Amsterdam - McEwan, Ian

Ian McEwan 

Amsterdam

Roman. Aus d. Engl. v. Hans-Christian Oeser

Aus d. Engl. v. Hans-Christian Oeser
Broschiertes Buch
 
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Amsterdam

Alle haben sie dieselbe Frau geliebt, die nun nicht mehr ist: ein Politiker, ein Chefredakteur, ein Komponist. Als desto gegensätzlicher erweisen sich ihre Ambitionen: Ein Freundschaftspakt wird zum Teufelspakt, als es in Amsterdam zum Showdown kommt. Ian McEwan erhielt 1998 den Booker-Preis für diese ebenso witzige wie gnadenlose Geschichte über die Mechanismen der Medien und der Macht.


Produktinformation

  • Verlag: DIOGENES
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 211 S.
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.23284
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 113mm x 14mm
  • Gewicht: 190g
  • ISBN-13: 9783257232844
  • ISBN-10: 3257232845
  • Best.Nr.: 09358747
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Ian McEwan, einst des Zynismus und überlaufender schwarzer Galle geziehen, ist doch im Grunde seines Herzens ein mitfühlender Moralist: einer, der sich seine Zeit genau anschaut und aus dem halb entsetzen, halb belustigten Staunen nicht mehr herauskommt. Diesmal prallen Kultur, Medien und Politik aufeinander - in Gestalt von drei Ex-Liebhabern derselben Frau, mit deren Begräbnis der Roman eröffnet. Clive Linley, der Komponist, der gerade dabei ist, sämtliche Deadlines für die Anfertigung der großen Millenniums-Symphonie zu überziehen, Vernon Halliday, Top-Journalist, der gerade dabei ist, aus seinem Job als Chefredakteur herausgekickt zu werden - und die graue Eminenz der Erzählung, der rechtskonservative Außenminister Julian Garmony, der den üblichen Politiker-Intrigen nachgeht. Clive und Vernon leisten einen schicksalshaften Schwur: So wie die tote Molly, die eine heimtückische Krankheit zur Gefangenen ihres sterbenden Körpers werden ließ, wollen sie, Männer auf der Höhe ihrer Kraft, keinesfalls enden. Daß sie dies aber doch tun, zudem in Amsterdam - dazu gehören einige extravagante Volten, die die Erzählung schlägt. McEwan Buch ist kurz, hat aber nichts Skizzenhaftes, aber auch nichts Gedrängtes: Es ist eine meisterliche Erzählung, reich ausgestattet, doch dabei konzis, und, nicht zu vergesssen, zum Ende hin fast schon unerträglich spannend. (rr)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.10.1999

Ganz schön vorlaut
Aber nicht ganz unangestrengt: Ian McEwan mag Onkelprosa

Molly ist tot. Sie wusste, wie man Porcini anbrät, posierte als nackte Eva auf Snookertischen und liebte Männer mit Chauffeur und Obsessionen. Vor der Kapelle des Krematoriums stehen ihr reicher Verlegergatte George Lane und drei ihrer Liebhaber: der Außenminister Julian Garmony und das Freundespaar Clive Linley und Vernon Halliday, renommierter Komponist der Erstere, Chefredakteur eines Qualitätsblattes auf dem Weg zum Boulevard Letzterer. Molly zerfällt zu Asche und mit ihr die feinen englischen Umgangsformen: Nach einer kurzen Betroffenheitsphase, in der in jedem der Hinterbliebenen ein Stück Organ abstirbt, die linke Herzkammer oder die rechte Hirnhälfte, spielen die vier Herzen zu einem Quartett des Terrors, Mobbings und der Palastintrige auf. Zum Schluss bleiben zwei der Liebhaber auf der Strecke, und der dritte ist ruiniert. Der gehörnte Ehemann hat endlich die Erinnerung an Molly für sich allein.

Ian McEwan bedient sich in seinem Roman großzügig aus der staubigen Genre-Trickkiste. Er schickt seinen Leser durchs wilde Kurdistan der Zufälligkeiten und …

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Ian McEwan, geboren 1948, lebt in London. Schon seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1999 erhielt er den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk und 2011 wurde er mit dem Jerusalem Preis für Literatur ausgezeichnet. Ian McEwan ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Kundenbewertungen zu "Amsterdam" von "Ian McEwan"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 27.03.2008 ***** ausgezeichnet
Als Leser von Ian McEwan entdeckt man in diesem Roman eine neue Seite des Autors. Er ist komisch. Faszinierte er in seinen Romanen zuvor vor allem durch einen scharfen Blick, seine rücksichtslosen Schlussfolgerungen, die seine Helden in die Niederlage trieben, sieht man ihn in Amsterdam einem oft zuzwinkern. So geht es da draußen in der Welt zu, scheint er zu sagen: Männer teilen sich Frauen, die Politik ist ein dreckiges Geschäft und die Presse ist gierig auf Fotos von Männern in Frauenkleidern, um die Auflage zu steigern. Doch selbst hinter der lächerlichen Bloßstellung von Komponisten, angehenden Premierministern, verwitweten Verlegern blitzt McEwans Kunst auf Menschen dabei zu zeigen, wie sie sich zerstören. Unbeschwert vermischt er gleichzeitig Themen wie Sterbehilfe, Vergewaltigung, Serienmord, die Gesetze politischer Intrigen, ohne Gefahr zu laufen, dabei abzustürzen. In einem fulminanten Crescendo steigert er das alles zu einem rituellen Selbstmord zweier Männer in einem Hotel. Lügen, Verrat, Verlust und am Ende ist man erleichtert, dass man diese Welt verlassen darf. Nachdem der Bogen gespannt ist, kommt McEwan wieder bei sich selbst an.

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