Das Echo der Schuld - Link, Charlotte

Charlotte Link 

Das Echo der Schuld

Roman

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Das Echo der Schuld

"'Echo der Schuld', der neue gnadenlos spannende Krimi von Charlotte Link steht nicht umsonst schon wieder wochenlang auf sämtlichen Bestsellerlisten - er lässt den Leser die Nacht zum Tag machen, Haltestellen verpassen und Fingernägel abknabbern." -- WOCHENBLATT

"Mit ihrem neuen Psycho-Thriller ist Charlotte Link ein großartiger Roman gelungen: fesselnd, strukturiert, hochspannend - und dichter als ihre Vorgängerromane. Kein Problem, dieses 541 Seiten starke Werk in einem Rutsch zu lesen. 'Das Echo der Schuld' möchte man nicht mehr aus der Hand legen. ... Link hat einen Psycho-Thriller geschrieben, der Schauer über den Rücken jagt und durch kluge Wendungen überrascht." -- Main-Echo

"Gnadenlos spannend lotet Link die Untiefen menschlicher Gefühle aus." -- Schweriner Volkszeitung

Fesselnd, abgründig, raffiniert – einfach meisterhaft. Die neue Charlotte Link!
Gnadenlos spannend lotet Charlotte Link die Untiefen und verborgenen Strömungen menschlicher Gefühle aus. Sie entwirrt scharfsichtig die Netze der Vergangenheit und beschreibt feinfühlig die seelischen Landschaften ihrer Charaktere.
Minutenschnell sinkt ein Segelboot nach der Kollision mit einem Frachter vor der Isle of Skye, Meilen vor Schottlands wilder Küste. Ihr Leben ist alles, was die deutschen Aussteiger Livia und Nathan Moor noch retten können. Virginia Quentin und ihr Mann nehmen die Schiffbrüchigen in ihrem Ferienhaus auf. Nathan, der sich über alle Regeln des Anstands hinwegsetzt und ihr ungebeten in das düstere Zuhause in Norfolk folgt, stößt die verschlossene Virginia anfangs ab. Doch es ist auch Nathan, dem es gelingt, sie am einzigen Punkt zu berühren, an dem Virginia in ihrer Einsamkeit empfänglich ist. Virginia öffnet sich ihm mehr als je zuvor einem anderen Menschen und erzählt ihm ihre Geschichte – vom Echo der Schuld, das sie in jeder Sekunde ihres Lebens zu hören meint.
In einem kurzen Augenblick des inneren Friedens bricht das Entsetzen in die Gegenwart ein: Die kleine Kim, Virginias siebenjährige Tochter, kehrt von der Schule nicht mehr heim. Und bleibt spurlos verschwunden. Ist sie vor der zerbrechenden Ehe ihrer Eltern geflohen? Oder ist sie Opfer eines Verbrechers geworden, der bereits zwei andere Mädchen getötet hat? Zu ihrem Entsetzen muss Virginia feststellen, dass womöglich sogar Nathan etwas mit den schrecklichen Geschehnissen zu tun hat…


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2006
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 541 S.
  • Seitenzahl: 544
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 147mm x 47mm
  • Gewicht: 762g
  • ISBN-13: 9783764502317
  • ISBN-10: 3764502312
  • Best.Nr.: 20855796

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Hämisch verkündet der Rezensent Michael Rutschky, dass dieser Krimi nach einer TV-Fassung im Stil der Rosamunde-Pilcher-Filme lechzt. Gelangweilt zählt er alle faktischen Unstimmigkeiten, figurenpsychologischen Mangelerscheinungen und überflüssigen Handlungsstränge auf und kommt zu dem Schluss, dass Link gut daran getan hätte, einen dieser Erzählfäden, nämlich die Dreiecksgeschichte zwischen dem Ehepaar Quentin und dem gutaussehenden, windigen Abenteurer Nathan Moor, zu ihrem eigentlichen Sujet zu machen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Gnadenlos spannend lotet Link die Untiefen menschlicher Gefühle aus."

"Eine der ganz großen Erzählerinnen der Gegenwart." Journal für die Frau

"Gnadenlos spannend lotet Link die Untiefen menschlicher Gefühle aus."
Charlotte Link, geboren 1963, gehört zu den erfolgreichen deutschen Autorinnen der Gegenwart. Veröffentlichung großer Gesellschaftsromane (mit z. T. TV-Verfilmungen) sowie psychologischer Spannungsromane in bester englischer Erzähltradition. Die Autorin, seit vielen Jahren aktive Tierschützerin, lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main. 2007 wurde sie für ihr literarisches Werk mit der "Goldenen Feder" ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Das Echo der Schuld" von Charlotte Link

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Leseprobe zu "Das Echo der Schuld" von Charlotte Link

Im Traum sah er den kleinen Jungen vor sich. Die blitzenden Augen. Das strahlende Lachen. Die Zahnlücken. Die Sommersprossen, die im Winter verblassten und im Frühjahr mit den ersten Sonnenstrahlen aufblühten. Die dichten dunklen Haare, die so eigenwillig in alle Himmelsrichtungen abstanden. Er konnte sogar seine Stimme hören. Sehr hell, sehr melodisch. Eine weiche, fröhliche Kinderstimme. Er konnte ihn riechen. Es war ein ganz besonderer Geruch, der nur zu dem Jungen gehörte. Es war ihm nie gelungen, diesen Geruch genau zu beschreiben, weil er so einzigartig war. Eine Mischung vielleicht aus dem Salz, das der Wind vom Meer her manchmal bis weit ins Landesinnere trug und das nur noch schwach, ganz zart wahrnehmbar war. Und aus dem würzigen Duft, den die Sonnenstrahlen der Baumrinde entlockten. Aus den Gräsern, die im Sommer am Wegrand wuchsen.

Manchmal hatte er seine Nase in den Haaren des Jungen vergraben, um den Geruch tief einzuatmen. Im Traum nun tat er es wieder und empfand seine Liebe zu diesem Kind fast schmerzhaft. Dann begann das Bild des strahlenden Jungen zu verblassen, und andere Bilder schoben sich darüber. Der hellgraue Asphalt einer Straße. Ein lebloser Körper. Ein kalkweißes Gesicht. Sonne am blauen Himmel, blühende Narzissen, Frühling.

Er setzte sich ruckartig im Bett auf, hellwach von einem Moment zum anderen, schweißnass. Sein Herz hämmerte laut und schnell. Es verwunderte ihn, dass die Frau, die neben ihm lag und schlief, nicht wach wurde von diesem Herzschlag. Aber es war in jeder Nacht so, in jeder Nacht seit dem Unglück: Er verstand nicht, dass sie schlafen konnte, während ihn die Bilder quälten und aus den Träumen rissen. Immer die gleichen Bilder von der Straße, dem Körper, dem blauen Himmel, den Narzissen. Irgendwie machte das alles noch schlimmer: dass es Frühling war. Er hegte den völlig irrationalen Gedanken, er würde die Bilder eher ertragen, wären sie von schmutzigen Schneerändern am Straßenrand begleitet. Aber vermutlich stimmte das nicht. Er würde sie so oder so nicht ertragen.

Er stand leise auf, schlich an den Schrank, zog ein frisches T-Shirt heraus. Das völlig verschwitzte, das er trug, streifte er über den Kopf, ließ es auf den Boden fallen. Er musste sein Hemd jede Nacht wechseln. Nicht einmal das bekam sie mit.

Vor dem Schlafzimmerfenster gab es keine Läden, und der Mond schien, so dass er sie recht gut sehen konnte. Ihr schmales, kluges Gesicht, die langen blonden Haare, die sich über das Kopfkissen ausbreiteten. Sie atmete ruhig und gleichmäßig. Er betrachtete sie voller Zärtlichkeit und stellte sich gleich darauf die Frage, die er sich in jeder seiner schlaflosen Nächte stellte: Liebte er den Jungen so sehr, weil er ihre Liebe nicht gewinnen konnte? Hatte er seinen Geruch so begierig eingesogen, weil sie ungeduldig wurde, wenn er mit geschlossenen Augen an ihren Haaren, an ihrer Haut zu riechen versuchte? Hatte er sich vom Lächeln des Kindes verzaubern lassen, weil sie ihm kaum mehr ein Lächeln schenkte?

Vielleicht, dachte er, ist es müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Denn der Junge würde sterben. In den Nächten wusste er dies mit glasklarer Gewissheit. Tagsüber schaltete er seinen Verstand ein und sagte sich, dass es nicht so kommen musste, dass er es zumindest nicht vorhersehen konnte. In den Nächten aber, kaum aus den Träumen erwacht, sprach nicht sein Kopf zu ihm, sondern eine Stimme aus seinem Unterbewusstsein, und die ließ sich nicht zum Schweigen bringen.

Der Junge wird sterben. Und es ist deine Schuld. Er begann leise zu weinen. Er weinte in jeder Nacht.

Die schöne blonde Frau in seinem Bett vermochte er dadurch nicht zu wecken, sie bemerkte seine Tränen so wenig wie seinen Herzschlag und sein gehetztes Atmen. Sie hatte schon vor so langer Zeit aufgehört, sich für ihn zu interessieren, dass sie kaum in der Lage sein würde, nun damit anzufangen, nur weil eine Katastrophe in sein Leben getreten war.

Irgendwann, ein paar Nächte zuvor, hatte er überlegt, wie es wäre, einfach fortzugehen. Sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen: das Haus, den Garten, seine Freunde, seine vielversprechende Karriere. Die Frau, die sich nicht mehr für ihn interessierte. Vielleicht sogar seinen Namen, seine Identität. Alles, was zu ihm gehörte. Am liebsten auch die Bilder, die ihn so quälten, aber da machte er sich nichts vor: Gerade sie würde er nicht loswerden. Wie sein eigener Schatten würden sie ihm folgen, immer dort sein, wo er gerade war. Aber vielleicht konnte er sie besser ertragen, wenn er stets in Bewegung blieb, sich nie zu lange an einem Ort aufhielt, nirgendwo verweilte, keine Wurzeln mehr schlug.

Man konnte seiner eigenen Schuld nicht davonlaufen. Aber man konnte versuchen, so schnell zu laufen, dass man ihr nicht ständig in die verzerrten Züge blicken musste. Vielleicht war es ein richtiger Gedanke. Wenn der Junge starb, würde er gehen.

Erster Teil

Sonntag, 6. August 2006

Rachel Cunningham sah den Mann, als sie von der Hauptstraße in die kleine Sackgasse abbog, an deren Ende sich die Kirche und unweit davon das Gemeindehaus befanden. Er trug eine Zeitung unter dem Arm, hielt sich im Schatten eines Baumes und schaute sich ein wenig teilnahmslos in der Gegend um. Hätte er nicht am vergangenen Sonntag an genau derselben Stelle gestanden, er wäre Rachel wohl kaum aufgefallen. So aber dachte sie: Komisch. Schon wieder der! Aus der Kirche konnte sie das Dröhnen der Orgel und den Gesang der Gemeinde hören. Gut, dort war die Messe noch in vollem Gang. Ihr blieb also noch Zeit, bis der Kindergottesdienst anfing. Donald, ein netter junger Theologiestudent, war damit betraut. Rachel schwärmte ein bisschen für Don, wie die Kinder ihn nannten, deshalb war sie gern etwas zu früh dran, um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Don hielt seine Gottesdienste im Gemeindehaus ab. Wenn man ganz vorne saß, kam man öfter dran, hatte Rachel herausgefunden, und man durfte mehr Aufgaben übernehmen: die Tafel sauberwischen zum Beispiel, oder helfen, den Diaprojektor zu bedienen. Angesichts ihrer Verliebtheit war Rachel ziemlich begierig auf derartige Bevorzugungen. Ihre Freundin Julia behauptete allerdings, mit ihren acht Jahren sei Rachel viel zu jung für einen erwachsenen Mann und wisse noch gar nichts von der wahren Liebe.

Als ob, dachte Rachel, Julia dies beurteilen könnte! Rachel ging jeden Sonntag in den Kindergottesdienst, außer wenn ihre Eltern etwas gemeinsam mit den Kindern geplant hatten. Nächsten Sonntag zum Beispiel, da hatte Mums Schwester Geburtstag, und sie würden schon früh am Morgen zu ihr nach Downham Market fahren. Rachel seufzte. Kein Don. Ein öder, langweiliger Tag mit vielen Verwandten, die sich ständig über Dinge unterhielten, die sie nicht interessierten. Und danach würden sie gleich in die Ferien aufbrechen. Für fast zwei Wochen. In irgendein blödes Ferienhäuschen auf der Insel Jersey.

"Hallo!", sagte der fremde Mann, als sie an ihm vorüberging.

"Na, was hat dir denn die Laune verhagelt?" Rachel zuckte zusammen. Sie hätte nicht gedacht, dass sich die missmutigen Gedanken offenbar so deutlich auf ihrem Gesicht abzeichneten.

"Ach, nichts", sagte sie und merkte, dass sie ein bisschen rot wurde.

Der Mann lächelte. Er sah nett aus.

"Schon gut. Fremden soll man sich ja nicht gleich anvertrauen. Sag mal, gehst du in die Kirche? Da bist du nämlich ein wenig spät dran."

"Ich gehe in den Kindergottesdienst", sagte Rachel, "und der fängt erst an, wenn die Kirche aus ist."

"Hm, ja. Verstehe. Den veranstaltet doch... na, wie heißt er...?"

"Donald."

"Donald. Richtig. Alter Bekannter von mir. Wir hatten ein paar Mal miteinander zu tun... Ich bin Pfarrer, weißt du. In London."

Rachel überlegte, ob es in Ordnung war, dass sie hier stand und mit einem wildfremden Mann redete. Ihre Eltern sagten immer, sie solle sich von Fremden nicht ansprechen lassen und gleich weitergehen, wenn es jemand versuchte. Andererseits wirkte dieser Mann so nett, und die Situation schien völlig ungefährlich. Der helle, sonnige Tag. Die singenden Stimmen in der Kirche. Vorne auf der Straße promenierten Spaziergänger vorüber. Was sollte hier schon passieren?

Weißt du", sagte der Mann, "offen gestanden habe ich gehofft, jemanden aus dem Kindergottesdienst zu treffen. Und zwar jemanden, der mir helfen kann. Du siehst mir sehr aufgeweckt aus. Meinst du, dass du ein Geheimnis für dich behalten kannst?"

Und ob Rachel das konnte. Julia hatte ihr schon viele Geheimnisse anvertraut, und sie hatte sich noch nie verplappert.

"Klar kann ich das", erwiderte sie.

"Es ist nämlich so, dass ich meinen alten Freund Donald gern überraschen würde", sagte der Mann. "Er hat keine Ahnung, dass ich wieder in der Gegend bin. Ich war lange in Indien. Kennst du Indien?"

Rachel wusste, dass das ein Land in weiter Ferne war und dass die Menschen, die von dort kamen, eine dunklere Hautfarbe hatten als die Engländer. In ihre Schulklasse gingen zwei indische Mädchen.

"Ich war da noch nicht", sagte sie.

"Aber es würde dich doch interessieren, Bilder von dort zu sehen, oder? Von den Kindern in ihren Dörfern. Wie sie leben und spielen, und wo sie zur Schule gehen. Na, wäre das nicht spannend?"

"Doch. Ja."

"Siehst du. Und ich habe ganz viele Dias von Indien. Die würde ich gern in eurem Kindergottesdienst zeigen. Aber ich brauche jemanden, der mir dabei assistiert."

Das Wort kannte Rachel nicht. "Was heißt das?"

"Nun, jemanden, der mir hilft, die Kästen mit den Dias hineinzutragen. Die Leinwand aufzuhängen. Glaubst du, dass du das könntest?"

Das hörte sich genau nach einer Aufgabe an, wie Rachel sie liebte. Sie stellte sich vor, wie Don staunen würde, wenn sie mit seinem alten Freund ankam und dann mit ihm Dias von jenem fernen Land zeigte. Julia würde platzen vor Neid!

"Das könnte ich! Auf jeden Fall! Wo sind denn die Dias?"

"Halt", bremste der Mann. "Die habe ich noch nicht dabei. Ich wusste ja nicht, dass ich hier eine so begabte, hilfsbereite Person wie dich treffen würde. Ich dachte an den nächsten Sonntag?"

Rachel wurde schwach vor Schreck. Ausgerechnet der nächste Sonntag! Den sie bei ihrer Tante in Downham Market verbringen würde... Und anschließend die Ferien auf Jersey...

"Oh, das ist ja furchtbar! Da bin ich nicht hier! Meine Eltern..."

"Dann muss ich doch versuchen, jemand anderen zu finden", meinte der Mann.

Das war eine schier unerträgliche Vorstellung.

"Bitte", flehte Rachel, "können Sie nicht noch...", sie rechnete hastig nach, "...noch drei Wochen warten? Wir fahren nämlich in die Ferien. Aber wenn wir zurück sind, würde ich auf jeden Fall mitmachen! Ganz sicher!"

"Hm", überlegte der Mann. "Das dauert aber noch ganz schön lange", meinte er dann.

"Bitte", flehte Rachel wieder.

"Glaubst du wirklich, du kannst das Geheimnis so lange für dich behalten?"

"Ganz bestimmt. Ich sage niemandem etwas! Ehrenwort!"

"Du dürftest Donald nichts erzählen, denn den will ich ja überraschen. Und deiner Mum und deinem Dad auch nichts. Meinst du, das geht?"

"Ich sage meiner Mum und meinem Dad sowieso nichts", behauptete Rachel, "die interessieren sich auch gar nicht für mich."

Das stimmte nicht ganz, das wusste sie. Aber seit drei Jahren, seitdem Sue auf der Welt war, die kleine Schwester, die Rachel nie gewollt hatte, war alles anders geworden. Früher war sie der Mittelpunkt der Welt für Mum und Dad gewesen. Jetzt drehte sich alles um den Quälgeist, der ständig beaufsichtigt werden musste.

"Und deiner besten Freundin?", vergewisserte sich der Mann. "Der sagst du auch nichts?"

"Nein. Ich schwöre es!"

"Gut. Gut, ich glaube dir. Pass auf, wir treffen uns dann am Sonntag in drei Wochen unweit meiner Wohnung. Wir fahren zu mir, und du hilfst mir, die Sachen ins Auto zu laden. Du wohnst in King's Lynn?"

"Ja. Hier in Gaywood."

"Okay. Dann kennst du sicher den Chapman's Close?"

Den kannte sie. Ein Neubaugebiet mit noch nicht fertig gestellten Mehrfamilienhäusern. Der Chapman's Close endete in einem Feldweg. Eine ziemlich einsame Gegend. Rachel und Julia fuhren dort manchmal mit ihren Fahrrädern herum.

"Ich weiß, wo das ist", sagte sie.

"Sonntag in drei Wochen? Um Viertel nach elf?"

"Ja. Ich bin ganz bestimmt da!"

"Allein?"

"Natürlich. Wirklich, Sie können sich auf mich verlassen."

"Ich weiß", sagte er und lächelte wieder sein sympathisches Lächeln, "du bist ein großes, vernünftiges Mädchen."

Sie verabschiedete sich von ihm und ging dann weiter in Richtung Gemeindehaus. Mit stolzgeschwellter Brust. Ein großes, vernünftiges Mädchen. Noch drei lange Wochen. Sie konnte es kaum abwarten.

Montag, 7. August

Am Montag, den 7. August, verschwand Liz Albys einziges Kind. Es war ein wolkenloser Sommertag, so heiß, dass man hätte meinen können, man sei in Italien oder Spanien, aber keinesfalls in England. Obwohl sich Liz schon immer über die abfälligen Bemerkungen, das englische Wetter betreffend, geärgert hatte. So schlecht war es nämlich gar nicht, die Leute klebten einfach nur an ihren Klischeevorstellungen. Zumindest war es eine Frage der Region. Der Westen, der die Wolken abbekam, die Tausende von Kilometern über den Atlantik herangezogen waren, war zweifellos recht feucht, und auch oben in Yorkshire und Northumberland regnete es oft. Aber unten in Kent klagten die Bauern in vielen Sommern über Dürre und Trockenheit, und auch in Liz' Heimat, in East Anglia, konnte man im Juli und August ganz schön ins Schwitzen geraten. Liz mochte Norfolk, wenn es ihr auch nicht immer leicht fiel, ihr Leben überhaupt zu mögen. Schon gar nicht, seitdem Sarah vor viereinhalb Jahren zur Welt gekommen war. Es war tragisch, mit achtzehn schwanger zu werden, und zwar aus purer Dummheit, weil man einem Typen vertraut hatte, der verkündete, er "werde schon aufpassen". Mike Rapling hatte offensichtlich keine Ahnung vom Aufpassen gehabt, denn schon Liz' erste sexuelle Begegnung mit ihm hatte sich als Volltreffer erwiesen. Später hatte Mike noch herumgeschimpft und behauptet, er sei hereingelegt worden, Liz habe ihn in eine Ehe nötigen wollen, aber er werde den Teufel tun, sich in seinem jugendlichen Alter bereits in Ketten legen zu lassen.

Liz hatte Ströme von Tränen vergossen.

"Und was ist mit meinem jugendlichen Alter? Und meinen Ketten? Ich habe jetzt das Kind am Hals, und mein Leben ist zerstört!"

Erwartungsgemäß hatte Mike dies nicht besonders gekümmert. Er weigerte sich rundweg, Liz zu heiraten, und verlangte sogar einen Vaterschaftstest, als das kleine Mädchen geboren war und die Frage der Unterhaltszahlungen drängend wurde. Zumindest an seiner Eigenschaft als Erzeuger konnte es danach keinen Zweifel mehr geben. Er zahlte widerwillig, wenn auch halbwegs regelmäßig, hatte aber nach zwei oder drei kurzen Besuchen jedes Interesse an seiner Tochter verloren.

Es war keineswegs so, dass Liz ein Interesse an Sarah gehabt hätte, aber ihr blieb nichts übrig, als sich irgendwie um das Kind zu kümmern. Sie hatte gehofft, ihre Mutter, bei der sie noch immer lebte, würde ihr helfen, aber Betsy Alby war so geschockt von der Tatsache, dass in Zukunft ein Baby in der winzigen Sozialwohnung im trostlosesten Viertel von King's Lynn herumschreien würde, dass sie ihrer Tochter unmissverständlich klarmachte, sie werde sich dieses Problems keinesfalls annehmen.

"Es ist dein Kind! Und es war deine idiotische Geilheit, die dich in diese Lage gebracht hat! Glaub nicht, dass irgendjemand zur Stelle ist, um dir diese Scheiße abzunehmen. Ich schon gar nicht! Du kannst verdammt froh sein, dass ich euch nicht alle beide vor die Tür setze!"

Sie hatte geschimpft und geflucht und auch später, als die Kleine da war, nicht die geringsten Anzeichen großmütterlicher Gefühle gezeigt. Eisern blieb sie bei ihrer Drohung, sie werde sich "dieses Balg nicht ein einziges Mal aufs Auge drücken lassen!". Zwar saß sie den ganzen Tag in der Wohnung vor dem Fernseher, aß Kartoffelchips und begann in den späten - und zunehmend auch in den früheren - Nachmittagsstunden mit ihrem immensen Konsum von billigem Schnaps, aber selbst wenn Liz einkaufen ging, durfte sie ihre Tochter nicht zurücklassen, sondern musste mitsamt sperrigem Kinderwagen und schreiendem Baby in den Supermarkt trotten. Es konnte für Liz keinen Zweifel geben: Dieses Ergebnis einer leichtsinnigen verliebten Aprilnacht badete sie vollkommen allein aus.

Manchmal war sie nahe daran zu verzweifeln. Dann wieder riss sie sich zusammen und schwor sich, sie würde sich nicht ihr Leben zerstören lassen. Sie war jung und attraktiv. Irgendwo musste es doch einen Mann geben, der sich trotz der Last, die sie mit sich herumtrug, ein gemeinsames Leben mit ihr vorstellen konnte. Denn so viel stand fest: Ewig wollte sie nicht in dem düsteren Loch bei ihrer Mutter sitzen, wo selbst an strahlenden Sommertagen schon frühmorgens alle Rolläden heruntergelassen waren, damit man das Fernsehbild besser erkennen konnte und keine Hitze hereindrang, die Betsy, die ständig schwitzte, fürchtete wie der Teufel das Weihwasser.

Liz wollte eine hübsche Wohnung, und am meisten wünschte sie sich einen kleinen Balkon davor, auf dem sie Blumen pflanzen konnte. Sie hoffte auf einen netten Mann, der ihr manchmal Kleinigkeiten mitbrachte, hübsche Wäsche oder ein Parfüm, und der sich als Sarahs Vater fühlen würde. Er sollte genügend Geld verdienen, so dass sie nicht mehr im Drogeriemarkt für einen kläglichen Lohn an der Kasse würde sitzen müssen. An den Wochenenden konnten sie zu dritt Ausflüge unternehmen, Picknicks und Fahrradtouren machen. Wie oft sah sie fröhliche Familien, die zu einer gemeinsamen Unternehmung aufbrachen! Während sie selbst immer nur einsam mit dem quengelnden kleinen Ding herumzog, stets auf der Flucht vor dem plärrenden Fernseher zu Hause und vor dem Anblick ihrer knapp vierzigjährigen Mutter, die bereits wie sechzig aussah und für sie das schrecklichste Beispiel eines verpfuschten Lebens darstellte.

Dieser Augusttag versprach schon am frühen Morgen, besonders herrlich zu werden. Der Kindergarten, in den Sarah bislang gegangen war, machte Ferien, und zwangsläufig hatte auch Liz Urlaub nehmen müssen. Sie nahm sich vor, diesen Tag am Strand von Hunstanton zu verbringen, sich zu sonnen, zu baden und ein wenig ihre ausgesprochen hübsche Figur zur Schau zu stellen, in der Hoffnung, jemand wäre so fasziniert davon, dass er das viereinhalbjährige, missmutige Geschöpf an ihrer Seite nicht mehr als echten Hinderungsgrund für eine Beziehung betrachtete. Zwar unternahm sie einen schwachen Versuch, doch einmal an die Hilfsbereitschaft ihrer Mutter zu appellieren und Sarah für diesen Tag bei ihr zu lassen, aber Betsy Alby sagte emotionslos, ohne den Blick vom Fernseher zu wenden und den automatischen Griff in die Chipstüte zu unterbrechen: "Nein."

Liz und Sarah fuhren mit dem Bus. Er schaukelte durch jedes Dorf in der Umgebung von King's Lynn, und es dauerte eine gute Stunde, bis sie in Hunstanton ankamen, aber Liz war so erwartungsvoll und gut gelaunt, dass ihr das nichts ausmachte. Mit jeder Meile, die sie zurücklegten, meinte sie, das Meer stärker riechen zu können, obwohl das sicher Einbildung war, denn es roch um sie herum nur nach dem Diesel, mit dem der Bus betrieben wurde. Aber sie liebte das Meer so sehr, dass ihre Nase es wahrnahm, selbst wenn das eigentlich noch nicht möglich war. Und als es dann plötzlich vor ihren Augen auftauchte, so weit und glitzernd in der Sonne, fühlte sie eine jähe, tiefe Freude, und für einen Moment waren ihr nur ihre Jugend bewusst und die Tatsache, dass das Leben vor ihr lag, und sie vergaß die quengelnde Last an ihrer Seite.

Sarah brachte sich jedoch recht rasch in Erinnerung. Der Bus fuhr auf den großen Parkplatz von New Hunstanton, dem Strandbad mit all seinen Imbissbuden, Andenkenläden, Karussells und Eisverkäufern, und schon begann Sarah beim Anblick der hölzernen Pferdchen zu kreischen, auf denen man sich für den Preis von einem Pfund ein paar Runden lang im Kreis drehen konnte.

"Nein", sagte Liz, die keine Lust hatte, ihr spärliches Geld für derartigen Blödsinn zum Fenster hinauszuwerfen, "vergiss es! Wenn ich dir eine Runde erlaube, willst du noch eine und dann noch eine, und am Ende heulst du trotzdem. Wir suchen uns jetzt einen schönen Platz, bevor es zu voll wird."

Es war Ferienzeit, nicht nur in England, sondern praktisch überall in Europa, und schon strömten sowohl Einheimische als auch Touristen in Scharen zum Strand. Liz wollte möglichst rasch all ihre Utensilien weiträumig ausbreiten und sich nicht plötzlich auf engstem Raum, zwischen zwei Großfamilien eingequetscht, wiederfinden. Doch Sarah stemmte beide Füße in den Sand. "Mama... ich will... Karussell", heulte sie. Liz trug in der einen Hand ihre Badetasche, den Korb mit einer Mineralwasserflasche und ein paar belegten Broten darin und die kleine Schaufel, mit der Sarah buddeln und graben sollte, und mit der anderen versuchte sie, ihre sich heftig sträubende Tochter vorwärtszuziehen.

"Komm, wir bauen eine tolle Burg!", versuchte sie sie zu locken.

"Karussell!", schrie Sarah.

Liz hätte ihr gern eine kräftige Ohrfeige gegeben, aber es waren zu viele Menschen um sie, und heutzutage durfte sich eine nervenzerrüttete Mutter gegen ihr Kind ja nicht mehr zur Wehr setzen.

"Nachher vielleicht", sagte sie. "Komm, Sarah, sei lieb!"

Sarah dachte nicht daran, lieb zu sein. Sie schrie und tobte und ließ sich nur millimeterweise und unter heftigster Gegenwehr vorwärtsziehen. Liz war im Nu schweißgebadet, ihre gute Laune war verflogen. Dieser verfluchte Mike hatte ihr Leben tatsächlich zerstört. Klar, dass sie keinen Kerl mehr fand. Wer sie so erlebte wie jetzt, machte natürlich einen riesengroßen Bogen um sie, und das konnte sie niemandem verdenken. Die Badetasche rutschte ihr aus der Hand, ein freundlicher Herr hob sie ihr auf, und sie hatte dabei den Eindruck, dass er sie mitleidig ansah. Als Nächstes fiel die Sandschaufel zu Boden, und diesmal war es eine ältere Dame, die sie ihr reichte. Wieder einmal stellte sie fest, dass andere Leute viel nettere Kinder hatten; jedenfalls konnte sie nirgendwo eine Mutter entdecken, die so kämpfen musste wie sie. Ihr fiel ein, wie sie damals über Abtreibung nachgedacht hatte. Sie war nicht religiös, hatte aber dennoch eine undefinierbare Furcht vor einer Art Rache des Schicksals gehabt, wenn sie das Kind in ihrem Bauch töten würde. Heute, während sie sich, das schreiende kleine Ungeheuer mit sich zerrend, schwitzend den Strand entlangquälte, dachte sie plötzlich inbrünstig: Hätte ich es doch getan! Hätte ich doch bloß den Mut gehabt! Ganz gleich, was an Bösem auf mich zurückgefallen wäre, es hätte nicht schlimmer sein können als das hier!

Irgendwann hatten sie eine Stelle erreicht, die Liz geeignet erschien, den Tag dort zu verbringen. Sie breitete ihr Handtuch und das von Sarah aus und machte sich daran, eine Sandburg zu bauen - damit Sarah endlich Ruhe gäbe. Tatsächlich hörte die Kleine auf zu schreien und beteiligte sich eifrig beim Bauen. Liz atmete auf. Vielleicht vergaß Sarah ja die hölzernen Pferde. Vielleicht wurde es doch noch ein harmonischer Tag.

Sie zog ihren neuen Bikini an und wusste, dass sie großartig aussah. Er war im Preis herabgesetzt gewesen, dennoch eigentlich zu teuer für ihr schmales Gehalt, aber sie hatte nicht widerstehen können. Ihre Mutter durfte ihn natürlich nie entdecken, sonst würde sie losschreien, Liz könnte von nun an einen höheren Betrag zu Hause beisteuern, wenn sie offenbar in der Lage war, ihr Geld für Luxusartikel zu verschwenden. Als ob sie ewig in dem schäbigen Einteiler, der mittlerweile vier Jahre alt war, herumlaufen könnte! Wenn sie einen Mann finden wollte, der sie aus all dem Elend herausholte, musste sie zuvor etwas investieren. Aber derlei Dinge mit Mum besprechen zu wollen, war völlig sinnlos.

Sarah baute noch immer mit Hingabe an ihrer Burg. Liz streckte sich auf ihrem Handtuch aus und schloss die Augen. Sie hatte wohl eine ganze Weile geschlafen, denn als sie sich aufsetzte und um sich blickte, merkte sie, dass die Sonne schon sehr hoch stand und es auf Mittag zugehen musste. Der Strand war noch viel bevölkerter als am Morgen; ringsum wimmelte es von Menschen. Viele lagen einfach nur in der Sonne, andere spielten Federball oder Boccia oder liefen gerade zum Wasser. Kinder schrien und lachten, das Meer plätscherte leise. In der Ferne konnte man das undeutliche Brummen eines Flugzeuges hören. Es war ein vollkommener Tag.

Liz' Gesicht brannte; sie hatte zu lange in der Sonne gebraten und sich zuvor nicht einmal mit einem Schutzmittel eingerieben. Zum Glück vertrug ihre Haut eine Menge. Sie wandte sich um und sah, dass Sarah ebenfalls eingeschlafen war. Offenbar hatten ihr Geschrei und das Bauen der Burg sie ermüdet, denn sie lag zusammengerollt auf ihrem Badetuch, atmete tief und gleichmäßig, und der Mund stand ein wenig offen.

Gott sei Dank, dachte Liz. Schlafend fand sie ihre Tochter stets am liebenswertesten.

Sie merkte, dass sie Hunger bekommen hatte und dass sie keine Lust auf ihre eigenen Brote mit der faden Margarine und dem Käse, der immer nach Seife schmeckte, verspürte. Gleich bei der Bushaltestelle gab es einen Imbissstand, an dem man besonders köstliche Baguettebrötchen, die dick mit Tomaten und Mozzarella belegt waren, kaufen konnte. Liz liebte diese Brötchen und Sarah ebenfalls. Dazu eine schöne eiskalte Cola anstelle des warmen Mineralwassers in ihrem Korb...Liz stand auf und kramte ihren Geldbeutel hervor. Kurz betrachtete sie ihr schlafendes Kind. Wenn sie Sarah jetzt aufweckte und mitnahm, würde diese wieder das Karussell mit den Pferden entdecken und nur unter Tränen und Geschrei zur Rückkehr an den Strandplatz zu nötigen sein.

Kundenbewertungen zu "Das Echo der Schuld" von "Charlotte Link"

17 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 17 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von Sabine aus Aachen am 27.02.2013 ***** gut
Nathan und Livia Moor kentern mit ihrem Segelboot und werden völlig mittellos von der Engländerin Virginia Quentin und deren Mann aufgenommen und mit dem Nötigsten versorgt. Zwischen Virginia und Nathan entwickelt sich bald mehr, sie fühlt sich zu ihm hingezogen und erzählt ihm ihre ganze Lebensgeschichte. Dann verschwindet plötzlich die kleine Kim, Virginias siebenjährige Tochter. Und das, nachdem bereits im Umkreis zwei kleine Mädchen tot geborgen worden waren …
Ich bin mit der Geschichte nicht so richtig warm geworden – von Anfang an hat mir die Stimme von Gudrun Landgrebe, die ich als Schauspielerin sehr schätze, nicht gefallen. Irgendwie fand ich sie nicht passend, die Stimme war mir zu trüb und zu eintönig.
Zunächst werden viele Handlungsstränge parallel erzählt: das Schiff, das kentert, die ersten beiden Kinder, die verschwinden. Zum Teil fand ich es verwirrend, in welcher Geschichte man sich gerade befand, bald schon wird das Augenmerk jedoch auf Virginia geworfen und es wird besser verfolgbar. Sie ist aus meiner Sicht eine tragische Person, trägt ihre Lebensgeschichte wie ein Päckchen mit sich und kann sich einfach nicht von ihren Schuldgefühlen lösen. Nathan scheint ihr zunächst aus dieser Krise zu helfen, die beiden werden kurzfristig ein Paar. Warum sich Virginia gerade ihm öffnet und nie mit ihrem Ehemann über ihre Schuldgefühle gesprochen hat, wird nicht erwähnt, erst nach dem Verschwinden ihrer Tochter kann sie sich auch ihrem Mann öffnen und ein klärendes Gespräch führen.
Ich fand das Hörbuch zum Teil sehr langatmig, klar wollte ich am Ende wissen, wer nun eigentlich für die Morde und das Verschwinden verantwortlich ist, aber richtige Spannung ist bei mir nicht aufgetreten. Die Charaktere sind schlüssig gezeichnet, die Protagonistin Virginia war mich nicht sonderlich sympathisch, da ich ihre Handlungsweise nicht gut nachvollziehen konnte. Ich würde das Hörbuch nicht noch einmal hören, aber Charlotte Link soll durchaus eine andere Chance von mir bekommen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Kleine aus Baden-Württemberg am 19.11.2012 ***** ausgezeichnet
Virginia ist mit dem erfolgreichen Bankier und angehenden Politiker Frederic verheiratet und lebt auf dem sehr abgelegenen und dunklen Familiensitz seiner Familie. Sie lebt dort meist alleine mit ihrer kleinen Tochter Kim, denn Frederic arbeitet in London und ist selten zuhause.
Doch es hat einen Grund, warum sie so zurückgezogen lebt - sie birgt ein dunkles Geheimnis, dass bisher niemand kennt.
Wenn Virginia keine Zeit hat, kümmert sich das Verwalterehepaar Grace und Jack Walker um die kleine Kim. Für Grace ist sie wie eine eigene Tochter.
Dann lernt Virginia Nathan, einen deutschen Schiffbrüchigen kennen und ist zum ersten Mal wieder richtig glücklich. Sie vertraut sich ihm fast komplett an.
In der Zwischenzeit verschwinden mehrere kleine Mädchen und werden kurze Zeit später tot und missbraucht aufgefunden. Und plötzlich verschwindet auch Kim. Steckt Nathan hinter den Morden? Virginia ringt mit sich und ihrer Vergangenheit. Vertraut sie sich Frederic doch an und lernt, mit ihrem dunklen Geheimnis zu leben?

Wieder mal ein spannender Roman von Charlotte Link, der eine überraschende Wendung nimmt.

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Bewertung von lotte aus Büdingen am 12.05.2010 ***** ausgezeichnet
Virginia ist glücklich verheiratet und hat eine Tochter. Sie lebt sehr zurückgezogen auf dem Familienlandsitz und meidet Menschen. Ihr Mann, ein bedeutender Bankchef, den es in die Politik zieht, möchte sie mehr an seiner Seite haben, vor allem bei wichtigen Partys. Er lebt hauptsächlich in London und kommt nur selten zum Landsitz raus.Während ihrer Ferien nimmt sie das gestrandete Ehepaar Moor auf, das bei einem Schiffsungück alles verloren haben. Zur gleichen Zeit verschwindet erst eine 4 jährige beim Badeausflug und später noch ein weiteres Kind spurlos. Beide werden Tage später ermordet aufgefunden. Unterdessen ist Virginia fasziniert und fühlt sich unhaltbar zu dem zwielichtigen Nathan Moor hingezogen. Virginia erzählt ihm von ihrer Vergangenheit und auch von Dingen und Ereignissen, die sie längst in ihrem Inneren begraben hatte. Während seine Frau mit Schockzuständen im Krankehaus ist, reist Virginia mit ihm ins Ferienhaus und wird seine Geliebte. Doch dann verschwindet Kim die Tochter spurlos und eine Suchaktion verläuft ohne Erfolg. Erst der Hinweis eines weiteren Mädchens bringt die Polizei auf eine wichtige Spur. Und dann ist da noch Virginia letzte Geheimnis...
Wahnsinn. Das Buch ist super spannend und man möchte gar nicht mehr auffhören. Auch ohne viel Blutvergießen ist die Spannung enorm und Gänsehaut vorprogrammiert.

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Bewertung von Bednarek aus Büdingen am 10.05.2010 ***** ausgezeichnet
Dieses spiegelt verschiedene Charaktere und deren Geheimnisse wieder. Virginia hat eine Vergangenheit, die sie tief in sich begraben hat. Durch ihr zurück gezogenes Leben, macht sie sich nicht beliebt. Ihr Ehemann ist mit seiner Karriere beschäftigt und merkt nicht, dass sich Virginia immer weiter von ihm entfernt. Der schiffbrüchige Nathan durchdringt den Panzer Virginias und bringt sie dazu, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen.
Ganz nebenbei verschwinden in der Umgebung von Virginia und ihrer Tochter zwei kleine Mädchen, die wenig später tot aufgefunden werden. Kurz darauf ist Virginias Tochter Kim wie vom Erdboden verschwunden. Nur durch die Hilfe eines Mädchen, dass zufällig dem Mörder entkommen ist, kann das Rätsel gelöst werden.
Super spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Psychothriller vom Feinsten. Erstklassiges Buch und sehr empfehlenswert!

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Bewertung von zaubermaus am 22.01.2010 ***** gut
Spannend - wie immer bei Charlotte Link. Schade nur, dass so viele Kinder missbraucht und getötet werden!

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Bewertung von Mzungu aus Daressalam am 09.03.2009 ***** ausgezeichnet
Wie alle Charlotte Link Romane - spannend bis zum Schluß. Liebesgeschichte, Krimi, soziale Extreme und Eltern-Kind Beziehungen -alles dabei. Ich konnte das Buch nicht weglegen.

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Bewertung von Martin am 09.02.2009 ***** ausgezeichnet
Ein spannender, realitätsnaher Roman mit einer teils beklemmenden Handlung. Empfehlenswert.

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Bewertung von Maren Plümer aus Hannover am 25.01.2009 ***** ausgezeichnet
Charlotte Link hat mit ihren letzten Büchern ihrem vorrangig weiblichen Publikum ja so manchen Bären aufgebunden. Ihre Bücher waren bestenfalls mittelmäßiges Schmökerfutter, kaum zu Ende gelesen, schon vergessen! Mit "Das Echo der Schuld" kann sie aber endlich wieder an ihre großen Erfolge wie "Das Haus der Schwestern" oder "Die Rosenzüchterin" anschließen.

530 spannende Seiten warten auf die Leserinnen und Leser und gleich mit den ersten Kapiteln wird man unwillkürlich in die Geschichte hineingezogen.
Im Mittelpunkt stehen zwei Ehepaare, deren Schicksale miteinander verknüpft werden.
Zum einen die beiden deutschen Aussteiger Nathan und Livia Moor, die mit ihrem Segelschiff verunglücken und nur die nackte Existenz retten können. Aufgenommen werden die beiden vor der Küste Englands von Frederic und Virginia Quentin, sehr zum Missfallen von Frederic, der ahnt, dass bald nichts mehr so sein wird, wie zuvor. Denn Nathan gelingt es, Virginia aus ihrer Melancholie zu reißen, die die Ehe schon lange belastet.
Gleichzeitig erschüttern zwei schwere Verbrechen, bei denen zwei Mädchen sexuell missbraucht und schließlich getötet werden, die Umgebung. Schließlich verschwindet auch Virginia und Frederics Tochter...

Charlotte Link zieht in diesem Buch sämtliche Register und unterhält durch eine perfekt und schlüssig aufgebaute Geschichte. Im Wechsel zwischen der Kriminalgeschichte und der Handlung der vier erwachsenen Personen, die auch von Rückblenden durchsetzt sind, spinnt sie ein immer engmaschigeres Netz, in dem sämtliche Fäden schließlich zusammenlaufen. Das Ende des Buches, dass für lange Zeit vorhersehbar erscheint, ist doch überraschend. Einen zusätzlichen Reiz erzeugt Charlotte Link dadurch, dass man das Buch quasi in "Echtzeit" lesen kann, da die Handlung von August bis September 2006 spielt.

Dieses Buch ist perfekt für lange Herbstabende, an denen man sich einfach zurücklehnen und fallen lassen möchte in eine gut erzählte Geschichte. Charlotte Link hat bewiesen, dass sie den Vergleich mit ihren angelsächsischen Kolleginnen nicht zu scheuen braucht und zurecht von ihren vielen Leserinnen und Lesern geschätzt wird! Und da es eben auch literarisch nicht immer Kaviar sein muss und man manchmal von einem Butterbrot genauso gut satt wird, kann ich dieses Buch uneingeschränkt allen, die Lust auf gute Unterhaltung ohne großartigen Tiefgang haben, wärmstens empfehlen!

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Bewertung von Kristina Duwe aus Altdorf b. Nürnberg am 24.09.2008 ***** ausgezeichnet
Der Schluss wirkt etwas gepresst, ansonsten ist es schon empfehlenswert...
Schöne Geschichte

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Bewertung von Heide am 20.01.2008 ***** gut
Für mich war das Buch enttäuschend. Sie kann es besser.

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