Wege durch die Mauer - Veigel, Burkhart

Burkhart Veigel 

Wege durch die Mauer

Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West

Herausgeber: Berliner Unterwelten e. V.
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Wege durch die Mauer

Beim Bau der Mauer war Burkhart Veigel 23 Jahre alt, Medizin-Student an der FU Berlin, wissensdurstig und musikbegeistert. Dann wurde er zu einem der erfolgreichsten Fluchthelfer durch die Mauer in Berlin. Etwa 650 Menschen verhalf er zu einem Leben ohne Stasi-Spitzel und vorgegebene Denkschablonen.
Mit Pässen brachte er täglich bis zu zehn Flüchtlinge in die Freiheit, trickste die Grenzkontrollen mit Doppelgängern aus, baute das Armaturenbrett eines Cadillac zum Versteck um, grub an einem Tunnel mit und setzte auch Alliierte bei seinen Fluchtaktionen ein. Die Spitzel und Häscher der Stasi bedrohten Burkhart Veigel immer wieder. Er entkam zwei Entführungsversuchen und besiegte die Stasi auf seine Weise: mit humanitärer Hilfe für die eingesperrten Menschen in der DDR.$Burkhart Veigel hat für dieses Buch etwa 100 Flüchtlinge, Fluchthelfer und andere Beteiligte interviewt. Außerdem hat er die Stasi-Akten einiger hochkarätiger Spitzel erforscht. Entstanden ist ein eindringliches, authentisches Werk, das die Geschichte der Fluchthilfe minutiös aufarbeitet, das aber auch die Methoden der Stasi und ihrer Spitzel aufzeigt. Ein klares und gleichzeitig leidenschaftlich geschriebenes Buch voller Motivation für ein tatkräftiges und couragiertes Leben.


Produktinformation

  • Verlag: Berliner Unterwelten
  • 2011
  • 2., erw. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 445 S. m. zahlr. Abb.
  • Seitenzahl: 431
  • Best.Nr. des Verlages: 0003
  • Deutsch
  • Abmessung: 233mm x 161mm x 27mm
  • Gewicht: 860g
  • ISBN-13: 9783943112092
  • ISBN-10: 3943112098
  • Best.Nr.: 33616131
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.12.2011

Hohes persönliches Risiko
Wie nach dem Mauerbau westdeutsche und West-Berliner Fluchthelfer das brutale DDR-Grenzregime bekämpften

Mit dem Einmauern ihrer Bürger begann am 13. August 1961 der Anfang vom Ende der DDR. Der 50. Jahrestag des Mauerbaus ist mit einer Fülle von Veranstaltungen und einer Flut von Publikationen gewürdigt worden. Aber während Vorgeschichte, Ausbau und Auswirkungen des brutalen Grenzregimes gut erforscht sind und stets in den Medien präsent waren, blieb ein anderes Kapitel dieser traurigen Geschichte bis in die neunziger Jahre nahezu tabuisiert: die Bemühungen, Bürgern der DDR durch das immer enger werdende Abschottungsnetz zur Flucht in die Freiheit zu verhelfen.

Marion Detjen hat 2005 zum Thema "Fluchthilfe" eine überzeugende wissenschaftliche Publikation für den Zeitraum bis 1989 vorgelegt: "Ein Loch in der Mauer". Ihre Befunde wurden jüngst für die sechziger Jahre durch zwei Veröffentlichungen aus der Feder aktiver Fluchthelfer ergänzt. Klaus von Keussler und Peter Schulenburg beschreiben die Aktivitäten der vornehmlich auf den Fluchttunnelbau setzenden Gruppe um Wolfgang Fuchs. Burkhart Veigel befasst …

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Burkhart Veigel, geboren 1938, Pfarrerssohn mit humanistischer Schulbildung, war als Student und junger Arzt Fluchthelfer von 1961 bis 1970. Danach wurde er Orthopäde, arbeitete 30 Jahre in eigener Praxis in Stuttgart, machte 20 Jahre Standes-Politik für die niedergelassenen Orthopäden, entwickelte Software für Ärzte und leitete 18 Jahre lang ein großes halbprofessionelles Orchester. 2007 zog es ihn wieder nach Berlin, um über die Geschichte von Flucht und Fluchthilfe zu forschen und zu schreiben. 2010 gab er bei Suhrkamp das Buch "Ich wollte keine Frage ausgelassen haben" von und mit Uwe Johnson heraus. Seit 2010 ist Burkhart Veigel Mitglied des "Berliner Unterwelten e.V."

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