Die Laufmasche - Gier, Kerstin

Kerstin Gier 

Die Laufmasche

17 gute Gelegenheiten, den Traummann zu verpassen. Roman

Broschiertes Buch
 
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Die Laufmasche

"Habe ich es bisher in meinem Leben überhaupt zu was gebracht?!", fragt sich Felicitas, als sie die magische 30 überschreitet.Den Traummann hat sie noch nicht gefunden, so viel steht fest. Um ehrlich zu sein, nicht mal einen richtigen Mann. Sie hat nur Till, der wohl ewig ein Versager bleiben wird. Warum, zum Teufel, kann sich ihre Freundin damit brüsten, schon ein Paradeexemplar von Ehemann eingefangen zu haben? Als sie Erik begegnet, scheint sich das Blatt zu wenden. Nur dumm, dass gerade eine Laufmasche ihre Strümpfe ruiniert hat. Doch immerhin hat Erik ihre Beine gesehen - und das lässt Felicitas hoffen ...

Gegen Felicitas hat sich das Schicksal gleich dreifach verschworen. Den Job ist sie los, die Wohnung ebenfalls, und bei ihrem Traummann blitzt sie auch dauernd ab. Erst als die Katastrophen ihren Höhepunkt finden, wendet sich das Schicksal zu ihren Gunsten, denn in der WG ihres Traummannes wird plötzlich ein Zimmer frei.


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2009
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 269 S.
  • Seitenzahl: 304
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.16178
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 126mm x 25mm
  • Gewicht: 251g
  • ISBN-13: 9783404161782
  • ISBN-10: 3404161785
  • Best.Nr.: 07281577
Kerstin Gier, geb. 1966, schreibt humorvolle Frauenbücher. Einige ihrer Titel waren monatelang auf den Bestsellerlisten. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit ihrer Familie im Bergischen Land.

Leseprobe zu "Die Laufmasche" von Kerstin Gier

"Die sechzehnte Gelegenheit (S. 231-232)

ALS ICH MICH auf den Weg zur Arbeit machte, hatte ich seit fünfundvierzig Stunden nicht mehr geschlafen und war trotzdem kein bisschen müde. Ich sah auch nicht so aus. Keine dunklen Ringe unter den Augen, keine Knitterfältchen um den Mund – die Haut wirkte frisch und rosig wie nach einer Quarkpackung. Ich hatte meine Haare dreimal gewaschen, aber es schien mir, als hinge immer noch ein goldener Glitterschimmer über dem Scheitel. Ich konnte mich nicht erinnern, dass er vorher schon dagewesen war, aber was nach dreimal Waschen nicht herausgeht, ist eben Natur!

Es war noch dunkel, als ich in mein Auto stieg, aber der Himmel war klar und dunkelblau. Alle Ampeln standen auf Grün, wenn ich sie erreichte, alle, bis auf eine. Am Bürgersteigrand neben der roten Ampel hing das Plakat eines Zirkus, und darauf stand mit großen Buchstaben: TRÄUME NICHT DEIN LEBEN – LEBE DEINEN TRAUM. Ja, dachte ich spontan, genau das ist es. Ich verstand, warum ausgerechnet diese Ampel rot angezeigt hatte – an Zufälle glaubte ich nicht mehr. Der Parkplatz der Firma Hoppe war noch ziemlich leer, als ich dort eintraf. Frau Hellmann stand allerdings schon hinter ihrem Empfangstresen und sah nicht so aus, als wäre sie in der Zwischenzeit jemals zu Hause gewesen.

»Frohes neues Jahr«, sagte ich zu ihr. »Auch so was, Frau Trost«, brummte Frau Hellmann und nannte damit zum ersten Mal meinen richtigen Namen. Hinter mir kam Frau Stattelmann durch die Drehtüre. Sie sah aus, als hätte sie sich über die Feiertage ordentlich besoffen. »Frohes neues Jahr«, wünschte ich ihr. Sie erwiderte nichts. Seit der Geschichte mit dem entwendeten Führstrick und den Arabern sprach sie nicht mehr mit mir. Schweigend schritten wir nebeneinander die Treppe hinauf. Oben auf dem Flur standen Frau Daubenbüschel und Frau Saalbach vor Frau Müller-Seitz’ Bürotüre und warteten.

»Ein frohes neues Jahr«, rief ich beschwingt. »Frohes Neues«, erwiderte Frau Daubenbüschel lächelnd. »Sehr witzig«, murmelte Frau Saalbach. Die Arme hatte ihren Fluch offenbar ins neue Jahr mitgenommen. »Wir warten auf Frau Müller-Seitz«, informierte mich Frau Daubenbüschel. »Unsere Computer sind abgestürzt.« »Frau Müller-Seitz wird heute nicht kommen«, ließ Frau Stattelmann verlauten und setzte mit unverhohlener Schadenfreude hinzu: »Der ist der neue Schneidezahn wieder rausgebrochen.« »Wer hilft uns denn dann mit den Computern?« »Ich«, sagte die Stattelmann. »Wohl oder übel. Aber dass Sie das eine wissen: Ich habe keinerlei Alimente, alle fünf Minuten woanders hinzurennen."

Kundenbewertungen zu "Die Laufmasche" von "Kerstin Gier"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.8 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 18.08.2010 ***** gut
Klassentreffen sind schrecklich, ganz besonders die zehnjährigen bei dem jeder und jede präsentieren was er oder sie geschafft hat. Dumm nur, wenn man zu denen gehört, die wie Felicitas Trost mit 29 immer noch sozusagen Single ist und alle anderen den Anschein erwecken verheiratet, vom Glück verwöhnt zu sein und unheimlich erfolgreich zu sein, nur man selber passt da so gar nicht dazu. Hätte Felicitas geahnt, dass mit diesem Klassentreffen das (Un-)Glück seinen Lauf nehmen würde, hätte sie dann den Kettenbrief angenommen und sich in den grünäugigen Unbekannten verliebt?
Die Bilanz zu Weihnachten jedenfalls ist vernichtend: Arbeitslos geworden, schrecklichen Job angenommen, wohnungslos und wieder bei Muttern daheim. Das Aufregendste Erlebnis war die Ummeldung ihres Autos, die aufregendste Männergeschichte ein Kinobesuch in einem Film mit Keanu Reeves. Einziger Lichtblick in diesem trostlosen Jahr war die Begegnung mit dem grünäugigen Traummann, aber der ist noch oder wieder vergeben.

Das Buch ist einer der lustigeren Romane von Kerstin Gier, auch wenn sich die Situationen und Stereotypen immer wieder wiederholen.
Auch diese Heldin ist wieder mal ein wenig moppelig und kämpft mit ein paar Kilos, liebt Marzipankartoffeln, arbeitet(e) bei einem Verlag und sucht Mr. Right. Das Buch erschien zum ersten Mal 1997 und das merkt man leider auch. Nach 10 Jahren währe definitiv eine Überarbeitung der Währung von DM zu EUR angebracht und auch einige vergleiche waren mir nicht mehr sofort verständlich. Wer war Anneliese Rothenberger, Robert Mapplethorpe, Stentofon, Shere Hite und Lotti Krekel? Vielleicht bin ich zu jung, vielleicht waren diese Menschen 1997 bekannt, ich kannte sie jedenfalls vorher nicht.
Auch die Büroszenen, die wieder einmal sehr witzig sein, kommen einem langsam ein wenig bekannt vor aus Büchern wie „Männer und andere Katastrophen“ oder „Lügen, die von Herzen kommen“. Die Charaktere dieses sehr speziellen Büros sind wunderbar überspitzt, aber jeder ist ihnen in seinem Büroalltag schon mal in der einen oder anderen Weise begegnet. Auch die nervigen Nachbarn und die beste Freundin und gute Kollegin dürfen in diesem Buch natürlich nicht fehlen.
Zu guter Letzt frage ich mich, wie kam Felicitas an Sylvester wieder aus ihrem Kleid heraus?

Fazit: Ein witziger Frauenroman, und wenn man noch keine Kerstin Gier Bücher kennt sicherlich sehr lustig. Nach einigen Büchern der Autorin jedoch beginnen sich die Personen, Situationen und Stereotypen leider zu wiederholen. Die verpassten Möglichkeiten und Treffen mit dem Traummann wirken schon ein wenig konstruiert, wenn auch nicht vollkommen unrealistisch. Seichte Frauenliteratur ohne Anspruch. Was nettes für zwischendurch.

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Bewertung von Urgroßmutter aus Berlin am 10.04.2010 ***** gut
"Die Laufmasche" liest sich nicht besser, aber auch nicht schlechter als die anderen Bücher von Kerstin Gier. Allerdings an den spritzigen Humor der Mütter-Mafia, der Patin und Gegensätze ziehen sich aus reicht es nicht heran. Zu schade, dass es davon keine Fortsetzung gibt. Oder darf man darauf hoffen?

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 11.04.2009 ***** sehr gut
Jeder der über mehere Jahre die gleiche Schule besucht hat, kann sich absolut in die Handung des Buches hinein versetzen.
Total witzig geschrieben und sehr realistisch.

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Bewertung von Melanie am 09.01.2005 ***** ausgezeichnet
lustiges Frauenbuch mit viel Pfiff, in dass sich (nicht nur) jede Singlefrau wunderbar hineinversetzen kann. Wer auf Humor a la Bridget Jones steht, legt auch dieses Buch ungern aus der Hand ;o)

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