Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas - Machado de Assis, Joaquim M.

Joaquim M. Machado de Assis 

Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas

Roman. Nachw. v. Susan Sontag

Aus d. Portugies. v. Wolfgang Kayser
Buch mit Leinen-Einband
 
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Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas

Ein gewitzter Fabulant und Fallensteller, ein liebenswerter Querkopf und Spötter ist dieser Bras Cubas, darin aufs engste verwandt einem Tristram Shandy oder einem Don Quijote. Selten las sich in der hohen Literatur die Summe eines Lebens so amüsant wie in diesem fiktiv-autobiographischen Schelmenstreich.

Exotische Landstriche, Brasilien, Rio de Janeiro geben die Bühne für Bras Cubas' illusionslosen Lebensrückblick aus dem Jenseits ab, der wahre Schauplatz aber ist das menschliche Herz. Ob es sich um Heiratsabsichten oder berufliche Ambitionen dreht, um Liebeshändel oder Erbstreitigkeiten, um politische oder geschäftliche Großtaten - in launiger Nonchalance werden die Wirrnisse des Lebens verhandelt. Die satirische Rückschau auf Verfehlungen und Triumphe balanciert meisterlich auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik. Trotz bitterer Erfahrungen bleiben Selbstverklärung und biederer Lebensernst dem Helden fremd. Das macht die Leichtigkeit des Buches aus: Wo das Sentiment naht, ist der Schwank nicht weit.

"Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas", erschienen 1881, sprühen vor Geist und Witz, und auch der Leser bleibt von den Buffonerien des Erzählers nicht verschont. "Dieses Buch zu lieben heißt, etwas weniger provinziell zu werden", urteilt Susan Sontag und bezeichnet den Roman als "eines der unterhaltsamsten unprovinziellen Bücher, die je geschrieben wurden".


Produktinformation

  • Verlag: MANESSE
  • 2003
  • Überarb. N.-A.
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 379 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Manesse Bibliothek der Weltliteratur
  • Deutsch
  • Abmessung: 158mm x 90mm x 19mm
  • Gewicht: 195g
  • ISBN-13: 9783717520184
  • ISBN-10: 3717520180
  • Best.Nr.: 11188543
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.06.2003

Das denkende Druckfehlerverzeichnis
Machado de Assis’ „Memoiren des Bras Cubas” sind endlich auf deutsch zu entdecken
Bras Cubas stirbt 1869 im Alter von 64 Jahren. Das erste Kapitel seiner Geschichte heißt „Der Tod des Autors”, denn der Verstorbene erzählt seine Memoiren aus dem Jenseits. Auf die Lebenden muss er also keine Rücksicht mehr nehmen. Bras Cubas führt eine Existenz in der Tradition der Schelmenromane. Er ist gewitzt und stolpert doch ein wenig töricht durch die Welt; er registriert aufmerksam die Gebrechlichkeit der Menschen und die Vergänglichkeit des Glücks und gibt doch den Erzzyniker; er hat Erfolg und scheitert doch permanent. Das letzte Kapitel seiner „Memoiren” handelt „Von den Verneinungen”, die sein Leben ausmachen: „Ich errang nicht die Berühmtheit durch das Pflaster, wurde nicht Minister, wurde nicht Kalif, lernte nicht die Ehe kennen”. Nur eine letzte „Verneinung” spendet dabei Trost: „Ich hatte keine Kinder; ich hinterließ keinem lebenden Wesen die Erbschaft unseres Elends”.
Sicher: Ein wenig elend wirkt das Schicksal des Titelhelden, immerhin schnappt ihm ein Rivale Amt und Frau vor der Nase weg, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.07.2003

Blick auf die Schuhspitzen
Das Meisterwerk des Joaquim Maria Machado de Assis

Wie soll man dieses Buch nennen? Großartig? Erstaunlich? Perfekt? "Perfekt" ist sicher nicht exzessiv. Beglückend leichtfüßig ist das Büchlein und hat doch im Seelischen viel Gewicht - Intensität. Es bringt viele kultiviert literarische Anspielungen, ist aber gar nicht pedantisch. Es ist poetisch weich und doch von nihilistischer Härte und einer sich nichts vormachenden ironisch distanzierten Bitterkeit. Es erschien 1880: wenn man es weiß, ist es noch erstaunlicher. Nietzsche konnte dieser Brasilianer nicht kennen - nur wenige kultivierte Europäer kannten ja um 1880 den Propheten. Machado beruft sich, aber bereits als Erzähler, denn es gehört schon zum Werk, in dem von fern an Cervantes erinnernden Vorwort auf Laurence Sterne und Xavier de Maistre. Das ist aber ziemlich irreführend. Susan Sontag in ihrem schönen Nachwort, in dem man die Pranke der Löwin nicht sogleich, schließlich aber doch erkennt, nimmt diesen Hinweis wohl allzu ernst. Das Buch ist, auch Sontag gibt es schließlich zu, ganz anders als der "Tristram Shandy" - ganz unkauzig.

Also Machado …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Machado de Assis gilt zwar als einer der bedeutendsten brasilianischen Erzähler, werde aber außerhalb Brasiliens zu wenig gelesen, meint Steffen Martus und präsentiert überzeugt das vorliegende Werk, das nun "endlich auf Deutsch zu entdecken" sei. Sein Protagonist führe eine Existenz in der Tradition des Schelmenromans, so der Rezensent, zu den Vorbildern zählt er Laurence Sternes Reflexionsroman "Tristram Shandy". Dabei wirke das Schicksal des Titelhelden recht tragisch, muss er doch mit allerlei Unpässlichkeiten zurechtkommen: Ein Rivale bringt ihn um Amt und Frau, seine journalistische Karriere scheitert ebenso wie seine politische. All dies meistert der Held jedoch mit einer gesunden Mischung aus Scheitern und Erfolg. Begeistert ist Martus von der bestechenden Ironie des Autors, wenn dieser sich etwa in einem eigenen Kapitel den Mängeln des Buches widmet. Resümierend zitiert der Rezensent denn auch den "New Yorker", welche die Neuausgabe als "einzigartiges Meisterwerk" feiert.

© Perlentaucher Medien GmbH

«Das Meisterwerk des Machado de Assis - wie soll man dieses Buch nennen? Großartig? Erstaunlich? Perfekt?» FAZ

«Ein großartiges Buch..., das trotz seines Alters frisch und anregend wirkt.»
Joaquim Maria Machado de Assis (1839-1908) wurde in ärmlichen Verhältnissen in Rio de Janeiro geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern machte er eine Lehre als Drucker und Korrektor, arbeitete als Journalist und brachte es bis zum Generaldirektor im Verkehrsministerium. Mit seinem Werk hat er den Grundstein zu einer eigenständigen brasilianischen Erzähltradition gelegt.

Kundenbewertungen zu "Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas"

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Bewertung von Der preußische Leser aus Kaltenkirchen am 22.07.2011 ***** ausgezeichnet
Sehr kurzweilig geschriebenes lustig-ernstes Buch eines Menschen, der das Leben kannte. Dieses Buch ist jeden Cent wert.

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