Einsamkeit und Sex und Mitleid - Krausser, Helmut

Helmut Krausser 

Einsamkeit und Sex und Mitleid

Roman

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Einsamkeit und Sex und Mitleid

Helmut Krausser bringt zusammen, was nicht zusammengehört: Die unterschiedlichsten Menschen streifen durch Berlin, begegnen sich, kommen einander nah - immer auf der Suche nach dem Glück. Ein Kind wird entführt, eine mitternächtliche Hochzeit improvisiert, ein Genickschuss erkauft, der Prophet Jesaja predigt auf dem Kreuzberg, und alles ist auf ungeahnte Weise miteinander verbunden. >Einsamkeit und Sex und Mitleid< spielt auf der Klaviatur des scheinbaren Zufalls, mischt Melodram, Ironie, Suspense und Lakonik zu einem bizarren Panorama, zu einem überwältigenden Kaleidoskop des Lebens.


Produktinformation

  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 224 S.
  • Seitenzahl: 223
  • DuMont Taschenbücher Bd.6143
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 128mm x 24mm
  • Gewicht: 250g
  • ISBN-13: 9783832161439
  • ISBN-10: 3832161430
  • Best.Nr.: 32389455
"Wenn Sie keine Hemmungen davor haben, am Strand laut lachen zu müssen, dann ist dieses Buch die perfekte Sommerlektüre." JUDITH STARKE, BUCHHANDLUNG VOGEL FREIBURG

Wenn Sie keine Hemmungen davor haben, am Strand laut lachen zu müssen, dann ist dieses Buch die perfekte Sommerlektüre. JUDITH STARKE, BUCHHANDLUNG VOGEL FREIBURG

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.09.2009

Wen die Lieblingsratte beißt
Helmut Krausser schreibt einen Episoden-Roman über die Nachtseite von Berlin
Wenn ein Autor in der ersten Zeile von einer Gastwirtschaft spricht und also die Bedeutung dieses Ambientes für sein Werk hervorhebt, so schaue man genau darauf, mit welchem Begriff er sie einführt, denn es wird einem viel über das nun Kommende verraten. Ist es eine Kneipe und haben wir also die Romantik des Kiezes zu erwarten? Eine Osteria und folglich die Toscana-Fraktion am Ruder? Eine Taverne? Eine Kaschemme? Kaschemme wäre schon ziemlich übel, denn es bewiese, dass jener Autor vor lauter Gebärde nicht richtig hinschaut. Aber bei Helmut Krausser kommt es noch schlimmer. Sein erster Satz lautet: „Die Spelunke am Viktoriapark machte um neunzehn Uhr dicht.”
Nun kann man von der Berliner Gastronomie halten was man mag, aber es gibt hier jedenfalls keinen Seehafen, und das Milieu der Schatzinsel gedeiht hier nicht. Und auch nicht das Milieu, in dem der einsame Privatdetektiv seine Kreise zieht. Dieses klingt noch auf derselben Seite an, denn aus der Spelunke tretend widerfährt dem Helden Folgendes: „Die Aussicht, auf irgendeiner Sammelstelle für …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Frank Schäfer mochte den neuen Roman von Helmut Krausser, wenn auch mit ziemlichen Abstrichen. Denn so sehr er in diesem Buch Kraussers Souveränität als Erzähler schätzt, beim Lesen immer wieder auch den Spaß spüren kann, den dieser Autor beim Entwerfen seiner Charaktere hatte - insgesamt haftet dem Buch aus Sicht des Kritikers etwas Unfertiges und oft auch Schematisches an. Allzu deutlich spüre man, dass Kraussers Figuren als Exempel für ein bundesdeutsches Panorama konzipiert sind. Auch die "Rollenprosa" der Dialoge klingt im Kritikerohr nicht immer überzeugend, was dem Roman insgesamt ein "akutes Glaubwürdigkeitsproblem" einhandelt, wie Schäfer meint, der immer wieder das Gefühl nicht los wird, einer "wenn auch dramaturgisch virtuosen" Fiktion aufzusitzen. Am besten könnte er sich das Buch noch als Berliner Version von Robert Altmans "Short Cuts" nach Raymond Carver, also verfilmt vorstellen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.11.2009

Ekki, mach mir den Caligula

Wo das Prekäre endet und der Trash beginnt: Helmut Kraussers wilder Berlin-Reigen ist ein Sittenbild der Verwahrlosung voller Hardcore-Komik.

Von Wolfgang Schneider

Wie hört es sich an, wenn Dr. Stern, unterwegs mit seiner Geliebten Carla, einen athletischen Jungtürken beim Warten auf die Trambahn provoziert? "Weiterhin will ich Ihnen mitteilen, dass es mir missfällt, wenn Sie hier vor die Bank, neben unsere Füße, ein Spuckpfützchen machen." Der Angesprochene reagiert wie erwartet: "Was willste, Alder? Willste Ärger? Oder was?" Der Wortwechsel eskaliert, bis Ümal Nurbekoglu zuschlägt. "Stern wich geschickt aus, den Rest erledigte Carla. Sie war amtierende Berliner Kickbox-Vize-Landesmeisterin." Solche Gefährtinnen mögen sich gestandene Akademiker erträumen, wenn in manchen Berliner Straßenzügen die Nacht beginnt (auch wenn diese Szene ausnahmsweise in Bielefeld spielt).

Helmut Kraussers neuer Roman ist eine Berliner Seifenoper. So wie in echten Seifenopern die Schauspieler immer lächerlich überdeutlich agieren und mit Ausrufezeichen grimassieren, arbeitet auch Krausser mit dem Überpointierten …

Weiter lesen

Wen die Lieblingsratte beißt

Helmut Krausser schreibt einen Episoden-Roman über die Nachtseite von Berlin

Wenn ein Autor in der ersten Zeile von einer Gastwirtschaft spricht und also die Bedeutung dieses Ambientes für sein Werk hervorhebt, so schaue man genau darauf, mit welchem Begriff er sie einführt, denn es wird einem viel über das nun Kommende verraten. Ist es eine Kneipe und haben wir also die Romantik des Kiezes zu erwarten? Eine Osteria und folglich die Toscana-Fraktion am Ruder? Eine Taverne? Eine Kaschemme? Kaschemme wäre schon ziemlich übel, denn es bewiese, dass jener Autor vor lauter Gebärde nicht richtig hinschaut. Aber bei Helmut Krausser kommt es noch schlimmer. Sein erster Satz lautet: „Die Spelunke am Viktoriapark machte um neunzehn Uhr dicht.”

Nun kann man von der Berliner Gastronomie halten was man mag, aber es gibt hier jedenfalls keinen Seehafen, und das Milieu der Schatzinsel gedeiht hier nicht. Und auch nicht das Milieu, in dem der einsame Privatdetektiv seine Kreise zieht. Dieses klingt noch auf derselben Seite an, denn aus der Spelunke tretend widerfährt dem Helden Folgendes: „Die Aussicht, auf irgendeiner Sammelstelle für melancholische Einzelgänger hinzudämmern, seine Einsamkeit zur Schau zu stellen, widerte Vincent an, und er überquerte die Straße, mit hochgeschlagenem Mantelkragen. Schneeregen fiel.”

Nun mag man einwenden, dass es jedem Menschen freisteht, den Mantelkragen hochzuschlagen, wenn es hineinschneit; und doch gehört diese Geste an prominenter Stelle in die USA eines anderen Jahrzehnts, nicht ins Kreuzberg von heute. Schon nach dieser ersten Seite erwächst der Verdacht, dass hier einer, der Feldstudien treibt, sich gelinder Missgriffe schuldig macht, weil er es unbedingt cooler und fetziger haben will, als das Feld es hergibt.

Besagter Vincent verdient sein Geld als Callboy, das versteht sich nach diesem Auftakt eigentlich von selbst, und als er in sein einsames Appartement heimkehrt, entdeckt er, dass eingebrochen wurde und die Täterin sich noch in der Wohnung befindet. Er stellt sie, nimmt sie in die Mangel – und verliebt sich in das spillerige Mädchen, das ganz okay aussieht, nachdem es gebadet ist. Damit ist das Muster erkennbar, nach welchem Krausser sein Buch aufbaut. Er nennt es einen Roman, legt ihn aber episodisch an; der Zusammenhang des kopfstarken Personals ergibt sich aus der novellistischen Zuspitzung erst so nach und nach, indem die Figuren, meist zufällig, quer durch alle sozialen Schichten aufeinandertreffen.

Eine Hauptrolle spielt dabei die Liebe, die sich als wahre Himmelsmacht betätigt, eine tragende Nebenrolle die Ehre (und das aus ihr entspringende Rachebedürfnis), wie sie gleich zwei dümmliche Orientalen hochhalten dürfen. Gern enden die Episoden als Cliffhanger und nähren, wenigstens zu Anfang, die Neugier, wie es weitergeht, ein bisschen wie Lindenstraße für Fortgeschrittene.

Da gibt es, neben vielen anderen, den zwangsverrenteten Lehrer Ekki, Lateinlehrer natürlich (das ist auch so ein hochgeschlagener Mantelkragen), der die dicke schwarze Bedienung Minnie mit dem Herzen auf dem rechten Fleck bezaubert, indem er ihr Schauergeschichten vom Cäsarenwahn Caligulas und Heliogabals erzählt; da gibt es den Dr. Stern, dem im Intercity seine Sneaker geklaut werden, der aber seiner schlechten Laune an der Bushaltestelle straflos Luft machen darf, weil seine Angestellte und Geliebte, die ihn begleitet, Vizemeisterin im Kickboxen ist und es genießt, als Frau einen jungen Türken zu demütigen; da gibt es den zugereisten Punker Holger, der Geldbörsen raubt und Missliebige vollpisst, aber seinerseits der unsterblichen Liebe zur Mitpunkerin Sibylle verfällt und eifersüchtig auf deren Lieblingsratte wird, die ihn dafür aber gehörig in die Zunge beißt, wovon sich aber das junge Glück nicht wirklich beirren lässt. „,Die hatn Fell, das ift weifer als dein Famhaar.’ ,Und ihr Schwanz is genauso lang wie deiner.’” Schnitt.

So liegt das Kess-Groteske in der einen, das Sentimentale in der anderen Waagschale; aber letzten Endes überwiegt, so rotzig es auch daherkommt, immer die Schale des Sentimentalen. Eine Kindsentführung und eine Geiselnahme lösen sich auf – nein, nicht in Wohlgefallen, sondern in Nullität. Gemacht ist das ziemlich virtuos, der Gang der Verwicklungen durchdacht, etliche Episoden sehr vergnüglich, vor allem jene um die fünfzehnjährige Swentja, ein biestiges, faules Gör von Gnaden. Krausser will auch durchaus etwas Richtiges, nämlich zu zeigen, wie der gesellschaftliche Zusammenhang jenen, die an ihrer persönlichen Isolation leiden, keineswegs erlassen ist, sondern sie ihn in seiner kontingentesten Form zu spüren kriegen. Er stellt diesen Vorsatz sogar etwas rührselig aus, wenn er als Titel wählt „Einsamkeit und Sex und Mitleid”, der die deutsche Nationalhymne zum Privatblues travestiert.

Was dennoch verstimmen muss und das Projekt zuletzt verunglücken lässt, ist der Ton, der Krausser immer eine Spur zu selbstverliebt und großsprecherisch gerät, besonders in den Dialogen. „,Ich sage dir, wenn ich nächste Woche komme und dieser Laden keine Yoghurt&Coriander-Chips zum Verzehr gegen Bezahlung anbietet, kauf ich mir eine Knarre und schieb sie dir in den Mund, du Lutscher, dann werd ich mir, das hab ich nämlich gern, eine Minute lang dein Winseln anhören, eine Minute, und der Film, der da bei dir abläuft, interessiert mich keine Scheißsekunde! Ich werd dich abknallen, und alle blöden Zahnarztgattinnenkotzfotzen, die bei dir einkaufen’” – das ist für die Szene „Kundenwünsche in einer Berliner Lebensmittelabteilung” einfach zu schön, um wahr zu sein. Spelunkenhaft eben. BURKHARD MÜLLER

HELMUT KRAUSSER: Einsamkeit und Sex und Mitleid. Roman. DuMont Literaturverlag, Köln 2009. 223 S., 19,95 Euro.

„Er überquerte die Straße, mit hochgeschlagenem Mantelkragen. Schneeregen fiel . . . ”

„Und ihr Schwanz is genauso lang wie deiner.” – Wenn Punker zu sehr lieben Foto: Hartmut Schwarzbach / argus

SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de


"Das witzigste deutsche Buch des Jahres"
Daniel Kehlmann in FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

"Ein fabelhafter Episodenroman (...) faszinierende Einsichten in die Schönheit und Tragik unserer Existenz - verdichtet in einer Hand voll kleiner, schmutziger Geschichten, die bestimmt sind von Leidenschaft und einem ausgeprägten Gespür für menschliche Würde." KÖLNER STADTANZEIGER

"So liegt das Kess-Groteske in der einen, das Sentimentale in der anderen Wagschale (...)gemacht ist das virtuos, der Gang der Verwicklungen durchdacht, etliche Episoden sehr vergnüglich." SZ

"Helmut Krausser hat mit dieser rabenschwarzen Satire zurückgefunden zu seinen eigentlichen Qualitäten (...) der Meister kleiner dreckiger Geschichten." WELT

"Ein kleines Meisterstück."
BASLER ZEITUNG

Helmut Krausser "spinnt (...) einen Reigen nach bester Artur-Schnitzler-Manier, ein Kaleidoskop der guten oder auch irregeleiteten Absichten und Träume. Das erweist sich als ein vor Realität strotzendes Sittenbild." PRISMA

"Eine Berliner Seifenoper (...) verbindet das Pornografische mit dem Sentimentalen, das große Gefühl mit der Farce, das genau Beobachtete mit dem Grotesk verzeichneten. Ein Sittenbild verwahrloster Gemüter, unterhaltsam und voller Hardcore-Komik." FAZ

"Einfach nur genial (..) eine intelligente, lakonisch dramatische, skurrile und kuriose Geschichte, die das Leben ganz genau so geschrieben haben könnte - Realsatire live, bizarr, verrückt und auf berührende Weise ungemein komisch." MAIN ECHO

"Wunderliche Charaktere, wundersame Pointen - und eine wunderbare Dramaturgie (..) Kunstvoll komponiert Krausser in seiner grandiosen Großstadtsinfonie eine den Leser bannende Musik des Zufalls (..) Zudem konstruiert der Autor wie nebenbei ein hellsichtiges Gesellschaftspanorama, das zumal die Verderbtheit, aber auch das humane Potenzial des Molochs Berlin wie in einem Brennglas abbildet. All das gelingt Krausser trotz eines halsbrecherischen Erzähltempos virtuos und in einer atmosphärischen Dichte, die hierzulande ihresgleichen sucht." SÜDKURIER BERLIN

"Ganz großes Kino." NOW!

"Ein fabelhaftes Spiegelkabinett aus Worten und voller unvorhersehbarer Wendungen. (...) Was einst dem Amerikaner John Dos Passos mit seinem berühmten Sittengemälde ´Manhattan Transfer´ im Großen gelang und 2001 in dem grandiosen erzählerischen Reigen ´Was im Leben zählt´ des Norwegers Frode Grytten eine nordische, im Mokrokosmischen angelegte Entsprechung fand, hat Krausser nun für Berlin geschaffen." WELTWOCHE

"Ein Roman, der so wunderbar und verrückt ist wie das Leben selbst."
DRESDNER MORGENPOST
Helmut Krausser, geb. 1964 in Esslingen war u.a. Spieler, Nachtwächter, Zeitungswerber, Opernstatist, Sänger in einer Rock`n`Roll-Band und Journalist. (Halb-)freiwillig verbrachte er ein Jahr als Berber. Nebenbei studierte er provinzialrömische Archäologie. Er schrieb Erzählungen, Theaterstücke und ein Opernlibretto. Sein Roman 'Fette Welt' wurde von Jan Schütte mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle verfilmt.

6 Marktplatz-Angebote für "Einsamkeit und Sex und Mitleid" ab EUR 4,80

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 4,50 1,50 Banküberweisung honey0906 100,0% ansehen
wie neu 4,80 1,70 PayPal, Banküberweisung Kater-Murr 100,0% ansehen
wie neu 5,00 1,50 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Alaska111 100,0% ansehen
gebraucht; gut 5,70 2,25 offene Rechnung Bücherwelt GmbH 99,7% ansehen
gebraucht; gut 5,70 2,25 offene Rechnung Bücherwelt GmbH 99,7% ansehen
gebraucht; gut 5,70 2,25 offene Rechnung Bücherwelt GmbH 99,7% ansehen
gebraucht; wie neu 9,49 1,00 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung jo1u 98,4% ansehen
Mehr von