Verrat und davon, wie die Mächtigen die Geschichte schreiben. Cabrés Roman schreibt mit kraftvoller Stimme dagegen an.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 666 S.
  • Seitenzahl: 666
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4049
  • Best.Nr. des Verlages: 46049
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 120mm x 34mm
  • Gewicht: 464g
  • ISBN-13: 9783518460498
  • ISBN-10: 3518460498
  • Best.Nr.: 23865411
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.04.2008

Drama des loyalen Mannes
Jaume Cabré erzählt Bürgerkriegslügen

Der spanische Schriftsteller Jaume Cabré führt uns zurück ins zwanzigste Jahrhundert: Er erzählt Geschichten aus rund sieben Jahrzehnten, die sich vorwiegend im felsigen Katalonien abspielen, in Spaniens Teil der Pyrenäen. Zentraler Schauplatz ist ein Ort namens Torena, eine Mischung von Dorf und Kleinstadt, deren Einwohner für alles stehen, was Menschen antreibt und umtreibt: Liebe und Hass, religiöse Demut und ideologische Verbohrtheit, Ehrgeiz und Gewinnsucht, Ängste jeder Art und Sehnsucht nach Geborgenheit. Im Grunde könnte dieses Torena überall auf Erden liegen, doch der Autor hat es auf den gebirgigen Norden jener spanischen Provinz fixiert, in deren Süden, in Barcelona, er selbst 1947 geboren wurde.

Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Buch der Spanische Bürgerkrieg. Der erfolgreiche Griff des Falange-Führers Franco nach der Macht ist das früheste der behandelten Ereignisse, doch keineswegs dasjenige, mit dem die Handlung einsetzt. Denn es ist die Eigenart dieses Romans, dass die einzelnen Geschichtsabschnitte, die ihm die Hintergründe liefern, nicht in …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Jaume Cabres Roman über die düstere Zeit des spanischen Bürgerkriegs, der Franco-Diktatur und deren Spätfolgen bis heute hat Kersten Knipp tief beeindruckt. Auch wenn das Buch als Beitrag zu den aktuellen Debatten um die spanische Geschichtspolitik gelesen werden kann, versteht er es keinesfalls als Thesenroman. Dafür scheint ihm das Buch, das in vielen verwickelten Geschichten die Biografien mehrerer Generationen lebendig werden lässt, viel zu "kunstvoll". Besonders lobt Knipp die erzählerischen Fähigkeiten des Autors, sein souveränes Spiel mit Wechseln von Zeiten und Ebenen, und das eindringliche historische Panorama, das er zeichnet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Jaume Cabré, geboren 1947 in Barcelona, gehört zu den von Kritik und Publikum heute am meisten geschätzten katalanischen Autoren. Der Roman Die Stimmen des Flusses wurde mit dem Preis der spanischen Kritik ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Die Stimmen des Flusses" von Jaume Cabré

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Kundenbewertungen zu "Die Stimmen des Flusses" von "Jaume Cabré"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von Mia am 10.08.2010 ***** sehr gut
Ich fand das Buch sehr spannend, aber mindestens genauso schwer zu lesen.
Es ist kein Buch, was man nebenbei bisschen schmöckern kann, sondern man muss wirklich konzentriert lesen. Geschichtliches Hintergrunwissen hilft einem sicher beim Verständnis.
Die Zeitsprünge machen die vielen Seiten etwas lebendiger!
Fazit: Gut geeignet, wenn man sich auf Grundlage eines Romans mit der Geschichte des spanischen Bürgerkriegs auseinander setzten möchte, ungeeignet, wenn man eine unterhaltende leichte Lektüre für den Strand sucht!

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Bewertung von sabatayn76 am 01.05.2010 ***** ausgezeichnet
Inhalt:
Die Lehrerin Tina Bros findet in einer abbruchreifen Schule eine alte Zigarrenkiste mit den Aufzeichnungen von Oriol Fontelles. Oriol war Lehrer in Torena, einem kleinen Ort in den Pyrenäen, und wurde 1944 in der Kirche ermordet. Tina sucht nach der Wahrheit und erforscht die Geschichte und die Geschichten des Dorfes, stößt auf Geheimnisse, Verschwörungen und Intrigen, erfährt von großer Leidenschaft, von Verrat und von Schuld. Immer mehr verschmilzt die Vergangenheit mit Tinas Leben und mit den jüngsten Ereignissen im Ort.

Mein Eindruck:
Cabré wechselt häufig die Zeit und die Perspektive, ohne dies im Text zu kennzeichnen. Sehr schnell werden zahlreiche Protagonisten eingeführt, deren Verbindung zueinander und deren zeitliche Einordnung anfangs noch unbekannt und eher verwirrend ist. Anfangs habe ich bisweilen die Orientierung verloren. Sobald ich mich jedoch eingelesen und mich auf Cabrés Stil eingelassen hatte, entstand ein sehr komplexes Bild des Dorfes, seiner Bewohner und des Franquismus. Cabré berichtet von Bespitzelungen, von Verhören, von Folterungen, von Gewalt, von Hinrichtungen, vom Widerstand. Er tut dies bisweilen in schonungsloser, doch stets in glaubwürdiger Weise. Durch die plötzlichen Zeitsprünge zeigt er den fließenden Übergang zwischen Vergangenheit und Gegenwart und betont die Konsequenzen, die Geschichte Im Kleinen wie im Großen hat.

Mein Resümee:
Ein spannender Einblick in die Zeit des Franquismus.

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Bewertung von Grumi aus München am 22.03.2010 ***** ausgezeichnet
Nichts für zwischendurch, kann etwas dickflüssig vorkommen, aber die Geschichte ist genial, und sehr spannend. Sehr lebendig durch die ständige Zeitsprunge. Wer geduldig liest hat wirklich ausgiebig Lesevergnügen

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Bewertung von Ritja aus Deutschland am 16.11.2009 ***** sehr gut
Der Start in die Geschichte ist etwas mühsam. Der Autor springt völlig unvermittelt zwischen verschiedenen Zeiten hin und her. Dabei geht er nicht Kapitel- oder Abschnittsweise vor, sondern wechselt von einem Satz zum nächsten einfach den Ort, die Zeit und die Person. Wenn man sich aber in die Geschichte eingelesen hat, will man nur noch wissen, wie es weiter geht. Die Geschichte dreht sich um einen Lehrer aus dem Dorf Torena, der aus lauter Verzweiflung und Reue zum Widerstandskämpfer wird. In der Öffentlichkeit existiert jedoch ein anderes Bild von ihm...das als Verräter, der auch Kinder in den Tod schickt, das eines Faschisten. Seine schwangere Frau verläßt ihn, weil er in ihren Augen feige ist und er wird nie sein Kind sehen. Dafür schreibt er seinem Kind viele Hefte mit seinem Erlebnissen und versteckt sie vor dem Feind. 2002 findet eine Frau die Hefte und will nun die ganze Geschichte erfahren und macht sich auf dem Weg zu den Überlebenden. Eine spannende und verzwickte Geschichte, die einen langen Atem (es hätten auch 100 Seiten weniger sein können) und Aufmerksamkeit verlangt, aber sich lohnt.

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Bewertung von Joachim aus Esslingen am 07.09.2009 ***** ausgezeichnet
Eines der beeindruckendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe

Im Mittelpunkt des Buches steht ein Dorfschullehrer, der 1944 in Spanien ums Leben gekommen ist. "Er starb den Heldentod für Gott und Vaterland" steht auf seinem Grabstein - er ist also als Faschist beerdigt worden.
Im Jahr 2002 wird eine Lehrerin auf seine Geschichte aufmerksam und versucht zu heraus zu finden, was damals wirklich geschehen ist.

Die Handlung des Romans umfasst einen Zeitraum mehrerer Jahrzehnte, und es gibt mehrere miteinander verwobene Handlungsstränge. Der Reiz beim Lesen rührt vor allem daher, wie diese Handlungsstränge verwoben werden: Die Handlung springt nicht nur von Kapitel zu Kapitel vor und zurück, auch innerhalb eines Kapitels wechseln sich die Stimmen ab.

Das macht das Lesen durchaus nicht einfach. Man muss aufmerksam lesen, man muss sich dem Erzählfluss hingeben - und man muss geduldig auf Erklärungen warten. Gleich im ersten Kapitel z.B. wird ein Einbruch geschildert, der von Juri beobachtet wird, und es dauert lange, bis man begreift, warum Juri nicht eingreift.

Erzählsprünge können verwirrend oder konstruiert wirken, und Hinweise, die später aufgelöst werden, kann man als Cliffhanger lesen. Das habe ich in diesem Buch nicht so empfunden. Auf mich wirkte der Erzählfluss lebendig, und eine Wahrheit des Jahres 1944 muss man im Jahr 2002 eben erst mit einigen Umwegen ergründen.

Ich würde das Buch niemandem empfehlen, der eine einfache Lektüre sucht, und ich würde es niemandem empfehlen, der nur ein paar Seiten auf einmal lesen kann. Das Buch erfordert Zeit und Aufmerksamkeit.
Aber es lohnt die Beschäftigung!

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Bewertung von hasewue aus Mitterteich am 28.09.2008 ***** sehr gut
Ich fand „Die Stimmen des Flusses“ im großen und ganzen sehr gelungen.Das Buch ist spannend,gut geschrieben und sehr interessant,wenn man sich (so wie ich) für den Spanischen Bügerkrieg interessiert.
Auch sind die Figuren gut beschrieben,so dass man sich in ihre Lage hineinversetzen kann.

Das wenige negative an diesem Buch ist,dass die Gegenwarts- und Vergangenheitserzählungen oft ineinander hineinfließen,so dass man zunächst etwas verwirrt ist,in welcher Zeit und Szene man sich befindet und welche Personen jetzt miteinander reden. Auch fand ich die „Hauptperson“ Tina etwas naiv,was aber eher nebensächlich ist.
Am Schluss bleiben für mich auch noch einige Fragen offen.

Ich finde es schade,dass diese Aspekte nicht geklärt wurden.

Letzendlich gebe ich diesem Buch 4,5 von 5 Sternen und kann es nur jedem empfehlen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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