Der Hase mit den Bernsteinaugen - De Waal, Edmund
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Edmund De Waal 

Der Hase mit den Bernsteinaugen

Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi

Übersetzung: Hilzensauer, Brigitte
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Der Hase mit den Bernsteinaugen

264 Netsuke, Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein aus Japan, liegen in der Vitrine des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi. Wie sie dorthin gelangten, erzählt de Waal in einem Erinnerungsbuch, das vom Paris der Belle Époque ins Wien des Fin de siècle führt und vom Tokio der 1950er Jahre über Odessa nach London. Die Ephrussi, einst an Reichtum und Einfluss den Rothschilds ebenbürtig, erlebten mit dem Anschluss 1938 den Niedergang - ihr gesamtes Vermögen wurde arisiert. Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, eine Wunderkammer, eine brillant geschriebene Erkundung über Besitz und Verlust, über das Leben der Dinge und die Fortdauer der Erinnerung.


Produktinformation

  • Verlag: Zsolnay
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 349 S.
  • Seitenzahl: 352
  • Best.Nr. des Verlages: 551/05556
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 152mm x 35mm
  • Gewicht: 598g
  • ISBN-13: 9783552055568
  • ISBN-10: 3552055568
  • Best.Nr.: 33335394
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.08.2011

Vom unsichtbaren Wert der Dinge

Fin-de-Siècle-Paris, "Anschluss" in Wien, Exil in Tokio, schließlich London: Edmund de Waals Buch "Der Hase mit den Bernsteinaugen" erzählt mehr als die bewegende Geschichte seiner Familie

Der Engländer Edmund de Waal, 46, ist im Hauptberuf Keramiker. Seine Porzellangefäße werden in Museen wie dem Victoria & Albert oder der Tate Britain ausgestellt, er ist Professor für Keramik an der University of Westminster in London, hat einige Bücher über Kunst und Keramik veröffentlicht. Dass er sich mit über vierzig Jahren dazu entschloss, ein Buch über die Geschichte seiner Familie zu schreiben, hat nicht nur innerhalb seiner Familie für einige Verwunderung gesorgt - auch er selbst scheint immer noch einigermaßen überrascht darüber zu sein. "Ich unterscheide immer zwischen meinem normalen und meinem neuen Beruf", sagt er und scheint sich noch nicht so recht daran gewöhnt zu haben, dass er inzwischen auch als Schriftsteller erfolgreich ist. Sein Buch "Der Hase mit den Bernsteinaugen", das monatelang in den englischen Bestsellerlisten stand, mit mehreren Preisen ausgezeichnet und in 25 Sprachen übersetzt wurde, ist …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Die Intensität, mit der Edmund de Waal, Erbe einer japanischen Tier- und Pflanzensammlung aus Holz, entfernter Verwandter des Kunstmäzens Charles Ephrussi, seine abwechslungsreiche Familiengeschichte anhand von Häschen und Kamel erzählt, zieht Renate Wiggershaus in den Bann. So sehr, dass sie uns das Buch geschwind zusammenfasst. Der Autor kann das aber besser, versichert sie glaubhaft. Plastisch, leidenschaftlich und viel detaillierter natürlich erzähle de Waal anhand von Dokumenten und Lektüren mal rasant, mal mit langem Atem.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.12.2011

Starrer Blick aus Elfenbein
Edmund de Waal erzählt die verschlungene Geschichte seiner jüdischen Familie
Sie sind klein, sehr klein, aus Elfenbein, Buchsbaum oder Kastanie. Zwei Zentimeter Durchmesser können alles sein: ein Küfer, der mit einer Deichsel an einem Fass arbeitet. Oder eine Ratte – erstaunlich viele Ratten sieht man, die ihren langen Schwanz um Wassereimer oder tote Fische winden. Andere Netsuke bleiben rein dekorativ: ein Mädchen im Zuber, ein Strudel aus Muschelschalen. Als Gegengewicht, etwa zu einem Lackkästchen, wurden die Netsuke, winzige japanische Schnitzereien, am Kimono getragen, als bedeutsames Accessoire. Das und mehr erfährt der 1964 in Nottingham geborene Edmund de Waal, während er einer 264-teiligen Sammlung von Netsuke nachzuforschen beginnt, die sein Urgroßonkel Charles Ephrussi in den 1870er-Jahren in Paris erwarb. Auch dass de Waal heute in London lebt, hat mit dem Schicksal der Sammlung zu tun, die am Ende des 20. Jahrhunderts wieder in Japan angelangt war – bei Großonkel Iggie, wo De Waal, selbst ein renommierter Töpfer, sie zum ersten Mal sieht.
Mit Proust gut bekannt, war dieser Onkel Charles eines der Vorbilder …

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"Weniger ein Erinnerungs- denn ein Einfühlungsbuch, zeigt diese Spurenlese in der Geschichte einer sehr vermögenden Familie, dass in der eigenen Bescheidenheit zu jeder Zeit die größte Eleganz liegt. ... Eine unbedingt zu erlesende Kostbarkeit." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.11

"Das Buch hat einiges von einem Netsuke: es ist so kompakt wie fein ziseliert, so charismatisch wie subtil. Der Blick darauf schärft das Auge gleichermaßen für das Detail wie er die Vorstellungskraft entzündet und seinen Gegenstand in den Wunsch hinein erweitert, mehr und immer mehr erfahren zu wollen." Gudrun Hamböck, Ö1 ex libris, 18.09.11 "Ein Buch, das man nicht genug preisen kann für seine Liebe und seine Neugier, für seine Sorgfalt und Souplesse im Umgang mit tragischen Wirklichkeiten; dafür, dass es in Hinblick auf scheinbar Bekanntes ungeahnte Horizonte aufreisst; dass es die Grösse der versunkenen jüdisch-europäischen Kultur belegt, das Sinn-Universum der Familie beschwört und daran erinnert, dass wir Menschen nicht allein sind. Denn es gibt den Trost von Dingen, die uns als Zeugen begleiten und uns in eine Ordnung rücken, ohne dass wir es ahnen. (...) Selten ist einem eine Kartografie jüdischer Erinnerung so unter die Haut gefahren wie diese." Andreas Breitenstein, Neue
Edmund de Waal wurde 1964 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Er ist Professor für Keramik an der University of Westminster und stellte u.a. im Victoria and Albert Museum und in der Tate Britain aus. Er lebt in London.

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